Pesachim 31

Kapitel 31

א ספק משקין ליטמא טמא לטמא אחרים טהור דברי ר"מ וכן היה רבי אלעזר אומר כדבריו רבי יהודה אומר לכל טמא
1 Flüssigkeiten sind im Zweifelverunreinigungsfähig, um unrein zu sein, um aber anderes unrein zu machen, sind sie rein – so R. Meír, und ebenso pflichtet auch R. Elea͑zar seinen Worten bei. R. Jehuda sagt, sie seien in jeder Hinsicht unrein;
ב רבי יוסי ור"ש אומרים לאוכלין טמאין לכלים טהורין
2 R. Jose und R. Šimo͑n sagten, sie seien für Speisenunrein und für Geräterein. –
ג וסבר רבי אלעזר משקין אית להו טומאה בעולם והתניא ר"א אומר אין טומאה למשקין כל עיקר תדע שהרי העיד יוסי בן יועזר איש צרידה על איל קומציא דכי ועל משקי בית מטבחיא דכן
3 Ist R. Elea͑zar denn der Ansicht, Flüssigkeiten seien verunreinigungsfähig, es wird ja gelehrt: R. Elea͑zar sagt, für die Unreinheit von Flüssigkeiten gebe es [in der Tora] keinen Anhalt. Dies ist auch zu beweisen, denn Joseph b. Joe͑zer aus Çereda bekundete, daß die Widder-Heuschreckerein sei, und daß die Flüssigkeiten des Schlachthausesrein seien.
ד הניחא לשמואל דאמר דכן מלטמא טומאת אחרים אבל טומאת עצמן יש להן שפיר אלא לרב דאמר דכן ממש מאי איכא למימר
4 Allerdings stimmt dies nach Šemuél, welcher erklärt, sie seien rein, indem sie anderes nicht unrein machen, sie selbst aber seien verunreinigungsfähig, wie ist es aber nach Rabh zu erklären, welcher sagt, sie seien an sich rein!?
ה אמר ר"נ בר יצחק אחדא
5 R. Naḥman b.Jiçḥaq erwiderte: Dies bezieht sich auf nur einenFall. –
ו והא כדבריו קאמר דנפישי ועוד והא וכן קתני קשיא
6 Es heißt ja aber ‘seinen Worten’, in der Mehrzahl, und ferner heißt es auch ‘ebenso’!? – Dies ist ein Einwand.
ז גופא רב אמר דכן ממש ושמואל אמר דכן מלטמא טומאת אחרים אבל טומאת עצמן יש להן רב אמר דכן ממש קסבר טומאת משקין דרבנן וכי גזרו רבנן במשקין דעלמא ובמשקי בית מטבחיא לא גזור
7 Der Text. Rabh erklärte: rein, an sich rein, und Šemuél erklärte: rein, indem sie anderes nicht unrein machen, sie selbst aber sind verunreinigungsfähig. Rabh sagt, sie seien an sich rein, denn er ist der Ansicht, die Verunreinigungsfähigkeit der Flüssigkeiten sei rabbanitisch, und die Rabbanan bestimmten dies nur bei sonstigen Flüssigkeiten, nicht aber bestimmten sie dies bei Flüssigkeiten des Schlachthauses.
ח ושמואל אמר דכן מלטמא טומאת אחרים אבל טומאת עצמן יש להן קסבר טומאת משקין עצמן דאורייתא לטמא אחרים דרבנן וכי גזור רבנן במשקין דעלמא במשקי בית מטבחיא לא גזור וכי לא גזור רבנן לטמויי אחרים אבל טומאת עצמן יש להן
8 Šemuél sagt, sie seien rein, indem sie anderes nicht unrein machen, sie selbst aber seien verunreinigungsfähig, denn er ist der Ansicht, die Verunreinigungsfähigkeit der Flüssigkeiten sei aus der Tora, und [ihre Übertragung] der Unreinheit auf anderes rabbanitisch, und die Rabbanan bestimmten dies nur bei sonstigen Flüssigkeiten, nicht aber bestimmten sie dies bei Flüssigkeiten des Schlachthauses. Auch ordneten die Rabbanan dies nicht an, nur hinsichtlich der Verunreinigung von anderem, sie selbst aber sind verunreinigungsfähig.
ט א"ל רב הונא בר חיננא לבריה כי עיילת לקמיה דרב פפא רמי ליה מי אמר שמואל דכן מלטמא טומאת אחרים אבל טומאת עצמן יש להן קרי כאן (ויקרא ז, יט) והבשר אשר יגע בכל טמא לא יאכל
9 R. Hona b.Ḥenana sprach zu seinem Sohne: Wenn du zu R. Papa gehst, trage ihm folgenden Einwand vor: Kann Šemuél denn erklärt haben, sie seien rein, indem sie anderes nicht unrein machen, sie selbst aber seien verunreinigungsfähig, hierauf ist ja zu beziehen:<i> Fleisch, das mit irgend etwas Unreinem in Berührung gekommen ist, darf nicht gegessen</i> <i>werden</i>!?
י אמר רב שישא ברי' דרב אידי מידי דהוה ארביעי בקדש מתקיף לה רב אשי רביעי בקדש לא איקרי טמא האי איקרי טמא קשיא
10 R. Šiša, Sohn des R. Idi, erwiderte: Dies gilt ja vom Viertgradigenbei Geheiligtem. R. Aši wandte ein: Das Viertgradige bei Geheiligtem heißt ja nicht unrein, während diese unrein heißen!? – Dies ist ein Einwand. –
יא ת"ש (ויקרא יא, לד) וכל משקה אשר ישתה בכל כלי יטמא מאי יטמא הכשיר
11 Komm und höre:<i> Jedes Getränk, das getrunken wird, in jederlei Gefäß, ist unrein</i>!? – Unter ‘unrein’ ist zu verstehen, es mache anderes verunreinigungsfähig. –
יב הכשיר מרישא דקרא שמעת ליה מכל האוכל אשר יאכל וגו' חד בתלושין וחד במחוברין
12 Daß es anderes verunreinigungsfähig mache, geht ja hervor aus dem Anfang des Schriftverses: <i>jede Art Speise, die gegessen wird &amp;c.</i>!? – Eines spricht von losem [Wasser] und eines von haftendem.
יג וצריכי דאי אשמעינן בתלושין משום דאחשבינהו אבל מחוברין אימא לא
13 Und beides ist nötig. Würde er es uns nur vom losen gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil man ihm einen Wert beigelegthat, nicht aber gilt dies vom haftenden.
יד ואי תנא מחוברין משום דקיימי בדוכתייהו חשיבי אבל תלושין אימא לא צריכי
14 Und würde er es nur vom haftenden gelehrt haben, [so könnte man glauben,] dieses sei bedeutender, weil es sich an seinem Orte befindet, nicht aber gilt dies vom losen. Daher ist beides nötig. –
טו ת"ש (ויקרא יא, לו) אך מעין ובור מקוה מים יהיה טהור מאי יהיה טהור מטומאתו
15 Komm und höre:<i>Nur Quellen, Brunnen und Wasserbehälter bleiben rein</i>!? – Unter ‘rein’ ist zu verstehen, sie entfernen die Unreinheit. –
טז ותלושין מי מכשירין והאמר ר' יוסי בר' חנינא משקי בית מטבחיא לא דיין שהן דכן אלא שאין מכשירין
16 Macht denn das lose verunreinigungsfähig, R. Jose b. R. Ḥanina sagte ja, die Flüssigkeiten im Schlachthause seien nicht nur selbst rein, sondern machen auch nicht verunreinigungsfähig!? –
יז תירגמא על דם דאמר ר' חייא בר אבא א"ר יוחנן מנין לדם קדשים שאינו מכשיר שנא' (דברים יב, טז) על הארץ תשפכנו כמים דם שנשפך כמים מכשיר
17 Dies ist auf das Blut zu beziehen. R. Ḥija b. Abba sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Woher, daß das Blut der heiligen [Opfer] nicht verunreinigungsfähig mache? Es heißt:<i>auf die Erde gieße es, wie Wasser</i>; Blut, das wie Wasser fortgegossen wird, macht verunreinigungsfähig,