Pesachim 144

Kapitel 144

א שלא נתנה שבת לדחות [וסיפא נתנה שבת לדחות אצלו]
1 sodaß der Šabbath nicht mehr verdrängt werden darf,
ב הכא הרי נתנה שבת לדחות אצל קרבן ציבור
2 hierbei aber ist ja der Šabbath durch das Gemeindeopfer zu verdrängen.
ג א"ל רב אשי לרב כהנא הכא נמי הרי נתנה שבת לדחות אצל תינוקות דעלמא א"ל לגבי דהאי גברא מיהת לא איתיהיב:
3 R. Aši sprach zu R. Kahana: Auch da ist ja der Šabbath wegen anderer Kinderzu verdrängen!? Dieser erwiderte: Für diesen Mann aber nicht.
ד ושאר כל הזבחים ששחטן לשום פסח אם אינן ראויין חייב ואם ראויין רבי אליעזר מחייב חטאת ורבי יהושע פוטר: מאן תנא דשני ליה בין ראויין לשאינן ראויין
4 W<small>ER ANDERE</small> O<small>PFER AUF DEN</small> N<small>AMEN EINES</small> P<small>ESAḤOPFERS SCHLACHTET, IST, WENN SIE ALS SOLCHES UNGEEIGNET SIND, SCHULDIG, UND WENN SIE GEEIGNET SIND, NACH</small> R. E<small>LIE͑ZER EIN</small> S<small>ÜNDOPFER SCHULDIG UND NACH</small> R. J<small>EHOŠUA͑ FREI</small>. Wer ist der Tanna, der zwischen geeignet und ungeeignet unterscheidet? –
ה ר' שמעון היא דתניא אחד הזבחים הראויין ואחד זבחים שאינן ראויין וכן השוחט לשם אימורי ציבור פטור דברי ר' מאיר א"ר שמעון לא נחלקו רבי אליעזר ורבי יהושע על שאינן ראויין שחייב על מה נחלקו על הראויין שרבי אליעזר מחייב חטאת ורבי יהושע פוטר
5 Es ist R. Šimo͑n, denn es wird gelehrt: Einerlei ob Opfer, die [als Pesaḥopfer] geeignet sind, oder Opfer, die ungeeignet sind, ebenso wenn man es auf den Namen von Gemeindeopfern schlachtet, ist man frei – so R. Meír. R. Šimo͑n sagte: R. Elie͑zer und R. Jehošua͑ stimmen überein, daß man wegen ungeeigneter schuldig sei, sie streiten nur über geeignete; nach R. Elie͑zer ist man ein Sündopfer schuldig und nach R. Jehošua͑ frei.
ו אמר רב ביבי אמר רבי אלעזר פוטר היה רבי מאיר אפי' עגל של זבחי שלמים ששחטו לשום הפסח א"ל רבי זירא לרב ביבי והאמר רבי יוחנן מודה היה רבי מאיר בבעלי מומין א"ל בבעלי מומין לא טריד בהו והאי טריד ביה
6 R. Bebaj sagte im Namen R. Elea͑zars: Nach R. Meír ist man frei, selbst wenn man ein als Heilsopfer bestimmtes Kalbauf den Namen eines Pesaḥopfers geschlachtet hat. R. Zera sprach zu R. Bebaj: R. Joḥanan sagte ja, R. Meír pflichte hinsichtlich gebrechenbehafteterbei!? Dieser erwiderte: Mit gebrechenbehafteten befaßt man sich nicht weiter, mit diesen aber befaßt man sich.
ז בעא מיניה רבא מרב נחמן חולין לשום פסח מאי לי א"ר מאיר אמר ליה פוטר היה ר' מאיר אפילו חולין לשום פסח
7 Raba fragte R. Naḥman: Wie ist es nach R. Meír, wenn Profanes auf den Namen des Pesaḥopfers? Dieser erwiderte: Nach R. Meír ist man frei, auch wenn Profanes auf den Namen des Pesaḥopfers. –
ח והא"ר יוחנן מודה היה ר"מ בבעלי מומין בעלי מומין לא מיחלפי הני מיחלפי
8 R. Joḥanan sagte ja aber, R. Meír pflichte bei hinsichtlich gebrechenbehafteter!? – Bei gebrechenbehafteten kann keine Verwechslung vorkommen, bei diesen aber kann eine Verwechslung vorkommen. –
ט וטעמא דרבי מאיר משום איחלופי ולא איחלופי והאמר רב ביבי א"ר אלעזר פוטר היה ר' מאיר אפי' עגל של זבחי שלמים ששחטו לשום הפסח אלמא טעמא דר"מ משום דטריד
9 Kommt es denn R. Meír auf die Verwechslung oder Nichtverwechslung an, R. Bebaj sagte ja im Namen R. Elea͑zars, nach R. Meír sei man frei, selbst wenn man ein als Heilsopfer bestimmtes Kalb auf den Namen eines Pesaḥopfers geschlachtet hat; demnach ist der Grund R. Meírs, weil man damit beschäftigt ist!?
י א"ל טריד אע"ג דלא מחלף מחלף אע"ג דלא טריד לאפוקי בעלי מומין דלא איחלופי מחלף ולא מטריד טריד
10 Dieser erwiderte: Wenn man damit beschäftigt ist, auch wenn eine Verwechslung ausgeschlossen ist, wenn eine Verwechslung vorkommen kann, auch wenn man nicht damit beschäftigt ist, während bei gebrechenbehafteten keine Verwechslung vorkommen kann, auch ist man damit nicht beschäftigt.
יא יתיב ר' זירא ורבי שמואל בר רב יצחק אקילעא דר' שמואל בר רב יצחק ויתבי וקא אמרי א"ר שמעון בן לקיש נתחלף לו שפוד של נותר בשפוד של צלי ואכלו חייב
11 R. Zera und R. Šemuél b. R. Jiçḥaq saßen an der Pforte des R. Šemuél b. R. Jiçḥaq und sagten: R. Šimo͑n b. Laqiš lehrte: Wer einen Bratspieß mit zurückgebliebenem [Fleische] mit einem Bratspieße mit gebratenem [Fleische] verwechselt und es gegessen hat, ist schuldig.
יב ור' יוחנן אמר אשתו נדה בעל חייב יבמתו נדה בעל פטור
12 R. Joḥanan lehrte: Wer seiner menstruierenden Frau beigewohnt hat, ist schuldig; wenn aber seiner menstruierenden Schwägerin, so ist er frei.
יג איכא דאמרי כ"ש בההיא דמחייב דלא עשה מצוה
13 Manche sagen, in jenem Fallesei er um so mehr schuldig, da er dabei kein Gebot ausgeübt hat,
יד אית דאמרי בההיא פטור מאי טעמא התם הוא דה"ל לשיולי אבל הכא דלא ה"ל לשיולי לא
14 und manche sagen, in jenem Falle sei er frei, denn in diesem Falle sollte er fragen, in jenem Falle aber konnte er nicht fragen. –
טו ור' יוחנן מאי שנא יבמתו דקא עביד מצוה אשתו נמי קא עביד מצוה באשתו מעוברת
15 Nach R. Joḥanan ist er wegen seiner Schwägerin wohl deswegen frei, weil er dabei ein Gebotausgeübt hat, und auch bei seiner Frau hat er ja ein Gebot ausgeübt!? – Wenn sie schwangerist. –
טז והא איכא שמחת עונה שלא בשעת עונתה
16 Man muß sie ja zur festgesetzten Zeiterfreuen!? – Außerhalb der festgesetzten Zeit. –
יז והאמר רבא חייב אדם לשמח אשתו בדבר מצוה סמוך לווסתה
17 Aber Raba sagte ja, man müsse seine Frau durch die Ausübung der Pflichterfreuen!? – Nahe ihrer Periode. –
יח אי הכי אפי' יבמתו נמי יבמתו בזיז מינה אשתו לא בזיז מינה
18 Demnach sollte diesauch von seiner Schwägerin gelten!? – Vor seiner Schwägerin geniertman sich, vor seiner Frau geniert man sich nicht. –
יט ור' יוחנן כמאן אילימא כרבי יוסי דתנן רבי יוסי אומר יום טוב הראשון של חג שחל להיות בשבת ושכח והוציא את הלולב לרשות הרבים פטור מפני שהוציא ברשות
19 Wessen Ansicht ist R. Joḥanan: wollte man sagen, der des R. Jose, denn wir haben gelernt, R. Jose sagte, wenn der erste Festtag auf einen Šabbath fällt und man vergessentlich den Feststrauß nach öffentlichem Gebiete hinausgetragen hat, sei man frei, weil man ihn mit Berechtigung hinausgetragen hat,
כ דילמא שאני התם דזמנו בהול
20 so kann es ja da anders sein, weil die Zeitdrängt.
כא ואלא רבי יהושע דזבחים דילמא התם נמי זמנו בהול
21 Wollte man sagen, der des R. Jehošua͑ bei den Opfern, so drängt ja auch die Zeit.
כב ואלא כרבי יהושע דתינוקות התם נמי זמנו בהול
22 Wollte man sagen, der des R. Jehošua͑ bei den [zu beschneidenden] Kindern, so drängt ja auch da die Zeit.
כג ואלא כרבי יהושע דתרומה דתנן היה אוכל בתרומה ונודע שהוא בן גרושה או בן חלוצה רבי אליעזר מחייב קרן וחומש ר' יהושע פוטר
23 Und wollte man sagen, der des R. Jehošua͑ bei der Lehre von der Hebe, denn wir haben gelernt, daß, wenn [ein Priester] Hebe ißt und erfährt, daß er der Sohn einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça ist, er nach R. Elie͑zer zur Zahlung des Grundwertes und des Fünftels verpflichtet und nach R. Jehošua͑ frei sei,
כד דילמא כדרב ביבי בר אביי דאמר רב ביבי בר אביי בתרומה בערב הפסח דזמנה בהול
24 so ist dies vielleicht nach R. Bebaj b. Abajje zu erklären, denn R. Bebaj b. Abajje sagte, dies gelte von Hebe am Vorabend des Pesaḥfestes, wo die Zeitebenfalls drängt.
כה אי נמי שאני תרומה דאיקרי עבודה ועבודה רחמנא אכשר
25 Oder vielleicht ist es bei der Hebe anders, da [das Essen derselben] Tempeldienst genannt wird, und der Allbarmherzige den Tempeldienst als gültig erklärt hat.
כו דתנן היה עומד ומקריב ונודע שהוא בן גרושה או בן חלוצה כל הקרבנות כולן שהקריב על גבי המזבח פסולין ור' יהושע מכשיר ואמרינן מ"ט דר' יהושע דכתיב (דברים לג, יא) ברך ה' חילו ופועל ידיו תרצה
26 Wir haben nämlich gelernt: Wenn [ein Priester], während er dasteht und den Dienst verrichtet, erfährt, daß er der Sohn einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça ist, so sind alle Opfer, die er auf dem Altar dargebracht hat, untauglich, und nach R. Jehošua͑ tauglich. Hierzu sagten wir, der Grund R. Jehošua͑s sei, weil es heißt: <i>segne, o Herr, seinen Wohlstand und lasse dir gefallen das Tun seiner Hände</i>. –
כז ותרומה היכא איקרי עבודה דתניא מעשה בר' טרפון שלא בא אמש לביהמ"ד לשחרית מצאו רבן גמליאל אמר לו מפני מה לא באת אמש לבית המדרש אמר לו עבודה עבדתי אמר לו כל דבריך אינן אלא דברי תימה וכי עבודה בזמן הזה מנין אמר לו הרי הוא אומר
27 Wo wird [das Essen von] Hebe Tempeldienst genannt? – Es wird gelehrt: Einst kam R. Tryphon abends nicht ins Lehrhaus, und als R. Gamliél ihn am folgenden Morgen traf, fragte er ihn, weshalb er am Abend vorher nicht ins Lehrhaus gekommen sei. Dieser erwiderte: Ich verrichtete den Tempeldienst. Jener entgegnete: Deine Worte sind verwunderlich: gibt es denn in der Jetztzeit einen Tempeldienst!? Dieser erwiderte: Es heißt: