Sanhedrin 200

Kapitel 200

א הוי אומר מדה טובה מרובה ממדת פורענות במדה טובה כתיב (תהלים עח, כג) ויצו שחקים ממעל ודלתי שמים פתח וימטר עליהם מן לאכול ובמידת פורענות הוא אומר (בראשית ז, יא) וארובות השמים נפתחו
1 Du mußt wohl sagen, das Maß der Güte sei größer als das Maß der Strafe; beim Maße der Güte heißt es nämlich: <i>er gebot den Wolken droben und öffnete die Türen des Himmels und ließ Manna auf sie regnen, daß sie zu essen hätten</i>, beim Maße der Strafe heißt es aber: <i>die Luken des Himmels öffneten</i> <i>sich</i>.
ב במידת פורענות כתיב (ישעיהו סו, כד) ויצאו וראו בפגרי האנשים הפושעים בי כי תולעתם לא תמות ואשם לא תכבה והיו דראון לכל בשר והלא אדם מושיט אצבעו באור בעולם הזה מיד נכוה אלא כשם שנותן הקב"ה כח ברשעים לקבל פורענותם כך נותן הקב"ה כח בצדיקים לקבל טובתן:
2 Nun heißt es bei der Strafe: <i>und sie werden hinausgehen und die Leichen der Männer ansehen, die von mir abtrünnig geworden sind; denn ihr Wurm wird nicht sterben und ihr Feuer nicht verlöschen, und sie werden ein Abscheu sein für alles Fleisch</i>; wenn aber ein Mensch auf dieser Welt den Finger ins Feuer steckt, verbrennt er sich diesen sofort!? Allein, wie der Heilige, gepriesen sei er, den Frevlern Kraft verleiht, ihre Strafe zu ertragen, ebenso verleiht der Heilige, gepriesen sei er, den Frommen Kraft, ihre Belohnung zu empfangen.
ג רבי עקיבא אומר אף הקורא בספרים החיצונים וכו': תנא בספרי מינים רב יוסף אמר בספר בן סירא נמי אסור למיקרי א"ל אביי מאי טעמא אילימא משום דכתב [ביה] לא תינטוש גילדנא מאודניה דלא ליזיל משכיה לחבלא אלא צלי יתיה בנורא ואיכול ביה תרתין גריצים
3 R. A͑qiba sagt, auch wer die aussenseitigen Bücher liest &amp;c. Es wird gelehrt: Die Bücher der Minäer, R. Joseph sagte: Auch das Buch des Ben Sira darf man nicht lesen. Abajje sprach zu ihm: Aus welchem Grunde: wollte man sagen, weil es in diesem heißt: häute einen Fisch nicht einmal an den Kiefern ab, um die Haut nicht fortwerfen zu müssen; brate ihn vielmehr [vollständig] im Feuer und iß damit zwei Brote.
ד אי מפשטיה באורייתא נמי כתב (דברים כ, יט) לא תשחית את עצה אי מדרשא אורח ארעא קמ"ל דלא ליבעול שלא כדרכה
4 Wenn etwa nach dem Wortlaute, so heißt es ja auch in der Tora: <i>verdirb nicht die zu ihr gehörenden Bäume</i>; und wenn nach der Auslegung, so lehrt er ja nur eine Lebensregel, daß man eine Frau nicht auf widernatürliche Weise beschlafe.
ה ואלא משום דכתיב בת לאביה מטמונת שוא מפחדה לא יישן בלילה בקטנותה שמא תתפתה בנערותה שמא תזנה בגרה שמא לא תינשא נישאת שמא לא יהיו לה בנים הזקינה שמא תעשה כשפים הא רבנן נמי אמרוה אי אפשר לעולם בלא זכרים ובלא נקבות אשרי מי שבניו זכרים אוי לו למי שבניו נקבות
5 Wollte man sagen, weil es in diesem heißt: eine Tochter ist für ihren Vater ein beunruhigender Schatz; aus Besorgnis um sie findet er nachts keinen Schlaf: solange sie klein ist, daß sie nicht verführt werde, sobald sie erwachsen ist, daß sie sich nicht verhure, wenn sie mannbar ist, daß sie nicht sitzen bleibe, wenn sie verheiratet ist, daß sie nicht kinderlos bleibe, wenn sie alt ist, daß sie nicht Zauberei treibe. Aber auch die Rabbanan sagten dies ja: die Welt kann weder ohne Männer noch ohne Frauen bestehen; Heil dem aber, dessen Kinder Söhne sind, und wehe dem, dessen Kinder Töchter sind.
ו אלא משום דכתיב לא תעיל דויא בלבך דגברי גיברין קטל דויא הא שלמה אמרה (משלי יב, כה) דאגה בלב איש ישחנה ר' אמי ור' אסי חד אמר ישיחנה מדעתו וחד אמר ישיחנה לאחרים
6 Wollte man sagen, weil es in diesem heißt: laß keinen Kummer in dein Herz dringen, denn starke Männer tötete der Kummer, so sagte ja auch Šelomo dasselbe: <i>ist Kummer im Herzen eines Menschen, so drücke er ihn nieder</i>. R. Ami und R. Asi [erklärten es]; einer erklärte, man schlage ihn aus dem Sinne, und einer erklärte, man erzähle ihn anderen.
ז ואלא משום דכתיב מנע רבים מתוך ביתך ולא הכל תביא אל ביתך והא רבי נמי אמרה דתניא רבי אומר לעולם לא ירבה אדם רעים בתוך ביתו שנאמר (משלי יח, כד) איש רעים להתרועע
7 Wollte man sagen, weil es in diesem heißt: halte die Menge von deinem Hause zurück und bringe nicht jeden in dein Haus, so sagte ja auch Rabbi dasselbe, denn es wird gelehrt: Rabbi sagte, man halte nicht viele Freunde in seinem Hause, denn es heißt: <i>ein Mann vieler Freunde ist für den Untergang</i>. –
ח אלא משום דכתיב זלדקן קורטמן עבדקן סכסן דנפח בכסיה לא צחי אמר במאי איכול לחמא לחמא סב מיניה מאן דאית ליה מעברתא בדיקני' כולי עלמא לא יכלי ליה
8 Vielmehr, weil es in diesem heißt: Der Dünnbärtige ist hinterlistig; der Dickbärtige ist dumm; wer von seinem Becher [den Schaum] wegbläst, ist nicht durstig; sagt jemand: womit soll ich das Brot essen, so nimm ihm das Brot weg; wer einen geteilten Bart hat, dem kommt die ganze Welt nicht bei.
ט אמר רב יוסף מילי מעלייתא דאית ביה דרשינן להו אשה טובה מתנה טובה בחיק ירא אלהים תנתן אשה רעה צרעת לבעלה מאי תקנתיה יגרשנה מביתו ויתרפא מצרעתו אשה יפה אשרי בעלה מספר ימיו כפלים
9 R. Joseph sagte: Die guten Worte, die sich in diesem [Buche] befinden, tragen wir vor: Eine gute Frau ist ein gutes Geschenk; sie komme an den Busen des Gottesfürchtigen. Eine böse Frau ist ein Aussatz für ihren Mann. Was mache man? Man jage sie aus seinem Hause, und man ist von seinem Aussatze geheilt. Wohl dem Manne einer schönen Frau, die Zahl seiner Tage zählen doppelt.
י העלם עיניך מאשת חן פן תלכד במצודתה אל תט אצל בעלה למסוך עמו יין ושכר כי בתואר אשה יפיה רבים הושחתו ועצומים כל הרוגיה רבים היו פצעי רוכל המרגילים לדבר ערוה כניצוץ מבעיר גחלת (ירמיהו ה, כז) ככלוב מלא עוף כן בתיהם מלאים מרמה מנע רבים מתוך ביתך ולא הכל תביא ביתך רבים יהיו דורשי שלומך גלה סודך לאחד מאלף משוכבת חיקך שמור פתחי פיך אל תצר צרת מחר (משלי כז, א) כי לא תדע מה ילד יום שמא למחר איננו ונמצא מצטער על עולם שאינו שלו
10 Wende deine Augen von einer liebreizenden Frau, denn du könntest in ihr Netz geraten, Verkehre nicht bei ihrem Manne, um mit ihm Wein und Met zu trinken, denn durch das Aussehen einer schönen Frau sind viele zugrunde gegangen, und zahlreich sind, die sie gemordet. Viel sind die Verwundungen des Hausierers [von Geschmeide]; es verleitet zur Sünde und zündet wie ein Funken die Kohle. Wie ein Vogelschlag voll ist mit Vögeln, so ist ihr Haus voll Falschheit. Halte die Menge von deinem Hause zurück und bringe nicht jeden in dein Haus, dann werden viele deine Freunde sein. Vertraue dein Geheimnis einem von Tausend an, doch hüte die Pforten deines Mundes vor der, die an deinem Busen liegt. Gräme dich nicht über das Unglück von morgen, denn du weißt nicht, was der Tag gebiert; morgen bist du vielleicht nicht mehr da, und grämst dich über eine Welt, die nicht dein.
יא (משלי טו, טו) כל ימי עני רעים בן סירא אומר אף לילות בשפל גגים גגו ובמרום הרים כרמו ממטר גגים לגגו ומעפר כרמו לכרמים
11 Alle Tage des Armen sind schlecht; Ben Sira sagt, auch die Nächte. Niedriger als alle Dächer ist sein Dach, und auf den höchsten Bergen befindet sich sein Weinberg; der Regen anderer Dächer [ergießt sich] auf sein Dach, und die Erde seines Weinberges [fällt] auf andere Weinberge.
יב [סימן זיר"א רב"א משרשי"א חנינ"א טובי"ה ינא"י יפ"ה יוחנ"ן מרח"ם יהוש"ע מקצ"ר]
12 
יג אמר ר' זירא אמר רב מאי דכתיב (משלי טו, טו) כל ימי עני רעים אלו בעלי תלמוד וטוב לב משתה תמיד אלו בעלי משנה
13 R. Zera sagte im Namen Rabhs: Es heißt: <i>alle Tage des Armen sind schlecht</i>, das sind diejenigen, die sich mit dem Talmud befassen; <i>aber ein heiteres Gemüt ist stets wie auf einem Gastmahle</i>, das sind diejenigen, die sich mit der Mišna befassen.
יד רבא אמר איפכא והיינו דאמר רב משרשיא משמיה דרבא מאי דכתיב (קהלת י, ט) מסיע אבנים יעצב בהם אלו בעלי משנה (קהלת י, ט) ובוקע עצים יסכן בם אלו בעלי תלמוד
14 Raba legte dies umgekehrt aus. Das ist es, was R. Mešarše ja im Namen Rabas sagte: Es heißt: <i>wer Steine bricht, tut sich wehe an ihnen</i>, das sind diejenigen, die sich mit der Mišna befassen; <i>wer Holz spaltet, erwärmt sich daran</i>, das sind diejenigen, die sich mit dem Talmud befassen.
טו רבי חנינא אומר כל ימי עני רעים זה מי שיש לו אשה רעה וטוב לב משתה תמיד זה שיש לו אשה טובה רבי ינאי אומר כל ימי עני רעים זה אסטניס וטוב לב משתה תמיד זה שדעתו יפה רבי יוחנן אמר כל ימי עני רעים זה רחמני וטוב לב משתה תמיד זה אכזרי רבי יהושע בן לוי אמר כל ימי עני רעים זה
15 R. Ḥanina erklärte: <i>Alle Tage des Armen sind schlecht</i>, das ist derjenige, der ein böses Weib hat; <i>aber ein heiteres Gemüt ist stets wie auf einem Gastmahle</i>, das ist derjenige, der ein gutes Weib hat. R. Jannaj erklärte: <i>Alle Tage des Armen sind schlecht</i>, das ist der Empfindliche; <i>aber ein heiteres Gemüt ist stets wie auf einem Gastmahle</i>, das ist der Unempfindliche. R. Joḥanan erklärte: <i>Alle Tage des Armen sind schlecht</i>, das ist der Mitleidige; <i>aber ein heiteres Gemüt ist stets wie auf einem Gastmahle</i>, das ist der Mitleidslose. R. Jehošua͑ b. Levi erklärte: <i>Alle Tage des Armen sind schlecht</i>, das