Pesachim 98

Kapitel 98

א ואינו מתקבל:
1 und nicht begreiflich.
ב תנו רבנן לעולם ימכור אדם כל מה שיש לו וישא בת תלמיד חכם לא מצא בת תלמיד חכם ישא בת גדולי הדור לא מצא בת גדולי הדור ישא בת ראשי כנסיות לא מצא בת ראשי כנסיות ישא בת גבאי צדקה לא מצא בת גבאי צדקה ישא בת מלמדי תינוקות ולא ישא בת עמי הארץ מפני שהן שקץ ונשותיהן שרץ ועל בנותיהן הוא אומר (דברים כז, כא) ארור שוכב עם כל בהמה
2 Die Rabbanan lehrten: Stets verkaufe ein Mensch alles, was er besitzt, und heirate die Tochter eines Schriftgelehrten, denn er ist sicher, daß, wenn er stirbt oder in die Verbannung gerät, seine Söhne Schriftgelehrte sein werden; er heirate aber nicht die Tochter einer Mannes aus dem gemeinen Volke, denn wenn er stirbt oder in die Verbannung gerät, sind seine Söhne Leute aus dem gemeinen Volke. Findet er keine Tochter eines Schriftgelehrten, so heirate er die Tochter eines bedeutenden Mannes; findet er keine Tochter eines bedeutenden Mannes, so heirate er die Tochter eines Synagogenvorstehers; findet er keine Tochter eines Synagogenvorstehers, so heirate er die Tochter eines Almosenverwalters; findet er keine Tochter eines Almosenverwalters, so heirate er die Tochter eines Kinderlehrers. Nur heirate er nicht die Tochter eines Mannes aus dem gemeinen Volke, denn sie sind ein Greuel und ihre Frauen sind ein Greuel, und von ihren Töchtern heißt es:<i>verflucht sei, wer mit einem Tiere schläft.</i>
ג תניא ר' אומר עם הארץ אסור לאכול בשר (בהמה) שנאמר (ויקרא יא, מו) זאת תורת הבהמה והעוף כל העוסק בתורה מותר לאכול בשר בהמה ועוף וכל שאינו עוסק בתורה אסור לאכול בשר בהמה ועוף:
3 Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Ein Mann aus dem gemeinen Volke darf kein Fleisch essen, denn es heißt:<i>das ist die Lehre inbetreff das Viehs und des Geflügels</i>; wer sich mit der Tora [Lehre] befaßt, darf Fleisch von Vieh und Geflügel essen, wer sich mit der Tora nicht befaßt, darf kein Fleisch von Vieh und Geflügel essen.
ד אמר רבי אלעזר עם הארץ מותר לנוחרו ביום הכיפורים שחל להיות בשבת אמרו לו תלמידיו ר' אמור לשוחטו אמר להן זה טעון ברכה וזה אינו טעון ברכה:
4 R. Elea͑zar sagte: Einen Mann aus dem gemeinen Volke darf man metzeln an einem Versöhnungstage, der auf einen Šabbath fällt. Seine Schüler sprachen zu ihm: Meister, sage doch: schlachten! Dieser erwiderte: Dies erfordert einen Segensspruch, jenes erfordert keinen Segensspruch.
ה אמר רבי אלעזר עם הארץ אסור להתלוות עמו בדרך שנאמר (דברים ל, כ) כי היא חייך ואורך ימיך על חייו לא חס על חיי חבירו לא כל שכן
5 R. Elea͑zar sagte: Es ist verboten, sich einem Manne aus dem gemeinen Volke auf der Reise anzuschließen, denn es heißt:<i>denn sie</i><i>ist dein Leben und die Verlängerung deiner Tage</i>; und wenn er sein eigenes Leben nicht schont, um wieviel weniger das Leben seines Nächsten.
ו אמר רבי שמואל בר נחמני אמר רבי יוחנן עם הארץ מותר לקורעו כדג אמר רבי שמואל בר יצחק ומגבו:
6 R. Šemuél b.Naḥmani sagte im Namen R. Joḥanans: Einen Mann aus dem gemeinen Volke darf man wie einen Fisch zerreißen. R. Šemuél b. Jiçḥaq sagte: Vom Rücken aus.
ז תניא אמר רבי עקיבא כשהייתי עם הארץ אמרתי מי יתן לי תלמיד חכם ואנשכנו כחמור אמרו לו תלמידיו רבי אמור ככלב אמר להן זה נושך ושובר עצם וזה נושך ואינו שובר עצם:
7 Es wird gelehrt: R. A͑qiba erzählte: Als ich noch ein Mann aus dem gemeinen Volke war, sprach ich: Wer gibt mir einen Schriftgelehrten her, ich würde ihn wie ein Esel beißen. Seine Schüler sprachen zu ihm: Meister, sage doch: wie ein Hund. Dieser erwiderte: Jener beißt und zerbricht auch den Knochen, dieser beißt und zerbricht den Knochen nicht.
ח תניא היה רבי מאיר אומר כל המשיא בתו לעם הארץ כאילו כופתה ומניחה לפני ארי מה ארי דורס ואוכל ואין לו בושת פנים אף עם הארץ מכה ובועל ואין לו בושת פנים:
8 Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Wenn jemand seine Tochter an einen Mann aus dem gemeinen Volke verheiratet, so ist es ebenso, als würde er sie binden und vor einen Löwen legen; wie der Löwe [auf sein Opfer] tritt und frißt, ohne Scham zu haben, ebenso verfährt ein Mann aus dem gemeinen Volke; er schlägt sie und vollzieht den Beischlaf, ohne Scham zu haben.
ט תניא רבי אליעזר אומר אילמלא אנו צריכין להם למשא ומתן היו הורגין אותנו
9 Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Brauchten sie uns nicht geschäftlich, so würden sie uns erschlagen haben.
י תנא רבי חייא כל העוסק בתורה לפני עם הארץ כאילו בועל ארוסתו בפניו שנאמר (דברים לג, ד) תורה צוה לנו משה מורשה אל תקרי מורשה אלא מאורסה
10 R. Ḥija lehrte: Wenn jemand in Gegenwart eines Mannes aus dem gemeinen Volke sich mit der Tora befaßt, so ist es ebenso, als würde er seiner Verlobten in seiner Gegenwart beiwohnen, denn es heißt:<i>die Tora hat uns Moše anbefohlen, ein Erbteil</i>, und man lese nicht <i>moraša [Erbteil],</i> sondern <i>meórasa [Verlobte].</i>
יא גדולה שנאה ששונאין עמי הארץ לתלמיד חכם יותר משנאה ששונאין עובדי כוכבים את ישראל ונשותיהן יותר מהן: תנא שנה ופירש יותר מכולן
11 Größer ist der Haß der Leute aus dem gemeinen Volke gegen einen Schriftgelehrten, als der Haß der weltlichen Völker gegen Jisraél, und noch größer als ihrer ist der ihrer Frauen. Es wird gelehrt: Schlimmer ist als jene, wer [die Tora] studiert und sich von ihr zurückgezogen hat.
יב תנו רבנן ששה דברים נאמרו בעמי הארץ אין מוסרין להן עדות ואין מקבלין ממנו עדות ואין מגלין להן סוד ואין ממנין אותן אפוטרופוס על היתומים ואין ממנין אותן אפוטרופוס על קופה של צדקה ואין מתלוין עמהן בדרך ויש אומרים אף אין מכריזין על אבידתו
12 Die Rabbanan lehrten: Sechserlei sagten sie von den Leuten aus dem gemeinen Volke: man vertraue ihm keine Zeugenaussage an, man nehme von ihm keine Zeugenaussage entgegen, man vertraue ihm kein Geheimnis an, man wähle ihn nicht zum Vormunde für Waisen, man wähle ihn nicht zum Vorsteher einer Almosenkasse und man schließe sich ihm nicht auf der Reise an; manche sagen, man mache auch einen ihm gehörenden Fundnicht bekannt. –
יג ותנא קמא זמנין דנפיק מיניה זרעא מעליא ואכיל ליה שנאמר (איוב כז, יז) יכין וצדיק ילבש:
13 Und der erste Tanna!?–Es kann vorkommen, daß von ihm geratene Kinder hervorgehen, die davon genießen würden, wie es heißt:der <i>Frevler speichert auf, aber der Fromme kleidet sich</i>.
יד וכן מי שיצא וכו':
14 D<small>ESGLEICHEN MUSS, WER VERLASSEN HAT &amp;C</small>.
טו למימרא דרבי מאיר סבר כביצה הוא דחשיב ורבי יהודה סבר כזית נמי חשיב ורמינהי עד כמה הן מזמנין עד כזית ורבי יהודה אומר עד כביצה
15 Demnach ist R. Meír der Ansicht, [ein Quantum von] Eigröße sei von Bedeutung, und R. Jehuda ist der Ansicht, auch eines von Olivengröße sei von Bedeutung. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wieviel muß man gegessen haben, um zum gemeinsamen Tischsegenmitgezählt zu werden? Bis zum Quantum einer Olive; R. Jehuda sagt, bis zum Quantum eines Eies!?
טז אמר רבי יוחנן מוחלפת השיטה
16 R. Joḥanan erwiderte: Die Ansichten sind zu vertauschen.
יז אביי אמר לעולם לא תיפוך התם בקראי פליגי הכא בסברא פליגי התם בקראי פליגי רבי מאיר סבר (דברים ח, י) ואכלת זו אכילה ושבעת זו שתיה ואכילה בכזית ורבי יהודה סבר ואכלת ושבעת אכילה שיש בה שביעה ואיזו זו בכביצה
17 Abajje erwiderte: Tatsächlich brauchst du sie nicht zu vertauschen. Da streiten sie über [den Sinn] des Schriftverses, hier aber streiten sie über eine Auffassung. Da streiten sie über [den Sinn] des Schriftverses: R. Meír erklärt:<i>wenn du gegessen</i>, dies beziehe sich auf das Essen,<i>und dich gesättigt</i>, dies beziehe sich auf das Trinken, und Essen heißt es beim Quantum einer Olive, und R. Jehuda erklärt: <i>wenn du gegessen und dich gesättigt hast</i>, ein Essen, das sättigend ist, und dies ist es erst beim Quantum eines Eies.
יח הכא בסברא פליגי דרבי מאיר סבר חזרתו כטומאתו מה טומאתו בכביצה אף חזרתו בכביצה ור' יהודה סבר חזרתו
18 Hier streiten sie über eine Auffassung: R. Meír ist der Ansicht, [das Quantum] zur Rückkehr gleiche [dem Quantum] zur Verunreinigung; wie zur Verunreinigungsfähigkeit Eigröße erforderlich ist, ebenso ist zur Rückkehr Eigröße erforderlich, und R. Jehuda ist der Ansicht, [das Quantum] zur Rückkehr gleiche