Pesachim 201

Kapitel 201

א אף ידי קידוש לא יצאו אלא לרב למה ליה לקדושי בביתיה כדי להוציא בניו ובני ביתו
1 auch der Pflicht des Weihsegens nicht genügt. – Wozu braucht man nach Rabh den Weihsegen zu Hause zu sprechen!? – Um seine Kinder und Familienangehörigen ihrer Pflicht zu entledigen. –
ב ושמואל למה לי לקדושי בבי כנישתא לאפוקי אורחים ידי חובתן דאכלו ושתו וגנו בבי כנישתא
2 Wozu braucht man nach Šemuél den Weihsegen im Bethause zu sprechen!? – Um Fremde, die im Bethause essen, trinken und schlafen, ihrer Pflicht zu entledigen.
ג ואזדא שמואל לטעמיה דאמר שמואל אין קידוש אלא במקום סעודה סבור מינה הני מילי מבית לבית אבל ממקום למקום בחד ביתא לא
3 Šemuél vertritt seine Ansicht, denn Šemuél sagte, der Weihsegen sei da zu sprechen, wo die Mahlzeit abgehalten wird. Sie glaubten, nur von einem Hause nach einem anderen, nicht aber von einem Räume nach einem anderen im selben Hause,
ד אמר להו רב ענן בר תחליפא זימנין סגיאין הוה קאימנא קמיה דשמואל ונחית מאיגרא לארעא והדר מקדש
4 da sprach R. A͑nan b. Taḥlipha zu ihnen: Oft war ich bei Šemuél, und er stieg vom Söller nach dem Erdgeschosse hinunter und sprach den Weihsegen da.
ה ואף רב הונא סבר אין קידוש אלא במקום סעודה דרב הונא קדיש ואיתעקרא ליה שרגא ועיילי ליה למניה לבי גנניה דרבה בריה דהוה שרגא וקדיש וטעים מידי אלמא קסבר אין קידוש אלא במקום סעודה
5 Auch R. Hona ist der Ansicht, der Weihsegen sei da zu sprechen, wo die Mahlzeit abgehalten wird. Einst sprach nämlich R. Hona den Weihsegen, und das Lacht erlosch ihm; da brachte er seine Gefäße in das Hochzeitsgemach seines Sohnes Rabba, wo Licht vorhanden war, sprach [wiederum] den Weihsegen und kostete da etwas. Er ist somit der Ansicht, der Weihsegen sei da zu sprechen, wo die Mahlzeit abgehalten wird.
ו ואף רבה סבר אין קידוש אלא במקום סעודה דאמר אביי כי הוינא בי מר כי הוה מקדש אמר לן טעימו מידי דילמא אדאזליתו לאושפיזא מתעקרא לכו שרגא ולא מקדש לכו בבית אכילה ובקידושא דהכא לא נפקיתו דאין קידוש אלא במקום סעודה
6 Und auch Rabba ist der Ansicht, der Weihsegen sei da zu sprechen, wo die Mahlzeit abgehalten wird. Abajje erzählte nämlich: Als ich beim Meisterweilte, sagte er uns, nachdem er den Weihsegen gesprochen hatte: Kostet etwas, denn bis ihr in euere Herberge kommt, kann euch das Licht erlöschen; ihr werdet dann im Speiseraume den Weihsegen nicht sprechen können, und mit dem hier [gehörten] Weihsegen habt ihr euerer Pflicht nicht genügt, weil der Weihsegen da zu sprechen ist, wo die Mahlzeit abgehalten wird. –
ז איני והאמר אביי כל מילי דמר הוה עביד כרב לבר מהני תלת דעביד כשמואל מתירין מבגד לבגד ומדליקין מנר לנר והלכה כר"ש בגרירה
7 Dem ist ja aber nicht so, Abajje sagte ja, bei allem verfuhr der Meister nach Rabh, ausgenommen folgende drei Dinge, bei denen er nach Šemuél verfuhr: man darf [die Çiçith] von einem Gewände in ein anderes einknüpfen, man darf [bei einer Hanukalampe] ein Licht an einem anderenanzünden, und die Halakha ist beim Rücken wie R. Šimo͑n!?
ח דתניא ר"ש אומר גורר אדם מטה כסא וספסל בשבת ובלבד שלא יתכוין לעשות חריץ
8 Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n sagt, man dürfe am Šabbath ein Bett, einen Stuhl oder eine Bank rücken, nur dürfe man absichtlich keine Schramme machen. –
ט כחומרי דרב הוה עביד כקולי דרב לא הוה עביד
9 Nach den Erschwerungen Rabhs verfuhr er, nach den Erleichterungen Rabhs verfuhr er nicht. –
י ור' יוחנן אמר אף ידי יין נמי יצאו ואזדא ר' יוחנן לטעמיה דא"ר חנין בר אביי א"ר פדת אמר ר' יוחנן אחד שינוי יין
10 R. Joḥanan aber sagt, sie haben auch der Pflicht, vom Weine [zu trinken,] genügt. R. Joḥanan vertritt hierbei seine Ansicht, denn R. Ḥanin b.Abajje sagte im Namen des R. Pedath im Namen R. Joḥanans, einerlei ob man den Wein