Sanhedrin 127

Kapitel 127

א הס שלא להזכיר בשם ה' שלא לימדו אביו ואמו
1 Schweige, erwähne den Namen des Herrn nicht. Dies hatten ihn nämlich sein Vater und seine Mutter nicht gelehrt.
ב מיד הוציא יראתו מחיקו ומחבקה ומנשקה עד שנבקעה כריסו ונפלה יראתו לארץ ונפל הוא עליה לקיים מה שנאמר (ויקרא כו, ד) ונתתי פגריכם על פגרי גלוליכם בתר דאביקו ביה
2 Hierauf holte es seine Gottheit aus dem Busen hervor und liebkoste und küßte sie, bis sein Bauch platzte und seine Gottheit auf die Erde fiel und [das Kind] selbst auf sie. So ging in Erfüllung der Schriftvers: <i>Ich werde eure Leichen auf die Leichen eurer Götzen werfen</i>!? — Nachdem sie sich an sie geklammert hatten. —
ג ת"ש (נחמיה ט, ד) ויזעקו בקול גדול אל ה' אלהיהם מאי אמור אמר רב יהודה ואיתימא ר' יונתן בייא בייא היינו דאחרביה לביתא וקליא להיכלא וקטלינהו לצדיקי ואגלינהו לישראל מארעייהו ועדיין הוא מרקד בינן כלום יהבתיה לן אלא לקבולי ביה אגרא לא איהו בעינן ולא אגריה בעינן בתר דאביקו ביה
3 Komm und höre: <i>Und sie schrieen zum Herrn, ihrem Gott, mit lauter Stimme</i>. Was sprachen sie? R. Jehuda, nach anderen R. Jonathan, sagte: Wehe, wehe, er ist es, der das Heiligtum zerstört, den Tempel verbrannt, die Frommen getötet und Jisraél aus seinem Lande vertrieben hat, und noch immer springt er unter uns umher; du hast ihn uns nur deshalb gegeben, damit wir durch ihn eine Belohnung erhalten, aber wir wollen weder ihn noch die Belohnung!? — Nachdem sie sich an ihn geklammert hatten.
ד יתבו תלתא יומא בתעניתא בעו רחמי נפל להו פיתקא מרקיעא דהוה כתיב בה אמת
4 Alsdann verweilten sie drei Tage im Fasten und flehten um Erbarmen; da fiel ihnen ein Zettel vom Himmel herunter, auf dem geschrieben stand: Wahrheit.
ה אמר רבי חנינא שמע מינה חותמו של הקדוש ברוך הוא אמת
5 R. Ḥanina sagte: Hieraus ist zu schließen, daß ‘Wahrheit’ das Siegel des Heiligen, gepriesen sei er, ist.
ו נפק כגוריא דנורא מבית קדשי הקדשים אמר להו נביא לישראל היינו יצרא דע"ז בהדי דקתפסי ליה אישתמיט ביניתא מיניה ואזל קליה בארבע מאה פרסי אמרו היכי ניעבד דילמא משמיא מרחמי עליה
6 Hierauf kam er aus dem Allerheiligsten wie ein junger Löwe aus dem Feuer heraus. Da sprach der Prophet zu den Jisraéliten: Das ist der Genius des Götzendienstes. Als sie ihn ergriffen, löste sich ihm ein Haar, und er stieß einen Schrei aus, den man vierhundert Parasangen weit hörte. Hierauf sprachen sie: Was machen wir nun; vielleicht erbarmt man sich seiner im Himmel!?
ז א"ל נביא שדיוהו בדודא דאברא וכסיוה באברא דשייף קליה דכתיב (זכריה ה, ח) ויאמר זאת הרשעה וישלך אותה אל תוך האיפה וישלך את האבן העופרת אל פיה
7 Da sprach der Prophet zu ihnen: Sperrt ihn in einen Kessel und verschließt die Öffnung mit Blei, denn das Blei saugt die Stimme auf. Darum heißt es: <i>Und er sprach: Das ist die Bosheit. Und er warf sie in das Epha hinein und legte die Bleiplatte auf seine Öffnung</i>.
ח אמרי הואיל ועת רצון הוא ניבעי רחמי איצרא דעבירה בעו רחמי אימסר בידייהו
8 Alsdann sprachen sie: Da es eine Stunde der Willfährigkeit ist, so wollen wir auch um [Auslieferung] des Genius der Sünde bitten. Da flehten sie um Erbarmen, und er wurde ihnen ausgeliefert.
ט חבשוהו תלתא יומי איבעו ביעתא בת יומא לחולה ולא אשכחו אמרו היכי נעביד ניבעי פלגא פלגא מרקיעא לא יהבי כחלינהו לעיניה אהני ביה דלא איגרי איניש בקרובתיה
9 Nachdem er drei Tage eingesperrt war, suchte man ein am selben Tage gelegtes Ei für einen Kranken, aber man fand keines. Da sprachen sie: Was machen wir nun: bitten wir um die Hälfte, so wird ja im Himmel nichts halbes gewährt. Hierauf blendeten sie ihm die Augen. Dies hatte den Erfolg, daß er den Menschen nicht mehr zur Blutschande reizt.
י אמר רב יהודה אמר רב מעשה בנכרית אחת שהיתה חולה ביותר אמרה תעמוד ההיא אשה מחוליה תלך ותעבוד לכל ע"ז שבעולם עמדה (ועבדה) לכל ע"ז שבעולם כיון שהגיע לפעור שאלה לכומרים במה עובדין לזו אמרו לה אוכלין תרדין ושותין שכר ומתריזין בפניה אמרה מוטב שתחזור ההוא אשה לחוליה ולא תעבוד ע"ז בכך
10 R. Jehuda erzählte im Namen Rabhs: Einst erkrankte eine Nichtjüdin sehr schwer; da gelobte sie, daß sie, wenn sie von ihrer Krankheit genesen sollte, gehen und sämtlichen Götzen der Welt dienen werde. Als sie an den Peo͑r herankam, fragte sie die Pfaffen, wodurch dieser verehrt werde. Diese erwiderten ihr: Man esse Mangold und trinke Met und entleere sich vor ihm. Da sprach sie: Lieber werde ich wieder krank, als einen Götzen auf diese Weise zu verehren.
יא אתם בית ישראל אינן כן (במדבר כה, ה) הנצמדים לבעל פעור כצמיד פתיל (דברים ד, ד) ואתם הדבקים בה' אלהיכם כשתי תמרות הדבוקות זו בזו
11 Ihr vom Hause Jisraél seid aber nicht so. <i>Die sich dem Baa͑l Peo͑r angeschlossen haben</i>, wie ein Deckel mit einem Gefäße; <i>ihr, die ihr euch an dem Herrn, eurem Gott, festhieltet</i>, wie zwei Dattelzweige nebeneinander.
יב במתניתא תנא הנצמדים לבעל פעור כצמיד ע"י אשה ואתם הדבקים בה' אלהיכם דבוקים ממש
12 In einer Barajtha wurde gelehrt: <i>Die sich dem Baa͑l Peo͑r angeschlossen haben</i>, wie ein Armband an der Hand einer Frau; <i>ihr, die ihr euch an dem Herrn, eurem Gott, festhieltet</i>, wirklich festgeschlossen.
יג ת"ר מעשה בסבטא בן אלס שהשכיר חמורו לנכרית אחת כיון שהגיעה לפעור אמרה לו המתן עד שאכנס ואצא לאחר שיצאה אמר לה אף את המתיני עד שאכנס ואצא אמרה לו ולא יהודי אתה אמר לה ומאי איכפת ליך נכנס פער בפניו וקינח בחוטמו והיו משרתי ע"ז מקלסין לו ואומרים מעולם לא היה אדם שעבדו לזו בכך
13 Die Rabbanan lehrten: Einst vermietete Sabta aus Ulam seinen Esel an eine Nichtjüdin, und als sie an einen Peorgötzen herankamen, sprach sie zu ihm: Warte, bis ich hineingehe und herauskomme. Nachdem sie herausgekommen war, sprach er zu ihr: Warte nun auch du, bis ich hineingehe und herauskomme. Da sprach sie zu ihm: Bist du denn nicht ein Jude? Dieser erwiderte ihr: Was geht dich dies an. Darauf ging er hinein, entleerte sich vor ihm und wischte sich an seiner Nase ab. Da lobten ihn die Pfaffen, indem sie sprachen: Noch nie hat jemand ihn auf diese Weise verehrt.
יד הפוער עצמו לבעל פעור הרי זה עבודתו אע"ג דמיכוין לביזוי הזורק אבן למרקוליס זו היא עבודתו אע"ג דמיכוין למירגמיה
14 D<small>IE</small> L<small>EIBESENTLEERUNG VOR DEM</small> B<small>AA͑L</small> P<small>EO͑R IST EINE</small> V<small>EREHRUNG DESSELBEN</small>. Selbst wenn man ihn zu schänden beabsichtigt.
טו רב מנשה הוה קאזיל לבי תורתא אמרו לו ע"ז היא דקאי הכא שקל פיסא שדא ביה אמרו לו מרקוליס היא אמר להו הזורק אבן למרקוליס תנן
15 D<small>AS</small> W<small>ERFEN EINES</small> S<small>TEINES VOR DEM</small> M<small>ERKURIUS IST EINE</small> V<small>EREHRUNG DESSELBEN</small>. Selbst wenn man ihn zu steinigen beabsichtigt.
טז אתא שאל בי מדרשא א"ל הזורק אבן במרקוליס תנן אף על גב דמיכוין למירגמיה אמר להו איזיל אישקלה א"ל אחד הנוטלה ואחד הנותנה חייב כל חדא וחדא רווחא לחבירתה שביק:
16 R. Menaše ging einst nach Be Turta, und als man ihm einen Götzen stehen zeigte, nahm er eine Scholle und warf nach ihm. Als man ihm aber sagte, es sei ein Merkurius, erwiderte er, die Lesart sei: das Werfen eines Steines vor dem Merkurius. Hierauf kam er ins Lehrhaus und fragte; da erwiderte man ihm, die Lesart sei: das Werfen eines Steines nach dem Merkurius; selbst wenn man ihn zu steinigen beabsichtigt. Als er hierauf sagte, er wolle gehen und [den Stein] fortnehmen, sprachen sie zu ihm: Man ist schuldig, einerlei ob man [einen Stein] fortnimmt oder wirft, denn jeder macht Platz für einen anderen.
יז <big><strong>מתני׳</strong></big> הנותן מזרעו למולך אינו חייב עד שימסור למולך ויעביר באש מסר למולך ולא העביר באש העביר באש ולא מסר למולך אינו חייב עד שימסור למולך ויעביר באש:
17 <b>W</b><small>ER VON SEINEN</small> K<small>INDERN FÜR DEN</small> M<small>OLEKH HERGIBT, IST NUR DANN SCHULDIG, WENN ER</small> [<small>DAS</small> K<small>IND</small>] <small>ÜBERGIBT UND DURCHS</small> F<small>EUER FÜHRT</small>. H<small>AT ER ES FÜR DEN</small> M<small>OLEKH ÜBERGEBEN, JEDOCH NICHT</small> [<small>DURCHS</small> F<small>EUER</small>] <small>GEFÜHRT, ODER DURCHS</small> F<small>EUER GEFÜHRT, JEDOCH NICHT FÜR DEN</small> M<small>OLEKH ÜBERGEBEN, SO IST ER NIGHT SCHULDIG; NUR WENN ER ES FÜR DEN</small> M<small>OLEKH ÜBERGEBEN UND DURCHS</small> F<small>EUER GEFÜHRT HAT</small>.
יח <big><strong>גמ׳</strong></big> קתני ע"ז וקתני מולך אמר רבי אבין תנן כמאן דאמר מולך לאו ע"ז היא דתניא אחד למולך ואחד לשאר ע"ז חייב רבי אלעזר ברבי שמעון אומר למולך חייב שלא למולך פטור
18 GEMARA. Er lehrt vom Götzendienste [besonders] und vom Molekh [besonders]. R. Abin sagte: Wir haben also eine Lehre übereinstimmend mit dem, welcher sagt, der Molekhkult gehöre nicht zum Götzendienste. Es wird nämlich gelehrt: Er ist schuldig, einerlei ob für den Molekh oder einen anderen Götzen; R. Elea͑zar b. Šimo͑n sagt, er sei nur schuldig, wenn er [ein Kind] für den Molekh hergibt, nicht aber, wenn für einen anderen [Götzen].
יט אמר אביי רבי אלעזר בר' שמעון ור' חנינא בן אנטיגנוס אמרו דבר אחד רבי אלעזר בר' שמעון הא דאמרן רבי חנינא בן אנטיגנוס דתניא רבי חנינא בן אנטיגנוס אומר מפני מה תפסה תורה לשון מולך כל שהמליכוהו עליהם אפי' צרור ואפי' קיסם
19 Abajje sagte: R. Elea͑zar b. Šimo͑n und R. Ḥanina b. Antigonos lehrten das gleiche. R. Elea͑zar b. Šimo͑n lehrte das, was wir gesagt haben. R. Ḥanina b. Antigonos in folgender Lehre: R. Ḥanina b. Antigonos sagte: Weshalb wählte die Tora den Ausdruck Molekh? Alles, was man als Gott anerkennt, selbst ein Steinchen oder ein Span.
כ רבא אמר מולך עראי איכא בינייהו
20 Raba sagte: Sie streiten über einen zeitweiligen Molekh.