Sanhedrin 128

Kapitel 128

א א"ר ינאי אינו חייב עד שימסרנו למשרתי ע"ז שנאמר (ויקרא יח, כא) ומזרעך לא תתן להעביר למולך
1 R. Jannaj sagte: Er ist nur dann schuldig, wenn er [das Kind] den Pfaffen übergeben hat, denn es heißt: <i>du sollst keines von deinen Kindern hergeben, um es für den Molekh vorüberzuführen</i>.
ב תניא נמי הכי יכול העביר ולא מסר יהא חייב ת"ל לא תתן מסר למולך ולא העביר יכול יהא חייב ת"ל להעביר מסר והעביר שלא למולך יכול יהא חייב ת"ל למולך
2 Ebenso wird auch gelehrt: Man könnte glauben, er sei schuldig, wenn er [das Kind durchs Feuer] geführt und es [den Pfaffen] nicht übergeben hat, so heißt es: <i>nicht hergeben</i>. Man könnte glauben, er sei schuldig, wenn er es für den Molekh übergeben und nicht [durchs Feuer] geführt hat, so heißt es: <i>um es vorüberzuführen</i>. Man könnte glauben, er sei schuldig, wenn er es hergegeben und auch vorübergeführt hat, aber nicht für den Molekh, so heißt es: <i>für den Molekh</i>.
ג מסר והעביר למולך ולא באש יכול יהא חייב נאמר כאן להעביר ונאמר להלן (דברים יח, י) לא ימצא בך מעביר בנו ובתו באש מה להלן באש אף כאן באש ומה כאן מולך אף להלן מולך
3 Man könnte glauben, er sei schuldig, wenn er es für den Molekh hergegeben und vorübergeführt hat, jedoch nicht durchs Feuer, so [folgere man:] hierbei heißt es: <i>um vorüberzuführen</i>, und dort heißt es: <i>es soll sich unter dir niemand finden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer vorüberführt</i>, wie dort durchs Feuer, ebenso auch hier durchs Feuer, und wie hier für den Molekh, ebenso auch dort für den Molekh.
ד אמר רב אחא בריה דרבא העביר כל זרעו פטור שנאמר מזרעך ולא כל זרעך
4 R. Aḥa, der Sohn Rabas, sagte: Wer all seine Kinder vorüberführt, ist frei, denn es heißt: <i>von deinen Kindern</i>, nicht aber all deine Kinder.
ה בעי רב אשי העבירו סומא מהו ישן מהו בן בנו ובן בתו מהו
5 R. Aši fragte: Wie ist es, wenn er ein blindes oder ein schlafendes [Kind] vorübergeführt hat, oder das Kind seines Sohnes oder seiner Tochter? —
ו תפשוט מיהא חדא דתניא (ויקרא כ, ג) כי מזרעו נתן למולך מה ת"ל לפי שנאמר לא ימצא בך מעביר בנו ובתו באש אין לי אלא בנו ובתו בן בנו ובן בתו מנין ת"ל (ויקרא כ, ד) בתתו מזרעו
6 Eines wenigstens ist aus folgender Lehre zu entscheiden: <i>Denn von seinen Kindern hat er für den Molekh hergegeben</i>, was lehrt dies? Aus dem Schriftverse: <i>es soll sich unter dir niemand finden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer vorüberführt</i>, weiß ich dies nur von einem Sonne und einer Tochter, woher dies vom Kinde eines Sohnes oder einer Tochter? Daher heißt es: <i>wenn er von seinen Kindern hergibt</i>. —
ז תנא פתח בכי מזרעו וסליק בתתו מזרעו
7 Der Autor beginnt mit [dem Verse]: <i>denn von seinen Kindern</i>, und schließt mit [dem Verse]: <i>wenn er von seinen Kindern hergibt</i>!? —
ח דרשה אחרינא הוא זרעו אין לי אלא זרע כשר זרע פסול מנין ת"ל בתתו מזרעו
8 Darin liegt noch eine zweite Folgerung: <i>Kindern</i>, ich weiß dies nur von legitimen Kindern, woher dies von illegitimen Kindern? Es heißt: <i>wenn er von seinen Kindern hergibt</i>.
ט אמר רב יהודה אינו חייב עד שיעבירנו דרך העברה היכי דמי אמר אביי שרגא דליבני במיצעי נורא מהאי גיסא ונורא מהאי גיסא
9 R. Jehuda sagte: Er ist nur dann schuldig, wenn er es auf gewöhnliche Weise vorüberführt. — Wie ist dies? Abajje erwiderte: Ein Steg aus Ziegelsteinen in der Mitte und Feuer sowohl auf der einen Seite als auch auf der anderen Seite.
י רבא אמר כמשוורתא דפוריא
10 Raba erwiderte: Wie beim Springen am Purimfeste.
יא תניא כוותיה דרבא אינו חייב עד שיעבירנו דרך עברה העבירה ברגל פטור
11 Übereinstimmend mit Raba wird gelehrt: Er ist nur dann schuldig, wenn er es auf gewöhnliche Weise vorüberführt; hat er es spazierend vorübergeführt, so ist er frei.
יב ואינו חייב אלא על יוצאי יריכו הא כיצד בנו ובתו חייב אביו ואמו אחיו ואחותו פטור העביר עצמו פטור ורבי אלעזר בר' שמעון מחייב
12 Ferner ist er nur wegen seiner Nachkommen schuldig, und zwar: wegen seines Sohnes und seiner Tochter ist er schuldig, wegen seines Vaters, seiner Mutter, seines Bruders oder seiner Schwester ist er frei. Geht jemand selbst vorüber, so ist er frei; R. Elea͑zar b. Šimo͑n sagt, er sei schuldig.
יג אחד למולך ואחד לשאר ע"ז חייב רבי אלעזר ברבי שמעון אומר למולך חייב שלא למולך פטור
13 Er ist schuldig, einerlei ob für den Molekh oder für irgend einen anderen Götzen; R. Elea͑zar b. Šimo͑n sagt, wenn für den Molekh, so ist er schuldig, wenn nicht für den Molekh, so ist er frei.
יד אמר עולא מאי טעמא דרבי אלעזר בר' שמעון אמר קרא (דברים יח, י) לא ימצא בך בך בעצמך
14 U͑la sagte: Was ist der Grund des R. Elea͑zar b. Šimo͑n? Die Schrift sagt: <i>es soll sich unter dir niemand finden</i>, dir, bei dir selber. —
טו ורבנן לא דרשי בך והתנן אבידתו ואבידת אביו שלו קודמת ואמרינן מאי טעמא ואמר רב יהודה אמר קרא (דברים טו, ד) אפס כי לא יהיה בך אביון שלו קודמת לשל כל אדם
15 Und die Rabbanan!? Sie verwenden das <i>dir</i> nicht zur Schriftforschung. — Es wird ja aber gelehrt, daß von seinem Verlorenen und dem Verlorenen seines Vaters seines vorgehe, und auf unsere Frage: weshalb dies, erwiderte R. Jehuda: die Schrift sagt: <i>jedoch soll es keinen Armen unter dir geben</i>, seines geht dem eines jeden anderen Menschen vor!? —
טז והתם מאפס
16 Hierbei wird es aus [dem Worte] <i>jedoch</i> gefolgert.
יז אמר רבי יוסי בר' חנינא שלש כריתות בע"ז למה
17 R. Jose b. Ḥanina sagte: Weshalb kommt beim Götzendienste dreimal die Ausrottung vor?
יח אחת לכדרכה ואחת לשלא כדרכה ואחת למולך
18 Einmal wegen [der Verehrung] auf gewöhnliche Weise, einmal wegen [der Verehrung] auf ungewöhnliche Weise und einmal wegen des Molekh. —
יט ולמאן דאמר מולך ע"ז היא כרת במולך למה לי למעביר בנו שלא כדרכה
19 Was soll nach demjenigen, welcher sagt, der Molekh gehöre zum Götzendienste, bei diesem die Ausrottung!? — In dem Falle, wenn jemand seinen Sohn auf ungewöhnliche Weise vorüberführt. —
כ ולמאן דאמר מגדף ע"ז היא כרת במגדף למה לי
20 Wozu wird nach demjenigen, welcher sagt, die Gotteslästerung gelte als Götzendienst, diese besonders mit der Ausrottungsstrafe belegt!? —
כא לכדתניא (במדבר טו, לא) הכרת תכרת הכרת בעולם הזה תכרת לעולם הבא דברי רבי עקיבא
21 Wegen der folgenden Lehre: <i>Vertilgt, ja vertilgt</i>, vertilgt, auf dieser Welt, ja vertilgt, in der zukünftigen Welt — so R. A͑qiba.
כב אמר לו רבי ישמעאל והלא כבר נאמר ונכרתה וכי שלשה עולמים יש אלא ונכרתה בעולם הזה הכרת לעולם הבא תכרת דברה תורה כלשון בני אדם:
22 R. Jišma͑él erwiderte ihm: Es heißt ja bereits: <i>soll weggetilgt werden</i>; gibt es denn drei Welten!? Vielmehr: soll weggetilgt werden, auf dieser Welt; vertilgt, in der zukünftigen Welt; ja vertilgt, die Tora gebraucht die gewöhnliche Redeweise der Menschen.