Sanhedrin 37

Kapitel 37

א ואין עשה דוחה לא תעשה ועשה אלא מן האירוסין אמאי יבא עשה וידחה לא תעשה
1 und ein Gebot verdrängt nicht ein Verbot und Gebot, wenn aber nach der Verlobung, sollte doch das Gebot das Verbot verdrängen!? –
ב גזירה ביאה ראשונה אטו ביאה שניה
2 Bei der ersten Beiwohnung ist die folgende Beiwohnung berücksichtigt worden.
ג תניא נמי הכי אם קדמו ובעלו ביאה ראשונה קנו ואסור לקיימן בביאה שניה:
3 Ebenso wird auch gelehrt: Haben sie ihnen beigewohnt, so sind sie ihnen durch die erste Beiwohnung angeeignet, jedoch dürfen sie sie nicht zur zweiten Beiwohnung behalten.
ד מת לו מת כו': ת"ר (ויקרא כא, יב) ומן המקדש לא יצא לא יצא עמהן אבל יוצא הוא אחריהן כיצד הן נכסין והוא נגלה הן ניגלין והוא נכסה:
4 S<small>TIRBT IHM JEMAND &amp;C</small>. Die Rabbanan lehrten: <i>Und aus dem Heiligtume soll er nicht gehen</i>, er darf nicht mit ihnen zusammen gehen, wohl aber darf er hinter ihnen gehen; er zeige sich nämlich dann, wenn sie nicht mehr zu sehen sind, und verberge sich, wenn sie zu sehen sind.
ה ויוצא עד פתח כו': שפיר קאמר ר' יהודה
5 E<small>R GEHE BIS ZUR</small> T<small>ÜR &amp;C</small>. R. Jehuda erwiderte ja treffend!? –
ו אמר לך רבי מאיר אי הכי לביתו נמי לא אלא ה"ק מן המקדש לא יצא מקדושתו לא יצא וכיון דאית ליה הכירא לא אתי למינגע
6 R. Meír kann dir entgegnen: demnach dürfte er ja nicht einmal nach Hause gehen; vielmehr ist zu erklären: aus dem Heiligtume soll er nicht gehen, er soll aus seiner Heiligkeit nicht hinaus, wenn er aber in kenntlicher Weise folgt, so kommt er nicht dazu, [den Toten] zu berühren. –
ז ורבי יהודה אגב מרריה דילמא מקרי ואתי ונגע:
7 Und R. Jehuda!? – Durch seinen Schmerz veranlaßt könnte er doch dazu kommen, [den Toten] zu berühren.
ח כשהוא מנחם: ת"ר כשהוא עובר בשורה לנחם את אחרים סגן ומשוח שעבר בימינו וראש בית אב ואבלים וכל העם משמאלו וכשהוא עומד בשורה ומתנחם מאחרים סגן מימינו וראש בית אב וכל העם משמאלו
8 T<small>RÖSTET ER</small>. Die Rabbanan lehrten: Geht er mit der Reihe vorüber, um andere zu trösten, so befinden sich der Priesterpräses und der provisorische Priester an seiner Rechten, und der Obmann der Familienwache, die Leidtragenden und das ganze Volk an seiner Linken. Wenn er in der Reihe steht und von anderen getröstet wird, so befindet sich der Priesterpräses an seiner Rechten, und der Obmann der Familienwache und das ganze Volk an seiner Linken,
ט אבל משוח שעבר לא אתי גביה מ"ט חלשא דעתיה סבר קא חדי בי א"ר פפא ש"מ מהא מתניתא תלת שמע מינה היינו סגן היינו ממונה ושמע מינה אבלים עומדין וכל העם עוברין ושמע מינה אבלים לשמאל המנחמין הן עומדין
9 während der provisorische Priester an ihn nicht herankommt, weil er, im Glauben, dieser freue sich darüber, betrübt werden könnte. R. Papa sprach: Aus dieser Lehre ist dreierlei zu entnehmen. Es ist zu entnehmen, daß ‘Priesterpräses’ und ‘Beamter’ identisch sind; es ist zu entnehmen, daß die Leidtragenden stehen und das ganze Volk an ihnen vorübergeht; und es ist zu entnehmen, daß die Leidtragenden zur Linken der Kondolenten stehen.
י ת"ר בראשונה היו אבלים עומדין וכל העם עוברין והיו ב' משפחות בירושלים מתגרות זו בזו זאת אומרת אני עוברת תחלה וזאת אומרת אני עוברת תחלה התקינו שיהא העם עומדין ואבלים עוברין:
10 Die Rabbanan lehrten: Früher pflegten die Leidtragenden zu stehen und das ganze Volk an ihnen vorüberzugehen; es waren aber zwei mit einander streitende Familien in Jerušalem, die eine sagte, sie wolle vorangehen, und die andere sagte, sie wolle vorangehen; da ordnete man an, daß das ganze
יא (חזר והלך וסיפר סימן):
11 Volk stehe und die Leidtragenden vorübergehen.
יב אמר רמי בר אבא החזיר רבי יוסי את הדבר ליושנו בציפורי שיהיו אבלים עומדין וכל העם עוברין ואמר רמי בר אבא התקין רבי יוסי בציפורי שלא תהא אשה מהלכת בשוק ובנה אחריה משום מעשה שהיה ואמר רמי בר אבא התקין ר' יוסי בציפורי שיהיו נשים מספרות בבית הכסא משום ייחוד
12 Rami b. Abba sagte: R. Jose führte in Sepphoris den früheren Brauch wieder ein, daß nämlich die Leidtragenden stehen und die Kondolenten an ihnen vorübergehen. Ferner sagte Rami b. Abba: R. Jose ordnete in Sepphoris an, daß, wenn eine Frau auf der Straße geht, sie ihr Kind nicht hinter sich folgen lasse, wegen jenes Ereignisses. Ferner sagte Rami b. Abba: R. Jose ordnete in Sepphoris an, daß sich Frauen im Aborte unterhalten, wegen des Zusammenseins.
יג אמר רב מנשיא בר עות שאילית את רבי יאשיה רבה בבית עלמין דהוצל ואמר לי אין שורה פחותה מעשרה בני אדם ואין אבלים מן המנין בין שאבלים עומדין וכל העם עוברין בין שאבלים עוברין וכל העם עומדין:
13 R. Menasja b. A͑vath sagte: Ich fragte R. Jošija den Großen auf dem Friedhofe zu Huçal, und er sagte mir, eine Reihe müsse aus mindestens zehn Personen bestehen, und die Leidtragenden zählen nicht mit, und es sei einerlei, ob die Leidtragenden stehen und das ganze Volk an ihnen vorübergeht, oder die Leidtragenden vorübergehen und das ganze Volk steht.
יד כשהוא מתנחם כו': איבעיא להו כי מנחם הוא אחריני היכי אמר להו ת"ש והוא אומר תתנחמו היכי דמי אילימא כי מנחמי אחריני לדידיה אמר להו איהו תתנחמו נחשא קא רמי להו אלא כי מנחם לאחריני אמר להו תתנחמו ש"מ:
14 W<small>IRD ER GETRÖSTET &amp;C</small>. Sie fragten: Was spricht er, wenn er andere tröstet? – Komm und höre: Und er spricht: seid getröstet. In welchem Falle: wollte man sagen, wenn andere ihn trösten, erwidere er ihnen: seid getröstet, so gibt er ihnen ja ein böses Vorzeichen!? Vielmehr, wenn er andere tröstet, spricht er zu ihnen: seid getröstet. Schließe hieraus.
טו מלך לא דן כו': אמר רב יוסף לא שנו אלא מלכי ישראל אבל מלכי בית דוד דן ודנין אותן דכתיב (ירמיהו כא, יב) בית דוד כה אמר ה' דינו לבקר משפט ואי לא דיינינן ליה אינהו היכי דייני והכתיב (צפניה ב, א) התקוששו וקושו ואמר ר"ל קשט עצמך ואחר כך קשט אחרים
15 D<small>ER</small> K<small>ÖNIG KANN WEDER RICHTEN &amp;C</small>. R. Joseph sagte: Dies wird nur von den jisraélitischen Königen gelehrt, die davidischen aber können sowohl richten als auch gerichtet werden, denn es heißt: <i>Haus Davids, so spricht der Herr: Haltet alle Morgen gerechtes Gericht</i>, und wenn man ihn nicht richten könnte, wieso könnte er denn andere richten, es heißt ja: <i>sammelt euch und sammelt andere</i>, und Reš Laqiš erklärte: zuerst schmücke dich seihst, nachher schmücke andere. –
טז אלא מלכי ישראל מ"ט לא משום מעשה שהיה דעבדיה דינאי מלכא קטל נפשא אמר להו שמעון בן שטח לחכמים תנו עיניכם בו ונדוננו שלחו ליה עבדך קטל נפשא שדריה להו שלחו לי' תא אנת נמי להכא (שמות כא, כט) והועד בבעליו אמרה תורה יבא בעל השור ויעמוד על שורו
16 Weshalh nicht jisraélitische Könige!? – Wegen des folgenden Ereignisses. Ein Knecht des Königs Jannaj tötete einst einen Menschen; da sprach Šimo͑n b. Šataḥ zu den Weisen: Richtet auf ihn eure Augen, und wir wollen über ihn Gericht halten. Alsdann ließen sie ihm sagen: Dein Knecht hat einen Menschen getötet. Da schickte er ihn zu ihnen. Hierauf ließen sie ihm sagen: Komm auch du selbst her, denn die Tora sagt: <i>und es dem Besitzer angezeigt wird;</i> der Besitzer des Ochsen muß kommen und neben seinem Ochsen stehen.
יז אתא ויתיב א"ל שמעון בן שטח ינאי המלך עמוד על רגליך ויעידו בך ולא לפנינו אתה עומד אלא לפני מי שאמר והיה העולם אתה עומד שנאמר (דברים יט, יז) ועמדו שני האנשים אשר להם הריב וגו' אמר לו לא כשתאמר אתה אלא כמה שיאמרו חבריך
17 Hierauf kam er hin und setzte sich nieder. Da sprach Šimo͑n b. Šataḥ zu ihm: König Jannaj, steh auf (auf deine Füße), und die Zeugen sollen gegen dich zeugen. Du stehst nicht vor uns, sondern vor dem, der durch sein Wort die Welt erschaffen hat, denn es heißt: <i>so sollen sich die beiden Männer, die den Streit haben &amp;c. stellen</i>. Dieser erwiderte: Nicht auf dein Geheiß, nur wenn deine Genossen es verlangen.