Pesachim 89

Kapitel 89

א משום דהוה נזיר וחטאת שני כתובין הבאין כאחד ואין מלמדין
1 Vom Naziräer und vom Sündopfer lehren zwei Schriftverse dasselbe, [und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren,] so ist von diesen nichts zu entnehmen. –
ב נזיר הא דאמרן חטאת מאי היא דתניא (ויקרא ו, כ) כל אשר יגע בבשרה יקדש וגו' יכול אפילו לא בלעה ת"ל בבשרה (יקדש) עד שיבלע בבשר
2 Vom Naziräer, wie wir eben gesagt haben, welches Bewenden hat es mit dem Sündopfer? — Es wird gelehrt:<i>Alles, was mit dem Fleische in Berührung kommt</i>, <i>ist heilig &amp;c.</i>; man könnte glauben, auch wenn es nichts eingesogen hat, so heißt es: <i>mit dem Fleische</i>, nur wenn es vom Fleische eingesogen hat.
ג יקדש להיות כמוה שאם פסולה היא תיפסל ואם כשירה היא תאכל כחמור שבה
3 <i>Ist heilig</i>, es gleicht diesem: ist [das Fleisch] untauglich, so wird dieses ebenfalls untauglich, ist es tauglich, so muß es nach Vorschrift des Strengeren gegessen werden. –
ד ורבנן נמי ניהוי נזיר וחטאת שני כתובין הבאין כאחד ואין מלמדין
4 Und die Rabbanan, vom Naziräer und vom Sündopfer lehren ja zwei Schriftverse dasselbe, wonach aus diesen nichts zu entnehmen ist!? –
ה אמרי הנהו מיצריך צריכי
5 Sie können dir erwidern: beide sind nötig. –
ו ור"ע מאי צריכי בשלמא אי כתב רחמנא בחטאת לא גמר נזיר מינה דחולין מקדשים לא גמרינן אלא לכתוב רחמנא בנזיר ותיתי חטאת ותגמור מיניה דהא כל איסורין שבתורה קא גמר מנזיר
6 Und R. A͑qiba!? – Wieso sind sie beide nötig: allerdings könnte man, wenn es der Allbarmherzige nur beim Sündopfer geschrieben hätte, es nicht hinsichtlich des Naziräers folgern, weil nicht von Heiligem auf das Profane zu schließen ist, aber der Allbarmherzige sollte es nur beim Naziräer geschrieben haben, und man würde es hinsichtlich des Sündopfers gefolgert haben, da vom Naziräer hinsichtlich aller in der Tora verbotenen [Speisen] gefolgert wird!? –
ז ורבנן אמרי לך מיצרך צריכי חטאת להיתר מצטרף לאיסור וחולין מקדשים לא גמר ומשרת ליתן טעם כעיקר ומכאן אתה דן לכל התורה כולה
7 Und die Rabbanan!? – Sie können dir erwidern: beide sind nötig. Beim Sündopfer [lehrt dies], daß das Erlaubte mit dem Verbotenen vereinigt werde, und man schließe nicht vom Heiligen auf das Profane, und [der Vers] <i>Aufgeweichtes</i> lehrt, daß der Geschmack der Sache gleiche, und hiervon ist es auf alle in der Tora [verbotenen Speisen] zu folgern. –
ח ור' עקיבא תרוייהו להיתר מצטרף לאיסור והוו להו שני כתובין הבאין כאחד וכל שני כתובין הבאין כאחד אין מלמדין
8 Und R. A͑qiba!? – Beide lehren, daß das Erlaubte mit dem Verbotenen vereinigt werde, somit lehren zwei Schriftverse dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist aus diesen nichts zu entnehmen.
ט א"ל רב אשי לרב כהנא אלא הא דתניא (במדבר ו, ד) מכל אשר יעשה מגפן היין מחרצנים ועד זג לימד על איסורי נזיר שמצטרפים זה עם זה השתא לר"ע איסור והיתר מצטרפין איסור ואיסור מיבעיא
9 R. Aši sprach zu R. Kahana: Es wird gelehrt:<i>Was aus dem Weinstocke bereitet wird, weder Kerne noch Schlauben</i>, dies lehrt, daß die dem Naziräer verbotenen [Genußmittel] miteinander vereinigt werden. Wenn nun nach R. A͑qiba Verbotenes und Erlaubtes vereinigt werden, um wieviel mehr Verbotenes mit Verbotenem!?
י אמר ליה איסור והיתר בבת אחת איסור ואיסור בזה אחר זה:
10 Dieser erwiderte: Verbotenes mit Erlaubtem nur zusammen, Verbotenes mit Verbotenem auch nacheinander.
יא <big><strong>מתני׳</strong></big> בצק שבסידקי עריבה אם יש כזית במקום אחד חייב לבער ואם (לא) בטל במיעוטו
11 <b>D</b><small>EN</small> T<small>EIG IN DEN</small> R<small>ITZEN EINER</small> M<small>ULDE MUSS MAN, WENN SICH EIN OLIVEN-GROSSES</small> Q<small>UANTUM AN EINER</small> S<small>TELLE BEFINDET, FORTSCHAFFEN, WENN</small> <small>ABER NICHT, SO VERLIERT ER SICH DURCH SEINE</small> G<small>ERINGFÜGIGKEIT.</small>
יב וכן לענין הטומאה אם מקפיד עליו חוצץ ואם רוצה בקיומו הרי הוא כעריבה:
12 D<small>ASSELBE GILT AUCH HINSICHTLICH DER</small> U<small>NREINHEIT.</small> N<small>IMMT MAN DARAN</small> A<small>NSTOSS, SO BILDET ER EINE</small> T<small>RENNUNG</small>, <small>WÜNSCHT MAN, DASS ER ERHALTEN BLEIBE, SO GLEICHT ER DER</small> M<small>ULDE.</small> D<small>ER VERTROCKNETE</small>T<small>EIG IST, WENN EIN IHM GLEICHER VORHANDEN IST, DER GESÄUERT HAT, VERBOTEN</small>.
יג <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר רב יהודה אמר שמואל לא שנו אלא במקום שאין עשויין לחזק אבל במקום שעשויין לחזק אינו חייב לבער
13 GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Dies nur, wenn an einer Stelle, wo er nicht zur Dichtungdient, wenn aber an einer Stelle, wo er zur Dichtung dient, so braucht man ihn nicht fortzuschaffen.
יד מכלל דפחות מכזית אפי' במקום שאין עשוי לחזק אינו חייב לבער
14 Demnach braucht man weniger als Olivengröße nicht fortzuschaffen, auch wenn an einer Stelle, wo er nicht zur Dichtung dient.
טו איכא דמתני לה אסיפא ואם לאו בטל במיעוטו אמר רב יהודה אמר שמואל לא שנו אלא במקום העשוי לחזק אבל במקום שאין עשוי לחזק חייב לבער מכלל דכזית אפילו במקום העשוי לחזק חייב לבער
15 Manche beziehen dies auf den Schlußsatz: wenn aber nicht, so verliert er sich durch seine Geringfügigkeit. Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls: Dies nur, wenn an einer Stelle, wo er zur Dichtung dient, wenn aber an einer Stelle, wo er nicht zur Dichtung dient, so muß man ihn fortschaffen. Demnach muß man ihn in Olivengröße fortschaffen, auch wenn an einer Stelle, wo er zur Dichtung dient.
טז תניא כלישנא קמא תניא כלישנא בתרא תניא כלישנא קמא בצק שבסידקי עריבה במקום העשוי לחזק אינו חוצץ ואינו עובר ובמקום שאין עשוי לחזק חוצץ ועובר במה דברים אמורים בכזית אבל בפחות מכזית אפילו במקום שאין עשוי לחזק אינו חוצץ ואינו עובר
16 Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit der ersten Fassung, und es gibt eine Lehre übereinstimmend mit der zweiten Fassung. Übereinstimmend mit der ersten Fassung wird gelehrt: Der Teig in den Ritzen einer Mulde bildet, wenn an einer Stelle, wo er zur Dichtung dient, keine Trennung, auch übertritt man dessentwegen nicht das Verbot; wenn aber an einer Stelle, wo er nicht zur Dichtung dient, so bildet er eine Trennung, auch Übertritt man dessentwegen das Verbot. Dies nur, wenn in Olivengröße, wenn aber weniger als Olivengröße, so bildet er auch an einer Stelle, wo er nicht zur Dichtung dient, keine Trennung, auch übertritt man dessentwegen nicht das Verbot.
יז ותניא כלישנא בתרא בצק שבסידקי עריבה במקום העשוי לחזק
17 Übereinstimmend mit der zweiten Fassung wird gelehrt: Der Teig in den Ritzen einer Mulde bildet, wenn an einer Stelle, wo er zur Dichtung dient,