Sanhedrin 42

Kapitel 42

א על הייחוד ועל הפנויה
1 und [den Verkehr] mit einer Ledigen. –
ב יחוד דאורייתא הוא דאמר ר' יוחנן משום ר' שמעון בן יהוצדק רמז לייחוד מן התורה מניין שנאמר (דברים יג, ז) כי יסיתך אחיך בן אמך וכי בן אם מסית בן אב אינו מסית אלא לומר לך בן מתייחד עם אמו ואין אחר מתייחד עם כל עריות שבתורה
2 Das Beisammensein ist ja nach der Tora [verboten]!? R. Joḥanan sagte nämlich im Namen des R. Šimo͑n b. Jehoçadaq: Wo finden wir in der Tora [das Verbot] des Beisammenseins [angedeutet]? Es heißt: <i>wenn dich dein Bruder, der Sohn deiner Mutter, verlockt</i>; kann etwa nur der Sohn einer Mutter verlocken, nicht aber der Sohn eines Vaters? Dies besagt vielmehr, daß nur ein Sohn mit seiner Mutter beisammen sein dürfe, sonst aber ist das Beisammensein mit jeder in der Tora verbotenen Frau verboten!? –
ג אלא אימא גזרו על ייחוד דפנויה
3 Lies vielmehr: sie verboten das Beisammensein mit einer Ledigen.
ד (מלכים א א, ה) ואדניה בן חגית מתנשא לאמר אני אמלוך אמר רב יהודה אמר רב מלמד שביקש להולמו ולא הולמתו
4 <i>Adonija aber, der Ḥaggith Sohn, überhob sich und meinte: ich werde König</i>. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Dies lehrt, daß er sich [die Krone] aufsetzte, sie ihm aber nicht paßte.
ה (מלכים א א, ה) ויעש לו רכב ופרשים וחמשים איש רצים לפניו מאי רבותא אמר רב יהודה אמר רב כולן נטולי טחול וחקוקי כפות רגלים היו:
5 <i>So schaffte er sich Wagen und Rosse an und fünfzig Mann, die vor ihm liefen. –</i> Was ist dabei so bedeutend? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Diesen allen war die Milz entfernt und die Fußsohle ausgehöhlt worden.
ו <big><strong>מתני׳</strong></big> לא ירבה לו סוסים אלא כדי מרכבתו וכסף וזהב לא ירבה לו מאד אלא כדי ליתן אספניא וכותב לו ס"ת לשמו יוצא למלחמה מוציאה עמה נכנס הוא מכניסה עמו יושב בדין היא עמו מיסב היא כנגדו שנאמר (דברים יז, יט) והיתה עמו וקרא בו כל ימי חייו:
6 <b>E</b> <i>r darf sich nicht viele Rosse halten</i>, <small>NUR SOVIEL ER FÜR SEINE</small> W<small>AGEN BRAUCHT</small>. <i>Und Silber und Gold soll er sich nicht in Masse anhäufen</i>, <small>NUR SOVIEL, UM DEN</small> S<small>OLD ZU ZAHLEN</small>. E<small>R SCHREIBE EINE</small> T<small>ORAROLLE AUF SEINEN</small> N<small>AMEN; ZIEHT ER IN DEN</small> K<small>RIEG, SO FÜHRE ER SIE BEI SICH; KEHRT ER HEIM, SO FÜHRE ER SIE BEI SICH; SITZT ER ZU</small> G<small>ERICHT, SO HALTE ER SIE BEI SICH; SITZT ER BEI</small> T<small>AFEL, SO BEFINDE SIE SICH IHM GEGENÜBER; DENN ES HEISST</small>: <i>er soll sie bei sich haben und sein Leben lang darin lesen</i>.
ז <big><strong>גמ׳</strong></big> תנו רבנן (דברים יז, טז) לא ירבה לו סוסים יכול אפילו כדי מרכבתו ופרשיו תלמוד לומר לו לו אינו מרבה אבל מרבה הוא כדי רכבו ופרשיו הא מה אני מקיים סוסים סוסים הבטלנין מניין שאפילו סוס א' והוא בטל שהוא בלא ירבה ת"ל (דברים יז, טז) למען הרבות סוס
7 GEMARA. Die Rabbanan lehrten: <i>Er darf sich nicht viele Rosse halten</i>, man könnte glauben, nicht einmal soviel, als er für seine Wagen und seine Reiter braucht, so heißt es <i>sich</i>, für sich darf er nicht viele halten, wohl aber soviel, als er für seine Wagen und seine Reiter braucht. Es heißt ja aber <i>Rosse</i>? Luxuspferde. Woher, daß auch ein Roß, das aber ein Luxuspferd ist, diesem Verbote unterliege? Es heißt: <i>um sich viele Rosse zu verschaffen</i>. –
ח וכי מאחר דאפילו סוס אחד והוא בטל קאי בלא ירבה סוסים למה לי לעבור בל"ת על כל סוס וסוס
8 Wenn er nun auch wegen eines einzigen Luxuspferdes das Verbot des Nichthaltens begeht, wozu heißt es <i>Rosse</i>!? – Daß er nämlich wegen jedes Rosses ein besonderes Verbot übertrete.
ט טעמא דכתב רחמנא לו הא לאו הכי ה"א אפילו כדי רכבו ופרשיו נמי לא לא צריכא לאפושי:
9 Also nur deshalb, weil der Allbarmherzige <i>sich</i> geschrieben hat, sonst aber könnte man glauben, nicht einmal für seine Wagen und seine Reiter!? – Dies besagt, daß er [zu diesem Zwecke] viele halten dürfe.
י וכסף וזהב לא ירבה לו אלא כדי ליתן אספניא: ת"ר (דברים יז, יז) וכסף וזהב לא ירבה לו יכול אפילו כדי ליתן אספניא ת"ל לו לו אינו מרבה אבל מרבה הוא כדי ליתן אספניא
10 U<small>ND</small> S<small>ILBER UND</small> G<small>OLD SOLL ER SICH NICHT IN</small> M<small>ASSE ANHÄUFEN, NUR SOVIEL, UM DEN</small> S<small>OLD ZUZAHLEN</small>. Die Rabbanan lehrten: <i>Und Silber und Gold soll er sich nicht in Masse anhäufen</i>; man könnte glauben, nicht einmal soviel, um den Sold zu zahlen, so heißt es <i>sich</i>, für sich darf er nicht anhäufen, wohl aber darf er dies, um den Sold zu zahlen. –
יא טעמא דכתב רחמנא לו הא לאו הכי הוה אמינא אפילו כדי ליתן אספניא נמי לא לא צריכא להרווחה
11 Also nur deshalb, weil der Allbarmherzige <i>sich</i> geschrieben hat, sonst aber könnte man glauben, nicht einmal soviel, um den Sold zu zahlen!? – Dies besagt, daß dies reichlich sein dürfe. –
יב השתא דאמרת לו לדרשה (דברים יז, יז) לא ירבה לו נשים מאי דרשת ביה למעוטי הדיוטות
12 Was folgerst du, wo du nun sagst, das <i>sich</i> werde zur Schriftforschung verwendet, aus: <i>er darf sich nicht viele Frauen halten</i>!? – Dies schließt Gemeine aus.
יג רב יהודה רמי כתיב (מלכים א ה, ו) ויהי לשלמה ארבעים אלף ארוות סוסים למרכבתו וכתיב (דברי הימים ב ט, כה) ויהי לשלמה ארבעת אלפים (ארוות) סוסים הא כיצד אם ארבעים אלף איצטבלאות היו כל אחד ואחד היו בו ד' אלפים ארוות סוסים ואם ד' אלפים איצטבלאות היו כל אחד ואחד היו בו ארבעים אלף ארוות סוסים
13 R. Jehuda wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt: <i>und Šelomo hatte vierzigtausend Pferdestände für seine Wagen</i>, dagegen heißt es: <i>und Šelomo hatte viertausend Pferdestände</i>; wie ist dies zu erklären? – Waren es vierzigtausend Marställe, so hatte jeder viertausend Pferdestände, waren es viertausend Marställe, so hatte jeder vierzigtausend Pferdestände.
יד (רבי) יצחק רמי כתיב (דברי הימים ב ט, כ) אין כסף נחשב בימי שלמה למאומה וכתיב (מלכים א י, כז) ויתן) שלמה את הכסף בירושלים כאבנים לא קשיא כאן קודם שנשא שלמה את בת פרעה כאן לאחר שנשא שלמה את בת פרעה
14 R. Jiçḥaq wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt: <i>denn das Silber wurde in den Tagen Šelomos nicht geachtet</i>, dagegen heißt es: <i>und Šelomo machte, daß das Silber in Jerušalem den Steinen gleichkam</i>!? – Das ist kein Widerspruch; eines bevor Šelomo die Tochter des Pareo͑ heiratete, und eines nachdem er die Tochter des Pareo͑ heiratete.
טו אמר רבי יצחק בשעה שנשא שלמה את בת פרעה ירד גבריאל ונעץ קנה בים והעלה שירטון ועליו נבנה כרך גדול שברומי
15 R. Jiçḥaq sagte: In der Stunde, als Šelomo die Tochter des Pareo͑ heiratete, kam Gabriél herab und steckte ein Rohr in das Meer; dieses brachte eine Sandbank hervor, auf der die große Stadt Rom erbaut wurde.
טז ואמר ר' יצחק מפני מה לא נתגלו טעמי תורה שהרי שתי מקראות נתגלו טעמן נכשל בהן גדול העולם כתיב (דברים יז, יז) לא ירבה לו נשים אמר שלמה אני ארבה ולא אסור וכתיב (מלכים א יא, ד) ויהי לעת זקנת שלמה נשיו הטו את לבבו
16 Ferner sagte R. Jiçḥaq: Weswegen werden die Gründe [der Gebote] der Tora nicht angegeben? In zwei Fällen wurden sie angegeben, und ein Großer der Welt strauchelte dadurch. Es heißt: <i>er soll sich nicht viele Frauen halten</i>; Šelomo aber sagte, er werde sie sich halten und doch nicht abwendig werden, und es heißt: <i>als nun Šelomo alt geworden war, verführten seine Frauen sein Herz</i>.
יז וכתיב (דברים יז, טז) לא ירבה לו סוסים ואמר שלמה אני ארבה ולא אשיב וכתיב (מלכים א י, כט) ותצא מרכבה ממצרים בשש וגו':
17 Ferner heißt es: <i>er soll sich nicht viele Rosse halten</i>; Šelomo aber sagte, er werde sie sich halten und doch nicht [nach Miçrajim] zurückkehren, und es heißt: <i>und es wurde ein Wagen aus Miçrajim herausgebracht um sechs &amp;c</i>.
יח וכותב ספר תורה לשמו: תנא ובלבד שלא יתנאה בשל אבותיו
18 E<small>R SCHREIBE EINE</small> T<small>ORAROLLE AUF SEINEN</small> N<small>AMEN</small>. Es wird gelehrt: Er darf aber nicht mit einer von seinen Vorfahren prunken.
יט אמר (רבא) אף על פי שהניחו לו אבותיו לאדם ספר תורה מצוה לכתוב משלו שנאמר (דברים לא, יט) ועתה כתבו לכם את השירה איתיביה אביי וכותב לו ספר תורה לשמו שלא יתנאה בשל אחרים מלך אין הדיוט לא
19 Raba sagte: Obgleich einem seine Eltern eine Torarolle hinterlassen haben, so ist es dennoch Gebot, sich eine selber zu schreiben, denn es heißt: <i>so schreibt euch nun das nachfolgende Lied auf</i>. Abajje wandte gegen ihn ein: Er schreibe eine Torarolle auf seinen Namen; er darf nicht mit einer von anderen geschriebenen prunken. Nur ein König, ein anderer aber nicht!? –
כ לא צריכא לשתי תורות וכדתניא (דברים יז, יח) וכתב לו את משנה וגו' כותב לשמו שתי תורות אחת שהיא יוצאה ונכנסת עמו ואחת שמונחת לו בבית גנזיו
20 Dies besagt, daß er zwei Torarollen [schreiben müsse], wie gelehrt wird: <i>Er soll sich eine Abschrift dieses Gesetzes schreiben &amp;c.</i>, er schreibe auf seinen Namen zwei Torarollen; eine, die er bei seinem Gehen und Kommen bei sich führe, und eine, die er in seiner Schatzkammer verwahre.
כא אותה שיוצאה ונכנסת עמו (עושה אותה כמין קמיע ותולה בזרועו שנאמר (תהלים טז, ח) שויתי ה' לנגדי תמיד כי מימיני בל אמוט) אינו נכנס בה לא לבית המרחץ ולא לבית הכסא שנאמר (דברים יז, יט) והיתה עמו וקרא בו מקום הראוי לקראות בו
21 Die er bei sich führt, fertige er nach der Art eines Amulettes und trage sie am Arme, denn es heißt: <i>ich habe den Herrn beständig vor mir stehen; wenn er zu meiner Rechten ist, werde ich nicht wanken</i>. Er darf damit weder in ein Badehaus, noch in einen Abort eintreten, denn es heißt: <i>er soll sie immer bei sich haben und darin lesen</i>; nur in einem Orte, da er darin lesen darf.
כב אמר מר זוטרא ואיתימא מר עוקבא בתחלה ניתנה תורה לישראל בכתב עברי ולשון הקודש חזרה וניתנה להם בימי עזרא בכתב אשורית ולשון ארמי ביררו להן לישראל כתב אשורית ולשון הקודש והניחו להדיוטות כתב עברית ולשון ארמי
22 Mar Zuṭra, nach anderen Mar U͑qaba, sagte: Zuerst wurde die Tora den Jisraéliten in der hebräischen Schrift und der Heiligenspräche verliehen; später, in den Tagen E͑zras, wurde sie ihnen wiederum in der assyrischen Schrift und der aramäischen Sprache verliehen; alsdann wählten sie für die Jisraéliten die assyrische Schrift und die Heiligensprache, und die hebräische Schrift und die aramäische Sprache ließen sie den Gemeinen. –
כג מאן הדיוטות אמר רב חסדא כותאי מאי כתב עברית אמר רב חסדא כתב ליבונאה
23 Wer sind die Gemeinen? R. Ḥisda erwiderte: Die Samaritaner. – Welche ist die hebräische Schrift? R. Ḥisda erwiderte: Die Libonaa͑-Schrift.
כד תניא רבי יוסי אומר ראוי היה עזרא שתינתן תורה על ידו לישראל אילמלא (לא) קדמו משה במשה הוא אומר (שמות יט, ג) ומשה עלה אל האלהים בעזרא הוא אומר (עזרא ז, ו) הוא עזרא עלה מבבל מה עלייה האמור כאן תורה אף עלייה האמור להלן תורה
24 Es wird gelehrt: R. Jose sagte: E͑zra war würdig, daß die Tora durch ihn gegeben werde, wäre ihm Moše nicht zuvorgekommen. Von Moše heißt es: <i>und Moše stieg zu Gott hinauf</i>, und von E͑zra heißt es: <i>eben der E͑zra, der aus Babylonien hinaufstieg</i>; wie jenes Hinaufsteigen [zum Empfange] der Tora geschah, ebenso dieses Hinaufsteigen [zum Empfange] der Tora.
כה במשה הוא אומר (דברים ד, יד) ואותי צוה ה' בעת ההיא ללמד אתכם חקים ומשפטים בעזרא הוא אומר (עזרא ז, י) כי עזרא הכין לבבו לדרוש את תורת ה' (אלהיו) ולעשות וללמד בישראל חוק ומשפט ואף על פי שלא ניתנה תורה על ידו נשתנה על ידו הכתב שנאמר
25 Bei Moše heißt es: <i>mir aber befahl damals der Herr, euch Satzungen und Rechte zu lehren</i>, und bei E͑zra heißt es: <i>denn E͑zra hatte seinen Sinn darauf gerichtet, im Gesetze des Herrn zu forschen und es zu erfüllen und Jisraél Satzung und Recht zu lehren</i>. Und obgleich die Tora nicht durch ihn verliehen worden ist, so wurde durch ihn die Schrift geändert, denn es heißt: