Pesachim 38

Kapitel 38

א ונימא שאין טומאת ידים וכלים במקדש אמר רב יהודה אמר רב ואיתימא ר' יוסי בר' חנינא ידים קודם גזירת כלים נשנו
1 Sollte er sagen, daß es im Tempel keine Unreinheit der Hände und der Gerätegebe!? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs, nach anderen, R. Jose b.R. Ḥanina: Die Verordnung [von der Unreinheit] der Hände ist früher als die Verordnung [von der Unreinheit] der Geräte gelehrt worden.
ב אמר רבא והא תרוייהו בו ביום גזרו דתנן הספר והידים והטבול יום והאוכלין והכלים שנטמאו במשקין
2 Raba wandte ein: Beides wurde ja am selben Tage angeordnet, wie wir gelernt haben: Ein Buch[aus der heiligen Schrift, ungewaschene] Hände, wer am selben Tage untergetaucht ist, durch eine Flüssigkeit unrein gewordene Speisen und Geräte!?
ג אלא אמר רבא הנח לטומאת סכין דאפי' בחולין נמי לא מטמא האי סכין דנגע במאי אילימא דנגע בבשר הא אין אוכל מטמא כלי ואלא דנגע במחט והא אין כלי מטמא כלי
3 Vielmehr, erklärte Raba, laß doch die Unreinheit eines Messers, das sogar bei Profanem nicht unrein wird. Womit soll denn das Messer in Berührung gekommen sein: wenn mit dem Fleische, so kann ja eine Speise kein Gerät unrein machen, und wenn mit der Nadel, so kann ja ein Gerät kein anderes Gerät unrein machen!? –
ד האי מחט מאי עבידתיה אי נימא ספק מחט והא איתמר ר' אלעזר ור' יוסי בר' חנינא חד אמר לא גזרו על ספק הרוקין שבירושלים וחד אמר לא גזרו על ספק הכלים שבירושלים
4 Welches Bewenden hat es da mit der Nadel: wollte man sagen, wenn über diese ein Zweifel [der Unreinheit] obwaltet, so wurde ja gelehrt: Von R. Elea͑zar und R. Jose b. R. Ḥanina lehrte einer, daß man über zweifelhaften Speichelin Jerušalem, und einer, daß man über zweifelhafte Geräte in Jerušalem keine Unreinheit verhängt habe!?
ה אמר רב יהודה אמר רב כגון שאבדה לו מחט טמא מת והכירה בבשר ר' יוסי ברבי אבין אמר כגון שהיתה פרה חסומה ובאה מחוץ לירושלים:
5 R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Wenn eine an einem Leichenunreinen unrein gewordene Nadel abhanden gekommen war und man sie im Fleische erkennt. R. Jose b. R. Abin erklärte: Wenn die Kuh mit geschlossenem Maul von außerhalb nach Jerušalem kam.
ו גופא ר' אלעזר ור' יוסי בר' חנינא חד אמר לא גזרו על ספק הרוקין שבירושלים וחד אמר לא גזרו על ספק הכלים שבירושלים רוקין תנינא כלים תנינא
6 Der Text. Von R. Elea͑zar und R. Jose b.R. Ḥanina lehrte einer, daß man über zweifelhaften Speichel in Jerusalem, und einer, daß man über zweifelhafte Geräte in Jerušalem keine Unreinheit verhängt habe. Dies haben wir ja sowohl vom Speichel als auch von Geräten gelernt?!
ז רוקין תנינא דתנן כל הרוקין הנמצאין בירושלים טהורין חוץ משל שוק העליון לא צריכא אף על גב דאיתחזק זב
7 Wir haben dies vom Speichel gelernt: Der Speichel ist in ganz Jerušalem rein, ausgenommen am oberen Marktplatz. — Auch in dem Falle, wenn da ein Flußbehafteter festgestellt worden ist. –
ח כלים תנינא דתנן כל הכלים הנמצאים בירושלים דרך ירידה לבית הטבילה טמאין הא דעלמא טהורין
8 Von Geräten haben wir es gelernt: Alle Geräte, die in Jerušalem gefunden werden, sind, wenn auf dem zum Tauchbade hinabführenden Wege, unrein. Demnach sind sie, wenn anderweitig, rein!? –
ט ולטעמיך אימא סיפא דרך עליה טהורין הא דעלמא טמאין
9 Wie willst du nach deiner Ansicht den Schlußsatz erklären: wenn auf dem [vom Tauchbade] heraufführenden Wege, rein. Demnach sind sie, wenn anderweitig, unrein!?
י אלא רישא דוקא וסיפא לאו דוקא ולאפוקי גזייתא
10 Vielmehr ist der Anfangssatz genau zu nehmen, nicht aber der Schlußsatz, und ausgeschlossen sind Seitengänge. –
יא ולרב דאמר כגון שאבדה לו מחט טמא מת והכירה בבשר כיון דאמר מר בחלל חרב חרב הרי הוא כחלל אדם וכלים נמי ליטמא
11 Sollte doch nach Rabh, welcher erklärt, wenn eine an einem Leichenunreinem unrein gewordene Nadel abhanden gekommen war und man sie im Fleische erkennt, die Nadel auch Menschen und Geräte unrein machen, da ja der Meister sagte, aus [den Worten]<i>durch Schwert Erschlagenen</i> sei zu entnehmen, daß das Schwert dem Erschlagenengleiche!?
יב אמר רב אשי זאת אומרת עזרה רשות הרבים היא והוה ליה ספק טומאה ברשות הרבים וכל ספק טומאה ברשות הרבים ספיקו טהור
12 R. Aši erwiderte: Dies besagt, daß der Tempelhof öffentliches Gebiet sei, somit ist dies eine zweifelhafte Unreinheit auf öffentlichem Gebiete, und auf öffentlichem Gebiete gilt die zweifelhafte Unreinheit als rein. –
יג הא ברשות היחיד ספיקו טמא הוא מכדי האי מחט דבר שאין בו דעת לישאל הוא וכל דבר שאין בו דעת לישאל בין ברה"ר בין ברה"י ספיקו טהור
13 Im Privatgebiete ist es demnach unrein. Merke, [das Messer] ist ja ein vernunftloses Wesen, das man nicht befragen kann, und ein vernunftloses Wesen, das man nicht befragen kann, ist ja bei einem Zweifel rein, sowohl auf öffentlichem Gebiete, als auch auf Privatgebiet!? –
יד משום דהוי ספק טומאה הבאה בידי אדם ואמר רבי יוחנן ספק טומאה הבאה בידי אדם
14 Dies ist ein durch einen Menschen veranlaßter Zweifel der Unreinheit, und R. Joḥanan sagte, daß man wegen eines durch einen Menschen veranlaßten Zweifels