Sanhedrin 140

Kapitel 140

א שאין לך דבר שמביא יללה לאדם אלא יין ר' יהודה אומר חטה היה שאין התינוק יודע לקרוא אבא ואימא עד שיטעום טעם דגן רבי נחמיה אומר תאנה היה שבדבר שקלקלו בו נתקנו שנאמר (בראשית ג, ז) ויתפרו עלה תאנה
1 denn es gibt nichts, was über den Menschen so sehr Wehklage bringt, wie der Wein. R. Jehuda sagt, es war Weizen, denn ein Kind versteht nicht eher Vater und Mutter zu sprechen, als bis es den Geschmack des Getreides gekostet hat. R. Neḥemja sagt, es war ein Feigenbaum, denn womit ihr Verderb erfolgt war, damit wurde es ihnen wieder gut gemacht, wie es heißt: <i>und sie nähten Feigenblätter zusammen</i>.
ב (משלי לא, א) דברי למואל מלך משא אשר יסרתו אמו אמר ר' יוחנן משום ר"ש בן יוחי מלמד שכפאתו אמו על העמוד ואמרה לו מה ברי ומה בר בטני ומה בר נדרי מה ברי הכל יודעים שאביך ירא שמים הוה עכשיו יאמרו אמו גרמה לו
2 <i>Worte des Königs Lemuél, Ausspruch, den ihm seine Mutter einschärfte</i>. R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Dies lehrt, daß seine Mutter ihn an einen Pfahl band und zu ihm sprach: <i>Was, mein Sohn, und was, du Sohn meines Leibes, und was, du Sohn meines Gelübdes. Was, mein Sohn</i>: alle wissen, daß dein Vater gottesfürchtig war, nun würde man sagen, seine Mutter habe dies verursacht.
ג ומה בר בטני כל הנשים של בית אביך כיון שמתעברות שוב אינן רואות פני המלך ואני דחקתי ונכנסתי כדי שיהא לי בן מזורז ומלובן
3 <i>Und was, du Sohn meines Leibes</i>: alle Frauen im Hause deines Vaters sahen, sobald sie schwanger geworden waren, das Gesicht des Königs nicht mehr, ich aber drängte mich vor und trat zu ihm ein, um einen tüchtigen und hübschen Sohn zu bekommen.
ד ומה בר נדרי כל נשים של בית אביך היו נודרות יהא לי בן הגון למלכות ואני נדרתי ואמרתי יהא לי בן זריז וממולא בתורה והגון לנביאות
4 <i>Und was, du Sohn meines Gelübdes</i>: alle Frauen im Hause deines Vaters gelobten [und sprachen:] möge mir doch ein für die Regierung geeigneter Sohn beschieden sein, ich aber gelobte und sprach: möge mir doch ein tüchtiger, in der Tora bewanderter und für die Prophetie geeigneter Sohn beschieden sein.
ה אל למלכים למואל אל למלכים שתו יין אל למלכים אמרה לו מה לך אצל מלכים ששותים יין ומשתכרים ואומרים למה לנו אל ולרוזנים אי שכר מי שכל רזי עולם גלויים לו ישתה יין וישתכר איכא דאמרי מי שכל רוזני עולם משכימין לפתחו ישתה יין וישתכר
5 <i>Nicht für die Könige, o Lemuél, nicht geziemt es den Königen, Wein zu trinken</i>. Sie sprach zu ihm: Was hast du mit den Königen zu schaffen, die Wein trinken, sich berauschen und sprechen: was soll uns Gott [lama el]. <i>Noch Rauschtrank den Fürsten</i>; dem alle Geheimnisse der Welt bekannt sind, mag Wein trinken und sich berauschen. Manche erklären: Der, zu dessen Tür alle Fürsten der Welt sich früh aufmachen, mag Wein trinken und sich berauschen.
ו אמר ר' יצחק מניין שחזר שלמה והודה לאמו דכתיב (משלי ל, ב) כי בער אנכי מאיש ולא בינת אדם לי כי בער אנכי מאיש מנח דכתיב (בראשית ט, כ) ויחל נח איש האדמה ולא בינת אדם לי זה אדם הראשון:
6 R. Jiçḥaq sagte: Woher, daß Šelomo später seiner Mutter beipflichtete? Es heißt: <i>ich bin dümmer als ein Mann und Menschenverstand ist nicht bei mir</i>. Ich bin dümmer als ein Mann, als Noaḥ, von dem es heißt: <i>und Noaḥ, der Landmann, fing an. Und Menschenverstand ist nicht bei mir</i>, das ist Adam der Urmensch.
ז אכל בחבורת מצוה: אמר רבי אבהו אינו חייב עד שיאכל בחבורה שכולה סריקין
7 H<small>AT ER ES BEI EINEM</small> G<small>ASTMAHLE GELEGENTLICH EINER GOTTGEFÄLLIGEN</small> H<small>ANDLUNG GEGESSEN</small>. R. Abahu sagte: er ist nur dann strafbar, wenn er es in einer ausschließlich aus zuchtlosen Menschen bestehenden Gesellschaft gegessen hat. —
ח והאנן תנן אכל בחבורת מצוה אינו נעשה בן סורר ומורה טעמא דמצוה הא לאו מצוה אע"ג דלאו כולה סריקין הא קמ"ל דאע"ג דכולה סריקין כיון דבמצוה קא עסיק לא מימשיך:
8 Wir haben ja gelernt, wenn er es bei einem Gastmahle gelegentlich einer gottgefälligen Handlung gegessen hat, gelte er nicht als mißratener und widerspenstiger Sohn; nur wenn gelegentlich einer gottgefälligen Handlung, wenn aber nicht, [gilt er als solcher,] auch wenn [die Gesellschaft] nicht ganz aus zuchtlosen Menschen besteht!? — Folgendes lehrt er uns: selbst wenn sie ganz aus zuchtlosen Menschen besteht, wird er, da es gelegentlich einer gottgefälligen Handlung erfolgt, [zur Völlerei] nicht hingezogen.
ט אכל בעיבור החודש: למימרא דבשר ויין מסקו והתניא אין עולין לה אלא בפת דגן וקטנית בלבד הא קמ"ל אע"ג דאין עולין לה אלא בפת וקטנית ואיהו אסיק בשר ויין ואכל כיון דבמצוה קא עסיק לא ממשיך
9 O<small>DER GELEGENTLICH DER</small> I<small>NTERKALATION DES</small> N<small>EUMONDES</small>. Demnach brachte man da Fleisch und Wein hinauf, dagegen wird ja aber gelehrt, daß man da nur bei Getreide- und Erbsenbrot zusammentrete!? — Folgendes lehrt er uns: obgleich man da nur bei Getreide- und Erbsenbrot zusammentritt, er aber Fleisch und Wein mitgenommen hat, wird er, da er sich mit einer gottgefälligen Handlung befaßt, [zur Völlerei] nicht hingezogen.
י תנו רבנן אין עולין בעיבור החודש פחות מעשרה בני אדם ואין עולין לה אלא בפת דגן וקטנית ואין עולין לה אלא לאור עיבורו ואין עולין לה ביום אלא בלילה והתניא אין עולין לה בלילה אלא ביום כדאמר רבי חייא בר אבא לבניה אחריפו ועולו אחריפו ופוקו כי היכי דלישמעו בכו אינשי:
10 Die Rabbanan lehrten: Zur Interkalation des Neumondes treten nicht weniger als zehn Personen zusammen, ferner tritt man da nur bei Getreide- und Erbsenbrot zusammen, ferner nur am Abend vor der Interkalation, ferner nicht am Tage, sondern nur nachts. — Es wird ja aber gelehrt, daß man hierzu nicht nachts, sondern nur am Tage zusammentrete!? — Wie R. Ḥija zu seinen Söhnen zu sagen pflegte: Geht früh hinein und kommt früh heraus, damit die Leute euch bemerken.
יא אכל מעשר שני בירושלים: כיון דכי אורחיה הוא קא אכיל ליה לא ממשיך:
11 O<small>DER ALS ZWEITEN</small> Z<small>EHNTEN IN</small> J<small>ERUŠALEM</small>. Da er nach Vorschrift ißt, so wird er nicht [zur Völlerei] hingezogen.
יב אכל נבילות וטריפות שקצים ורמשים: אמר רבא אכל בשר עוף אינו נעשה בן סורר ומורה
12 O<small>DER</small> A<small>AS</small>, T<small>OTVERLETZTES</small>, E<small>KEL- UND</small> K<small>RIECHTIERE</small>. Raba sagte: Hat er Geflügelfleisch gegessen, so gilt er nicht als mißratener und widerspenstiger Sohn. —
יג והא אנן תנן אכל נבילות וטריפות שקצים ורמשים אינו נעשה בן סורר ומורה הא טהורין נעשה בן סורר ומורה כי תנן נמי מתני' להשלים:
13 Wir haben ja aber gelernt, wenn er Aas, Totverletztes, Ekel- und Kriechtiere gegessen hat, gelte er nicht als mißratener und widerspenstiger Sohn. Wohl aber, wenn er [Fleisch] reiner Tiere gegessen hat!? — Unsere Mišna lehrt dies nur von der Ergänzung.
יד אכל דבר שהוא מצוה ודבר עבירה: דבר מצוה תנחומי אבלים דבר עבירה תענית ציבור
14 O<small>DER ETWAS, WODURCH ER EIN</small> G<small>EBOT AUSGEÜBT ODER EIN</small> V<small>ERBOT ÜBERTRETEN HAT</small>. Ein Gebot, gelegentlich der Tröstung von Leidtragenden; ein Verbot, an einem Gemeinde-Fasttage. —
טו וטעמא מאי אמר קרא (דברים כא, כ) איננו שומע בקולנו בקולנו ולא בקולו של מקום:
15 Weshalb dies? — Die Schrift sagt: <i>er hört nicht auf unsere Stimme</i>, auf unsere Stimme, nicht aber auf die Stimme Gottes.
טז אכל כל מאכל ולא אכל בשר שתה כל משקה ולא שתה יין וכו': אכל כל מאכל ולא אכל בשר לאיתויי דבילה קעילית שתה כל משקה ולא שתה יין לאיתויי דבש וחלב
16 H<small>AT ER JEDE ANDERE</small> S<small>PEISE GEGESSEN, ABER KEIN</small> F<small>LEISCH, JEDES ANDERE</small> G<small>ETRÄNK GETRUNKEN, ABER KEINEN</small> W<small>EIN &amp;C</small>. Hat er jede andere Speise gegessen, aber kein Fleisch, dies schließt die qei͑lische Feige ein; hat er jedes andere Getränk getrunken, aber keinen Wein, dies schließt Honig und Milch ein.
יז דתניא אכל דבילה קעילית ושתה דבש וחלב ונכנס למקדש
17 Es wird nämlich gelehrt: Wer eine qei͑lische Feige gegessen und Honig und Milch getrunken hat und darauf in den Tempel eingetreten ist, ist