Sanhedrin 86

Kapitel 86

א אריב"ל כל הזובח את יצרו ומתודה עליו מעלה עליו הכתוב כאילו כיבדו להקב"ה בשני עולמים העולם הזה והעולם הבא דכתיב (תהלים נ, כג) זובח תודה יכבדנני
1 R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wer seinen bösen Trieb schlachtet und [die begangene Sünde] bekennt, dem rechnet es die Schrift an, als hätte er den Heiligen, gepriesen sei er, in beiden Welten, in dieser Welt und in der zukünftigen Welt verehrt, denn es heißt: <i>wer ein Dankopfer schlachtet, verehrt mich.</i>
ב ואריב"ל בזמן שבית המקדש קיים אדם מקריב עולה שכר עולה בידו מנחה שכר מנחה בידו אבל מי שדעתו שפלה מעלה עליו הכתוב כאילו הקריב כל הקרבנות כולן שנאמר (תהלים נא, יט) זבחי אלהים רוח נשברה ולא עוד אלא שאין תפלתו נמאסת שנאמר (תהלים נא, יט) לב נשבר ונדכה אלהים לא תבזה:
2 Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Wer zur Zeit, als der Tempel noch bestand, ein Brandopfer darbrachte, hatte das Verdienst eines Brandopfers, wer ein Speisopfer, hatte das Verdienst eines Speisopfers, wer aber seinen Geist demütigt, dem rechnet es die Schrift an, als hätte er sämtliche Opfer dargebracht, denn es heißt: <i>die Schlachtopfer für Gott sind ein zerbrochener Geist.</i> Und noch mehr, sein Gebet wird nicht verschmäht, denn es heißt: <i>ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verschmähen.</i>
ג <big><strong>מתני׳</strong></big> היה רחוק מבית הסקילה כעשר אמות אומרים לו התודה שכן דרך כל המומתין מתודין שכל המתודה יש לו חלק לעוה"ב שכן מצינו בעכן שאמר לו יהושע (יהושע ז, יט) בני שים נא כבוד [לה'] אלהי ישראל ותן לו תודה (יהושע ז, כ) ויען עכן את יהושע ויאמר אמנה אנכי חטאתי וכזאת וכזאת וגו' ומנין שכיפר לו וידויו שנאמר (יהושע ז, כה) ויאמר יהושע מה עכרתנו יעכרך ה' ביום הזה ביום הזה אתה עכור ואי אתה עכור לעולם הבא
3 <b>I</b><small>ST EU UNGEFÄHR; ZEHN</small> E<small>LLEN VON DER</small> S<small>TEINIGUNGSSTEILE ENTFERNT, SO SPRICHT MAN ZU IHM</small>: L<small>EGE EIN</small> B<small>EKENNTNIS AB</small>. J<small>EDER, DER HINGERICHTET WERDEN SOLL, MUSS NÄMLICH EIN</small> B<small>EKENNTNIS ABLEGEN, DENN WER EIN</small> B<small>EKENNTNIS ABLEGT, HAT EINEN</small> A<small>NTEIL AN DER ZUKÜNFTIGEN</small> W<small>ELT.</small> S<small>O FINDEN WIR AUCH BEI</small> A͑<small>KHAN, DASS</small> J<small>EHOŠUA͑ ZU IHM SPRACH:</small> <i>Mein Sohn, gib doch dem Herrn, dem Gott Jisraéls, die Ehre und lege ihm ein Bekenntnis ab. Da erwiderte A͑khan Jehošua͑ und sprach: Wahrlich, ich habe gesündigt, das und das &amp;c.</i> W<small>OHER, DASS SEIN</small> B<small>EKENNTNIS IHM</small> S<small>ÜHNE VERSCHAFFTE?</small> E<small>S HEISST</small>: <i>Da sprach Jehošua͑: Wie hast du uns ins Unglück gestürzt! So stürze dich denn der Herr an diesem Tage ins Unglück</i>! A<small>N DIESEM</small> T<small>AGE SOLLST DU IM</small> U<small>NGLÜCKE SEIN, NICHT ABER IN DER ZUKÜNFTIGEN</small> W<small>ELT.</small>
ד ואם אינו יודע להתוודות אומרים לו אמור תהא מיתתי כפרה על כל עונותי ר' יהודה אומר אם היה יודע שהוא מזומם אומר תהא מיתתי כפרה על כל עונותי חוץ מעון זה אמרו לו א"כ יהו כל אדם אומר כן כדי לנקות עצמו:
4 W<small>ENN ER ABER KEIN</small> B<small>EKENNTNIS ABZULEGEN WEISS, SO SAGE MAN ZU IHM, DASS ER SPRECHE:</small> M<small>EIN</small> T<small>OD SEI EINE</small> S<small>ÜHNE FÜR ALL MEINE</small> S<small>ÜNDEN</small>. R. J<small>EHUDA SAGTE</small>: W<small>ENN ER WEISS, DASS GEGEN IHN FALSCHES</small> Z<small>EUGNIS ABGELEGT WURDE, SO SPRECHE ER:</small> M<small>EIN</small> T<small>OD SEI EINE</small> S<small>ÜHNE FÜR ALL MEINE</small> S<small>ÜNDEN MIT</small> A<small>USNAHME DIESER</small> S<small>ÜNDE.</small> M<small>AN ENTGEGNETE IHM:</small> W<small>ENN DEM SO WÄRE, SO KÖNNTE DIES JEDER SAGEN, UM SICH ALS UNSCHULDIG ZU ZEIGEN.</small>
ה <big><strong>גמ׳</strong></big> ת"ר נא אין נא אלא לשון בקשה
5 GEMARA. Die Rabbanan lehrten: ‘Doch’ ist nichts anderes als eine Art Bitte.
ו בשעה שאמר הקב"ה ליהושע (יהושע ז, יא) חטא ישראל אמר לפניו רבש"ע מי חטא אמר ליה וכי דילטור אני לך הפל גורלות הלך והפיל גורלות ונפל הגורל על עכן אמר לו יהושע בגורל אתה בא עלי אתה ואלעזר הכהן שני גדולי הדור אתם אם אני מפיל עליכם גורל על אחד מכם הוא נופל אמר לו בבקשה ממך אל תוציא לעז על הגורלות שעתידה ארץ ישראל שתתחלק בגורל שנאמר (במדבר כו, נה) אך בגורל יחלק את הארץ
6 Als nämlich der Heilige, gepriesen sei er, zu Jehošua͑ sprach: <i>Jisraél hat sich versündigt,</i> sprach er vor ihm: Herr der Welt, wer hat die Sünde begangen? Er erwiderte ihm: Bin ich etwa ein Angeber, geh, wirf Lose aus. Als er darauf fortging und Lose auswarf, und das Los auf A͑khan fiel, sprach dieser zu ihm: Jehošua͑, du willst mich durch das Los überführen! Du und Elea͑zar der Priester seid die beiden Größten des Zeitalters, und wenn ich über euch das Los werfen sollte, so würde es auf einen von euch beiden fallen. Jener erwiderte ihm: Ich bitte dich, bringe keinen Verdacht aus über das Los, denn dereinst wird auch das Jisraélland durch das Los verteilt werden; denn es heißt: <i>nur durch das Los soll das Land verteilt werden.</i>
ז תן תודה אמר רבינא שחודי שחדיה במילי כלום נבקש ממך אלא הודאה תן לו תודה והיפטר מיד ויען עכן את יהושע ויאמר אמנה אנכי חטאתי לה' אלהי ישראל וכזאת וכזאת עשיתי
7 Bekenne doch! Rabina sagte: Er überredete ihn durch Worte: wir verlangen ja von dir nichts mehr als ein Bekenntnis, lege ein Bekenntnis ab, und du wirst entlastet sein. <i>Da erwiderte A͑khan Jehošua͑ und sprach: Wahrlich, ich habe mich gegen den Herrn, den Gott Jisraéls, versündigt.</i>
ח אמר רב אסי אמר רבי חנינא מלמד שמעל עכן בשלשה חרמים שנים בימי משה ואחד בימי יהושע שנאמר כזאת וכזאת עשיתי רבי יוחנן אמר משום ר' אלעזר בר' שמעון חמשה ארבעה בימי משה ואחד בימי יהושע שנאמר אנכי חטאתי וכזאת וכזאת עשיתי
8 R. Asi sagte im Namen R. Ḥaninas: Dies lehrt, daß A͑khan sich dreimal gegen das Banngut vergangen hat; zweimal in den Tagen Mošes und einmal in den Tagen Jehošua͑s, denn es heißt: <i>das und das habe ich</i> <i>getan.</i> R. Joḥanan sagte im Namen des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n: Fünfmal, viermal in den Tagen Mošes und einmal in den Tagen Jehošua͑s, denn es heißt: <i>ich habe gesündigt: das und das habe ich getan</i>. –
ט ועד השתא מאי טעמא לא איענוש א"ר יוחנן משום ר' אלעזר בר' שמעון לפי שלא ענש על הנסתרות עד שעברו ישראל את הירדן
9 Weshalb wurde er bis dann nicht bestraft!? R. Joḥanan erwiderte im Namen des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n: Weil die Jisraéliten bis zu ihrem Überschreiten des Jarden wegen verborgener [Sünden] nicht bestraft wurden.
י כתנאי (דברים כט, כח) הנסתרות לה' אלהינו והנגלות לנו ולבנינו עד עולם למה נקוד על לנו ולבנינו ועל עי"ן שבעד מלמד שלא ענש על הנסתרות עד שעברו ישראל את הירדן דברי ר' יהודה
10 [Hierüber streiten] folgende Tannaím: <i>Das Verborgene steht beim Herrn unserem Gott, was aber offenbar ist, gilt uns und unseren Kindern immerdar.</i> Weshalb befinden sich Punkte über [den Worten] <i>uns und unseren Kindern</i> und auf dem A͑jin des [Wortes] <i>a͑d</i>? Dies lehrt, daß sie bis zu ihrem Überschreiten des Jarden wegen verborgener [Sünden] nicht bestraft wurden – so R. Jehuda.
יא א"ל ר' נחמיה וכי ענש על הנסתרות לעולם והלא כבר נאמר עד עולם אלא כשם שלא ענש על הנסתרות כך לא ענש על עונשין שבגלוי עד שעברו ישראל את הירדן אלא
11 R. Neḥemja sprach zu ihm: Wurden denn die verborgenen später geahndet, es heißt ja: <i>immerdar</i>!? Vielmehr, wie die Jisraéliten vor ihrem Überschreiten des Jarden wegen der nicht verborgenen [Sünden] nicht bestraft wurden, ebenso wurden sie auch nicht wegen der verborgenen bestraft. –