Pesachim 86

Kapitel 86

א סלקא דעתך אמינא הואיל וכתיב (דברים טז, ג) לא תאכל עליו חמץ שבעת ימים תאכל עליו מצות כל שישנו בקום אכול מצה ישנו בבל תאכל חמץ והני נשי הואיל וליתנהו בקום אכול מצה דהויא ליה מצות עשה שהזמן גרמא (היא) אימא בבל תאכל חמץ נמי ליתנהו קמ"ל
1 da es heißt:<i>du darfst</i> <i>dazu nichts Gesäuertes essen, sieben Tage sollst du dazu Ungesäuertes essen,</i> so könnte man glauben, nur derjenige dürfe kein Gesäuertes essen, der Ungesäuertes zu essen verpflichtet ist, Frauen aber, die Ungesäuertes zu essen nicht verpflichtet sind, da dies ein von einer bestimmten Zeit abhängiges Gebotist, dürfen auch Gesäuertes essen, so lehrt er uns. –
ב והשתא דאתרבו להו בבל תאכל חמץ איתרבי נמי לאכילת מצה כרבי אליעזר דאמר ר"א נשים חייבות באכילת מצה דבר תורה שנא' לא תאכל עליו חמץ וגו' כל שישנו בבל תאכל חמץ ישנו באכילת מצה והני נשי נמי הואיל וישנן בבל תאכל חמץ ישנן בקום אכול מצה
2 Jetzt nun, wo [Frauen] hinsichtlich des Nichtessens von Gesäuertem einbegriffen sind, sind sie auch hinsichtlich des Essens von Ungesäuertem einbegriffen. Dies nach einer Lehre R. Elea͑zars, denn R. Elea͑zar sagte: Frauen sind nach der Tora Ungesäuertes zu essen verpflichtet, denn es heißt: <i>du darfst nichts Gesäuertes dazu essen &amp;c.;</i> wer kein Gesäuertes essen darf, muß auch Ungesäuertes essen, und da Frauen kein Gesäuertes essen dürfen, so sind sie auch Ungesäuertes zu essen verpflichtet. —
ג ומאי חזית דהאי כל לרבויי נשים ומפקת עירובו אימא לרבויי עירובו
3 Was veranlaßt dich, durch [das Wort] <i>nichts</i> Frauen einzuschließen und Beigemischtes auszuschließen, vielleicht schließt dies Beigemischtes ein!? —
ד מסתברא קאי באוכלין מרבה אוכלין קאי באוכלין מרבה נאכלין
4 Es ist einleuchtend, daß [die Schrift], wenn sie von Essenden spricht, Essende einschließt, wieso aber sollte sie, wenn sie von Essenden spricht, Eßbares einschließen!?
ה מתקיף לה רב נתן אבוה דרב הונא (בריה דרב נתן) וכל היכא דקאי באוכלין לא מרבה נאכלין והא תניא (ויקרא ז, כה) כי כל אוכל חלב מן הבהמה אשר יקריב אין לי אלא חלב תמימין שראוי ליקרב חלב בעלי מומין מנין ת"ל מן הבהמה חלב חולין מניין ת"ל כי כל והא הכא דקאי באוכלין וקא מרבה נאכלין
5 R. Nathan, der Vater des R. Hona b.R. Nathan, wandte ein: Schließt sie denn, wenn sie von Essenden spricht, nicht Eßbares ein, es wird ja gelehrt:<i>Denn jeder, der Talg von irgend einem Tiere ißt</i>, <i>[das dargebracht wird]</i>; ich weiß dies nur vom Talg fehlerfreier [Tiere], die zur Darbringung geeignet sind, woher dies vom Talg fehlerbehafteter Tiere? Es heißt: <i>von einem Tiere</i>. Woher dies vom Talg profaner [Tiere]? Es heißt: <i>denn jeder.</i> Hier spricht sie also vom Essenden und schließt Eßbares ein!? –
ו התם דליכא אוכלין מרבה נאכלין הכא דאיכא אוכלין לא שביק להו לאוכלין ומרבה נאכלין
6 Da, wo Essende [einzuschließen] nicht nötigist, schließt sie Eßbares ein, hierbei aber, wo Essende [einzuschließen] nötigist, wird sie nicht [die Einschließung] der Essenden unterlassen und Eßbares einschließen. —
ז ורבנן דלית להו עירוב כל לא דרשי אלא נשים מנא להו
7 Woher wissen die Rabbanan, nach denen man wegen des Beigemischten nichts übertritt, die also [das Wort] <i>jeder</i> nicht auslegen, dies von den Frauen!? —
ח כל לא דרשי כי כל דרשי
8 <i>Jeder</i> legen sie nicht aus, <i>denn jeder</i> legen sie aus. —
ט ור"א אימא כל לרבות את הנשים כי כל לרבות את עירובו
9 Nach R. Elie͑zer könnte man ja auslegen: <i>jeder</i> schließe Frauen ein, <i>denn jeder</i> schließe das Beigemischte ein!?
י וכי תימא כי כל ר"א לא דריש והתניא (ויקרא ב, יא) שאור בל תקטירו אין לי אלא כולו מקצתו מניין ת"ל כל עירובו מניין ת"ל כי כל מאן שמעת ליה דדריש כל רבי אליעזר וקא דריש כי כל
10 Wolltest du erwidern, R. Elie͑zer lege auch [die Worte] <i>denn jeder</i> nicht aus, so wird ja gelehrt: <i>Sauerteig sollt ihr nicht aufräuchern;</i> ich weiß dies vom Ganzen, woher dies von einem Teile? Es heißt: <i>allen.</i> Woher dies vom Beigemischten? Es heißt <i>denn allen</i>. Derjenige, der [das Wort] <i>nichts</i> auslegt, ist ja R. Elie͑zer, und er legt auch <i>denn allen</i> aus!? —
יא קשיא
11 Ein Einwand.
יב א"ר אבהו אמר רבי יוחנן כל איסורין שבתורה אין היתר מצטרף לאיסור חוץ מאיסורי נזיר שהרי אמרה תורה (במדבר ו, ג) משרת
12 R. Abahu sagte im Namen R. Joḥanans: Bei allen in der Tora verbotenen Dingenwird das Erlaubte nicht mit dem Verbotenen vereinigt, ausgenommen die dem Naziräer verbotenen Dinge, denn die Tora sagt: <i>Aufgeweichtes</i><i>.</i>
יג וזעירי אמר אף שאור בל תקטירו
13 Zee͑ri sagte, auch beim Verbote, Sauerteig aufzuräuchern. —
יד כמאן כר"א דדריש כל
14 Wohl nach R. Elie͑zer, der [das Wort] <i>allen</i> auslegt,
טו אי הכי
15 demnach sollte dies