Sanhedrin 201

Kapitel 201

א שדעתו קצרה וטוב לב משתה תמיד זה שדעתו רחבה ואמר ר' יהושע בן לוי כל ימי עני רעים והאיכא שבתות וימים טובים כדשמואל דאמר שמואל שינוי וסת תחלת חולי מעיים
1 ist der Ungeduldige; <i>aber ein heiteres Gemüt ist stets wie auf einem Gastmahle</i>, das ist der Geduldige. Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: <i>Alle Tage des Armen sind schlecht</i>; es gibt ja Šabbathe und Festtage? Dies nach Šemuél, denn Šemuél sagte, die Änderung der Lebensweise sei der Leibschmerzen Anfang.
ב תנו רבנן הקורא פסוק של שיר השירים ועושה אותו כמין זמר והקורא פסוק בבית משתאות בלא זמנו מביא רעה לעולם מפני שהתורה חוגרת שק ועומדת לפני הקב"ה ואומרת לפניו רבונו של עולם עשאוני בניך ככנור שמנגנין בו לצים
2 Die Rabbanan lehrten: Wer einen Vers aus [dem Buche] ‘Lied der Lieder’ als Lied singt, oder in einem Gasthause einen Schriftvers zur ungeeigneten Zeit vorliest, bringt Unglück über die Welt. Die Tora umgürtet sich nämlich mit einem Trauersacke, tritt vor den Heiligen, gepriesen sei er, und spricht vor ihm: Herr der Welt, deine Kinder machten mich zur Zither, mit der die Nichtjuden spielen.
ג אמר לה בתי בשעה שאוכלין ושותין במה יתעסקו אמרה לפניו רבונו של עולם אם בעלי מקרא הן יעסקו בתורה ובנביאים ובכתובים אם בעלי משנה הן יעסקו במשנה בהלכות ובהגדות ואם בעלי תלמוד הן יעסקו בהלכות פסח בפסח בהלכות עצרת בעצרת בהלכות חג בחג העיד רבי שמעון בן אלעזר משום רבי שמעון בן חנניא כל הקורא פסוק בזמנו מביא טובה לעולם שנאמר (משלי טו, כג) ודבר בעתו מה טוב:
3 Hierauf spricht er zu ihr: Meine Tochter, womit sonst sollten sie sich beim Essen und beim Trinken befassen? Sie erwidert ihm: Herr der Welt, die Schriftkundigen sollten sich mit der Tora, den Propheten und den Hagiographen befassen; die Mišnakundigen sollten sich mit der Mišna, der Halakha und der Haggada befassen; die Talmudkundigen sollten sich am Pesaḥfeste mit den Vorschriften über das Pesaḥfest, am Wochenfeste mit den Vorschriften über das Wochenfest und am Hüttenfeste mit den Vorschriften über das Hüttenfest befassen. R. Šimo͑n b. Elea͑zar bekundete im Namen des R. Šimo͑n b. Ḥananja: Wer einen Schriftvers zur geeigneten Zeit liest, bringt Güte über die Welt, denn es heißt: <i>ein Wort zur Zeit, wie gut ist es</i>.
ד והלוחש על המכה וכו': אמר ר' יוחנן וברוקק בה לפי שאין מזכירין שם שמים על הרקיקה איתמר רב אמר אפילו נגע צרעת ר' חנינא אמר אפילו ויקרא אל משה
4 W<small>ER ÜBER EINE</small> W<small>UNDE FLÜSTERT &amp;C.</small> R. Joḥanan sagte: Nur, wenn er dabei ausspuckt, weil man beim Ausspucken nicht den Gottesnamen nennen darf. Es wurde gelehrt: Rabh sagte, selbst [den Vers]‘ <i>Wenn ein Aussatz’</i> [dürfe man nicht sprechen]; R. Ḥanina sagte, selbst [den Vers] <i>‘Da sprach Gott zu Moše’</i>.
ה תנו רבנן סכין וממשמשין בבני מעיים בשבת ולוחשין לחישת נחשים ועקרבים בשבת ומעבירין כלי על גב העין בשבת אמר רשב"ג במה דברים אמורים בכלי הניטל אבל בכלי שאינו ניטל אסור ואין שואלין בדבר שדים בשבת רבי יוסי אומר אף בחול אסור
5 Die Rabbanan lehrten: Man darf am Šabbath den Unterleib salben und massieren; ferner darf man am Šabbath [Sprüche] gegen Schlangen und Skorpione flüstern; auch darf man am Šabbath ein Gerät über das Auge führen. R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Dies nur, wenn man das Gerät anfassen darf, wenn man es aber nicht anfassen darf, so ist es verboten. Man darf aber am Šabbath nicht die Dämonen befragen; R. Jose sagt, dies sei auch wochentags verboten.
ו אמר רב הונא (אין) הלכה כר' יוסי ואף רבי יוסי לא אמרה אלא משום סכנה כי הא דרב יצחק בר יוסף דאיבלע בארזא ואתעביד ליה ניסא פקע ארזא ופלטיה
6 R. Hona sagte: Die Halakha ist nicht wie R. Jose; und auch R. Jose ist dieser Ansicht, nur wegen der damit verbundenen Lebensgefahr. So wurde einst R. Jiçḥaq b. Joseph dadurch von einer Zeder verschlungen; da geschah ihm ein Wunder, daß die Zeder platzte und ihn von sich gab.
ז ת"ר סכין וממשמשין בבני מעיים בשבת ובלבד שלא יעשה כדרך שהוא עושה בחול היכי עביד רבי חמא ברבי חנינא אמר סך ואחר כך ממשמש רבי יוחנן אמר סך וממשמש בבת אחת
7 Die Rabbanan lehrten: Man darf am Šabbath den Unterleib salben und massieren, nur darf man es nicht auf dieselbe Weise machen, wie man es wochentags macht. – Wie mache man es nun? R. Ḥama b. Ḥanina sagte, zuerst salbe man und nachher massiere man; R. Joḥanan sagte, man salbe und massiere gleichzeitig.
ח תנו רבנן שרי שמן ושרי ביצים מותרין לשאול בהן אלא מפני שמכזבין לוחשין על שמן שבכלי ואין לוחשין על שמן שביד לפיכך סכין משמן שביד ואין סכין משמן שבכלי
8 Die Rabbanan lehrten: Man darf den Genius des Öls und den Genius der Eier befragen, nur trügen sie. Man darf über das Öl in einem Gefäße [einen Spruch] flüstern, nicht aber über das Öl in der Hand; daher salbe man sich mit Öl aus der Hand, nicht aber mit Öl aus einem Gefäße.
ט רב יצחק בר שמואל בר מרתא איקלע לההוא אושפיזא אייתי ליה מישחא במנא שף נפקן ליה צימחי באפיה נפק לשוק חזיתיה ההיא איתתא אמרה זיקא דחמת קא חזינא הכא עבדא ליה מלתא ואיתסי
9 Einst kehrte R. Jiçḥaq, Sohn des Šemuél b. Martha, in einem Gasthause ein, wo man ihm Öl in einem Gefäße reichte; und als er sich damit bestrich, bekam er Blattern im Gesichte. Als er auf die Straße hinausging, bemerkte ihn eine Frau und sprach zu ihm: Den Geist der Entzündung sehe ich hier. Da tat sie ihm etwas, und er genas.
י אמר ליה ר' אבא לרבה בר מרי כתיב (שמות טו, כו) כל המחלה אשר שמתי במצרים לא אשים עליך כי אני ה' רופאך וכי מאחר שלא שם רפואה למה אמר ליה הכי אמר ר' יוחנן מקרא זה מעצמו נדרש שנאמר (שמות טו, כו) ויאמר אם שמוע תשמע לקול ה' אלהיך אם תשמע לא אשים ואם לא תשמע אשים אעפ"כ כי אני ה' רופאך
10 R. Abba sprach zu Rabba b. Mari: Es heißt: <i>keine der Krankheiten, die ich über die Miçrijim gebracht, werde ich über dich bringen, denn ich, der Herr, bin dein Arzt</i>; wozu ist die Arznei nötig, wenn er [die Krankheiten] nicht bringt!? Dieser erwiderte: So sagte R. Joḥanan: Dieser Schriftvers erklärt sich selber. Es heißt: <i>wenn du auf die Worte des Herrn, deines Gottes, hören wirst</i>; wenn du hören wirst, werde ich sie nicht bringen, wenn du aber nicht hören wirst, werde ich sie wohl bringen, dennoch bin ich, der Herr, dein Arzt.
יא אמר רבה בר בר חנה כשחלה ר' אליעזר נכנסו תלמידיו לבקרו אמר להן חמה עזה יש בעולם התחילו הן בוכין ורבי עקיבא משחק אמרו לו למה אתה משחק אמר להן וכי מפני מה אתם בוכים אמרו לו אפשר ספר תורה שרוי בצער ולא נבכה
11 Rabba b. Bar Ḥana erzählte: Als R. Elie͑zer krank ward, besuchten ihn seine Schüler. Da sprach er zu ihnen: Ein gewaltiger Zorn herrscht in der Welt. Da begannen sie alle zu weinen, während R. A͑qiba lächelte. Sie fragten ihn: Weshalb lächelst du? Er entgegnete ihnen: Weshalb weint ihr? Sie erwiderten ihm: Ist es denn möglich, daß, wenn die Tora in Schmerzen weilt, wir nicht weinen sollten!?
יב אמר להן לכך אני משחק כל זמן שאני רואה רבי שאין יינו מחמיץ ואין פשתנו לוקה ואין שמנו מבאיש ואין דובשנו מדביש אמרתי שמא חס ושלום קיבל רבי עולמו ועכשיו שאני רואה רבי בצער אני שמח אמר לו עקיבא כלום חיסרתי מן התורה כולה אמר לו לימדתנו רבינו (קהלת ז, כ) כי אדם אין צדיק בארץ אשר יעשה טוב ולא יחטא
12 Er entgegnete ihnen: Deshalb eben lächle ich; solange ich gesehen, daß beim Meister der Wein nicht sauer wird, der Flachs nicht zerschlagen wird, das Öl nicht übelriechend wird und der Honig nicht verdorben wird, dachte ich: vielleicht hat der Meister, behüte und bewahre, seinen Lohn bereits erhalten; nun ich aber den Meister in Schmerzen sehe, freue ich mich. Da sprach dieser zu ihm: A͑qiba, habe ich vielleicht etwas von der ganzen Tora unterlassen? Dieser erwiderte: Meister, du selber hast uns gelehrt: <i>Denn es gibt keinen Frommen auf Erden, der nur Gutes täte und nicht sündigte</i>.
יג ת"ר כשחלה ר' אליעזר נכנסו ארבעה זקנים לבקרו ר' טרפון ור' יהושע ור' אלעזר בן עזריה ור' עקיבא
13 Die Rabbanan lehrten: Als R. Elie͑zer krank war, besuchten ihn die vier Ältesten: R. Tryphon, R. Jehošua͑, R. Elea͑zar b. A͑zarja und R. A͑qiba.
יד נענה ר' טרפון ואמר טוב אתה לישראל מטיפה של גשמים שטיפה של גשמים בעולם הזה ורבי בעולם הזה ובעולם הבא
14 Da hub R. Tryphon an und sprach: Du bist für Jisraél besser als ein Regentropfen, denn ein Regentropfen [bringt Segen] nur auf dieser Welt, der Meister aber auf dieser Welt und in der zukünftigen Welt.
טו נענה ר' יהושע ואמר טוב אתה לישראל יותר מגלגל חמה שגלגל חמה בעולם הזה ורבי בעולם הזה ובעולם הבא
15 Hierauf hub R. Jehošua͑ an und sprach: Du bist für Jisraél besser als der Sonnenkreis, denn der Sonnenkreis [bringt Segen] nur auf dieser Welt, der Meister aber auf dieser Welt und in der zukünftigen Welt.
טז נענה רבי אלעזר בן עזריה ואמר טוב אתה לישראל יותר מאב ואם שאב ואם בעולם הזה ורבי בעולם הזה ובעולם הבא
16 Hierauf hub R. Elea͑zar b. A͑zarja an und sprach: Du bist für Jisraél besser als Vater und Mutter, denn Vater und Mutter sind nur auf dieser Welt, der Meister aber auf dieser Welt und in der zukünftigen Welt.
יז נענה רבי עקיבא ואמר חביבין יסורין אמר להם סמכוני ואשמעה דברי עקיבא תלמידי שאמר חביבין יסורין אמר לו עקיבא זו מנין לך אמר מקרא אני דורש (מלכים ב כא, א) בן שתים עשרה שנה מנשה במלכו וחמשים וחמש שנה מלך בירושלים [וגו'] ויעש הרע בעיני ה' וכתיב
17 Hierauf hub R. A͑qiba an und sprach: Lieb sind die Züchtigungen. Da sprach er zu ihnen: Stützt mich, ich will die Worte meines Schülers A͑qiba hören, welcher sagte: lieb sind die Züchtigungen. Hierauf fragte er ihn: A͑qiba, woher weißt du dies? Dieser erwiderte: Ich deduziere es aus einem Schriftverse. <i>Zwölf Jahre war Menaše alt, als er König ward, und fünfundfünfzig Jahre regierte er zu Jerušalem &amp;c. Und er tat, was dem Herrn mißfiel</i>. Ferner heißt es: