Pesachim 45

Kapitel 45

א לרבים רבי יהודה אומר להוציא את הנטוע לרבים
1 R. Jehuda sagt, dies schließe das aus, was für das Publikum gepflanzt ist. –
ב מאי טעמא דתנא קמא דכתיב ונטעתם ליחיד משמע לרבים לא משמע כתב רחמנא לכם להביא את הנטוע לרבים ורבי יהודה ונטעתם משמע בין לרבים בין ליחיד ולכם בין יחיד בין רבים משמע הוי רבוי אחר רבוי ואין רבוי אחר רבוי אלא למעט
2 Was ist der Grund des ersten Tanna? <i>–</i> <i>Ihr werdet pflanzen</i>, darunter ist zu verstehen, für den einzelnen nicht aber für das Publikum, daher schrieb der Allbarmherzige <i>euch</i>, zur Einschließung dessen, was für das Publikum gepflanzt ist. – Und R. Jehuda!? – <i>Ihr werdet pflanzen</i>, darunter ist zu verstehen: sowohl für das Publikum als auch für den einzelnen, ebenso heißt <i>euch</i>: sowohl für den einzelnen als auch für das Publikum; dies ist eine Einschließung nach einer Einschließung, und eine Einschließung nach einer Einschließung ist ausschließend. ––
ג והרי תרומה דרחמנא אמר (ויקרא כב, י) וכל זר לא יאכל קדש ותנן מערבין לנזיר ביין ולישראל בתרומה
3 Aber von der Hebe sagt ja der Allbarmherzige: <i>kein Gemeiner darf Geheiligtes essen</i>, dennoch haben wir gelernt, man dürfe für einen Naziräer Wein und für den Jisraéliten Hebe als E͑rub verwenden!?
ד אמר רב פפא שאני התם דאמר קרא (במדבר יח, כז) תרומתכם שלכם תהא ואידך תרומתכם דכל ישראל קאמר
4 R. Papa erwiderte: Anders ist es da; die Schrift sagt:<i>euere Hebe</i>, sie gehört euch. – Und jener!? – <i>Euere Hebe</i>, dies bezieht sich auf ganz Jisraél. –
ה והרי נזיר דרחמנא אמר (במדבר ו, ד) מחרצנים ועד זג לא יאכל ותנן מערבין לנזיר ביין אמר מר זוטרא שאני התם דאמר קרא נזרו שלו יהא
5 Aber vom Naziräer sagt ja der Allbarmherzige: <i>weder Kerne noch Schlauben darf er essen</i>, dennoch haben wir gelernt, man dürfe für den Naziräer Wein als E͑rub verwenden!? Mar Zuṭra erwiderte: Anders ist es da; die Schrift sagt: <i>seine Weihezeit</i>, sie gehört ihm.
ו רב אשי אמר (במדבר ו, ה) קדוש יהיה גדל פרע שער ראשו גידולו קדוש ואין דבר אחר קדוש מידי ואין דבר אחר כתיב אלא מחוורתא כדמר זוטרא
6 R. Aši erwiderte: [die Schrift sagt:]<i>er soll heilig sein, er soll sein Haupthaar frei wachsen lassen</i>, nur sein Haarwuchs ist heilig, anderes aber ist nicht heilig. – Heißt es denn: anderes nicht!? – Am richtigsten ist es vielmehr, wie Mar Zuṭra erwidert hat. –
ז והרי חדש דרחמנא אמר (ויקרא כג, יד) לחם וקלי וכרמל לא תאכלו עד עצם היום הזה ותנן קוצר לשחת ומאכיל לבהמה
7 Aber vom neuen [Getreide] sagt ja der Allbarmherzige:<i>Brot und geröstete oder zerstoßene Körner dürft ihr bis zu eben diesem Tage nicht essen</i>, dennoch haben wir gelernt, man dürfe es als Futtergras mähen und seinem Vieh zu fressen geben!?
ח אמר רב שמעיה שאני התם דאמר קרא קצירכם קצירכם שלכם יהא ואידך קצירכם דכל ישראל משמע
8 R. Šema͑ja erwiderte: Anders ist es da; die Schrift sagt: <i>euerer Ernte</i>, die Ernte gehört euch. – Und jener!? – <i>Euerer Ernte</i>, dies bezieht sich auf ganz Jisraél. – Aber von den Kriechtieren sagt ja der
ט והרי שרצים דרחמנא אמר (ויקרא יא, מא) שקץ הוא לא יאכל ותנן ציידי חיה ועופות ודגים שנזדמנו להם מינין טמאין מותרין למוכרן לנכרים שאני התם דאמר קרא לכם שלכם יהא
9 Allbarmherzige:<i>sie sind ein Greuel, sie dürfen nicht gegessen werden</i>, dennoch haben wir gelernt, daß, wenn Wild- und Geflügeljäger oder Fischer unreine Arten gefangen haben, sie diese an Nichtjuden verkaufen dürfen!? – Anders ist es da; die Schrift sagt:<i>euch</i>, sie gehören euch. –
י אי הכי אפי' לכתחלה נמי שאני הכא דאמר קרא יהיו בהוייתן יהו
10 Demnach sollte dies auch von vornherein [erlaubt] sein!? – Anders ist es diesbezüglich; die Schrift sagt:<i>sollen sie sein</i>, sie verbleiben bei ihrem Sein. –
יא ולחזקיה למה לי למיכתב לא יאכל ומייתי לכם למישרייה לא לכתוב רחמנא לא יאכל ולא בעי לכם אמר לך חזקיה טעמא דידי נמי מהכא
11 Wozu heißt es nach Ḥizqija: <i>sie dürfen nicht gegessen werden</i>, und <i>euch</i>, [die Nutznießung] zu erlauben, sollte der Barmherzige nicht geschrieben haben: <i>sie dürfen nicht gegessen werden</i>, und das <i>euch</i> wäre nicht nötig!? – Ḥizqija kann dir erwidern: Dies ist eben ein Beweis für mich. –
יב והרי חמץ דרחמנא אמר לא יאכל חמץ ותניא ר' יוסי הגלילי אומר תמה על עצמך היאך חמץ אסור בהנאה כל שבעה שאני התם דאמר קרא (שמות יג, ז) ולא יראה לך שאור שלך יהא
12 Aber vom Gesäuerten sagt ja der Allbarmherzige:<i>kein Gesäuertes darf gegessen werden</i>, dennoch wird gelehrt: R. Jose der Galiläer sagte: Du müßtest dich wundern, wenn das Gesäuerte alle sieben [Tage] zur Nutznießung verboten sein sollte!? – Anders ist es hierbei; die Schrift sagt: <i>kein Sauerteig darf bei dir zu sehen sein</i>, er gehört dir. –
יג ורבנן שלך אי אתה רואה אבל אתה רואה של אחרים ושל גבוה ואידך תרי לך כתיבי
13 Und die Rabbanan!? – Deines darfst du nicht sehen, wohl aber darfst du sehen, was Fremdenoder Gott gehört. – Und jener!? – Es heißt zweimal <i>dir</i>. –
יד ואידך חד בנכרי שכיבשתו וחד בנכרי שלא כיבשתו ואידך תלתא לך כתיבי ואידך חד בשאור וחד בחמץ וצריכי
14 Und jener!? – Eines bezieht sich auf einen Nichtjuden, den du dir unterworfen hast, und eines bezieht sich auf einen Nichtjuden, den du dir nicht unterworfen hast. – Und jener!? – Es heißt dreimal <i>dir</i>. – Und jener!? – Eines spricht vom Sauerteig, und eines spricht vom Gesäuerten, und beides ist nötig.
טו לימא כתנאי (ויקרא ז, כד) יעשה לכל מלאכה מה ת"ל לכל מלאכה שיכול למלאכת גבוה יהא מותר למלאכת הדיוט יהא אסור תלמוד לומר לכל מלאכה דברי רבי יוסי הגלילי
15 Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten:<i>Kann zu jeglicher Arbeit verwendet werden</i>; wozu heißt es: <i>zu jeglicher Arbeit</i>? R. Jose der Galiläer erklärte: Man könnte glauben, essei nur zu einer Arbeit für Gott erlaubt, zu einer Arbeit für einen Gemeinen aber sei es verboten, so heißt es: <i>zu jeglicher Arbeit</i> – so R. Jose der Galiläer.
טז רבי עקיבא אומר שיכול למלאכת הדיוט יהא טהור למלאכת גבוה יהא טמא תלמוד לומר לכל מלאכה
16 R. A͑qiba erklärte: Man könnte glauben, es sei rein nur zu einer Arbeit für einen Gemeinen, zu einer Arbeit für Gott aber sei es unrein, so heißt es: <i>zu jeglicher Arbeit.</i>
יז ורבי יוסי הגלילי לטומאה ולטהרה לא איצטריך קרא כי איצטריך קרא לאיסור ולהיתר ורבי עקיבא איסור והיתר לא צריך קרא כי איצטריך קרא לטומאה ולטהרה
17 R. Jose der Galiläer ist also der Ansicht, hinsichtlich der Unreinheit und der Reinheit ist kein Schriftvers nötig, nötig ist der Schriftvers nur hinsichtlich des Erlaubtseins und Verbotenseins [der Nutznießung], und R. A͑qiba ist der Ansicht, hinsichtlich des Erlaubtseins und Verbotenseins ist kein Schriftvers nötig, nötig ist der Schriftvers nur hinsichtlich der Unreinheit und der Reinheit.