Shabbat 99

Kapitel 99

א נוטל את הכיסוי והן נופלות
1 Man hebe den Deckel hoch, sodann fallen sie herunter!? —
ב אלא אי איתמר הכי איתמר אמר רבא לא שנו אלא שלא יחדן להטמנה אבל יחדן להטמנה מטלטלין אותן
2 Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: Raba sagte: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn man sie nicht zum Warmstellen bestimmt hat, hat man sie aber zum Warmstellen bestimmt, so darf man sie fortbewegen.
ג איתמר נמי כי אתא רבין א"ר יעקב א"ר אסי בן שאול אמר רבי לא שנו אלא שלא יחדן להטמנה אבל יחדן להטמנה מטלטלין אותן
3 Es wurde auch gelehrt: Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Ja͑qobs im Namen des R. Asi b. Šaúl im Namen Rabbis: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn man sie nicht zum Warmstellen bestimmt hat, hat man sie aber zum Warmstellen bestimmt, so darf man sie fortbewegen.
ד רבינא אומר בשל הפתק שנו תניא נמי הכי גיזי צמר של הפתק אין מטלטלין אותן ואם התקינן בעל הבית להשתמש בהן מטלטלין אותן
4 Rabina sagte: Dies wurde [von Wollflocken] aus dem Magazine gelehrt. Ebenso wird gelehrt: Wollflocken aus dem Magazine darf man nicht fortbewegen; hat sie der Besitzer zur Benutzung bestimmt, so darf man sie fortbewegen.
ה תנא רבה בר בר חנה קמיה דרב חריות של דקל שגדרן לעצים ונמלך עליהן לישיבה צריך לקשר רשב"ג אומר אין צריך לקשר הוא תני לה והוא אמר לה הלכה כרשב"ג
5 Rabba b. Bar Ḥana lehrte vor Rabh: Wenn man dürre Palmzweige zum Brennen geschnitten hat und sich nachher überlegt, sie zum Sitzen zu benutzen, so muß man sie vorher zusammenbinden; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, man brauche sie nicht zusammenzubinden. — Er lehrte es, und er sagte auch, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Gamliél.
ו איתמר רב אמר קושר ושמואל אמר חושב ורב אסי אמר יושב אע"פ שלא קישר ואע"פ שלא חישב
6 Es wird gelehrt: Rabh sagt, man müsse sie zusammenbinden, Šemuél sagt, man denke daran, und R. Asi sagt, man setze sich [vorher] darauf, obgleich man sie nicht zusammenbindet und daran nicht denkt.
ז בשלמא רב הוא דאמר כת"ק ושמואל נמי הוא דאמר כרשב"ג אלא רב אסי דאמר כמאן
7 Allerdings ist Rabh der Ansicht des ersten Tanna, ebenso ist Šemuél der Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamliél, wessen Ansicht aber ist R. Asi? —
ח הוא דאמר כי האי תנא דתניא יוצאין בפקורין ובציפא בזמן שצבען (בשמן) וכרכן במשיחה לא צבען (בשמן) ולא כרכן במשיחה אין יוצאין בהם ואם יצא בהן שעה אחת מבעוד יום אע"פ שלא צבע ולא כרכן במשיחה מותר לצאת בהן
8 Er vertritt die Ansicht des Tanna der folgenden Lehre: Man darf [am Šabbath] mit einem Flachspflaster oder einem Wollpflaster ausgehen, wenn man es mit Öl bestrichen und mit einer Schnur befestigt hat; hat man es nicht mit Öl bestrichen und mit einer Schnur befestigt, so darf man damit nicht ausgehen; ist man aber damit eine Stunde noch am Tage ausgegangen, so darf man damit ausgehen, auch wenn man es nicht mit Öl bestrichen und mit einer Schnur befestigt hat.
ט אמר רב אשי אף אנן נמי תנינא הקש שעל גבי המטה לא ינענעו בידו אבל מנענעו בגופו אבל אם היה (עליו) מאכל בהמה או שהיה עליו כר או סדין מבעוד יום מנענעו בידו ש"מ
9 R. Aši sagte: Auch wir haben gelernt: Man darf das Stroh auf dem Bette nicht mit der Hand aufschütteln, wohl aber mit dem Körper; wenn sich da aber Viehfutter befindet, oder ein Polster oder ein Laken sich darüber noch am Tage befunden hat, so darf man es auch mit der Hand aufschütteln. Schließe hieraus. —
י ומאן תנא דפליג עליה דרשב"ג רבי חנינא בן עקיבא דכי אתא רב דימי אמר זעירי א"ר חנינא פעם אחת הלך רבי חנינא בן עקיבא למקום אחד ומצא חריות של דקל שגדרום לשום עצים ואמר להם לתלמידיו צאו וחשבו כדי שנשב עליהן למחר ולא ידענא אי בית המשתה הוה אי בית האבל הוה
10 Wer ist der Tanna, der gegen R. Šimo͑n b. Gamliél streitet? — Es ist R. Ḥanina b. A͑qiba, denn als R. Dimi kam, erzählte er im Namen Zee͑ris im Namen R. Ḥaninas: Einst ging R. Ḥanina b. A͑qiba nach einem Orte und fand da dürre Palmzweige, die man als Brennholz geschnitten hatte; da sprach er zu seinen Schülern: Gehet und denket daran, daß wir uns morgen darauf setzen wollen. Ich weiß aber nicht, ob es bei einem Gastmahle oder bei einer Trauerfeier war.
יא מדקאמר אי בית המשתה הוה אי בית האבל הוה דוקא בית האבל או בית המשתה דטרידי אבל הכא קשר אין לא קשר לא
11 Da er nun sagte: ob es bei einem Gastmahle oder bei einer Trauerfeier war, so ist dies demnach nur bei einem Gastmahle oder einer Trauerfeier erlaubt, weil man zerstreut ist, sonst aber ist es nur dann erlaubt, wenn man sie zusammengebunden hat, nicht aber, wenn man sie nicht zusammengebunden hat.
יב אמר רב יהודה מכניס אדם מלא קופתו עפר ועושה בה כל צרכו דרש מר זוטרא משמיה דמר זוטרא רבה והוא שיחד לו קרן זוית
12 R. Jehuda sagte: Man darf einen Haufen Erde hereinbringen und damit alle seine Bedürfnisse verrichten. Mar Zuṭra trug im Namen Mar Zuṭra des Großen vor: Dies nur, wenn man dafür eine Ecke bestimmt hat.
יג אמרו רבנן קמיה דרב פפא כמאן כרבן שמעון בן גמליאל דאי כרבנן האמרי בעינן מעשה
13 Die Schüler sprachen vor R. Papa: Also nach R. Šimo͑n b. Gamliél, denn die Rabbanan sind ja der Ansicht, daß hierbei eine Tätigkeit erforderlich sei!?
יד אמר להו רב פפא אפילו תימא רבנן עד כאן לא קאמרי רבנן דבעינן מעשה אלא מידי דבר עבידא ביה מעשה אבל מידי דלא בר מיעבדא ביה מעשה לא
14 Da sprach R. Papa zu ihnen: Du kannst auch sagen, nach den Rabbanan, denn die Rabbanan sagen, eine Tätigkeit sei erforderlich nur bei dem, wobei eine solche nötig ist, nicht aber bei dem, wobei eine solche nicht nötig ist.
טו נימא כתנאי בכל חפין את הכלים חוץ מכלי כסף בגרתקון הא נתר וחול מותר
15 Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten: Mit allem darf man [am Šabbath] Gefäße putzen, ausgenommen silberne Gefäße mit kretischem Tone. Demnach ist es mit Natron und Sand erlaubt,
טז והתניא נתר וחול אסור מאי לאו בהא קמיפלגי דמר סבר בעינן מעשה ומר סבר לא בעינן מעשה
16 und [dem widersprechend] wird gelehrt, daß es mit Natron und Sand verboten ist!? Wahrscheinlich besteht ihr Streit in folgendem: einer ist der Ansicht, es sei eine Tätigkeit erforderlich, und einer ist der Ansicht, es sei keine Tätigkeit erforderlich. —
יז לא דכולי עלמא לא בעינן מעשה ולא קשיא (הא רבי יהודה הא ר' שמעון)
17 Nein, alle sind der Ansicht, eine Tätigkeit sei nicht erforderlich, dennoch ist dies kein Einwand;
יח הא רבי יהודה דאמר דבר שאין מתכוין אסור הא ר' שמעון דאמר דבר שאין מתכוין מותר
18 eine [Lehre] nach R. Jehuda, welcher sagt, die nicht beabsichtigte Tätigkeit sei verboten, und eine nach R. Šimo͑n, welcher sagt, die nicht beabsichtigte Tätigkeit sei erlaubt. —
יט במאי אוקימתא להא דשרי כר"ש אימא סיפא אבל לא יחוף בהם שערו ואי ר"ש משרא קשרי דתנן
19 Wie ist, wo du die Lehre, nach der es erlaubt ist, R. Šimo͑n addiziert hast, der Schlußsatz zu erklären: man darf aber damit nicht das Haar reinigen. R. Šimo͑n erlaubt dies ja, denn wir haben gelernt,