Shabbat 100

Kapitel 100

א נזיר חופף ומפספס אבל לא סורק
1 R. Šimo͑n sagt, der Naziräer dürfe sich das Haar reinigen und schlichten, nicht aber kämmen!? —
ב אלא הא והא ר' יהודה היא ותרי תנאי אליבא דר' יהודה האי תנא אליבא דר' יהודה סבר גריר והאי תנא אליבא דר' יהודה סבר לא גריר
2 Vielmehr, das eine und das andere nach R. Jehuda, nur streiten zwei Tannaím über die Ansicht R. Jehudas; nach dem einen Tanna ist R. Jehuda der Ansicht, dies schramme, und nach dem anderen Tanna ist R. Jehuda der Ansicht, dies schramme überhaupt nicht. —
ג במאי אוקימתא כר' יהודה אימא סיפא אבל פניו ידיו ורגליו מותר הא מעבר שיער
3 Wie ist, wo du sie R. Jehuda addiziert hast, der Schlußsatz zu erklären: Gesicht, Hände und Füße [damit zu reinigen] ist aber erlaubt. Man entfernt ja Haare!? —
ד איבעית אימא בקטן ואיבעית אימא באשה ואיבעית אימא בסריס
4 Wenn du willst, sage ich: bei einem Minderjährigen; wenn du willst, sage ich: bei einer Frau; und wenn du willst, sage ich: bei einem Kastraten.
ה אמר רב יהודה עפר לבינתא שרי אמר רב יוסף כוספא דיסמין שרי אמר רבא עפר פלפלי שרי אמר רב ששת ברדא שרי
5 R. Jehuda sagte: Mit Ziegelstaub ist es erlaubt. R. Joseph sagte: Mit Jasmintrestern ist es erlaubt. Raba sagte: Mit Pfefferpulver ist es erlaubt. R. Šešeth sagte: Mit Barada ist es erlaubt. —
ו מאי ברדא אמר רב יוסף תילתא אהלא ותילתא אסא ותילתא סיגלי אמר רב נחמיה בר יוסף כל היכא דליכא רובא אהלא שפיר דמי
6 Was ist Barada? R. Joseph erwiderte: Ein Drittel Aloë, ein Drittel Myrte und ein Drittel Veilchen. R. Neḥemja b. Joseph sagte: Wenn der größere Teil nicht aus Aloë besteht, ist es erlaubt.
ז בעו מיניה מרב ששת מהו לפצוע זיתים בשבת אמר להו וכי בחול מי התירו קסבר משום הפסד אוכלין
7 Man fragte R. Šešeth: Darf man am Šabbath Oliven aufspalten? Dieser erwiderte: Hat man es denn am Wochentage erlaubt!? — Er ist also der Ansicht [man dürfe dies nicht] wegen der Vernichtung von Speisen;
ח לימא פליגא דשמואל דאמר שמואל עושה אדם כל צורכו בפת אמרי פת לא מאיסא הני מאיסי
8 demnach wäre anzunehmen, daß er gegen Šemuél streitet, denn Šemuél sagte, man dürfe Brot zu jeglichem Behufe verwenden. — Ich will dir sagen, Brot wird nicht verunstaltet, diese aber werden verunstaltet.
ט אמימר ומר זוטרא ורב אשי הוו יתבי אייתו לקמייהו ברדא אמימר ורב אשי משו מר זוטרא לא משא אמרו ליה לא סבר לה מר להא דאמר רב ששת ברדא שרי אמר להו רב מרדכי בר מיניה דמר דאפילו בחול נמי לא ס"ל
9 Amemar, Mar Zuṭra und R. Aši saßen beisammen, und man brachte ihnen Barada; Amemar und R. Aši wuschen sich damit, Mar Zuṭra aber wusch sich nicht. Da sprachen sie zu ihm: Hält denn der Meister nichts von dem, was R. Šešeth gesagt hat, daß es nämlich mit Barada erlaubt sei!? R. Mordekhaj erwiderte ihnen: Der Meister aber nicht; er ist der Ansicht, man dürfe es nicht einmal am Wochentage.
י סבר לה כי הא דתניא מגרר אדם גלדי צואה וגלדי מכה שעל בשרו בשביל צערו אם בשביל ליפות אסור
10 Er hält es mit folgender Lehre: Man darf von seinem Körper angetrockneten Schmutz oder angetrockneten Eiter abkratzen, wenn sie ihm lästig sind, schönheitshalber aber ist dies verboten. —
יא ואינהו כמאן סברוה כי הא דתניא רוחץ אדם פניו ידיו ורגליו בכל יום בשביל קונו משום שנאמר (משלי טז, ד) כל פעל ה' למענהו:
11 Wessen Ansicht sind jene? — Der folgenden Lehre: Der Mensch wasche sich täglich Gesicht, Hände und Füße zu Ehren seines Schöpfers, denn es heißt: <i>alles hat der Herr ihm zu Ehren erschaffen</i>.
יב רבי אלעזר בן עזריה אומר קופה מטה על צדה ונוטל שמא יטול וכו': אמר רבי אבא אמר רבי חייא בר אשי (אמר רב) הכל מודים שאם נתקלקלה הגומא שאסור להחזיר
12 R. E<small>LEA͑ZAR B</small>. A͑<small>ZARJA SAGT, MAN NEIGE DEN</small> H<small>AUFEN AUF DIE</small> S<small>EITE UND NEHME</small> [<small>DIE</small> S<small>PEISE</small>]<small> HERAUS, DENN WENN MAN HERAUSHEBT &amp;C</small>. R. Abba sagte im Namen des R. Ḥija b. Aši im Namen Rabhs: Alle stimmen überein, daß, wenn die Vertiefung zusammengefallen ist, es verboten sei, sie wieder hinzustellen. —
יג תנן וחכמים אומרים נוטל ומחזיר היכי דמי אי דלא נתקלקלה הגומא. שפיר קא אמרי רבנן אלא לאו אף על פי דנתקלקלה הגומא
13 Wir haben gelernt: Die Weisen sagen, man dürfe sie herausnehmen und wieder hineinstellen. In welchem Falle: wollte man sagen, wenn die Vertiefung nicht zusammengefallen ist, so ist dies ja selbstverständlich; doch wohl, wenn die Vertiefung zusammengefallen ist? —
יד לא לעולם דלא נתקלקלה והכא בחוששין קמיפלגי מר סבר חוששין שמא נתקלקלה הגומא ומר סבר אין חוששין
14 Nein, tatsächlich, wenn sie nicht zusammengefallen ist, hier aber streiten sie, ob dies zu befürchten ist; einer ist der Ansicht, man befürchte, die Vertiefung könnte zusammengefallen sein, und einer ist der Ansicht, man befürchte nicht, die Vertiefung könnte zusammengefallen sein.
טו אמר רב הונא האי סליקוסתא דצה שלפה והדר דצה שריא ואי לאו אסיר
15 R. Hona sagte: Wenn man eine Narzisse hineingesteckt, herausgezogen und wieder hineingesteckt hat, so ist es erlaubt, wenn aber nicht, so ist es verboten.
טז אמר שמואל האי סכינא דביני אורבי דצה שלפה והדר דצה שרי ואי לאו אסיר
16 Šemuél sagte: Wenn man ein Messer zwischen die Mauerschichten hineingesteckt, herausgezogen und wieder hineingesteckt hat, so ist es erlaubt, wenn aber nicht, so ist es verboten.
יז מר זוטרא ואיתימא רב אשי אמר בגורדיתא דקני שפיר דמי
17 Mar Zuṭra, nach anderen R. Aši, sagte: In ein Rohrbüschel ist es erlaubt.
יח אמר. ליה רב מרדכי לרבא מתיב רב קטינא תיובתא הטומן לפת וצנונות תחת הגפן אם היה מקצת עליו מגולים אינו חושש
18 R. Mordekhaj sprach zu Raba: R. Qaṭina wandte ein: Wenn jemand Rüben oder Rettich unter einem Weinstocke versteckt hat, so hat er, falls ein Teil der Blätter unbedeckt bleibt,