Pesachim 152

Kapitel 152

א בשר שחוטה שמן שצלאו עם בשר נבילה כחוש אסור מאי טעמא מפטמי מהדדי
1 Brät man fettes Fleisch von Geschlachtetem zusammen mit magerem von Aas, so ist es verboten, weil sie voneinander den Duft einsaugen.
ב ולוי אמר אפילו בשר שחוטה כחוש שצלאו עם בשר נבילה שמן מותר מאי טעמא ריחא בעלמא הוא וריחא לאו מילתא היא עביד לוי עובדא בי ריש גלותא בגדי ודבר אחר
2 Levi sagte, selbst wenn man mageres Fleisch von Geschlachtetem zusammen mit fettem von Aas brät, sei es erlaubt, weil es nichts weiter als ein Duft ist, und der Duft ist nichts. Levi traf beim Exilarchen eine Entscheidung bei einem Böckchen mit einem Schweine.
ג מיתיבי אין צולין שני פסחים כאחד מפני התערובת מאי לאו תערובת טעמים וקשיא ללוי לא מפני תערובת גופין
3 Man wandte ein: Man darf nicht zwei Pesaḥopfer zusammen braten, wegen der Vermischung. Doch wohl wegen der Vermischung des Geschmackes; somit ist dies ein Einwand gegen Levi!? — Nein, sie könnten miteinander vertauscht werden.
ד הכי נמי מסתברא מדקתני סיפא אפילו גדי וטלה אי אמרת בשלמא מפני גופין היינו דקתני אפי' גדי וטלה אלא אי אמרת מפני תערובת טעמים מה לי גדי וטלה מה לי גדי וגדי
4 Dies ist auch einleuchtend, denn im Schlußsatze lehrt er: selbst ein Böckchen mit einem Lämmchen. Erklärlich ist es, daß er selbst ein Böckchen mit einem Lämmchen lehrt, wenn du sagst, weil diese selbst mit einander vertauscht werden könnten, welchen Unterschied gibt es aber zwischen einem Böckchen mit einem Lämmchen und einem Böckchen mit einem Böckchen, wenn du sagst, wegen der Vermischung des Geschmackes!? —
ה אלא מאי על כרחיך מפני תערובת גופין הוא דאסור אבל תערובת טעמים שרי לימא תיהוי תיובתיה דרב אמר רבי ירמיה הכא במאי עסקינן כגון שצלאו בשתי קדירות
5 Es ist also nur deshalb verboten, weil sie selbst miteinander vertauscht werden könnten, während die Vermischung des Geschmackes erlaubt ist, somit wäre dies ja eine Widerlegung Rabhs!? R. Jirmeja erwiderte: Hier wird vom Braten in zwei Töpfen gesprochen. —
ו בשתי קדירות סלקא דעתך אלא אימא כעין שתי קדירות והכי קאמר אין צולין שני פסחים כאחד מפני תערובת מאי תערובת תערובת טעמים ואפי' כעין שתי קדירות דליכא תערובת טעמים אסור משום תערובת גופין ואפילו גדי וטלה
6 In zwei Töpfen, wie kommst dudarauf!? — Sage vielmehr: wiein zwei Töpfen. Er meint es wie folgt: man darf nicht zwei Pesaḥopfer zusammen braten, wegen der Vermischung, nämlich der Vermischung des Geschmackes, und sogar wie in zwei Töpfen, wo eine Vermischung des Geschmackes nicht zu berücksichtigen ist, ist es verboten, weil sie selbst mit einander vertauscht werden könnten, selbst ein Böckchen und ein Lämmchen.
ז אמר רב מרי כתנאי הרודה פת חמה ונתנה ע"פ חבית יין של תרומה ר"מ אוסר ורבי יהודה מתיר ורבי יוסי מתיר בשל חיטין ואוסר בשל שעורים מפני שהשעורים שואבות מאי לאו תנאי היא דמר סבר ריחא לאו מילתא היא ומר סבר ריחא מילתא היא
7 R. Mari sagte: Hierüber streiten Tannaím: Wenn jemand warmes Brot aus dem Ofen nimmt und es auf ein Faß mit Wein von Hebe legt, so ist es nach R. Meír verboten und nach R. Jehuda erlaubt; R. Jose erlaubt das Weizenbrot und verbietet das Gerstenbrot, weil die Gerste [den Duft] einsaugt. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, der Duft sei unwesentlich, und einer ist der Ansicht, der Duft sei wesentlich.
ח ללוי ודאי תנאי היא לרב נימא תנאי היא
8 Nach Levi [streiten] hierüber die Tannaím entschieden, aber [streiten] die Tannaím hierüber auch nach Rabh? —
ט אמר לך רב דכולי עלמא ריחא מילתא היא לאו איתמר עלה דההיא אמר רבה בר בר חנה אמר ריש לקיש בפת חמה וחבית פתוחה דברי הכל אסור בפת צוננת וחבית מגופה דברי הכל מותר לא נחלקו אלא בפת חמה וחבית חתומה פת צוננת וחבית פתוחה והא נמי כפת חמה וחבית פתוחה דמיא
9 Rabh kann dir erwidern: alle stimmen überein, der Duft sei wesentlich, denn hierzu wurde gelehrt: Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen des Reš Laqiš: Bei warmem Brote auf einem offenen Fasse stimmen alle überein, daß es verboten sei, bei kaltem Brote auf einem verspundeten Fasse stimmen alle über ein, daß es erlaubt sei, sie streiten nur über warmes Brot auf einem verspundeten Fasse und über kaltes Brot auf einem offenen Fasse. Unser Fall aber gleicht dem Falle vom warmen Brote auf einem offenen Fasse.
י תני רב כהנא בריה דרב חיננא סבא פת שאפאה עם צלי בתנור אסור לאכלה בכותחא ההיא ביניתא דאיטווא בהדי בישרא אסרה רבא מפרזיקיא למיכליה בכותחא מר בר רב אשי אמר אפי' במילחא נמי אסורה משום דקשיא לריחא ולדבר אחר:
10 R. Kahana, der Sohn R. Ḥenana des Greises, lehrte: Brot, das man mit einem Braten zusammen in einem Ofen gebacken hat, darf man nicht mit Quarkbrei essen. Einst wurde ein Fisch zusammen mit Fleischgebraten, und Raba aus Parziaqa verbot, ihn mit Quarkbrei zu essen. Mar b. R. Aši sagte: Einen solchen darf man sogar mit Salz nicht essen, weil dies wegen üblen Geruches und Aussatzesschädlich ist.
יא <big><strong>מתני׳</strong></big> חמשה דברים באין בטומאה ואינן נאכלין בטומאה העומר ושתי הלחם ולחם הפנים וזבחי שלמי צבור ושעירי ראשי חדשים הפסח שבא בטומאה נאכל בטומאה שלא בא מתחילתו אלא לאכילה:
11 <b>F</b><small>ÜNF</small> D<small>INGE WERDEN IN</small> U<small>NREINHEIT DARGEBRACHT, JEDOCH NICHT IN</small> U<small>NREINHEIT GEGESSEN: DIE</small> S<small>CHWINGEGARBE, DIE ZWEI</small> B<small>ROTE</small>, <small>DAS</small> S<small>CHAUBROT</small>, <small>DIE</small> G<small>EMEINDE</small>-H<small>EILSOPFER UND DIE</small> Z<small>IEGENBÖGKE DES</small> N<small>EUMONDS</small>. D<small>AS IN</small> U<small>NREINHEIT DARGEBRACHTE</small> P<small>ESAḤOPFER WIRD AUCH IN</small> U<small>NREINHEIT GEGESSEN, DENN ES WIRD JA VON VORNHEREIN NUR ZUM</small> E<small>SSEN DARGEBRACHT</small>.
יב <big><strong>גמ׳</strong></big> חמשה למעוטי מאי למעוטי חגיגת חמשה עשר
12 GEMARA. Was schließt [die Zahl] ‘fünf’ aus? — Dies schließt das Festopferdes fünfzehnten aus;
יג דסלקא דעתך אמינא כיון דקרבן ציבור הוא וקביעא ליה מועד תדחי טומאה קא משמע לן כיון דאית ליה תשלומין כל שבעה לא דחיא שבת ומדשבת לא דחיא לא דחיא טומאה
13 man könnte nämlich glauben, daß dieses, da es ein Opfer der ganzen Gemeinde und eine Zeit dafür festgesetzt ist, die Unreinheit verdränge, so lehrt er uns, daß dieses, da es nachträglich während der sieben Tage [des Festes] dargebracht werden kann, den Šabbath nicht verdränge, und da es den Šabbath nicht verdrängt, so verdrängt es auch die Unreinheit nicht. —
יד וניתני נמי שעירי הרגלים הא תנא ליה זבחי שלמי צבור אי הכי שעירי ראשי חדשים נמי לא ניתני דהא תנא זבחי שלמי צבור אמרי
14 Sollte er auch die Ziegenböcke der Feste mitzählen!? — Er zählt ja die Gemeinde-Heilsopfer mit. — Demnach sollte er auch die Ziegenböcke des Neumonds nicht mitzählen, da er die Gemeinde-Heilsopfer mitzählt!? —