Sanhedrin 109

Kapitel 109

א הבא על הבהמה בין כדרכה בין שלא כדרכה והאשה המביאה את הבהמה עליה בין כדרכה בין שלא כדרכה חייב
1 wer ein Tier beschläft, ob auf natürliche oder widernatürliche Weise, und ein Weib, das sich von einem Tiere beschlafen läßt, ob auf natürliche oder widernatürliche Weise, ist strafbar.
ב דרש רב נחמן בר רב חסדא באשה שני משכבות ובבהמה משכב אחד
2 R. Naḥman b. R. Ḥisda trug vor: Bei einem Weibe gibt es zwei Arten von Beschlafungen, bei einem Tiere nur eine Art.
ג מתקיף לה רב פפא אדרבה אשה דאורחה היא אמשכב מיחייב אמידעם אחרינא לא מחייב בהמה דלאו אורחא היא לחייב עלה על כל נקב ונקב
3 R. Papa wandte ein: Im Gegenteil, bei einem Weibe ist dies ja die gewöhnliche Art, somit sollte sie nur wegen der natürlichen Beschlafung strafbar sein, nicht aber wegen etwas anderem, bei einem Tiere aber ist dies ungewöhnlich, somit sollte man wegen jedes Aktes strafbar sein!?
ד תניא (דלא כתרוייהו) זכר בן תשע שנים ויום אחד הבא על הבהמה בין כדרכה בין שלא כדרכה והאשה המביאה את הבהמה עליה בין כדרכה בין שלא כדרכה חייב
4 Es gibt eine Lehre gegen beider Ansichten: Wer einen Mann von neun Jahren und einem Tage beschläft, wer ein Tier beschläft, ob auf natürliche oder widernatürliche Weise, und ein Weib, das sich von einem Tiere beschlafen läßt, ob auf natürliche oder widernatürliche Weise, ist strafbar.
ה א"ל רבינא לרבא המערה בזכור מהו
5 Rabina fragte Raba: Wie ist es, wenn jemand beim Beschlafen eines Mannes das Glied nur anschmiegt? —
ו המערה בזכור (ויקרא יח, כב) משכבי אשה כתיב ביה אלא המערה בבהמה מהו
6 ‘Wenn jemand nur anschmiegt’, es heißt ja: <i>wie man ein Weib beschläft</i>!? — Vielmehr, wie ist es, wenn man beim Beschlafen eines Tieres das Glied nur anschmiegt!?
ז א"ל אם אינו ענין להעראה דכתיבא גבי אחות אביו ואחות אמו דלא צריכא דהא איתקש להעראה דנדה תניהו ענין להעראה דבהמה
7 Dieser erwiderte: Da die Anschmiegung, von der beim Beschlafen einer Schwester des Vaters oder einer Schwester der Mutter gesprochen wird, bei diesen überflüssig ist, denn bezüglich dieser wird es ja von der Anschmiegung bei einer Menstruierenden gefolgert, so beziehe man dies auf die Anschmiegung bei einem Tiere. —
ח מכדי בהמה מחייבי מיתות ב"ד היא למה לי דכתיב להעראה דידה גבי חייבי כריתות לכתביה גבי חייבי מיתות בית דין וליגמור חייבי מיתות בית דין מחייבי מיתות בית דין
8 Merke, auf das [Beschlafen eines] Tieres ist ja die Todesstrafe durch das Gericht gesetzt, weshalb befindet sich nun der Fall von der Anschmiegung bei einem solchen unter den mit der Ausrottungsstrafe belegten Verbrechen, dies sollte sich ja unter den mit der Todesstrafe durch das Gericht belegten Verbrechen befinden, sodann würde man von mit der Todesstrafe durch das Gericht belegten Verbrechen auf mit der Todesstrafe durch das Gericht belegte Verbrechen gefolgert haben!? —
ט הואיל וכוליה קרא לדרשא הוא דאתי כתיבא נמי מילתא דדרשא
9 Da dieser ganze Schriftvers nur zur Schriftforschung dient, so befindet sich in diesem auch dies, da es durch Schriftforschung eruiert wird.
י בעא מיניה רב אחדבוי בר אמי מרב ששת המערה בעצמו מהו אמר ליה קבסתן
10 R. Aḥadboj b. Ami fragte R. Šešeth: Wie ist es, wenn jemand mit sich selbst eine Anschmiegung macht? Dieser erwiderte: Quälgeist!
יא אמר רב אשי מאי תיבעי לך בקושי לא משכחת לה כי משכחת לה במשמש מת למאן דאמר משמש מת בעריות פטור הכא פטור ולמאן דאמר חייב הכא מיחייב תרתי מיחייב אשוכב ומיחייב אנשכב
11 R. Aši sprach: Was ist dies denn für eine Frage: bei Erektion ist dies ja nicht möglich, also nur dann, wenn das Glied tot ist, somit ist er nach demjenigen, welcher sagt, wer eine verbotene Begattung mit totem Gliede vollzieht, sei frei, auch hierbei frei, und nach demjenigen, welcher sagt, er sei schuldig, hierbei zweimal schuldig: wegen Beschlafens und wegen Beschlafenwerdens.
יב בעו מיניה מרב ששת עובד כוכבים הבא על הבהמה מהו תקלה וקלון בעינן והכא תקלה איכא קלון ליכא או דילמא תקלה אע"פ שאין קלון
12 Man fragte R. Šešeth: Wie ist es, wenn ein Nichtjude ein Tier beschlafen hat: ist hierbei durchaus das Straucheln und die Schande in Betracht zu ziehen, während in diesem Falle nur das Straucheln und nicht die Schande zu berücksichtigen ist, oder ist auch das Straucheln ohne die Schande zu berücksichtigen?
יג אמר רב ששת תניתוה מה אילנות שאין אוכלין ואין שותין ואין מריחין אמרה תורה השחת שרוף וכלה הואיל ובא לאדם תקלה על ידן המתעה את חבירו מדרכי חיים לדרכי מיתה על אחת כמה וכמה
13 R. Šešeth erwiderte: Ihr habt es gelernt: Wenn die Tora von den Bäumen, die weder essen noch trinken noch riechen, gesagt hat, daß man sie zerstöre, verbrenne und vernichte, weil ein Mensch durch sie gestrauchelt ist, um wieviel mehr gilt dies von dem, der seine Genossen vom Wege des Lebens auf den Weg des Todes leitet. —
יד אלא מעתה עובד כוכבים המשתחוה לבהמתו תיתסר ומקטלא מי איכא מידי דלישראל לא אסר ולעובד כוכבים אסר
14 Demnach sollte, wenn ein Nichtjude sich vor einem Tiere niedergeworfen hat, dieses verboten und getötet werden!? — Gibt es denn etwas, was für einen Jisraéliten nicht verboten ist und für einen Nichtjuden wohl!? —
טו ישראל גופיה ליתסר מידי דהוה ארביעה אמר אביי זה קלונו מרובה וזה קלונו מועט
15 Sollte es doch auch für Jisraéliten verboten werden, gleich dem zur Beschlafung verwendeten!? Abajje erwiderte: In dem einen Falle ist die Schande eine große, in dem anderen Falle ist die Schande eine geringe. —
טז והרי אילנות דאין קלונן מרובה ואמרה תורה השחת שרוף וכלה בבעלי חיים קאמרינן דחס רחמנא עלייהו
16 Bei den Bäumen ist ja die Schande ebenfalls keine große, dennoch sagt die Tora, daß man sie zerstöre, verbrenne und vernichte!? — Wir sprechen ja von lebenden Wesen, und diese hat der Allbarmherzige geschont.
יז רבא אמר אמרה תורה בהמה נהנית מעבירה תיהרג
17 Raba erklärte: Die Tora sagt, das Tier hatte von der Sünde einen Genuß, und sei zu töten. —
יח והרי אילנות דאין נהנין מעבירה ואמרה תורה השחת שרוף וכלה בבעלי חיים קאמרינן דחס רחמנא עלייהו
18 Aber die Bäume hatten ja von der Sünde keinen Genuß, dennoch sagt die Tora, daß man sie zerstöre, verbrenne und vernichte!? — Wir sagten ja, der Allbarmherzige habe lebende Wesen geschont. —
יט ת"ש ד"א שלא תהא בהמה עוברת בשוק ויאמרו זו היא שנסקל פלוני על ידה מאי לאו
19 Komm und höre: Eine andere Erklärung: Damit man, wenn das Tier über die Straße geht, nicht sage: das ist es, dessentwegen jener gesteinigt wurde.