Pesachim 212

Kapitel 212

א הנוטל ידיו לא יקדש אמר להו רב יצחק בר שמואל בר מרתא אכתי לא נח נפשיה דרב שכחנינהו לשמעתתיה זמנין סגיאין הוה קאימנא קמיה דרב זימנין דחביבא עליה ריפתא מקדש אריפתא זימנין דחביבא ליה חמרא מקדש אחמרא
1 Wer die Hände gewaschen hat, spreche nicht den Weihsegen. Ebenso sagte R. Ada b.Ahaba: Wer die Hände gewaschen hat, spreche nicht den Weihsegen. R. Jiçḥaq, Sohn des Šemuél b.Martha, sprach zu ihnen: Noch ist die Seele Rabhs nicht zur Ruhe eingekehrt, und schon sind seine Lehren in Vergessenheit geraten. Sehr oft stand ich vor Rabh [und beobachtete], daß, wenn ihm das Brot lieber war, er den Weihsegen über das Brot, und wenn ihm der Wein lieber war, er den Weihsegen über den Wein sprach.
ב אמר רב הונא אמר רב טעם אינו מקדש בעא מיניה רב חנא בר חיננא מרב הונא טעם מהו שיבדיל א"ל אני אומר טעם מבדיל ורב אסי אמר טעם אינו מבדיל
2 R. Hona sagte im Namen Rabhs: Wer etwas gekostet hat, spreche nicht mehr den Weihsegen. R. Ḥana b. Ḥenana fragte R. Hona: Darf man, wenn man etwas gekostet hat, den Unterscheidungssegen sprechen? Dieser erwiderte: Ich sage, wer etwas gekostet hat, dürfe den Unterscheidungssegen sprechen, R. Asi aber sagt, wer etwas gekostet hat, dürfe den Unterscheidungssegen nicht sprechen.
ג רב ירמיה בר אבא איקלע לבי רב אסי אישתלי וטעים מידי הבו ליה כסא ואבדיל אמרה ליה דביתהו והא מר לא עביד הכי אמר לה שבקיה כרביה סבירא ליה
3 Einst kehrte R. Jirmeja b.Abba bei R. Asi ein, und nachdem er vergessentlich etwas gegessen hatte, reichte man ihm einen Becher, und er sprach den Unterscheidungssegen. Da sprach die Frau [R. Asis] zu ihm: Der Meister pflegt nicht so zu verfahren. Dieser erwiderte: Laß ihn, er ist der Ansicht seines Lehrers.
ד אמר רב יוסף אמר שמואל טעם אינו מקדש טעם אינו מבדיל ורבה אמר רב נחמן אמר שמואל טעם מקדש וטעם מבדיל
4 R. Joseph sagte im Namen Šemuéls: Wer etwas gekostet hat, darf den Weihsegen nicht sprechen, wer etwas gekostet hat, darf den Unterscheidungssegen nicht sprechen. Raba sagte im Namen R. Naḥmans im Namen Šemuéls: Wer etwas gekostet hat, darf den Weihsegen sprechen, wer etwas gekostet hat, darf den Unterscheidungssegen sprechen.