Pesachim 88

Kapitel 88

א ליתן טעם כעיקר שאם שרה ענבים במים ויש בהן טעם יין חייב
1 dies besagt, daß der Geschmack der Sachegleiche. Wenn nämlich [ein Naziräer] Weintrauben in Wasser eingeweicht und es einen Weingeschmack erhalten hat, so ist er schuldig.
ב מכאן אתה דן לכל התורה כולה ומה נזיר שאין איסורו איסור עולם ואין איסורו איסור הנאה ויש היתר לאיסורו עשה בו טעם כעיקר כלאים שאיסורו איסור עולם ואיסורו איסור הנאה ואין היתר לאיסורו אינו דין שיעשה טעם כעיקר
2 Hieraus kannst du auf die ganze Tora schließen: wenn beim Naziräer, bei dem das Verbot kein dauerndes ist, es sich auf die Nutznießung nicht erstreckt und aufgelöst werden kann, der Geschmack der Sache gleicht, um wieviel mehr gleicht der Geschmack der Sache bei der Mischsaat, bei der das Verbot ein dauerndes ist, sich auch auf die Nutznießung erstreckt und nicht aufgelöst werden kann.
ג והוא הדין לערלה בשתים
3 In zwei Hinsichten gilt dies auch vom Ungeweihten. —
ד הא מני רבנן היא ורבי יוחנן דאמר כרבי עקיבא
4 Hier ist die Ansicht der Rabbanan vertreten, während R. Joḥananes nach R. A͑qiba lehrte. —
ה הי ר"ע אילימא ר"ע דמתני' דתנן רבי עקיבא אומר נזיר ששרה פתו ביין ויש בו לצרף כדי כזית חייב וממאי דמפת ומיין דילמא מיין לחודיה
5 Nach welcher Lehre R. A͑qibas, wollte man sagen, der folgenden Mišna: R. A͑qiba sagt, ein Naziräer sei schuldig, auch wenn er sein Brot nur in Wein ein weicht und zusammen ein olivengroßes Quantum vorhanden ist, so ist es ja nicht erwiesen, daß er Brot und Wein zusammen meint, vielleicht Wein allein.
ו וכי תימא מיין לחודיה מאי למימרא הא קמ"ל דאע"ג דתערובת
6 Und wolltest du erwidern, vom Weine allein brauchte dies nicht gesagt zu werden, so lehrt er uns: obgleich [der Wein] nur in einer Mischung enthalten ist!? —
ז אלא ר"ע דברייתא דתניא ר"ע אומר נזיר ששרה פתו ביין ואכל כזית מפת ומיין חייב
7 Vielmehr, nach der Lehre R. A͑qibas in folgender Barajtha: R. A͑qiba sagt, wenn ein Naziräer sein Brot in Wein einweicht und ein olivengroßes Quantum Brot und Wein zusammen ißt, sei er schuldig. —
ח ור"ע טעם כעיקר מנא ליה יליף מבשר בחלב לאו טעמא בעלמא הוא ואסור הכא נמי לא שנא
8 Woher entnimmt R. A͑qiba, daß der Geschmack der Sache gleiche!? — Er folgert dies [vom Verbote] des Fleisches mit Milch: hierbei wird ja nur ein Geschmack übertragen, und es ist verboten, ebenso auch anderweitig. —
ט ורבנן מבשר בחלב לא גמרינן דחידוש הוא
9 Und die Rabbanan!? — [Vom Verbote] des Fleisches mit Milch ist nichts zu folgern, weil dies ein Novum ist. —
י ומאי חידוש אילימא דהאי לחודיה והאי לחודיה שרי ובהדי הדדי אסור כלאים נמי האי לחודיה והאי לחודיה שרי ובהדדי אסור
10 Wieso ist dies ein Novum, wollte man sagen, weil das eine besonders und das andere besonders erlaubt, beides zusammen aber verboten ist, so verhält es sich ja bei der Mischungebenso: jedes besonders ist erlaubt, zusammen aber sind sie verboten!? –
יא אלא דאי תרו ליה כולי יומא בחלבא שרי בשיל ליה בשולי אסור
11 Vielmehr: läßt man [Fleisch] den ganzen Tag in Milch weichen, so ist eserlaubt, kocht man sie, so ist es verboten. –
יב ור"ע נמי בשר בחלב ודאי חידוש הוא
12 Und R. A͑qiba, [das Verbot] von Fleisch mit Milch ist ja tatsächlich ein Novum!? —
יג אלא יליף מגיעולי נכרים גיעולי נכרים לאו טעמא בעלמא הוא ואסור הכא נמי ל"ש
13 Vielmehr, er folgert es von der Reinigungnichtjüdischer [Gefäße]: bei diesen wird ja nur ein Geschmack, übertragen, und sie sind verboten, ebenso auch anderweitig. —
יד ורבנן גיעולי נכרים נמי חידוש הוא דהא כל נותן טעם לפגם מותר דגמרינן מנבילה והכא אסור
14 Und die Rabbanan!? — Auch die Reinigung von nichtjüdischen [Gefäßen] ist ein Novum: sonst ist es, wenn der Geschmack verschlechternd wirkt, erlaubt, was wir vom [Genüsse] des Aasesfolgern, hierbei aber ist es verboten. —
טו ורבי עקיבא כדרב חייא בריה דרב הונא דאמר לא אסרה תורה אלא בקדירה בת יומא הלכך לאו נותן טעם לפגם הוא
15 Und R. A͑qiba!? — Dies ist nach R. Çija, dem Sohne R. Honas, zu erklären, welcher sagt, die Tora habe nur einen am selben Tage benutzten Topf verboten, in welchem Falle der Geschmack nicht verschlechternd wirkt. —
טז ורבנן קדירה בת יומא נמי לא אפשר דלא פגמה פורתא
16 Und die Rabbanan!? — Auch bei einem am selben Tage benutzten Topfe ist es nicht anders möglich, als daß er ein wenig verschlechternd wirkt.
יז א"ל רב אחא בריה דרב אויא לרב אשי מדרבנן נשמע לרבי עקיבא מי לא אמרי רבנן משרת ליתן טעם כעיקר מכאן אתה דן לכל איסורין שבתורה לרבי עקיבא נמי משרת להיתר מצטרף לאיסור מכאן אתה דן לכל איסורין שבתורה כולה
17 R. Aḥa, der Sohn R. Ivjas, sprach zu R. Aši: Aus der Lehre der Rabbanan sollte man ja auf die des R. A͑qiba schließen: Die Rabbanan sagen, [das Wort] <i>Aufgeweichtes</i> deute darauf, daß [hierbei] der Geschmack der Sache gleiche, und hiervon wird dies hinsichtlich aller in der Tora verbotenen [Speisen] gefolgert, ebenso sollte auch nach R. A͑qiba, nach dem [das Wort] <i>Aufgeweichtes</i> darauf deutet, daß das [hierbei] Erlaubte mit dem Verbotenen [zur Olivengröße] vereinigt werde, hiervon hinsichtlich aller in der Tora verbotenen [Speisen] gefolgert werden!?
יח א"ל
18 Dieser erwiderte: