Pesachim 41

Kapitel 41

א אין הכרעת שלישית מכרעת
1 Der Ausgleich eines drittenist nicht ausgleichend.
ב אמר ר' יוסי בר' חנינא מחלוקת שנפלה לפחות ממאה סאה חולין טמאין
2 R. Jose b.R. Ḥanina sagte: Der Streit besteht nur über den Fall, wenn das unreine Profane, in das [die Hebe] hineinkommt, nicht das Hundertfache beträgt,
ג אבל נפלה למאה חולין טמאין דברי הכל תרד ותטמא ואל יטמאנה ביד
3 wenn aber das unreine Profane, in das sie hineinkommt, das Hundertfache beträgt, stimmen alle überein, daß man sie auslaufenund unrein werden lasse, nur nicht direkt mit den Händen unrein mache.
ד תניא נמי הכי חבית שנשברה בגת העליונה ותחתיה מאה חולין טמאין מודה רבי אליעזר לרבי יהושע שאם יכול להציל ממנה רביעית בטהרה יציל ואם לאו תרד ותטמא ואל יטמאנה ביד
4 Ebenso wird gelehrt: Wenn ein Faß [mit Hebe] in der oberen Kelter zerbricht und das unreine Profane, das sich unten befindet, das Hundertfache beträgt, so muß man, wie R. Elie͑zer dem R. Jehošua͑ beipflichtet, wenn man ein Viertellog in Reinheit retten kann, es retten, wenn aber nicht, so lasse man es auslaufen und unrein werden, nur nicht mit den Händen unrein machen. –
ה האי מודה רבי אליעזר לרבי יהושע מודה רבי יהושע לר' אליעזר מיבעי ליה אמר רבא איפוך
5 Wieso heißt es, R. Elie͑zer pflichte R. Jehošua͑ bei, es müßte ja heißen, R. Jehošua͑ pflichte R. Elie͑zer bei!? Raba erwiderte: Wende es um.
ו רב הונא בריה דרב יהושע אמר לעולם לא תיפוך הכא במאי עסקינן בכלי שתוכו טהור וגבו טמא מהו דתימא ניגזור דילמא נגע גבו בתרומה קמ"ל:
6 R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte: Du brauchst es tatsächlich nicht umzuwenden, denn hier handelt es sich um ein Gefäßmit reiner Innenseite und unreiner Außenseite; man könnte glauben, es sei zu berücksichtigen, die Hebe könnte mit der Außenseite in Berührung kommen, so lehrt er uns.
ז <br><br><big><strong>הדרן עלך אור לארבעה עשר</strong></big><br><br>
7 
ח מתני׳ <big><strong>כל</strong></big> שעה שמותר לאכול מאכיל לבהמה לחיה ולעופות ומוכר לנכרי ומותר בהנאתו עבר זמנו אסור בהנאתו ולא יסיק בו תנור וכירים ר' יהודה אומר אין ביעור חמץ אלא שריפה וחכמים אומרים אף מפרר וזורה לרוח או מטיל לים:
8 <b>S</b>OLANGE <small>ES ERLAUBT IST</small> [G<small>ESÄUERTES</small>] <small>ZU ESSEN, IST ES ERLAUBT, DAMIT</small> V<small>IEH</small>, W<small>ILD UND</small> G<small>EFLÜGEL ZU FÜTTERN, ES EINEM</small> N<small>ICHTJUDEN ZU VERKAUFEN UND DAVON EINE</small> N<small>UTZNIESSUNG ZU HABEN; IST DIESE</small> F<small>RIST VORÜBER, SO IST DIE</small> N<small>UTZNIESSUNG VERBOTEN, UND MAN DARF DAMIT NICHT</small> O<small>FEN UND</small> H<small>ERD HEIZEN</small>. R. J<small>EHUDA SAGT, DIE</small> F<small>ORTSCHAFFUNG DES</small> G<small>ESÄUERTEN MÜSSE NUR DURCH</small> V<small>ERBRENNEN ERFOLGEN; DIE</small> W<small>EISEN SAGEN, MAN DÜRFE ES AUCH ZERBRÖCKELN UND IN DEN</small> W<small>IND STREUEN ODER INS</small> M<small>EER WERFEN</small>.
ט <big><strong>גמ׳</strong></big> כל שעה שמותר לאכול מאכיל הא כל שעה שאינו מותר לאכול אינו מאכיל לימא מתני' דלא כר' יהודה דאי ר' יהודה הא איכא חמש דאינו אוכל ומאכיל דתנן ר' מאיר אומר אוכלין כל חמש ושורפין בתחלת שש רבי יהודה אומר אוכלין כל ארבע ותולין כל חמש ושורפין בתחלת שש
9 GEMARA. Nur solange man es essen darf, darf man damit auch [das Vieh] füttern, wenn man es aber nicht essen darf, darf man damit auch [das Vieh] nicht füttern, demnach vertritt unsre Mišna nicht die Ansicht R. Jehudas, denn nach R. Jehuda darf man es ja in der fünften Stunde nicht mehr essen, wohl aber damit [das Vieh] füttern, wie wir gelernt haben: R. Meír sagt, man esse [Gesäuertes] die ganze fünfte [Stunde] und verbrenne es bei Beginn der sechsten; R. Jehuda sagt, man esse es die ganze vierte, die fünfte befinde sich in der Schwebe, und man verbrenne es bei Beginn der sechsten. –
י ואלא מאי ר' מאיר היא האי כל שעה שמותר לאכול מאכיל כל שעה שאוכל מאכיל מיבעי ליה
10 Wieso heißt es, wenn die des R. Meír, solange es erlaubt ist zu essen, ist es erlaubt, damit zu füttern, es sollte doch heißen: solange man es ißt, füttere man damit!?
יא אמר רבה בר עולא מתניתין רבן גמליאל היא דתנן רבן גמליאל אומר חולין נאכלין כל ארבע תרומה כל חמש ושורפין בתחלת שש והכי קאמר כל שעה שמותר לאכול כהן בתרומה ישראל מאכיל חולין לבהמה לחיה ולעופות
11 Rabba b. U͑la erwiderte: Unsere Mišna vertritt die Ansicht R. Gamliéls, denn wir haben gelernt: R. Gamliél sagt, Profanes werde die ganze vierte [Stunde] gegessen, Hebe die ganze fünfte, und bei Beginn der sechsten verbrenne man es. Er meint es wie folgt: solange ein Priester Hebe essen darf, darf ein Jisraélit Vieh, Wild und Geflügel mit Profanem füttern. –
יב למה לי למיתנא בהמה למה לי למיתנא חיה צריכא דאי תנא בהמה דאי משיירא חזי לה אבל חיה דאי משיירא קמצנעא לה אימא לא
12 Wozu wird dies vom Vieh besonders und vom Wild besonders gelehrt? – Dies ist nötig; würde er es nur vom Vieh gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil man das, was ein solches zurückläßt, sieht, während das Wild, was es zurückläßt, versteckt.
יג ואי תנא חיה משום דאי משיירא מיהת מצנעא אבל בהמה זימנין דמשיירא ולא מסיק אדעתיה וקאי עליה בבל יראה ובבל ימצא אימא לא צריכא
13 Und würde er es nur vom Wild gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil es, was es zurückläßt, immerhin versteckt, während ein Vieh etwas zurücklassen, und man, wenn man daran nicht denkt, das Verbot ‘nicht zu sehen und nicht zu finden’ übertreten kann. Daher ist beides nötig. –
יד עופות ל"ל איידי דתנא בהמה וחיה תנא נמי עופות:
14 Wozu wird das Geflügel genannt? – Da er Vieh und Wild nennt, nennt er auch das Geflügel.
טו ומוכרו לנכרי: פשיטא לאפוקי מהאי תנא דתניא ב"ש אומרים לא ימכור אדם חמצו לנכרי אא"כ יודע בו שיכלה קודם פסח וב"ה אומרים כל שעה שמותר לאכול מותר למכור
15 E<small>INEM</small> N<small>ICHTJUDEN ZU VERKAUFEN</small>. Selbstverständlich!? – Dies schließt die Ansicht des Autors der folgenden Lehre aus: Die Schule Šammajs sagt, man dürfe sein Gesäuertes einem Nichtjuden nur dann verkaufen, wenn man weiß, daß es vor dem Pesaḥfeste zuende sein wird; die Schule Hillels sagt, solange man es essen darf, dürfe man es auch verkaufen.