Sanhedrin 39

Kapitel 39

א תוקפו של בועז ענוותנותו של פלטי בן ליש כדאמרן
1 Die Selbstbeherrschung Boa͑z’ war eine Kleinigkeit gegenüber der des Palṭi, des Sohnes Lajiš’, wie wir bereits erklärt haben.
ב אמר רבי יוחנן מאי דכתיב (משלי לא, כט) רבות בנות עשו חיל ואת עלית על כולנה רבות בנות עשו חיל זה יוסף ובועז ואת עלית על כולנה זה פלטי בן ליש
2 R. Joḥanan sagte: Es heißt: <i>viele Frauen haben sich wacker gezeigt, du aber übertriffst sie alle. Viele Frauen haben sich wacker gezeigt</i>, das sind Joseph und Boa͑z, <i>du aber übertriffst sie alle</i>, das ist Palṭi, der Sohn Lajiš’.
ג אמר רבי שמואל בר נחמן אמר רבי יונתן מאי דכתיב (משלי לא, ל) שקר החן והבל היופי שקר החן זה יוסף והבל היופי זה בועז יראת ה' היא תתהלל זה פלטי בן ליש
3 R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Es heißt: <i>Lug ist die Anmut und eitel die Schönheit. Lug ist die Anmut</i>, dies bezieht sich auf Joseph; <i>eitel die Schönheit</i>, dies bezieht sich auf Boa͑z; <i>die Gottesfürchtige soll gepriesen werden</i>, dies bezieht sich auf Palṭi, den Sohn Lajiš’.
ד דבר אחר שקר החן זה דורו של משה והבל היופי זה דורו של יהושע יראת ה' היא תתהלל זה דורו של חזקיה
4 Eine andere Erklärung: <i>Lug ist die Anmut</i>, dies bezieht sich auf das Zeitalter Mošes; <i>eitel ist die Schönheit</i>, dies bezieht sich auf das Zeitalter Jehošua͑s; <i>die Gottesfürchtige soll gepriesen werden</i>, dies bezieht sich auf das Zeitalter Ḥizqijas.
ה דבר אחר שקר החן זה דורו של משה ויהושע והבל היופי זה דורו של חזקיה יראת ה' היא תתהלל זה דורו של ר' יהודה ברבי אילעאי אמרו עליו על רבי יהודה ברבי אילעאי שהיו ששה תלמידים מתכסין בטלית אחת ועוסקין בתורה:
5 Eine andere Erklärung: <i>Lug ist die Anmut</i>, dies bezieht sich auf das Zeitalter Mošes und Jehošua͑s; <i>eitel ist die Schönheit</i>, dies bezieht sich auf das Zeitalter Ḥizqijahus; <i>die Gottesfürchtige soll gepriesen werden</i>, dies bezieht sich auf das Zeitalter des R. Jehuda b. R. Ilea͑j. Man erzählt von R. Jehuda b. R. Ilea͑j, daß sich sechs seiner Schüler mit einem Gewände zudeckten und sich mit der Tora befaßten.
ו <big><strong>מתני׳</strong></big> מת לו מת אינו יוצא מפתח פלטרין שלו רבי יהודה אומר אם רוצה לצאת אחר המיטה יוצא שכן מצינו בדוד שיצא אחר מיטתו של אבנר שנאמר (שמואל ב ג, לא) והמלך דוד הולך אחר המיטה א"ל לא היה הדבר אלא לפייס את העם וכשמברין אותו כל העם מסובין על הארץ והוא מיסב על הדרגש:
6 <b>S</b><small>TIRBT IHM JEMAND, SO VERLASSE ER NICHT DIE</small> T<small>ÜR SEINES</small> P<small>ALASTES</small>. R. J<small>EHUDA SAGT, WILL ER HINTER DER</small> B<small>AHRE GEHEN, SO DÜRFE ER DIES, DENN SO FINDEN WIR AUCH BEI</small> D<small>AVID, DASS ER HINTER DER</small> B<small>AHRE</small> A<small>BNERS GING, WIE ES HEISST</small>: <i>und der König David schritt hinter der Bahre her</i>. M<small>AN ENTGEGNETE IHM</small>: D<small>A GESCHAH ES NUR, UM DAS</small> V<small>OLK ZU BESÄNFTIGEN</small>. R<small>EICHT MAN IHM DAS</small> T<small>RAUERMAHL, SO LEGTE SICH DAS GANZE</small> V<small>OLK AUF DIE</small> E<small>RDE, ER ABER AUF EIN</small> D<small>ARGEŠ</small>.
ז <big><strong>גמ׳</strong></big> תנו רבנן מקום שנהגו נשים לצאת אחר המיטה יוצאות לפני המיטה יוצאות ר' יהודה אומר לעולם נשים לפני המיטה יוצאות שכן מצינו בדוד שיצא אחר מיטתו של אבנר שנאמר (שמואל ב ג, לא) והמלך דוד הולך אחר המיטה
7 GEMARA. Die Rabbanan lehrten: In Ortschaften, wo es üblich ist, daß die Frauen hinter der Bahre gehen, gehen sie, und wo es üblich ist, daß die Frauen vor der Bahre gehen, gehen sie. R. Jehuda sagt, Frauen gehen immer vor der Bahre, denn so finden wir bei David, daß er hinter der Bahre Abners ging, wie es heißt: <i>und der König David schritt hinter der Bahre her</i>.
ח אמרו לו לא היה הדבר אלא לפייס את העם ונתפייסו שהיה דוד יוצא מבין האנשים ונכנס לבין הנשים ויצא מבין הנשים ונכנס לבין האנשים שנאמר (שמואל ב ג, לז) וידעו כל העם וכל ישראל כי לא היתה מהמלך להמית את אבנר
8 Man entgegnete ihm: Da geschah dies nur, um das Volk zu besänftigen, und es wurde auch besänftigt. David ging nämlich von den Männern unter die Frauen und von den Frauen unter die Männer, denn es heißt: <i>da überzeugte sich das ganze Volk und ganz Jisraél daß die Ermordung Abners nicht vom Könige ausgegangen war</i>.
ט דרש רבא מאי דכתיב (שמואל ב ג, לה) ויבא כל העם להברות את דוד כתיב להכרות וקרינן להברות בתחלה להכרותו ולבסוף להברותו
9 Raba trug vor: Es heißt: <i>da kam das ganze Volk, um David das Mahl zu reichen</i>; geschrieben steht <i>um auszurotten</i> und wir lesen <i>das Mahl zu reichen</i>; anfangs, um ihn auszurotten, nachher aber um ihm das Mahl zu reichen.
י אמר רב יהודה אמר רב מפני מה נענש אבנר מפני שהיה לו למחות בשאול ולא מיחה ר' יצחק אמר מיחה ולא נענה ושניהן מקרא אחד דרשו (שמואל ב ג, לג) ויקונן המלך אל אבנר ויאמר הכמות נבל ימות אבנר ידיך לא אסורות ורגליך לא לנחשתים הוגשו
10 R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Weshalb wurde Abner bestraft? Weil er Šaúl wehren sollte und dies unterlassen hat. R. Jiçḥaq sagte: Er wehrte es ihm, ohne jedoch gehört zu werden. Beide folgerten sie es aus ein und demselben Schriftverse. <i>Und der König klagte über Abner und sprach: Sollte Abner den Tod eines Gottlosen sterben; deine Hände waren nicht gebunden, deine Füße nicht in Fesseln geschlagen</i>.
יא מאן דאמר לא מיחה הכי קאמר ידיך לא אסורות ורגליך לא לנחשתים הוגשו מאי טעמא לא מחית (שמואל ב ג, לד) כנפול לפני בני עולה נפלת ומ"ד מיחה ולא נענה איתמהויי מתמה הכמות נבל ימות ידיך לא אסורות ורגליך לא לנחשתים מכדי מחויי מחית מ"ט כנפול לפני בני עולה נפלת
11 Derjenige, welcher sagt, er hatte es ihm nicht gewehrt, erklärt wie folgt: deine Hände waren nicht gebunden, deine Füße nicht in Fesseln geschlagen, weshalb nun hast du es ihm nicht gewehrt? Darum: <i>wie man vor Ruchlosen fällt, bist du gefallen</i>. Derjenige aber, welcher sagt, er hatte es ihm gewehrt, sei aber nicht gehört worden, erklärt es in Frageform: weshalb starbst du den Tod eines Gottlosen, wo doch deine Hände nicht gebunden waren und deine Füße nicht in Fesseln geschlagen; du hast es ihm gewehrt, weshalb bist du nun gefallen, wie man vor einem Ruchlosen fällt!? –
יב למאן דאמר מיחה מ"ט איענש א"ר נחמן (ברבי) יצחק ששהא מלכות בית דוד שתי שנים ומחצה:
12 Weshalb wurde er bestraft, nach demjenigen, welcher sagt, er habe es ihm gewehrt? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Weil er die Herrschaft des davidischen Hauses zweieinhalb Jahre aufgehalten hatte.
יג וכשמברין אותו כו': מאי דרגש אמר עולא ערסא דגדא א"ל רבנן לעולא מי איכא מידי דעד האידנא לא אותביניה והשתא מותבינן ליה
13 R<small>EICHT MAN IHM DAS</small> T<small>RAUERMAHL &amp;C</small>. Was ist Dargeš? U͑la erwiderte: Ein Glücksbett. Die Rabbanan sprachen zu U͑la: Sollte er sich denn auf einen Gegenstand setzen, auf dem er sonst nicht sitzt!?
יד מתקיף לה רבא מאי קושיא דילמא מידי דהוה אאכילה ושתיה דעד האידנא לא אכילניה ולא אשקיניה השתא קא מוכלינן ליה וקא משקינן ליה אלא אי קשיא הא קשיא דרגש אינו צריך לכפותו אלא זוקפו ואי ס"ד ערסא דגדא אמאי אינו צריך לכפותו והתניא הכופה את מטתו לא מטתו בלבד הוא כופה אלא כל מטות שיש לו בתוך ביתו הוא כופה
14 Raba entgegnete: Was ist dies denn für ein Einwand, dies ist ja auch bei seinem Essen und Trinken der Fall: sonst werden ihm Speisen und Getränke nicht gereicht, dann aber wohl. Wenn man aber dagegen einwenden will, so ist es folgendes: Das Dargeš legte er nicht um, sondern stellte es [senkrecht] hin. Wieso braucht man es nicht umzulegen, wenn du sagst, es sei ein Glücksbett, es wird ja gelehrt, wer sein Bett umlegen muß, lege nicht nur sein eigenes Bett um, sondern alle Betten, die er im Hause hat!? –
טו מאי קושיא דילמא מידי דהוה אמטה מיוחדת לכלים דקתני אם היתה מיוחדת לכלים אינו צריך לכפותה אלא אי קשיא הא קשיא רשב"ג אומר דרגש מתיר קרביטין והוא נופל מאיליו ואי סלקא דעתך ערסא דגדא קרביטין מי אית ליה
15 Was ist dies für ein Einwand, dasselbe gilt ja auch von einem zur [Aufbewahrung] von Sachen bestimmten Bette, denn es wird gelehrt: ist es zur [Aufbewahrung] von Sachen bestimmt, so braucht man es nicht umzulegen. Wenn man aber dagegen einwenden will, so ist es folgendes: R. Šimo͑n b, Gamliél sagt, am Dargeš löse man die Gurte und es fällt von selber zusammen. Wenn es ein Glücksbett ist, so hat es ja keine Gurte!? –
טז אלא כי אתא רבין אמר אמר לי ההוא מרבנן ורב תחליפא שמיה דהוה שכיח בשוקא דגילדאי ואמר ליה מאי דרגש ערסא דצלא א"ר ירמיה א"ר יוחנן דרגש
16 Vielmehr, als Rabin kam, sagte er, einer von den Jüngern, namens R. Taḥlipha, der in der Riemerstraße verkehrte, habe ihm erklärt, Dargeš sei ein Lederbett. R. Jirmeja sagte im Namen R. Joḥanans: Beim Dargeš