Sanhedrin 204

Kapitel 204

א דאיתפח הדר קא דריש אמרי לא קבילת עלך דלא דרשת בהו אמר אינהו מי הדרו בהו דאנא אהדר בי
1 nachdem er aber genas, fuhr er fort, darüber vorzutragen. Man sprach zu ihm: Hast du denn auf dich nicht genommen, darüber nichts mehr vorzutragen!? Er erwiderte: Sind etwa diese zurückgetreten, daß ich zurücktreten sollte!?
ב רב אשי אוקי אשלשה מלכים אמר למחר נפתח בחברין אתא מנשה איתחזי ליה בחלמיה אמר חברך וחבירי דאבוך קרית לן
2 R. Aši hielt beim [Abschnitte von] den drei Königen, und er sprach: Morgen beginnen wir mit unseren Genossen. Darauf erschien ihm Menaše im Traume und sprach zu ihm: Du nennst uns Genossen und Genossen deines Vaters;
ג מהיכא בעית למישרא המוציא אמר ליה לא ידענא א"ל מהיכא דבעית למישרא המוציא לא גמירת וחברך קרית לן א"ל אגמריה לי ולמחר דרישנא ליה משמך בפירקא א"ל מהיכא דקרים בישולא
3 an welcher Stelle wird beim Segensspruche [das Brot] angebrochen? Dieser erwiderte: Ich weiß es nicht. Jener sprach: Du hast nicht gelernt, an welcher Stelle [das Brot] beim Segensspruche angebrochen wird, und nennst uns Genossen!? Dieser erwiderte: Lehre mich dies, so will ich dies morgen bei der Vorlesung in deinem Namen vortragen. Jener erwiderte: Wo [das Brot] zuerst gar wird.
ד א"ל מאחר דחכימתו כולי האי מאי טעמא קא פלחיתו לעבודת כוכבים א"ל אי הות התם הות נקיטנא בשיפולי גלימא ורהטת אבתראי למחר אמר להו לרבנן נפתח ברבוותא
4 Darauf sprach dieser: Wieso habt ihr, wenn ihr so weise seid, den Götzen gedient!? Jener erwiderte: Wenn du da wärest, so würdest du den Saum deines Gewandes hochgehoben haben und mir nachgelaufen sein. Am folgenden Tage sprach er zu den Jüngern: Wollen wir mit den Großen beginnen:
ה אחאב אח לשמים אב לעבודת כוכבים אח לשמים דכתיב (משלי יז, יז) אח לצרה יולד אב לעבודת כוכבים דכתיב (תהלים קג, יג) כרחם אב על בנים
5 Aḥa͑b, ein Weh [aḥ] für den Himmel und ein Vater [ab] für den Götzendienst. Ein Weh für den Himmel, denn es heißt: <i>ein Bruder</i> <i>in der Not geboren</i>; ein Vater für den Götzendienst, denn es heißt: <i>wie sich ein Vater der Kinder erbarmt</i>.
ו (מלכים א טז, לא) ויהי הנקל לכתו בחטאת ירבעם בן נבט אמר ר' יוחנן קלות שעשה אחאב כחמורות שעשה ירבעם ומפני מה תלה הכתוב בירבעם מפני שהוא היה תחילה לקלקלה (הושע יב, יב) גם מזבחותם כגלים על תלמי שדי א"ר יוחנן אין לך כל תלם ותלם בא"י שלא העמיד עליו אחאב עבודת כוכבים והשתחוה לו
6 <i>Es war ihm gering, daß er in den Sünden Jerobea͑ms, des Sohnes Nebaṭs, wandelte</i>. R. Joḥanan sagte: Die leichten Sünden, die Aḥa͑b beging, glichen den schweren, die Jerobea͑m beging; nur deshalb hängt es die Schrift überall dem Jerobea͑m an, weil er mit dem Verderb den Anfang gemacht hatte. <i>Ihre Altäre sind wie die Steinhaufen auf den Feldfurchen</i>. R. Joḥanan sagte: Du hast keine Feldfurche im Jisraéllande, auf der Aḥa͑b nicht einen Götzen aufgestellt und ihn verehrt hätte. –
ז ומנא לן דלא אתי לעלמא דאתי דכתיב (מלכים א כא, כא) והכרתי לאחאב משתין בקיר ועצור ועזוב בישראל עצור בעוה"ז ועזוב לעוה"ב
7 Woher, daß er nicht der zukünftigen Welt teilhaftig ist? – Es heißt: <i>ich will von Aḥa͑b ausrotten, alles, was an die Wand pißt; zurückgelassen und verlassen in Jisraél</i>; zurückgelassen, in dieser Welt, verlassen, in der zukünftigen Welt.
ח א"ר יוחנן מפני מה זכה עמרי למלכות מפני שהוסיף כרך אחד בארץ ישראל שנאמר (מלכים א טז, כד) ויקן את ההר שמרון מאת שמר בככרים כסף ויבן את ההר ויקרא [את] שם העיר אשר בנה על שם שמר אדני ההר שמרון
8 R. Joḥanan sagte: Weshalb war es O͑mri beschieden, König zu sein? Weil er das Jisraélland um eine Stadt bereichert hatte, denn es heißt: <i>er kaufte den Berg Šomron von Šemer um zwei Talente Silbers und bebaute den Berg und benannte die Stadt, die er erbaut hatte, Šomron, nach dem Namen Šemers, des Herrn des Berges</i>.
ט א"ר יוחנן מפני מה זכה אחאב למלכות כ"ב שנה
9 R. Joḥanan sagte: Weshalb war es Aḥa͑b beschieden, zweiundzwanzig Jahre zu regieren?
י מפני שכיבד את התורה שניתנה בכ"ב אותיות שנאמר (מלכים א כ, ב) וישלח מלאכים אל אחאב מלך ישראל העירה ויאמר לו כה אמר בן הדד כספך וזהבך לי הוא ונשיך ובניך הטובים לי הם כי אם כעת מחר אשלח את עבדי אליך וחפשו את ביתך ואת בתי עבדיך והיה כל מחמד עיניך ישימו בידם ולקחו ויאמר למלאכי בן הדד אמרו לאדוני המלך כל אשר שלחת (לעבדך) [אל עבדך] בראשונה אעשה והדבר הזה לא אוכל לעשות
10 Weil er geehrt hatte die Tora, die mittelst zweiundzwanzig Buchstaben verliehen worden ist. Denn es heißt: <i>Und er sandte Boten in die Stadt zu Aḥa͑b, dem Könige von Jisraél, und ließ ihm sagen: So spricht Ben Hadad: Dein Silber und dein Gold ist mein, und deine schönsten Weiber und Kinder sind gleichfalls mein. Denn morgen um diese Zeit will ich meine Leute zu dir senden, daß sie dein Haus und die Häuser deiner Diener durchsuchen, und all deine Augenweide werden sie in ihre Hand tun und mitnehmen. Darauf sprach er zu den Boten Ben Hadads: Saget meinem Herrn, dem Könige: Alles, was du zuerst deinem Knechte entboten hast, will ich tun; aber dies kann ich nicht tun</i>.
יא מאי מחמד עיניך לאו ס"ת
11 ‘Deine Augenweide’, das ist ja wahrscheinlich die Torarolle. –
יב דילמא עבודת כוכבים לא ס"ד דכתיב (מלכים א כ, ח) ויאמרו אליו כל הזקנים וכל העם (לא תאבה ולא תשמע) ודילמא סבי דבהתא הוו מי לא כתיב (שמואל ב יז, ד) ויישר הדבר בעיני אבשלום (והזקנים) [ובעיני כל זקני ישראל] ואמר רב יוסף סבי דבהתא
12 Vielleicht der Götze!? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es heißt: <i>da sprachen die Ältesten und das ganze Volk zu ihm: Höre nicht darauf und willige nicht ein</i>. – Vielleicht waren es Älteste der Schande, denn es heißt ja auch: <i>dieser Rat sagte Abšalom und den Ältesten zu</i>, worüber R. Joseph sagte, die Ältesten der Schande!? –
יג התם לא כתיב וכל העם הכא כתיב וכל העם דאי אפשר דלא הוו בהון צדיקי וכתיב (מלכים א יט, יח) והשארתי בישראל שבעת אלפים כל הברכים אשר לא כרעו לבעל וכל הפה אשר לא נשק לו
13 Da heißt es nicht: und das ganze Volk, hier aber heißt es: und das ganze Volk, und es ist ja nicht möglich, daß unter ihnen gar keine Frommen wären, wo es doch heißt: <i>doch will ich in Jisraél siebentausend übrig lassen, all die Knie, die sich nicht vor dem Baa͑l gebeugt haben, und jeglichen Mund, der ihn nicht geküßt hat</i>.
יד אמר ר"נ אחאב שקול היה שנאמר (מלכים א כב, כ) ויאמר ה' מי יפתה את אחאב ויעל ויפול ברמות גלעד ויאמר זה בכה וזה אומר בכה מתקיף לה רב יוסף מאן דכתב ביה (מלכים א כא, כה) רק לא היה כאחאב אשר התמכר לעשות הרע בעיני ה' אשר הסתה אותו איזבל אשתו ותנינא בכל יום היתה שוקלת שקלי זהב לעבודת כוכבים ואת אמרת שקול היה אלא אחאב וותרן בממונו היה ומתוך שההנה תלמידי חכמים מנכסיו כיפרו לו מחצה
14 R. Naḥman sagte: Aḥa͑b war gleichwiegend, denn es heißt: <i>und der Herr sprach: Wer will Aḥa͑b betören, daß er zu Feld ziehe und zu Ramoth Gilea͑d falle? Und der eine sagte dies, der andere sagte das</i>. R. Joseph wandte ein: Von ihm heißt es: <i>es hat schlechterdings niemand gegeben, der sich so dazu hergegeben hätte, das dem Herrn mißfällige zu tun, wie Aḥa͑b, den sein Weib Izebel verleitete</i>. Ferner wird gelehrt, daß sie jeden Tag Gold-Šeqalim für die Götzen wog, und du sagst, er sei gleichwiegend gewesen!? – Vielmehr, Aḥa͑b war freigebig mit seinem Gelde, und da er von seinem Vermögen die Gelehrten genießen ließ, so wurde ihm die Hälfte verziehen.
טו (מלכים א כב, כא) ויצא הרוח ויעמד לפני ה' ויאמר אני אפתנו ויאמר ה' אליו במה ויאמר אצא והייתי רוח שקר בפי כל נביאיו ויאמר תפתה וגם תוכל צא ועשה כן מאי רוח א"ר יוחנן רוחו של נבות היזרעאלי
15 <i>Da trat der Geist hervor, stellte sich vor den Herrn und sprach: Ich will ihn betören. Der Herr fragte ihn: Womit? Da antwortete er: Ich will ausgehen und zum Lügengeiste werden im Munde all seiner Propheten. Er sprach: Ja, du wirst die Betörung vollbringen; gehe und tue also</i>. Was war es für ein Geist? R. Joḥanan erwiderte: Der Geist des Naboth aus Jizre͑él. –
טז מאי צא אמר רבינא צא ממחיצתי שכן כתיב (תהלים קא, ז) דובר שקרים לא יכון לנגד עיני אמר רב פפא היינו דאמרי אינשי דפרע קיניה מחריב ביתיה
16 Was heißt: gehe? Rabina erwiderte: Gehe aus meinem Kreise; denn so heißt es: <i>wer Lügen redet, soll nicht bestehen vor meinen Augen</i>. R. Papa sagte: Das ist es, was die Leute sagen: Wer Rache übt, zerstört sein Heim.
יז (מלכים א טז, לג) ויעש אחאב את האשרה ויוסף אחאב לעשות להכעיס את ה' אלהי ישראל מכל מלכי ישראל אשר היו לפניו א"ר יוחנן שכתב על דלתות שמרון אחאב כפר באלהי ישראל לפיכך אין לו חלק באלהי ישראל
17 <i>Auch fertigte Aḥa͑b die Ašera an; und Aḥa͑b reizte den Herrn, den Gott Jisraéls, zum Zorne mehr als alle Könige Jisraéls, die vor ihm regiert hatten</i>. R. Joḥanan sagte: Er schrieb auf die Türen von Šomron: Aḥa͑b verleugnet den Gott Jisraéls. Daher hat er keinen Anteil am Gott Jisraéls.
יח (דברי הימים ב כב, ט) ויבקש את אחזיהו וילכדהו והוא מתחבא בשמרון א"ר לוי שהיה קודר אזכרות וכותב עבודת כוכבים תחתיהן
18 <i>Sodann ließ er Aḥazjahu suchen, und man fing ihn, während er sich zu Šomron versteckt hielt</i>. R. Levi sagte: Er kratzte die Gottesnamen aus und schrieb an deren Stelle [Namen der] Götzen.
יט מנשה שנשה יה ד"א מנשה שהנשי את ישראל לאביהם שבשמים ומנלן דלא אתי לעלמא דאתי דכתיב (דברי הימים ב לג, א) בן שתים עשרה שנה מנשה במלכו וחמשים וחמש שנה מלך בירושלים (מלכים ב כא, ג) ויעש (הרע) [אשרה] (בעיני ה') כאשר עשה אחאב מלך ישראל מה אחאב אין לו חלק לעוה"ב אף מנשה אין לו חלק לעוה"ב:
19 [Er hieß] Menaše, weil er Gott vergessen [naša] hatte. Eine andere Erklärung: Er ließ zwischen Jisraél und seinem Vater im Himmel eine Vergessenheit eintreten. – Woher wissen wir, daß er der zukünftigen Welt nicht teilhaftig ist? – Es heißt: <i>zwölf Jahre war Menaše alt, als er König ward, und fünfundfünfzig Jahre regierte er zu Jerušalem; und er tat, was dem Herrn mißfiel</i>. <i>Wie Aḥa͑b, der König von Jisraél, getan hatte</i>. Wie Aḥa͑b keinen Anteil an der zukünftigen Welt hat, ebenso hat auch Menaše keinen Anteil an der zukünftigen Welt.
כ רבי יהודה אומר מנשה יש לו חלק לעוה"ב שנאמר (דברי הימים ב לג, יג) ויתפלל מנשה אל ה' ויעתר לו וכו': א"ר יוחנן ושניהם מקרא אחד דרשו שנאמר (ירמיהו טו, ד) ונתתים לזעוה לכל ממלכות הארץ בגלל מנשה בן יחזקיהו מר סבר בגלל מנשה שעשה תשובה ואינהו לא עבוד ומר סבר
20 R. J<small>EHUDA SAGT</small>, M<small>ENAŠE HABE EINEN</small> A<small>NTEIL AN DER ZUKÜNFTIGEN</small> W<small>ELT, DENN ES HEISST</small>: <i>als Menaše</i> <i>zum Herrn betete, ließ er sich von ihm erbitten &amp;c</i>, R. Joḥanan sagte: Beide folgerten sie es aus einem und demselben Schriftverse, denn es heißt: <i>und ich will sie zu einem Schreckbilde machen für alle Königreiche der Erde, um Menašes willen, des Sohnes Ḥizqijas</i>. Einer erklärt: um Menašes willen, der Buße getan hat, während sie keine Buße getan haben, und einer erklärt: