Sanhedrin 141

Kapitel 141

א חייב:
1 strafbar
ב אינו נעשה בן סורר ומורה עד שיאכל בשר וישתה יין: תנו רבנן אכל כל מאכל ולא אכל בשר שתה כל משקה ולא שתה יין אינו נעשה בן סורר ומורה עד שיאכל בשר וישתה יין שנאמר זולל וסובא
2 E<small>R GILT NUR DANN ALS MISSRATENER UND WIDERSPENSTIGER</small> S<small>OHN, WENN ER</small> F<small>LEISCH GEGESSEN UND</small> W<small>EIN GETRUNKEN HAT</small>. Die Rabbanan lehrten: Hat er jede andere Speise gegessen, aber kein Fleisch, jedes andere Getränk getrunken, aber keinen Wein, so gilt er nicht als mißratener und widerspenstiger Sohn; mur wenn er Fleisch gegessen und Wein getrunken hat, denn es heißt: <i>ein Schlemmer und ein Saufbold</i>.
ג ואע"פ שאין ראייה לדבר זכר לדבר שנאמר (משלי כג, כ) אל תהי בסובאי יין בזוללי בשר למו ואומר (משלי כג, כא) כי סובא וזולל יורש וקרעים תלביש נומה אמר ר' זירא כל הישן בבית המדרש תורתו נעשית לו קרעים קרעים שנאמר וקרעים תלביש נומה:
3 Und obgleich es hierfür keinen Beweis gibt, so gibt es doch eine Andeutung, denn es heißt: <i>sei nicht unter den Weinsäufern und unter den Fleischverprassern.</i> Ferner heißt es: <i>denn der Säufer und der Prasser verarmt, und Schläfrigkeit gibt Lumpen zur Kleidung</i>. R. Zera sagte: Wenn jemand im Lehrhause schlummert, so wird seine Tora zerlumpt, denn es heißt: <i>Schläfrigkeit gibt Lumpen zur Kleidung</i>.
ד <big><strong>מתני׳</strong></big> גנב משל אביו ואכל ברשות אביו משל אחרים ואכל ברשות אחרים משל אחרים ואכל ברשות אביו אינו נעשה בן סורר ומורה עד שיגנוב משל אביו ויאכל ברשות אחרים רבי יוסי בר' יהודה אומר עד שיגנוב משל אביו ומשל אמו:
4 <b>H</b><small>AT ER VON SEINEM</small> V<small>ATER GESTOHLEN UND ES IM</small> G<small>EBIETE SEINES</small> V<small>ATERS VERZEHRT, ODER VON</small> F<small>REMDEN UND ES IM</small> G<small>EBIETE VON</small> F<small>REMDEN VERZEHRT, ODER VON</small> F<small>REMDEN UND ES IM</small> G<small>EBIETE SEINES</small> V<small>ATERS VERZEHRT, SO GILT ER DADURCH NICHT ALS MISSRATENER UND ABTRÜNNIGER</small> S<small>OHN; NUR WENN ER VON SEINEM</small> V<small>ATER GESTOHLEN UND ES IM</small> G<small>EBIETE VON</small> F<small>REMDEN GEGESSEN HAT</small>. R. J<small>EHUDA SAGT, NUR WENN ER VON SEINEM</small> V<small>ATER UND SEINER</small> M<small>UTTER GESTOHLEN HAT</small>.
ה <big><strong>גמ׳</strong></big> גנב משל אביו ואכל ברשות אביו אע"ג דשכיח ליה בעית
5 GEMARA. Wenn er von seinem Vater gestohlen und im Gebiete seines Vaters gegessen hat, so war er, obgleich er dazu Gelegenheit hat, ängstlich;
ו משל אחרים ואכל ברשות אחרים אע"ג דלא בעית לא שכיח ליה וכל שכן משל אחרים ואכל ברשות אביו דלא שכיח ליה ובעית
6 wenn er von Fremden gestohlen und es im Gebiete von Fremden gegessen hat, so ist ihm, obgleich er nicht ängstlich war, dazu nicht oft die Gelegenheit geboten, und um so weniger, wenn er von Fremden gestohlen und es im Gebiete seines Vaters gegessen hat, denn dazu ist ihm nicht oft die Gelegenheit geboten, auch war er ängstlich.
ז עד שיגנוב משל אביו ויאכל ברשות אחרים דשכיח ליה ולא בעית:
7 Nur dann, wenn er von seinem Vater gestohlen und es im Gebiete von Fremden gegessen hat, denn dazu hat er oft Gelegenheit, auch war er nicht ängstlich.
ח רבי יוסי בר' יהודה אומר עד שיגנוב משל אביו ומשל אמו: אמו מנא לה מה שקנתה אשה קנה בעלה אמר רבי יוסי בר' חנינא מסעודה המוכנת לאביו ולאמו
8 R. J<small>OSE B</small>. R. J<small>EHUDA SAGT, NUR WENN ER VON SEINEM</small> V<small>ATER UND SEINER</small> M<small>UTTER GESTOHLEN HAT</small>. Woher hatte es denn seine Mutter, was die Frau besitzt, gehört ja ihrem Ehemanne!? R. Jose b. Ḥanina erwiderte: Von einer Mahlzeit, die bereits für seinen Vater und seine Mutter hergerichtet war. —
ט והאמר רבי חנן בר מולדה אמר רב הונא אינו חייב עד שיקנה בשר בזול ויאכל יין בזול וישתה אלא אימא מדמי סעודה המוכנת לאביו ולאמו
9 Aber R. Ḥanan b. Molada sagte ja im Namen R. Honas, er sei nur dann strafbar, wenn er Fleisch billig gekauft und gegessen hat, Wein billig gekauft und getrunken hat!? — Sage vielmehr: vom Gelde, das zu einer Mahlzeit für seinen Vater und für seine Mutter bestimmt war.
י איבעית אימא דאקני לה אחר ואמר לה על מנת שאין לבעליך רשות בהן:
10 Wenn du aber willst, sage ich: wenn jemand es ihr zugeeignet hat unter der Bedingung, daß ihr Mann keinen Anspruch darauf habe.
יא <big><strong>מתני׳</strong></big> היה אביו רוצה ואמו אינה רוצה אביו אינו רוצה ואמו רוצה אינו נעשה בן סורר ומורה עד שיהו שניהם רוצין רבי יהודה אומר אם לא היתה אמו ראויה לאביו אינו נעשה בן סורר ומורה:
11 <b>W</b><small>ENN SEIN</small> V<small>ATER ES</small><small>WILL UND SEINE</small> M<small>UTTER NICHT, ODER WENN SEIN</small> V<small>ATER ES NICHT WILL UND SEINE</small> M<small>UTTER WOHL, SO GILT ER NICHT ALS MISSRATENER UND WIDERSPENSTIGER</small> S<small>OHN; NUR WENN BEIDE ES WOLLEN</small>. R. J<small>EHUDA SAGTE</small>: I<small>ST SEINE</small> M<small>UTTER FÜR SEINEN</small> V<small>ATER NICHT GEEIGNET, SO GILT ER NICHT ALS MISSRATENER UND WIDERSPENSTIGER</small> S<small>OHN</small>.
יב <big><strong>גמ׳</strong></big> מאי אינה ראויה אילימא חייבי כריתות וחייבי מיתות ב"ד סוף סוף אבוה אבוה נינהו ואמיה אמיה נינהו
12 GEMARA. Was heißt ‘nicht geeignet’: wollte man sagen, wenn [auf ihre Heirat] die Ausrottung oder der Tod durch das Gericht gesetzt ist, so ist er ja immerhin sein Vater und sie seine Mutter!? —
יג אלא בשוה לאביו קאמר תניא נמי הכי רבי יהודה אומר אם לא היתה אמו שוה לאביו בקול ובמראה ובקומה אינו נעשה בן סורר ומורה מאי טעמא דאמר קרא איננו שומע בקלנו מדקול בעינן שוין מראה וקומה נמי בעינן שוין
13 Vielmehr, er spricht von der [physischen] Gleichheit mit seinem Vater. Ebenso wird auch gelehrt: R. Jehuda sagte: Gleicht seine Mutter nicht seinem Vater in Stimme, Aussehen und Statur, so gilt er nicht als mißratener und widerspenstiger Sohn. — Aus welchem Grunde? — Die Schrift sagt: <i>er hört nicht auf unsere Stimme</i>, und wie demnach die Stimme gleichmäßig sein muß, so müssen auch Aussehen und Statur gleichmäßig sein. —
יד כמאן אזלא הא דתניא בן סורר ומורה לא היה ולא עתיד להיות ולמה נכתב דרוש וקבל שכר כמאן כרבי יהודה
14 Wessen Ansicht vertritt demnach folgende Lehre: [Der Fall vom] mißratenen und widerspenstigen Sohne ist nie geschehen und wird nie geschehen; er ist nur deshalb niedergeschrieben worden, damit man für die Schriftforschung eine Belohnung erhalte. Wessen also? Die des R. Jehuda. —
טו איבעית אימא ר' שמעון היא דתניא אמר רבי שמעון וכי מפני שאכל זה תרטימר בשר ושתה חצי לוג יין האיטלקי אביו ואמו מוציאין אותו לסקלו אלא לא היה ולא עתיד להיות ולמה נכתב דרוש וקבל שכר אמר ר' יונתן אני ראיתיו וישבתי על קברו
15 Wenn du willst, sage ich: die des R. Šimo͑n, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Sollten etwa Vater und Mutter einen zur Steinigung hinausführen, weil er ein Tritemor Fleisch gegessen und ein Log italischen Wein getrunken hat? Dies ist vielmehr [ein Fall,] der nie geschehen ist und nie geschehen wird; er ist nur deshalb niedergeschrieben worden, damit man für die Schriftforschung eine Belohnung erhalte. R. Jonathan sagte: Ich sah einen solchen und saß auf seinem Grabe. —
טז כמאן אזלא הא דתניא עיר הנדחת לא היתה ולא עתידה להיות ולמה נכתבה דרוש וקבל שכר כמאן כר' אליעזר דתניא רבי אליעזר אומר כל עיר שיש בה אפילו מזוזה אחת אינה נעשית עיר הנדחת
16 Wessen Ansicht vertritt folgende Lehre: [Der Fall von der] abtrünnigen Stadt ist nie geschehen und wird nie geschehen; er ist nur deshalb niedergeschrieben worden, damit man für die Schriftforschung eine Belohnung erhalte. Wessen also? Die des R. Elie͑zer, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Eine Stadt, in der auch nur eine Mezuza vorhanden ist, kann nicht als abtrünnige Stadt erklärt werden. —
יז מאי טעמא אמר קרא (דברים יג, יז) ואת כל שללה תקבוץ אל תוך רחבה ושרפת באש וכיון דאי איכא מזוזה לא אפשר דכתיב (דברים יב, ד) לא תעשון כן לה' אלהיכם אמר רבי יונתן אני ראיתיה וישבתי על תילה
17 Aus welchem Grunde? — Die Schrift sagt: <i>alles in ihr Erbeutete sollt ihr auf ihren Marktplatz zusammentragen und im Feuer verbrennen</i>, und wenn da eine Mezuza vorhanden ist, so ist dies nicht möglich, denn es heißt: <i>ihr dürft nicht ebenso verfahren mit dem Herrn, eurem Gott</i>. R. Jonathan sagte: Ich sah eine solche und saß auf ihrem Trümmerhaufen. —
יח כמאן אזלא הא דתניא בית המנוגע לא היה ולא עתיד להיות ולמה נכתב דרוש וקבל שכר כמאן כר' אלעזר בר' שמעון דתנן ר' אלעזר ברבי שמעון אומר לעולם אין הבית טמא עד שיראה כשתי גריסין על שתי אבנים בשתי כתלים בקרן זוית ארכו כשני גריסין ורחבו כגריס
18 Wessen Ansicht vertritt folgende Lehre: [Der Fall vom] aussätzigen Hause ist nie geschehen und wird nie geschehen; er ist nur deshalb niedergeschrieben worden, damit man für die Schriftforschung eine Belohnung erhalte. Wessen also? Die des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, denn es wird gelehrt: R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagt, das Haus sei nur dann [der Aussatz] in der Größe von zwei Graupenkörnern erscheint, an zwei Steinen, an zwei Wänden, in einem Winkel, zwei Graupenkörner lang und ein Graupenkorn breit. —
יט מאי טעמא דר' אלעזר ברבי שמעון כתיב קיר וכתיב קירות איזהו קיר שהוא כקירות הוי אומר זה קרן זוית
19 Was ist der Grand des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n? Es heißt: <i>Wand</i> und es heißt <i>Wände</i>; welche Wand gleicht Wänden? Ein Winkel.
כ תניא אמר רבי אליעזר בר' צדוק מקום היה בתחום עזה והיו קורין אותו חורבתא סגירתא אמר רבי שמעון איש כפר עכו פעם אחת הלכתי לגליל וראיתי מקום שמציינין אותו ואמרו אבנים מנוגעות פינו לשם:
20 Es wird gelehrt: R. Elie͑zer b. Çadoq sagte: Im Gebiete von A͑za war ein Ort, den man ‘Aussätzige Ruine’ nannte. R. Šimo͑n aus Kephar A͑kko erzählte: Einst ging ich nach Galiläa und sah da einen Ort, den man kennzeichnete, und man sagte mir, da seien aussätzige Steine hingeschafft worden.
כא <big><strong>מתני׳</strong></big> היה אחד מהם גידם או חיגר או אלם או סומא או חרש אינו נעשה בן סורר ומורה שנאמר (דברים כא, יט) ותפשו בו אביו ואמו ולא גדמין והוציאו אותו ולא חגרין ואמרו ולא אלמין בננו זה ולא סומין איננו שומע בקולנו ולא חרשין
21 <b>I</b><small>ST EINER VON IHNEN EINHÄNDIG, LAHM, STUMM, BLIND ODER TAUB, SO GILT ER NICHT ALS MISSRATENER UND WIDERSPENSTIGER</small> S<small>OHN, DENN ES HEISST</small>: <i>sein Vater und seine Mutter sollen ihn ergreifen</i>, <small>KEINE</small> E<small>INHÄNDIGEN;</small> <i>sie sollen ihn hinausführen</i>, <small>KEINE</small> L<small>AHMEN;</small> <i>sie sollen sprechen</i>, <small>KEINE</small> S<small>TUMMEN;</small> <i>dieser, unser Sohn</i>, <small>KEINE</small> B<small>LINDEN;</small> <i>er hört nicht auf unsere Mahnung</i>, <small>KEINE</small> T<small>AUBEN</small>.
כב מתרין בו בפני שלשה ומלקין אותו חזר וקלקל נדון בעשרים ושלשה ואינו נסקל עד שיהו שם שלשה הראשונים שנאמר בננו זה זהו שלקה בפניכם:
22 M<small>AN WARNE IHN VOR DREI</small> [P<small>ERSONEN</small>] <small>UND GEISSELE IHN; WIEDERHOLTE ER SEINE</small> A<small>USARTUNG, SO IST ER DURCH DREIUNDZWANZIG</small> [R<small>ICHTER</small>] <small>ABZUURTEILEN</small>. E<small>R IST NUR DANN ZU STEINIGEN, WENN DIE DREI ERSTEREN ZUGEGEN SIND, DENN ES HEISST:</small> <i>dieser, unser Sohn</i>, <small>DIESER IST ES, DER VOR EUCH GEGEISSELT WORDEN IST</small>.
כג <big><strong>גמ׳</strong></big> שמעת מינה בעינן קרא כדכתיב שאני הכא
23 GEMARA. Hieraus wäre also zu entnehmen, daß man sich an den Wortlaut der Schrift halte? — Anders ist es hierbei,