Pesachim 30

Kapitel 30

א הפיגול והנותר והטמא בית שמאי אומרים אין נשרפין כאחת וב"ה אומרים נשרפין כאחת
1 Verwerfliches, Übriggebliebenes und Unreines dürfen, wie die Schule Šammajs sagt, nicht zusammen verbrannt werden, und wie die Schule Hillels sagt, wohl zusammen verbrannt werden.
ב ואי סלקא דעתך ר"מ מדברי רבי יהושע קאמר אמאי מהדר ליה ר' יוסי מדר' חנינא סגן הכהנים א"ל רב נחמן רבי יוסי לאו אדעתיה דהוא סבר ר"מ מדרבי חנינא סגן הכהנים קא"ל וא"ל אנא מדר' יהושע קאמינ'
2 Wenn du nun sagst, R. Meír entnehme es aus den Worten R. Jehošua͑s, wieso entgegnete ihm R. Jose aus den Worten R. Ḥaninas des Priesterpräses!? R. Naḥman erwiderte ihm: R. Jose wußte es nicht; er glaubte, R. Meír entnehme es aus den Worten R. Ḥaninas des Priesterpräses, darauf erwiderte ihm dieser, er entnehme es aus den Worten R. Jehošua͑s.
ג וא"ל ואפילו לרבי יהושע נמי אינה היא המדה דהא מודה ר"א ורבי יהושע ששורף זו בפני עצמה וזו בפני עצמה
3 Hierauf entgegnete ihm jener, auch nach R. Jehošua͑ sei dies keine richtige Schlußfolgerung, denn R. Elie͑zer und R. Jehošua͑ stimmen überein, daß man diese besonders und jene besonders verbrenne. –
ד ואמאי אינה היא המדה מדה ומדה היא
4 Wieso ist dies keine richtige Schlußfolgerung, dies stimmtja!? –
ה שאני התם דאיכא הפסד חולין
5 Anders ist es da, wo eine Schädigung des Profanen vorliegt.
ו מתקיף לה רב ירמיה מתניתין נמי איכא הפסד דעצים א"ל ההוא סבא להפסד מרובה חששו להפסד מועט לא חששו
6 R. Jirmeja wandte ein: Auch in unserer Mišna liegt ja eine Schädigung des Holzesvor!? Ein Greis erwiderte ihm: Einen großen Schaden berücksichtigten sie, einen kleinen Schaden berücksichtigten sie nicht.
ז א"ר אסי א"ר יוחנן מחלוקת בשש אבל בשבע דברי הכל שורפין
7 R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans: Sie streiten nur über die sechste [Stunde], in der siebenten [Stunde]darf man sie nach aller Ansicht, [zusammen] verbrennen.
ח א"ל רבי זירא לר' אסי נימא קסבר רבי יוחנן מתני' באב הטומאה דאורייתא וולד הטומאה דרבנן ומאי מדבריהם מדברי רבי חנינא סגן הכהנים
8 R. Zera sprach zu R. Asi: R. Joḥanan wäre demnach der Ansicht, unsere Mišnaspreche von einer Urunreinheit der Tora und einer rabbanitischen erstgradigen Unreinheit, und ‘aus ihren Worten’ sei zu verstehen, aus den Worten R. Ḥaninas des Priesterpräses?
ט א"ל אין איתמר נמי אמר רבי יוחנן מתניתין באב הטומאה דאורייתא וולד הטומאה דרבנן ומאי מדבריהם מדברי רבי חנינא סגן הכהנים ומחלוקת בשש אבל בשבע דברי הכל שורפין
9 Dieser erwiderte: Freilich. Ebenso wurde auch gelehrt: R. Joḥanan sagte: Unsere Mišna spricht von einer Urunreinheit der Tora und einer rabbanitischen erstgradigen Unreinheit, und ‘aus ihren Worten’ ist zu verstehen, aus den Worten R. Ḥaninas des Priesterpräses. Ferner streiten sie nur über die sechste [Stunde], in der siebenten aber darf man sie nach aller Ansicht [zusammen] verbrennen.
י לימא מסייע ליה הפיגול והנותר והטמא ב"ש אומרים אין נשרפין כאחת וב"ה אומרים נשרפין כאחת
10 Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Verwerfliches, Übriggebliebenes und Unreines dürfen, wie die Schule Šammajs sagt, nicht zusammen verbrannt werden, und wie die Schule Hillels sagt, wohl zusammen verbranntwerden. –
יא שאני התם דאית להו טומאה מדרבנן דתנן הפיגול והנותר מטמאין את הידים
11 Anders ist es da, weil sie rabbanitisch unrein sind, denn wir haben gelernt, Verwerfliches und Übriggebliebenes machen die Hände unrein. –
יב לימא מסייע ליה הפת שעיפשה ונפסלה מלאכול לאדם והכלב יכול לאכלה מטמאה טומאת אוכלין בכביצה ונשרפת עם הטמאה בפסח
12 Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Wenn Brot schimmlig und für Menschen ungenießbar ist, ein Hund aber es essen kann, so ist es in der Größe eines Eies als Speise verunreinigungsfähig und darf am Pesaḥfeste [als Hebe zusammen] mit unreiner verbrannt werden. –
יג שאני התם דעפרא בעלמא הוא
13 Anders ist es da, weil es nichts weiter als Staub ist. –
יד אי הכי מאי מודה הכי קא"ל ר' יוסי לר"מ אפי' לר' יהושע דמיקל כי מיקל בתלויה וטמאה אבל בטהורה וטמאה לא
14 Wieso heißt es demnach, R. Elie͑zer pflichte bei!? – R. Jose erwiderte R. Meír wie folgt: auch R. Jehošua͑, der erleichternd ist, ist es nur bei Zweifelhaftem mit Unreinem, nicht aber bei Reinem und Unreinem. –
טו אי הכי אמאי אינה היא המדה מדה ומדה היא
15 Wieso ist dieskeine richtige Schlußfolgerung, dies stimmt ja!?
טז א"ר ירמיה הכא בבשר שנטמא במשקין שנטמאו מחמת שרץ ואזדא ר"מ לטעמיה ורבי יוסי לטעמיה
16 R. Jirmeja erwiderte: Hier handelt es sich um Fleisch, das an einer durch ein Kriechtier unrein gewordenen Flüssigkeit unrein wurde. R. Meír vertritt hierbei seine Ansicht, und R. Jose vertritt seine Ansicht.
יז ר"מ לטעמיה דאמר טומאת משקין לטמא אחרים דרבנן
17 R. Meír vertritt seine Ansicht, daß nämlich die Verunreinigungsfähigkeit der Flüssigkeiten, anderes unrein zu machen, rabbanitisch sei;
יח ור' יוסי לטעמיה דאמר טומאת משקין לטמא אחרים דאוריי' דתניא
18 und R. Jose vertritt seine Ansicht, daß nämlich die Verunreinigungsfähigkeit der Flüssigkeiten, anderes unrein zu machen, aus der Tora sei. Es wird nämlich gelehrt: