Pesachim 159

Kapitel 159

א (דברים טז, ה) לא תוכל לזבוח את הפסח באחד שעריך
1 <i>du darfst das Pesaḥopfer</i> <i>nicht in einer</i><i>deiner Ortschaften schlachten.</i>
ב רבי שמעון אומר אפילו שבט אחד טמא ושאר כל השבטים טהורים הללו עושין לעצמן והללו עושין לעצמן מאי טעמא דרבי שמעון קסבר שבט אחד איקרי קהל
2 R. Šimo͑n sagt, selbst wenn nur ein Stamm unrein ist und alle übrigen rein, richten es diese für sich und jene für sich her. — Was ist der Grund R. Šimo͑ns? — Er ist der Ansicht, ein Stamm heiße Gemeinde. R. Jehuda sagt, selbst wenn nur ein Stamm unrein ist und alle übrigen rein, sei es in Unreinheit herzurichten, weil das Gemeindeopfer nicht geteilt wird.
ג רבי יהודה אומר אפילו שבט אחד טמא ושאר כל השבטים טהורין יעשו בטומאה שאין קרבן ציבור חלוק רבי יהודה סבר שבט אחד איקרי קהל והוו להו פלגא ופלגא ואין קרבן ציבור חלוק ועבדי כולהו בטומאה
3 R. Jehuda ist nämlich der Ansicht, ein Stamm heiße Gemeinde, somit sind sie Hälfte gegen Hälfte, und da das Gemeindeopfer nicht geteilt wird, richten es alle in Unreinheit her.
ד איתמר היו ישראל מחצה טהורין ומחצה טמאין אמר רב מטמאין אחד מהן בשרץ
4 Es wurde gelehrt: Sind die Jisraéliten zur Hälfte rein und zur Hälfte unrein, so verunreinige man, wie Rabh sagt, einen mit einem Kriechtiere. —
ה ואמאי ניעבדו הני לחודייהו והני לחודייהו דהא אמר רב הללו עושין לעצמן והללו עושין לעצמן אמרי הכא במאי עסקינן כגון שהיו טמאין עודפין על הטהורין אחד
5 Weshalb denn, sollten es doch diese für sich und jene für sich herrichten, denn Rabh sagte ja auch, daß es diese für sich und jene für sich herrichten!? — Ich will dir sagen, hier handelt es sich um den Fall, wenn die Unreinen um einen mehr sind als die Reinen. —
ו אי הכי הוו להו רובא טמאים ניעבדו כולהו בטומאה סבר לה כר"א בן מתיא דאמר אין היחיד מכריע את הציבור לטומאה אי הכי הדר קושיין לדוכתיה ניעבדו הני לחודייהו והני לחודייהו
6 Demnach sind ja die Unreinen in der Mehrheit und man sollte es [ohnehin] in Unreinheit darbringen!? — Er ist der Ansicht des R. Elea͑zar b. Mathja, daß nämlich eine Person für die Unreinheit der Gemeinde nicht den Ausschlag gebe. — Demnach bleibt ja unser Einwand bestehen: sollten es diese für sich und jene für sich herrichten!? —
ז אלא ה"ק אי איכא תנא דסבר לה כתנא קמא דאמר פלגא ופלגא לא עבדי כולהו בטומאה וסבר לה כרבי יהודה דאמר אין קרבן ציבור חלוק מטמאין אחד מהן בשרץ
7 Vielmehr, er meint es wie folgt: gibt es jemand, der der Ansicht des ersten Tanna ist, daß, wenn sie Hälfte gegen Hälfte sind, es nicht alle in Unreinheit darbringen, und auch der Ansicht R. Jehudas, daß das Gemeindeopfer nicht geteilt werde, so verunreinige man einen mit einem Kriechtiere. —
ח ועולא אמר משלחין אחד מהן לדרך רחוקה ויטמאנו בשרץ
8 U͑la aber sagte, man schicke einen auf eine weite Reisefort. — Mache man ihn doch mit einem Kriechtiere unrein!? —
ט קסבר שוחטין וזורקין על טמא שרץ
9 Er ist der Ansicht, man dürfe für einen Kriechtierunreinen schlachten und [das Blut] sprengen. —
י ויטמאנו במת מדחהו אתה מחגיגתו
10 Mache man ihn doch mit einer Leiche unrein!? — So entziehst du ihn auch dem Festopfer. —
יא השתא נמי מדחהו אתה מפסחו אפשר דעביד בשני
11 Aber auch jetzt entziehst du ihn ja dem Pesaḥopfer!? — Dieses kann er am zweiten [Pesaḥfeste] herrichten. —
יב במת נמי אפשר דעביד בשביעי דהוה ליה שמיני שלו
12 Auch [bei Verunreinigung] durch eine Leiche kann er ja [das Festopfer] am siebenten [Festtage], seinem achten [Unreinheitstage], darbringen!? —
יג קסבר עולא כולהו תשלומין דראשון נינהו דחזי בראשון חזי בכולהו וכל היכא דלא חזי בראשון לא חזי בכולהו
13 U͑la ist der Ansicht, sieseien sämtlich ein Ersatz des ersten: wer am ersten [Tage] zulässig war, ist auch an den übrigen zulässig, wer am ersten nicht zulässig war, ist auch an den übrigen nicht zulässig.
יד אמר להו רב נחמן זילו ואמרו ליה לעולא מאן ציית דעקר סיכיה ומשכניה ורהיט
14 R. Naḥman sprach zu seinen Hausleuten: Geht und sagt U͑la: wer wird [auf dich] hören, seine Pfähle und seine Hütte niederzureißen und auszuwandern!?
טו איתמר היו רובן זבין ומיעוטן טמאי מתים אמר רב אותן טמאי מתים אינן עושין לא בראשון ולא בשני
15 Es wurde gelehrt: Ist die Mehrheit flußbehaftet und die Minderheit leichenunrein, so richten es, wie Rabh sagt, die Leichenunreinen weder am ersten [Pesaḥfeste] noch am zweiten her;
טז ראשון לא עבדי דהוו מיעוטא ומיעוטא לא עבדי בראשון בשני נמי לא עבדי כל היכא דעבדי ציבור בראשון עביד יחיד בשני כל היכא דלא עבדי ציבור בראשון לא עביד יחיד בשני
16 am ersten richten sie es nicht her, weil sie in der Minderheit sind und die Minderheit es am ersten nicht herrichtet, am zweiten richten sie es ebenfalls nicht her, denn wenn die Gemeinde es am ersten herrichtet, richtet der einzelne es am zweiten her, wenn aber die Gemeinde es nicht am ersten herrichtet, richtet es auch der einzelne nicht am zweiten her.
יז אמר להו שמואל זילו אמרו ליה לאבא (במדבר ט, ב) ויעשו בני ישראל את הפסח במועדו מאי עבדת ליה אמר להו זילו אמרו ליה כי הוו כולהו זבין מאי עבדת ליה אלא כיון דלא אפשר לא אפשר הכא נמי לא אפשר
17 Šemuél sprach: Geht und sagt Abba: was machst du mit [dem Schriftverse]:<i>die Kinder Jisraél sollen das Pesaḥfest zur festgesetzten Zeit herrichten</i>!? Dieser erwiderte: Geht und sagt ihm: was machst du mit diesem, wenn alle flußbehaftet sind!? Vielmehr, wenn es nicht möglich ist, ist es eben nicht möglich, und auch hierbei ist es nicht möglich.
יח איתמר היו רובן טמאי מתים ומיעוטן זבין
18 Es wurde gelehrt: Ist die Mehrheit leichenunrein und die Minderheit flußbehaftet,
יט רב הונא אמר אין תשלומין לפסח הבא בטומאה ורב אדא בר אהבה אמר יש תשלומין לפסח הבא בטומאה
19 so gibt es, wie R. Hona sagt, keinen Ersatz für das Pesaḥopfer, das in Unreinheit dargebracht wird; R. Ada b.Ahaba sagt, es gebe einen Ersatz für das Pesaḥopfer, das in Unreinheit dargebracht wird.
כ נימא בהא קמיפלגי דמאן דאמר אין תשלומין לפסח הבא בטומאה קסבר טומאה דחויה היא בציבור
20 Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: derjenige, welcher sagt, es gebe keinen Ersatz für das Pesaḥopfer, das in Unreinheit dargebracht wird, ist der Ansicht, die Unreinheit werde bei einer Gemeinde nur verdrängt,
כא ומ"ד יש תשלומין לפסח הבא בטומאה קסבר טומאה הותרה בציבור
21 und derjenige, welcher sagt, es gebe einen Ersatz für das Pesaḥopfer, das in Unreinheit dargebracht wird, ist der Ansicht, die Unreinheit werde bei einer Gemeinde aufgehoben. —
כב אמרי לא דכולי עלמא טומאה דחויה בציבור ובהא פליגי מר סבר
22 Nein, alle sind der Ansicht, die Unreinheit werde bei der Gemeinde nur verdrängt, und ihr Streit besteht vielmehr in folgendem: einer ist der Ansicht,