Pesachim 78

Kapitel 78

א ערוגה שהיא ששה על ששה טפחים זורעין בתוכה חמשה זרעונין ארבע על ארבע רוחות הערוגה ואחת באמצע מהו דתימא הני מילי בזרעין אבל בירקות לא קמ"ל
1 Man darf auf einem Beete von sechs zu sechs Handbreiten fünferlei Saaten säen, vier auf den vier Seiten des Beetes und eine in der Mitte!? – Man könnte glauben, nur Saaten, nicht aber Kräuter, so lehrt er uns. –
ב למימרא דירקות אלימא מזרעים והתנן כל מיני זרעים אין זורעין בערוגה אחת כל מיני ירקות זורעין בערוגה אחת מהו דתימא הני מרור מין זרעים נינהו קמ"ל
2 Demnach wäre es bei Kräutern strenger als bei Saaten, dagegen aber haben wir gelernt, auf ein [solches] Beet dürfe man nicht verschiedenartige Saaten säen, wohl aber verschiedenartige Kräuter!? – Man könnte glauben, diese Bitterkräuter gehören zu den Saatarten, so lehrt er uns. –
ג זרעים סלקא דעתך והא תנן ירקות ותני בר קפרא ירקות ותני דבי שמואל ירקות חזרת איצטריכא ליה ס"ד אמינא הואיל וסופה להקשות ניתיב לה רווחא טפי
3 Wieso zu den Saatarten, unsere Mišna lehrt ja: Kräuter, ebenso lehrte die Schule Bar Qapparas: Kräuter, und ebenso lehrte die Schule Šemuéls: Kräuter!? – Dies ist wegen des Lattichs nötig; da man glauben könnte, für diesen sei mehr Raum erforderlich, weil [der Strunk] später hart wird.
ד לאו א"ר יוסי בר' חנינא קלח של כרוב שהוקשה מרחיבין לו בית רובע אלמא כיון דסופו להקשות יהבינן ליה רווחא טפי ה"נ ניתיב לה רווחא טפי קמ"ל:
4 So sagte auch R. Jose b.R. Ḥanina, für den hartgewordenen Strunk eines Kohlkopfes sei eine Viertelkabfläche erforderlich. Demnach ist für das was später hart wird, mehr Raum erforderlich, ebenso sei auch für diesen mehr Raum erforderlich, so lehrt er uns.
ה יוצאין בהן בין לחין בין יבשין כו': א"ר חסדא לא שנו אלא בקלח אבל בעלין לחין אין יבשין לא
5 M<small>IT DIESEN GENÜGT MAN SEINER</small> P<small>FLICHT, EINERLEI OB FRISCH ODER GETROCKNET &amp;C</small>. R. Ḥisda sagte: Dies bezieht sich nur auf den Strunk, mit den Blättern aber nur frisch und nicht getrocknet. –
ו והא מדקתני סיפא בקלח שלהן מכלל דרישא עלין פרושי קא מפרש כי קתני בין לחין בין יבשין אקלח
6 Wenn er im Schlußsatze vom Strunke lehrt, so spricht ja demnach der Anfangssatz von den Blättern!? – Dies ist nur eine Erklärung: was gelehrt wird, ob frisch oder getrocknet, gilt nur vom Strunke.
ז מיתיבי יוצאין בהן ובקלח שלהן בין לחין בין יבשין דברי ר' מאיר וחכ"א לחין יוצאין בהן יבשין אין יוצאין בהן ושוין שיוצאין בהן כמושין אבל לא כבושין ולא שלוקין ולא מבושלין
7 Man wandte ein: Man genügt seiner Pflicht mit ihnen selbst als auch mit ihrem Strunke, einerlei ob frisch oder getrocknet – so R. Meír. Die Weisen sagen, mit frischen genüge man seiner Pflicht, mit getrockneten genüge man seiner Pflicht nicht. Darin stimmen sie überein, daß man seiner Pflicht genüge mit welken, nicht aber mit eingelegten, gedünsteten oder gekochten.
ח כללו של דבר כל שיש בו טעם מרור יוצאין בו וכל שאין בו טעם מרור אין יוצאין בו תרגומא אקלח ת"ר אין יוצאין בהן כמושין משום ר"א בר' צדוק אמרו יוצאין בהן כמושין
8 Die Regel ist: mit allem, was noch den Geschmack des Bitterkrautes hat, genügt man seiner Pflicht, und mit allem, was nicht mehr den Geschmack des Bitterkrautes hat, genügt man seiner Pflicht nicht!? – Man beziehe es auf den Strunk. Die Rabbanan lehrten: Man genügt seiner Pflicht nicht mit welken; im Namen des R. Elie͑zer b.R. Çadoq sagten sie, man genüge seiner Pflicht auch mit welken.
ט בעי רמי בר חמא מהו שיצא אדם ידי חובתו במרור של מעשר שני בירושלים אליבא דר' עקיבא לא תיבעי לך השתא במצה דאורייתא נפיק במרור דרבנן מיבעי'
9 Rami b.Ḥama fragte: Genügt man in Jerušalem seiner Pflicht mit Bitterkraut vom zweiten Zehnten? Nach R. A͑qiba ist es nicht fraglich, denn wenn man mit solchem Ungesäuerten seiner Pflicht genügt, wobei [ein Gebot] der Tora zu berücksichtigen ist, um wieviel mehr mit solchem Bitterkraut, wobei nur ein rabbanitisches [Gebot] zu berücksichtigen ist;
י כי תיבעי לך אליבא דר' יוסי הגלילי מאי במצה דאורייתא הוא דלא נפיק אבל מרור דרבנן נפיק
10 fraglich ist es nur nach R. Jose dem Galiläer: genügt man seiner Pflicht nur mit solchem Ungesäuerten nicht, wobei [ein Gebot] der Tora zu berücksichtigen ist, wohl aber mit solchem Bitterkraut, wobei nur ein rabbanitisches [Gebot] zu berücksichtigen ist,
יא או דילמא כל דתקינו רבנן כעין דאורייתא תקון אמר רבא מסתברא מצה ומרור:
11 oder aber haben die Rabbanan ihre Verordnungen denen der Tora gleichgestellt? Raba erwiderte: Es leuchtet ein, daß das Ungesäuerte und das Bitterkraut [einander gleichen].
יב <big><strong>מתני׳</strong></big> אין שורין את המורסן לתרנגולים אבל חולטין האשה לא תשרה את המורסן שתוליך בידה למרחץ אבל שפה היא בבשרה יבש לא ילעוס אדם חיטין ויניח על מכתו מפני שהן מחמיצות:
12 <b>M</b><small>AN DARF NICHT</small> K<small>LEIE FÜR DIE</small> H<small>ÜHNER EINWEICIIEN, WOHL ABER ABBRÜHEN.</small> E<small>INE</small> F<small>RAU DARF NICHT</small> K<small>LEIE EINWEICHEN, UM IN DIE</small> B<small>ADEANSTALT MITZUNEHMEN, WOHL ABER DARF SIE DAMIT TROCKEN DEN</small> L<small>EIB</small> E<small>INREIBEN.</small> M<small>AN DARF [AM</small> P<small>ESAḤFESTE</small>] <small>KEINE</small> W<small>EIZENKÖRNER ZERKAUEN UND AUF DIE</small> W<small>UNDE LEGEN, WEIL SIE SAUERN</small>.
יג <big><strong>גמ׳</strong></big> תנו רבנן אלו דברים שאין באין לידי חימוץ האפוי והמבושל וחלוט שחלטו ברותחין מבושל אדמבשל ליה מחמע אמר רב פפא האפוי שבישלו קאמר
13 GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Folgende Dinge säuern nicht: das Gebackene, das Gekochte und das mit kochendem Wasser Eingerührte. – Das Gekochte kann ja beim Kochensauern!? R. Papa erwiderte: Er meint es, wenn man das Gebackene kocht.
יד תניא רבי יוסי ברבי יהודה אומר קמח שנפל לתוכו דלף אפילו כל היום כולו אינו בא לידי חימוץ אמר רב פפא והוא דעביד טיף להדי טיף
14 Es wird gelehrt: R. Jose b. R. Jehuda sagte: Wenn auf Mehl die Traufe fällt, selbst den ganzen Tag, so sauert es nicht. R. Papa sagte: Dies nur, wenn Tropfen auf Tropfen.
טו אמרי דבי ר' שילא ותיקא שרי והתניא ותיקא אסור לא קשיא הא דעבדיה במישחא ומילחא הא דעבדיה במיא ומילחא
15 In der Schule R. Šilas sagten sie: Die Mehlspeise ist erlaubt. – Es wird ja aber gelehrt, die Mehlspeise sei verboten!? – Das ist kein Widerspruch; das eine, aus Öl und Salz bereitet, das andere, aus Wasser und Salz bereitet.
טז אמר מר זוטרא לא לימחי איניש קדרא בקמחא דאבישנא דילמא לא בשיל שפיר ואתי לידי חימוץ אמר רב יוסף לא ליחלוט איניש
16 Mar Zuṭra sagte: Man darf keine gekochte Speise mit Rostmehl mischen, denn es ist vielleicht nicht gut geröstet, und sie könnte sauern. R. Joseph sagte: