Sanhedrin 139

Kapitel 139

א שהכל מצויין אצלה בעבירה אלא גזירת הכתוב היא בן ולא בת:
1 denn eine solche verleitet auch jeden zur Sünde, es ist aber eine Bestimmung der Schrift: <i>ein Sohn</i>, nicht aber eine Tochter.
ב <big><strong>מתני׳</strong></big> מאימתי חייב משיאכל תרטימר בשר וישתה חצי לוג יין האיטלקי ר' יוסי אומר מנה בשר ולוג יין
2 <b>W</b><small>ANN WIRD ER STRAFBAR</small>? W<small>ENN ER EIN</small> T<small>RITEMOR</small> F<small>LEISCH GEGESSEN UND EIN HALBES</small> L<small>OG ITALISCHEN</small> W<small>EIN GETRUNKEN HAT</small>. R. J<small>OSE SAGT</small>, <small>EINE</small> M<small>INE</small> F<small>LEISCH UND EIN</small> L<small>OG</small> W<small>EIN</small>.
ג אכל בחבורת מצוה אכל בעיבור החדש אכל מעשר שני בירושלים אכל נבילות וטריפות שקצים ורמשים (אכל טבל ומעשר ראשון שלא נטלה תרומתו ומעשר שני והקדש שלא נפדו)
3 H<small>AT ER ES BEI EINEM</small> G<small>ASTMAHLE GELEGENTLICH EINER GOTTGEFÄLLIGEN</small> H<small>ANDLUNG GEGESSEN, ODER GELEGENTLICH DER</small> I<small>NTERKALATION DES</small> N<small>EUMONDES, ODER ALS ZWEITEN</small> Z<small>EHNTEN</small><small>IN</small> J<small>ERUŠALEM, ODER</small> A<small>AS</small>, T<small>OTVERLETZTES</small>, E<small>KELUND</small> K<small>RIECHTIERE, ODER</small> U<small>NVERZEHNTETES, ERSTEN</small> Z<small>EHNTEN, VON DEM DIE</small> H<small>EBE NICHT ENTRICHTET WURDE UND ZWEITEN</small> Z<small>EHNTEN UND</small> G<small>EHEILIGTES, DIE NIGHT AUSGELÖST WAREN, </small>
ד אכל דבר שהוא מצוה ודבר שהוא עבירה אכל כל מאכל ולא אכל בשר שתה כל משקה ולא שתה יין אינו נעשה בן סורר ומורה עד שיאכל בשר וישתה יין שנאמר (דברים כא, כ) זולל וסובא ואע"פ שאין ראיה לדבר זכר לדבר שנאמר (משלי כג, כ) אל תהי בסובאי יין בזוללי בשר למו:
4 ODER ETWAS, WODURCH ER EIN GEBOT AUSGEÜBT ODER EIN V<small>ERBOT ÜBERTRETEN HAT, ODER HAT ER JEDE ANDERE</small> S<small>PEISE GEGESSEN, ABER KEIN</small> F<small>LEISCH, JEDES ANDERE</small> G<small>ETRÄNK GETRUNKEN, ABER KEINEN</small> W<small>EIN, SO GILT ER NICHT ALS MISSRATENER UND ABTRÜNNIGER</small> S<small>OHN; NUR WENN ER</small> F<small>LEISCH GEGESSEN UND</small> W<small>EIN GETRUNKEN HAT, DENN ES HEISST</small>: <i>ein Schlemmer und ein Saufbold</i>. U<small>ND OBGLEICH ES DAFÜR</small><small>KEINEN</small> B<small>EWEIS GIBT, SO GIBT ES DOCH EINE</small> A<small>NDEUTUNG, DENN ES HEISST</small>: <i>sei nicht unter den Weinsäufern und unter den Fleischverprassern</i>.
ה <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר רבי זירא תרטימר זה איני יודע מהו אלא מתוך שכפל ר' יוסי ביין נמצא כופל אף בבשר ונמצא תרטימר חצי מנה
5 GEMARA. R. Zera sagte: Ich würde nicht gewußt haben, was Tritemor bedeutet, da aber R. Jose den Wein verdoppelt, so verdoppelt er auch das Fleisch, somit ist das Tritemor eine halbe Mine.
ו אמר רב חנן בר מולדה אמר רב הונא אינו חייב עד שיקח בשר בזול ויאכל יין בזול וישתה דכתיב זולל וסובא
6 R. Ḥanan b. Molada sagte im Namen R. Honas: Er ist nur dann strafbar, wenn er Fleisch billig gekauft und gegessen hat, Wein billig gekauft und getrunken hat, denn es heißt: Schlemmer und Saufbold.
ז ואמר רב חנן בר מולדה אמר רב הונא אינו חייב עד שיאכל בשר חי וישתה יין חי איני והא רבה ורב יוסף דאמרי תרווייהו אכל בשר חי ושתה יין חי אינו נעשה בן סורר ומורה אמר רבינא יין חי מזיג ולא מזיג בשר חי בשיל ולא בשיל כבשר כיבא דאכלי גנבי
7 Ferner sagte R. Ḥanan b. Molda im Namen R. Honas: Er ist nur dann strafbar, wenn er rohes Fleisch gegessen und unverdünnten Wein getrunken hat. — Dem ist ja aber nicht so, Rabba und R. Joseph sagten ja beide, wenn er rohes Fleisch gegessen und unverdünnten Wein getrunken hat, gelte er nicht als mißratener und widerspenstiger Sohn!? Rabina erwiderte: Unverdünnter Wein, wenn er nicht sehr stark verdünnt ist, rohes Fleisch, wenn es nicht ganz gar ist, wie das geröstete Fleisch, das die Diebe essen.
ח רבה ורב יוסף דאמרי תרווייהו אכל בשר מליח ושתה יין מגיתו אין נעשה בן סורר ומורה תנן התם ערב תשעה באב לא יאכל אדם שני תבשילין ולא יאכל בשר ולא ישתה יין ותנא אבל אוכל הוא בשר מליח ושותה יין מגתו
8 Rabba und R. Joseph sagten beide: Hat er Salzfleisch gegessen und neuen Wein getrunken, so gilt er nicht als mißratener und widerspenstiger Sohn. Dort haben wir gelernt: Am Vorabend des Neunten Ab darf man nicht zweierlei Gerichte essen, noch Fleisch essen und Wein trinken. Hierzu wird gelehrt: Wohl aber darf man Salzfleisch essen und neuen Wein trinken.
ט בשר מליח עד כמה אמר רבי חנינא בר כהנא כל זמן שהוא כשלמים
9 Wie lange muß das Fleisch gesalzen sein? R. Ḥanina b. Kahana erwiderte: Solange das Fleisch des Heilsopfers gegessen werden darf. —
י ויין מגיתו עד כמה כל זמן שהוא תוסס והתניא יין תוסס אין בו משום גילוי וכמה תסיסתו שלשה ימים
10 Wie lange gilt der Wein als neu? — Solange er gärt. Ferner wird gelehrt: Gärendem Wein schadet das Offenstehen nicht, und zwar währt die Gärung drei Tage.
יא הכא מאי התם משום שמחה הוא כל זמן שהוא כשלמים נמי אית ביה שמחה הכא משום אימשוכי הוא ובכל שהוא לא מימשיך ויין עד מ' יום
11 Wie ist es nun hierbei? — Dies gilt nur dort, wo es sich um die Erheiterung handelt, und er erheitert solange, als das Fleisch des Heilsopfers liegen darf, hier aber handelt es sich um die Verlockung, und schon nach einer kurzen Zeit lockt es nicht mehr. Wein bis nach vierzig Tagen.
יב א"ר חנן לא נברא יין בעולם אלא לנחם אבלים ולשלם שכר לרשעים שנא' (משלי לא, ו) תנו שכר לאובד ויין למרי נפש
12 R. Ḥanan sagte: Der Wein wurde auf der Welt nur zur Tröstung der Leidtragenden und als Abfindung für die Gottlosen erschaffen, denn es heißt: <i>gebt Rauschtrank dem, der am Untergehen ist, und Wein solchen, deren Seele betrübt ist</i>.
יג א"ר יצחק מאי דכתיב (משלי כג, לא) אל תרא יין כי יתאדם אל תרא יין שמאדים פניהם של רשעים בעוה"ז ומלבין פניהם לעוה"ב רבא אמר אל תרא יין כי יתאדם אל תרא יין שאחריתו דם
13 R. Jiçḥaq sagte: Es heißt: <i>sieh nicht nach dem Weine, wie rötlich er schillert</i>; sieh nicht nach dem Weine, der das Gesicht der Gottlosen auf dieser Welt rötet, es aber in der zukünftigen Welt erblassen machen wird. Raba erklärte: <i>Sieh nicht nach dem Weine, wie rötlich er schillert</i>, sieh nicht nach dem Weine, denn sein Ende ist Blut.
יד רב כהנא רמי כתיב תירש וקרינן תירוש זכה נעשה ראש לא זכה נעשה רש
14 R. Kahana wies auf einen Widerspruch hin: Geschrieben steht <i>tiraš</i> und wir lesen <i>tiroš</i> [Most]!? Ist einer verdienstlich, so wird er durch ihn ein Erster [roš], ist er nicht verdienstlich, so wird er durch ihn ein Armer [raš].
טו רבא רמי כתיב (תהלים קד, לא) ישמח וקרינן ישמח זכה משמחו לא זכה משממהו והיינו דאמר רבא חמרא וריחני פקחין
15 Raba wies auf einen Widerspruch hin: Geschrieben steht <i>ješammeh</i> und wir lesen <i>jesammaḥ</i> [erheitert]!? Ist einer verdienstlich, so erheitert er ihn, ist einer nicht verdienstlich, so verwüstet er ihn [mešamehu]. Das ist es, was Raba sagte: Wein und Parfümerien machten mich geweckt.
טז אמר רב עמרם בריה דר"ש בר אבא אמר ר' חנינא מאי דכתיב (משלי כג, כט) למי אוי למי אבוי למי מדנים למי שיח למי פצעים חנם למי חכלילות עינים (וגו') למאחרים על היין לבאים לחקור ממסך כי אתא רב דימי אמר אמרי במערבא האי קרא מאן דדריש ליה מרישיה לסיפיה מדריש ומסיפיה לרישיה מדריש
16 R. A͑mram, Sohn des R. Šimo͑n b. Abba, sagte im Namen R. Ḥaninas: Es heißt: <i>wer hat Ach, wer hat Weh, wer hat Gezänke, wer hat Klage, wer hat Wunden ohne Ursache, wer hat gerötete Augen? Die spät beim Weine sitzen, die da kommen, um den Mischtrank zu prüfen</i>. Als R. Dimi kam, sagte er: Im Westen sagen sie, diese Verse lassen sich vom Anfang zum Schlusse und vom Schlusse zum Anfang auslegen.
יז דריש עובר גלילאה י"ג ווי"ן נאמרו ביין (בראשית ט, כ) ויחל נח איש האדמה ויטע כרם וישת מן היין וישכר ויתגל בתוך אהלו וירא חם אבי כנען את ערות אביו ויגד לשני אחיו בחוץ ויקח שם ויפת את השמלה וישימו על שכם שניהם וילכו אחורנית ויכסו את ערות אביהם ופניהם וגו' וייקץ נח מיינו וידע את אשר עשה לו בנו הקטן
17 Ein galiläischer Wanderprediger trug vor: Dreizehnmal kommt beim Weine [das Wort] <i>und</i> vor: <i>Und Noaḥ, der Landmann, fing an und pflanzte einen Weinberg; und er trank vom Weine und wurde berauscht, und lag entblößt in seinem Zelte. Und Ḥam, der Vater des Kenaa͑n, sah die Scham seines Vaters und sagte es seinen beiden Brüdern draußen. Und Šem und</i> <i>Japhet nahmen das Obergewand und legten es auf ihre Schulter und gingen rückwärts heran und bedeckten die Scham ihres Vaters, und ihr Gesicht &amp;c. Und Noaḥ erwachte von seinem Rausche, und erfuhr, was ihm sein jüngster Sohn angetan hatte</i>.
יח רב ושמואל חד אמר סרסו וח"א רבעו
18 [Hierüber streiten] Rabh und Šemuél, einer sagt, er habe ihn kastriert, und einer sagt, er habe ihn beschlafen.
יט מאן דאמר סרסו מתוך שקלקלו ברביעי קללו ברביעי ומאן דאמר רבעו גמר וירא וירא כתיב הכא וירא חם אבי כנען את ערות אביו וכתיב התם (בראשית לד, ב) וירא אותה שכם בן חמור וגו'
19 Einer sagt, er habe ihn kastriert und da er sich gegen ihn bezüglich des Vierten verging, verfluchte er seinen Vierten. Einer sagt, er habe ihn beschlafen, denn er folgert dies aus [dem Worte] <i>sah</i>; hier heißt es: <i>und Ḥam, der Vater Kenaa͑ns, sah die Scham seines Vaters</i>, und dort heißt es: <i>und Šekhem, der Sohn des Ḥamor sah wie &amp;c</i>. —
כ בשלמא למ"ד סרסו משום הכי קללו ברביעי אלא למ"ד רבעו מאי שנא רביעי נלטייה בהדיא הא והא הואי
20 Einleuchtend ist es nach demjenigen, welcher sagt, er habe ihn kastriert, daß er seinen Vierten verfluchte; weshalb aber verfluchte er nach demjenigen, welcher sagt, er habe ihn beschlafen, seinen Vierten, sollte er ihn selbst verflucht haben!? — Er tat beides.
כא ויחל נח איש האדמה ויטע כרם אמר רב חסדא אמר רב עוקבא ואמרי לה מר עוקבא א"ר זכאי א"ל הקב"ה לנח נח לא היה לך ללמד מאדם הראשון שלא גרם לו אלא יין כמאן דאמר אותו אילן שאכל ממנו אדם הראשון גפן היה
21 <i>Und Noaḥ, der Landmann, fing an und pflanzte einen Weinberg</i>. R. Ḥisda sagte im Namen R. U͑qabas, nach anderen Mar U͑qaba im Namen R. Zakkajs. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Noaḥ: Noaḥ, du solltest durch Adam den Urmenschen gewarnt sein, denn [sein Verderben] wurde nur durch den Wein herbeigeführt. Also nach demjenigen, welcher sagt, der Baum, von dem Adam der Urmensch gegessen hatte, war ein Weinstock.
כב דתניא ר"מ אומר אותו אילן שאכל אדם הראשון ממנו גפן היה
22 Es wird nämlich gelehrt: Der Baum, von welchem Adam der Urmensch gegessen hatte, war, wie R. Meír sagt, ein Weinstock,