Sanhedrin 27

Kapitel 27

א בטלו דיני קנסות מישראל שפעם אחת גזרה מלכות הרשעה גזירה על ישראל שכל הסומך יהרג וכל הנסמך יהרג ועיר שסומכין בה תיחרב ותחומין שסומכין בהן יעקרו
1 die Gesetze von den Bußgeldern würden aufgehört haben. – Einst verhängte nämlich die ruchlose Regierung Religionsverfolgung über Jisraél: jeder Promotus sollte hingerichtet werden, jeder Promovendus sollte hingerichtet werden, jede Stadt, in der ordiniert wird, sollte zerstört werden, und das Gebiet, in dem ordiniert wird, sollte ausgetilgt werden.
ב מה עשה יהודה בן בבא הלך וישב לו בין שני הרים גדולים ובין שתי עיירות גדולות ובין שני תחומי שבת בין אושא לשפרעם וסמך שם חמשה זקנים ואלו הן ר"מ ור' יהודה ור' שמעון ור' יוסי ור' אלעזר בן שמוע רב אויא מוסיף אף ר' נחמיה
2 Was aber tat R. Jehuda b. Baba? Er ging hin und ließ sich nieder zwischen zwei großen Bergen, zwischen zwei großen Städten, zwischen zwei Šabbathgebieten, zwischen Uša und Saphraa͑m, und ordinierte da fünf Älteste, und zwar: R. Meír, R. Jehuda, R. Šimo͑n, R. Jose und R. Elea͑zar b. Šamua͑, R. Ivja fügt noch R. Neḥemja hinzu.
ג כיון שהכירו אויביהם בהן אמר להן בניי רוצו אמרו לו רבי מה תהא עליך אמר להן הריני מוטל לפניהם כאבן שאין לה הופכים אמרו לא זזו משם עד שנעצו בו שלש מאות לונביאות של ברזל ועשאוהו ככברה
3 Als die Feinde sie bemerkten, sprach er zu ihnen: Kinder, flüchtet. Diese entgegneten ihm: Meister, was soll aus dir werden!? Er erwiderte ihnen: Ich bleibe vor ihnen wie ein Stein liegen, um den niemand sich kümmert. Man erzählt, jene rührten sich nicht von der Stelle, als bis sie ihm dreihundert Lanzenstiche versetzt und ihn wie ein Sieb gemacht hatten!? –
ד רבי יהודה בן בבא אחריני הוו בהדיה והאי דלא חשיב להו משום כבודו דרבי יהודה בן בבא ור"מ ר' יהודה בן בבא סמכיה והא אמר רבה בר בר חנה אמר רבי יוחנן כל האומר ר"מ לא סמכו ר' עקיבא אינו אלא טועה סמכיה ר' עקיבא ולא קיבלו סמכיה ר' יהודה בן בבא וקיבלו
4 R. Jehuda b. Baba hatte noch andere bei sich, nur werden sie seiner Ehrung wegen nicht genannt. – Ist denn R. Meír von R. Jehuda b. Baba autorisiert worden, Rabba b. Bar Ḥana sagte ja im Namen R. Joḥanans, es irre der, welcher sagt, R. Meír sei nicht von R. A͑qiba ordiniert worden!? – R. A͑qiba ordinierte ihn und man erkannte es nicht an, darauf ordinierte ihn R. Jehuda b. Baba, und man erkannte es an.
ה אמר רבי יהושע בן לוי אין סמיכה בחוצה לארץ מאי אין סמיכה אילימא דלא דייני דיני קנסות כלל בחוצה לארץ והא תנן סנהדרין נוהגת בין בארץ ובין בחוצה לארץ אלא דלא סמכינן בחוצה לארץ
5 R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Außerhalb des Landes gibt es keine Ordinierung. – Inwiefern gibt es keine Ordinierung: wollte man sagen, außerhalb des Landes werde über Bußgeldsachen überhaupt nicht gerichtlich verhandelt, so haben wir ja gelernt, das große Synedrium habe Geltung sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes!? – Vielmehr, außerhalb des Landes autorisiere man nicht.
ו פשיטא סומכין בחוצה לארץ ונסמכין בארץ הא אמרינן דלא אלא סומכין בארץ ונסמכין בחוצה לארץ מאי
6 Selbstverständlich kann man keine Ordinierung erteilen, wie wir bereits gesagt haben, wenn der Promotus außerhalb des Landes und der Promovendus im Lande sich befindet, wie ist es aber, wenn der Promotus im Lande und der Promovendus außerhalb des Landes sich befindet? –
ז ת"ש דרבי יוחנן הוה מצטער עליה דרב שמן בר אבא דלא הוה גבייהו דליסמכיה ר"ש בן זירוד וחד דעימיה ומנו ר' יונתן בן עכמאי ואמרי לה רבי יונתן בן עכמאי וחד דעימיה ומנו ר"ש בן זירוד חד דהוה גבייהו סמכוהו וחד דלא הוה גבייהו לא סמכוהו
7 Komm und höre: R. Joḥanan grämte sich darüber, das R. Šamen b. Abba nicht bei ihnen war, um ihn autorisieren zu können. Von R. Šimo͑n b. Zerud und noch jemand, das ist R. Jonathan b. A͑khmaj, manche sagen, von R. Jonathan b. A͑khmaj und noch jemand, das ist R. Šimo͑n b. Zerud, ordinierten sie den einen, der bei ihnen war, nicht aber den anderen, der nicht bei ihnen war.
ח ר' חנינא ורבי הושעיא הוה קא משתקיד רבי יוחנן למיסמכינהו לא הוה מסתייעא מילתא הוה קא מצטער טובא אמרו ליה לא נצטער מר דאנן מדבית עלי קאתינן
8 R. Joḥanan war bestrebt, R. Ḥanina und R. Hoša͑ja zu ordinieren und es gelang ihm nicht; als er sich darüber sehr grämte, sprachen sie zu ihm: Mag doch der Meister sich nicht grämen; wir entstammen der Familie E͑lis,
ט דא"ר שמואל בר נחמן א"ר יונתן מניין שאין נסמכין לבית עלי שנאמר (שמואל א ב, לב) לא יהיה זקן בביתך כל הימים מאי זקן אילימא זקן ממש והכתיב (שמואל א ב, לג) כל מרבית ביתך ימותו אנשים אלא סמיכה
9 und R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Woher, daß man Nachkommen der Familie E͑lis nicht ordiniere? Es heißt: <i>in deiner Familie soll sich nie mehr ein Alter befinden</i>; was ist nun unter ‘Alter’ zu verstehen, wollte man sagen, das Greisenalter, so heißt es ja bereits: <i>die Menge deiner Familie soll jung sterben</i>; wahrscheinlich also die Ordination.
י רבי זירא הוה מיטמר למיסמכיה דאמר רבי אלעזר לעולם הוי קבל וקיים כיון דשמעה להא דא"ר אלעזר אין אדם עולה לגדולה אלא א"כ מוחלין לו על כל עונותיו אמצי ליה אנפשיה
10 R. Zera versteckte sich, um nicht ordiniert zu werden, denn R. Elea͑zar sagte: Bleibe im Dunkeln, und du wirst leben. Als er aber das hörte, was R. Elea͑zar sagte, daß nämlich ein Mensch nur dann zur Größe gelange, wenn man ihm all seine Sünden vergeben hat, drängte er sich vor.
יא כי סמכוה לר' זירא שרו ליה הכי לא כחל ולא שרק ולא פירכוס ויעלת חן כי סמכוה לרבי אמי ולרבי אסי שרו להו הכי כל מן דין כל מן דין סמוכו לנא לא תסמכו לנא לא מסרמיטין ולא מסרמיסין ואמרי לה לא מחמיסין ולא מטורמיסין
11 Als man R. Zera ordinierte, sangen sie vor ihm wie folgt: Kein Stibium, keine Schminke und kein Frisieren, und doch eine anmutige Gazelle. Als man R. Ami und R. Asi ordinierte, sangen sie vor ihnen wie folgt: Solche, nur solche ordiniert uns; ordiniert uns aber keine von den Sarmiṭin und den Sarmisin; manche lesen: von den Ḥamisin und den Turmisin.
יב ר' אבהו כי הוה אתי ממתיבתא לבי קיסר נפקי מטרוניתא דבי קיסר ומשריין ליה רבה דעמיה מדברנא דאומתיה בוצינא דנהורא בריך מתייך לשלם:
12 Wenn R. Abahu aus dem Lehrhause zum Kaiser ging, kamen ihm die kaiserlichen Matronen entgegen und sangen vor ihm wie folgt: Fürst seines Volkes, Leiter seiner Nation, strahlende Leuchte, gesegnet sei dein Kommen in Frieden.
יג עריפת עגלה בשלשה: ת"ר (דברים כא, ב) ויצאו זקניך ושופטיך זקניך שנים שופטיך שנים ואין ב"ד שקול מוסיפין עליהן עוד אחד הרי כאן חמשה דברי ר' יהודה רבי שמעון אומר זקניך שנים ואין ב"ד שקול מוסיפין עליהם עוד אחד הרי כאן שלשה
13 D<small>AS</small> G<small>ENICKBRECHEN DES</small> K<small>ALBES DURCH DREI</small> [R<small>ICHTER</small>]. Die Rabbanan lehrten: <i>So sollen deine Ältesten und deine Richter hinausgehen; deine Ältesten</i>, zwei, <i>deine Richter</i>, zwei, und da das Gericht nicht aus einer geraden Zahl bestehen soll, so kommt noch einer hinzu, das sind somit fünf – so R. Jehuda, R. Šimo͑n sagte: <i>Deine Ältesten</i>, zwei, und da das Gericht nicht aus einer geraden Zahl bestehen soll, so kommt noch einer hinzu, das sind somit drei. –
יד ור"ש האי שופטיך מאי עביד ליה ההוא מיבעי ליה למיוחדין שבשופטיך ור' יהודה מזקני זקניך נפקא
14 Wofür verwendet R. Šimo͑n [das Wort] <i>Richter</i>!? – Dieses deutet darauf, daß sie von den Auserwählten der Richter sein müssen. – Und R. Jehuda? – Dies folgert er aus [dem Worte] <i>deiner Ältesten</i>. –
טו ור"ש אי מזקני הוה אמינא זקני השוק כתב רחמנא זקניך ואי כתיב זקניך הוה אמינא סנהדרי קטנה כתב רחמנא ושופטיך ממיוחדין שבשופטיך ורבי יהודה גמר זקני זקני מוסמכו זקני העדה את ידיהם מה להלן מיוחדין שבעדה אף כאן מיוחדין שבזקניך
15 Und R. Šimo͑n!? – Wenn es nur <i>Ältesten</i> hieße, so könnte man glauben, auch Alte von der Straße, daher schrieb der Allbarmherzige: <i>deine Ältesten</i>; und würde er nur <i>deine Ältesten</i> geschrieben haben, so könnte man glauben, vom kleinen Synedrium, daher schrieb der Allbarmherzige: <i>und deine Richter</i>, von den Auserwählten deiner Richter. – Und R. Jehuda!? – Er folgert dies aus [dem Worte] <i>Ältesten</i>, das auch [im Schriftverse]: <i>die Ältesten der Gemeinde sollen ihre Hände stützen</i>, gebraucht wird; wie da von den Auserwählten der Gemeinde, ebenso auch hierbei von den Auserwählten der Gemeinde. –
טז אי יליף לילף כולה מהתם זקניך ושופטיך למה לי אלא וי"ו ושופטיך למניינא ורבי שמעון וי"ו לא דריש
16 Wenn er es hiervon folgert, so sollte er ja alles folgern, wozu heißt es: <i>deine Ältesten und deine Richter</i>!? – Vielmehr, das <i>und</i> von <i>und deine Richter</i> deutet auf die Anzahl. – Und R. Šimo͑n!? – Er verwendet das <i>und</i> nicht zur Schriftforschung. –
יז אלא מעתה ויצאו שנים ומדדו שנים לרבי יהודה הרי תשעה לרבי שמעון שבעה ההוא מיבעי ליה לכדתניא ויצאו הן ולא שלוחן ומדדו שאפילו נמצא
17 Es heißt ja aber auch: <i>es sollen hinausgehen</i>, zwei, <i>es sollen messen</i>, zwei; demnach müßten es ja nach R. Jehuda neun und nach R. Šimo͑n sieben sein!? – Dies ist für die folgende Lehre nötig: <i>so sollen hinausgehen</i>, nur sie selbst, nicht aber ihre Vertreter; und <i>sie sollen messen</i>, selbst wenn [der Erschlagene]