Pesachim 33

Kapitel 33

א ואמר רב אישתבש כהני מידי הוא טעמא אלא לרב רב משקי בית מטבחיא תני אבל משקי בי מדבחיא מטמא
1 Hierzu sagte Rabh, die Priester hätten sich geirrt!? – Dieser Einwand gilt ja nur nach Rabh, und Rabh liest ‘Flüssigkeiten des Schlachthauses’, während Flüssigkeiten des Altarsverunreinigungsfähig sind.
ב גופא רב אמר אישתבש כהני ושמואל אמר לא אישתבש כהני
2 Der Text. Rabh sagte, die Priester hätten sich geirrt, Šemuél sagte, die Priester hätten sich nicht geirrt.
ג רב אמר אישתבש כהני רביעי בקדש בעא מינייהו ואמרו ליה טהור
3 Rabh sagte, die Priester hätten sich geirrt, denn er fragte sie inbetreff der viertgradigen [Unreinheit] beim Geheiligten, und sie erwiderten, es sei rein.
ד ושמואל אמר לא אישתבש כהני חמישי בקדש בעא מינייהו ואמרו ליה טהור
4 Šemuél sagte, die Priester hätten sich nicht geirrt, denn er fragte sie inbetreff der fünftgradigenbeim Geheiligten, und sie erwiderten, es sei rein. –
ה בשלמא לרב היינו דכתיב ארבעה (חגי ב, יב) לחם ונזיד ויין ושמן אלא לשמואל חמשה מנא ליה
5 Einleuchtend ist die Ansicht Rabhs, denn es werden auch vier [Gegenstände] aufgezählt, Brot, Gekochtes, Wein und Öl, wieso aber kommt Šemuél auf fünf!? –
ו מי כתיב ונגע כנפו (חגי ב, יב) ונגע בכנפו כתיב במה שנגע בכנפו
6 Es heißt ja nicht: sein Zipfel [samt dem Kriechtiere] berührt, sondern: und berührt mit seinem Zipfel, mit dem Zipfel, der [das Kriechtier] berührt hat. –
ז תא שמע (חגי ב, יג) ויאמר חגי אם יגע טמא נפש בכל אלה היטמא ויענו הכהנים ויאמרו יטמא בשלמא לשמואל מדהכא לא אישתבש התם נמי לא אישתבש אלא לרב מאי שנא הכא דאישתבש ומאי שנא התם דלא אישתבש
7 Komm und höre: <i>Da hob Ḥaggaj an und sprach: Wenn jemand, der durch eine Leiche unrein geworden ist, eines von diesen Dingen berührt, wird es dadurch unrein? Da erwiderten die Priester: Es wird unrein</i>. Einleuchtend ist die Ansicht Šemuéls, denn wenn sie sich hierbei nicht geirrt haben, so haben sie sich auch da nicht geirrt; wieso aber haben sie sich nach Rabh da geirrt und hierbei nicht geirrt!?
ח אמר רב נחמן אמר רבה בר אבוה בקיאין הן בטומאת מת ואין בקיאין הן בטומאת שרץ
8 R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Sie waren kundig in der Unreinheit des Leichnams, sie waren aber nicht kundig in der Unreinheit des Kriechtieres.
ט רבינא אמר התם רביעי הכא שלישי
9 Rabina erwiderte: Da handelt es sich um die viertgradige [Unreinheit], hierbei aber um die drittgradige. –
י ת"ש (חגי ב, יד) ויען חגי ויאמר כן העם הזה וכן הגוי הזה לפני נאם ה' וגו' בשלמא לרב היינו דכתיב טמא אלא לשמואל אמאי טמא
10 Komm und höre: <i>Da hob Ḥaggaj an und sprach: So verhält es sich mit diesem Volke und mit dieser Nation vor mir, Spruch des Herrn, so auch mit allem Tun ihrer Hände: was sie mir dort als Opfer darbringen, ist unrein</i>. Erklärlich ist es nach Rabh, daß es <i>unrein</i>heißt, wieso aber war es nach Šemuél unrein!? –
יא איתמוהי קא מתמה והא וכן כל מעשה ידיהם כתיב אמר מר זוטרא ואיתימא רב אשי מתוך שקלקלו את מעשיהם מעלה עליהם הכתוב כאילו הקריבו בטומאה
11 Er sagte es nur in Frageform. – Es heißt ja aber: <i>so auch mit allem Tun ihrer Hände</i>!? Mar Zuṭra, nach anderen, R. Aši, erwiderte: Da ihre Handlungen [später] ausarteten, rechnete es ihnen die Schrift an, als hätten sie [Opfer] in Unreinheit dargebracht.
יב גופא רב תני משקי בית מטבחיא ולוי תנא משקי בי מדבחיא
12 Der Text. Rabh liest‘Flüssigkeiten des Schlachthauses’, Levi liest ‘Flüssigkeiten des Altars’.
יג ללוי הניחא אי סבירא ליה כשמואל דאמר דכן מלטמא טומאת אחרים אבל טומאת עצמן יש להן משכחת לה דנגעי כולהו בראשון
13 Allerdings kann diesnach Levi vorkommen, falls er der Ansicht Šemuéls ist, welcher sagt, sie seien rein, indem sie anderes nicht unrein machen, sie selbst aber seien verunreinigungsfähig, wenn sienämlich sämtlich mit der ersten Unreinheit in Berührung gekommen sind;
יד אלא אי סבר לי' כרב דאמר דכן ממש היכי משכחת לה על כרחך כשמואל סבירא ליה
14 wieso aber kann dies vorkommen, falls er der Ansicht Rabhs ist, welcher sagt, sie seien auch an sich rein!? – Er muß also durchaus der Ansicht Šemuéls sein. –
טו ולשמואל הניחא אי סבר לה כרב דתני משקי בית מטבחיא אבל משקי בי מדבחיא אחריני נמי מיטמאו רביעי הוא דלא עביד חמישי הא שלישי עביד רביעי
15 Einleuchtend ist es, wenn Šemuél der Ansicht Rabhs ist, der ‘Flüssigkeiten des Schlachthauses’ liest, während Flüssigkeiten des Altars anderes unrein machen, demnach kann Viertgradiges nicht Fünftgradiges machen, wohl aber kann Drittgradiges Viertgradiges machen,
טז אלא אי סבר ליה כלוי דתני משקי בי מדבחיא מאי איריא רביעי דלא עביד חמישי אפילו שני ושלישי נמי לא עבדי על כרחיך כרב סבירא ליה
16 weshalb aber begründet er, falls er der Ansicht Levis ist, der ‘Flüssigkeiten des Altars’ liest, weil Viertgradiges nicht Fünftgradiges machen könne, auch Zweitgradiges kann ja nicht Drittgradiges machen!? – Er muß also durchaus der Ansicht Rabhs sein.
יז תניא כוותיה דרב תניא כוותיה דלוי תניא כוותיה דלוי הדם והיין והשמן והמים משקי בי מדבחיא שנטמאו בפנים והוציאן לחוץ טהורין נטמאו בחוץ והכניסן בפנים טמאין
17 Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Rabh, und es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Levi. Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Levi: Wenn Blut, Wein, Öl, Wasser oder Flüssigkeiten des Altars innerhalb [des Tempelhofes] unrein und hinausgebracht worden sind, so sind sie rein; wenn sie außerhalb unrein und hineingebracht worden sind, so sind sie verunreinigend. –
יח איני והאמר רבי יהושע בן לוי משקי בי מדבחיא לא אמרו דכן אלא במקומן מאי לאו למעוטי נטמאו בפנים והוציאן לחוץ לא למעוטי נטמאו בחוץ והכניסן בפנים
18 Dem ist ja aber nicht so, R. Jehošua͑ b. Levi sagte ja, sie sagten von Flüssigkeiten des Altars, daß sie rein seien, nur an ihrem Orte; dies schließt wohl [den Fall] aus, wenn sie innerhalb unrein und hinausgebracht worden sind!? – Nein, [den Fall,] wenn sie außerhalb unrein und hineingebracht worden sind. –
יט והא במקומן קאמר הכי קאמר לא אמרו דכן אלא שנטמאו במקומן
19 Es heißt ja aber: nur an ihrem Orte!? – Er meint es wie folgt: sie sagten, daß sie rein seien, nur wenn sie an ihrem Orte unrein geworden sind.
כ תניא כוותיה דרב הדם והמים משקי בית מטבחיא שנטמאו בין בכלים בין בקרקע טהורין
20 Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Rabh: Wenn Blut, Wasser oder Flüssigkeiten des Schlachthauses unrein geworden sind, ob in Gefäßen oder auf dem Boden, so sind sie rein;