Shabbat 120

Kapitel 120

א (משלחין כלים בי"ט בין תפורין בין שאינן תפורין) אבל לא סנדל המסומר ולא מנעל שאינו תפור (בי"ט)
1 man dürfe am Feste Kleidungsstücke schicken, ob genäht oder ungenäht, nicht aber dürfe man am Feste eine genagelte Sandale oder einen ungenähten Schuh schicken!? –
ב בשבת מ"ט דאיכא כינופיא בי"ט נמי איכא כינופיא תענית צבור איכא כינופיא ליתסר מעשה כי הוה בכינופיא דאיסורא הכא כינופיא דהתירא הוה
2 Am Šabbath aus dem Grunde, weil dann eine Ansammlung stattfindet, und auch am Feste findet eine Ansammlung statt. – Demnach sollte es auch an einem Gemeindefasttage, an dem ebenfalls eine Ansammlung stattfindet, verboten sein!? – Das Ereignis geschah an einem Ansammlungstage, an dem [die Arbeit] verboten ist, an diesem Ansammlungstage aber ist es erlaubt.
ג ואפילו לר' חנינא בן עקיבא דאמר לא אסרו אלא בירדן ובספינה וכמעשה שהיה הני מילי ירדן דשאני משאר נהרות אבל י"ט ושבת כי הדדי נינהו דתנן אין בין י"ט לשבת אלא אוכל נפש בלבד
3 Und selbst nach R. Ḥanina b. A͑qiba, welcher sagt, man habe es nur in einem Schiffe auf dem Jarden verboten, weil es dem Ereignisse gleichen müsse, gilt dies nur hinsichtlich des Jarden, der anders als alle anderen Flüsse ist, während Šabbath und Fest einander gleichen, wie wir gelernt haben, einen Unterschied zwischen Šabbath und Fest gebe es nur bei der Zubereitung von Speisen.
ד א"ר יהודה אמר שמואל לא שנו אלא לחזק אבל לנוי מותר וכמה לנוי ר' יוחנן אמר חמש בזה וחמש בזה ור' חנינא אמר שבע בזה ושבע בזה
4 R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Dies wurde nur für den Fall gelehrt, wenn [die Nägel] zur Haltbarkeit sind, wenn aber zum Schmucke, so ist es erlaubt. – Wieviel sind es zum Schmucke? – R. Joḥanan sagte, fünf an der einen und fünf an der anderen, und R. Ḥanina sagte, sieben an der einen und sieben an der anderen.
ה א"ל ר' יוחנן לרב שמן בר אבא אסברא לך לדידי שתים מכאן ושתים מכאן ואחת בתרסיותיו לר' חנינא ג' מכאן וג' מכאן ואחת בתרסיותיו
5 R. Joḥanan sprach zu R. Šamen b. Abba: Ich will es dir erklären; nach mir, zwei an der einen Seite, zwei an der anderen Seite und einer am Riemen; nach R. Ḥanina, drei an der einen Seite, drei an der anderen Seite und einer am Riemen.
ו מיתיבי סנדל הנוטה עושה לו שבע דברי רבי נתן ורבי מתיר בי"ג
6 Man wandte ein: Wenn eine Sandale sich [nach einer Seite] neigt, so schlage man bis sieben [Nägel] ein – so R. Nathan; Rabbi erlaubte bis dreizehn.
ז בשלמא לרבי חנינא הוא דאמר כרבי נתן אלא רבי יוחנן דאמר כמאן הוא דאמר כר' נהוראי דתניא ר' נהוראי אומר ה' מותר ושבע אסור
7 Allerdings ist R. Ḥanina der Ansicht R. Nathans, wessen Ansicht aber ist R. Joḥanan? – Er ist der Ansicht R. Nehorajs, denn es wird gelehrt, R. Nehoraj sagt, fünf seien erlaubt, sieben seien verboten.
ח א"ל איפה לרבה בר בר חנה אתון תלמידי רבי יוחנן עבידו כר' יוחנן אנן נעביד כרבי חנינא
8 Epha sprach zu Rabba b. Bar Ḥana: Ihr, Schüler R. Joḥanans, verfahret nach R. Joḥanan, wir aber verfahren nach R. Ḥanina.
ט בעא מיניה רב הונא מרב אשי חמש מהו א"ל אפילו ז' מותר ט' מאי א"ל אפילו ח' אסור
9 R. Hona fragte R. Aši: Sind fünf [erlaubt]? Dieser erwiderte: Sogar sieben sind erlaubt. – Sind neun [erlaubt]? Dieser erwiderte: Sogar acht sind verboten.
י בעא מיניה ההוא רצענא מרבי אמי תפרו מבפנים מהו א"ל מותר ולא ידענא מ"ט
10 Ein Schuster fragte R. Ami: Wie ist es, wenn man sie von innen ausgefüttert hat? Dieser erwiderte: Es ist dann erlaubt; ich kenne aber nicht den Grund.
יא אמר רב אשי ולא ידע מר מ"ט כיון דתפרו מבפנים הוי ליה מנעל בסנדל גזרו ביה רבנן במנעל לא גזרו ביה רבנן
11 R. Aši sprach zu ihm: Wieso kennt der Meister den Grund nicht, sobald man sie von innen ausgefüttert hat, ist es ja ein Schuh, und die Rabbanan haben dies nur bei einer Sandale angeordnet, nicht aber bei einem Schuh!
יב בעא מיניה ר' אבא בר זבדא מר' אבא בר אבינא עשאו כמין כלבוס מהו א"ל מותר איתמר נמי אמר רבי יוסי בר' חנינא עשאו כמין כלבוס מותר
12 R. Abba b. Zabhda fragte R. Abba b. Abina: Wie ist es, wenn man [den Nagel] wie eine Krampe gebogen hat? Dieser erwiderte: Es ist dann erlaubt. Es wurde auch gelehrt: R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Hat man ihn wie eine [Krampe] gebogen, so ist es erlaubt.
יג א"ר ששת חיפהו כולו במסמרות כדי שלא תהא קרקע אוכלתו מותר
13 R. Šešeth sagte: Hat man sie ganz mit Nägeln bedeckt, damit der Boden sie nicht aufzehre, so ist es erlaubt.
יד תניא כוותיה דרב ששת לא יצא האיש בסנדל המסומר ולא יטייל מבית לבית אפילו ממטה למטה אבל מטלטלין אותו לכסות בו את הכלי ולסמוך בו כרעי המטה ור' אלעזר בר' שמעון אוסר נשרו רוב ממסמרותיו ונשתייר בו ד' או ה' מותר ורבי מתיר עד שבע חיפהו בעור מלמטה וקבע לו מסמרות מלמעלה מותר עשאו כמין כלבוס או כמין טס או כמין יתד או שחיפהו כולו במסמרות כדי שלא תהא קרקע אוכלתו מותר
14 Übereinstimmend mit R. Šešeth wird gelehrt: Ein Mann darf nicht mit einer genagelten Sandale ausgehen, er darf mit dieser nicht von Haus zu Haus gehen, nicht einmal von Bett zu Bett; wohl aber darf man sie fortbewegen, um damit ein Gefäß zuzudecken oder den Fuß einer Bettstelle zu stützen. R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n verbietet dies. Sind die meisten Nägel ausgefallen und nur vier oder fünf zurückgeblieben, so ist es erlaubt; Rabbi erlaubt bis sieben. Hat man sie unten mit Leder überzogen und oben mit Nägeln beschlagen, so ist es erlaubt; hat man [die Nägel] krampenartig, platt oder spitz gemacht, oder hat man sie ganz mit Nägeln bedeckt, damit der Boden sie nicht aufzehre, so ist es erlaubt. –
טו הא גופה קשיא אמרת נשרו רוב מסמרותיו אע"ג דנשתיירו ביה טובא והדר תני ארבע או חמש אין טפי לא
15 Dies widerspricht sich ja selbst; du sagst, ‘sind die meisten Nägel ausgefallen’, auch wenn viele zurückgeblieben sind, und darauf lehrt er ‘vier oder fünf’, nur so viel, mehr aber nicht!?
טז א"ר ששת לא קשיא כאן שנגממו כאן שנעקרו:
16 R. Šešeth erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn sie abgescheuert sind, das andere, wenn sie ganz ausgefallen sind.
יז ארבע או חמש מותר: השתא חמש שרי ארבע מיבעיא א"ר חסדא ארבע מסנדל קטן וחמש מסנדל גדול:
17 «Vier oder fünf &c., so ist es erlaubt.» Wenn fünf noch erlaubt sind, um wieviel mehr vier!? R. Ḥisda erwiderte: Vier bei einer kleinen Sandale, fünf bei einer großen Sandale.
יח ורבי מתיר עד שבע: והתניא רבי מתיר עד שלש עשרה נוטה שאני
18 «Rabbi erlaubt bis sieben.» Es wird ja aber gelehrt: Rabbi erlaubt bis dreizehn!? – Anders ist es, wenn sie sich nach der Seite neigt. –
יט השתא דאתית להכי לרבי יוחנן נמי לא קשיא נוטה שאני
19 Jetzt nun, wo du auf [diese Erklärung] gekommen bist, ist auch gegen R. Joḥanan nichts einzuwenden, denn anders ist es, wenn sie sich nach der Seite neigt.
כ אמר רב מתנה ואמרי לה אמר רב אחדבוי בר מתנה אמר רב מתנה אין הלכה כר' אלעזר בר' שמעון פשיטא יחיד ורבים הלכה כרבים מהו דתימא מסתברא טעמא דרבי אלעזר ברבי שמעון בהא קמ"ל
20 R. Mathna, manche sagen, R. Aḥadboj b. Mathna sagte im Namen R. Mathnas: Die Halakha ist nicht wie R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n. – Selbstverständlich, bei [einem Streite zwischen] einem Einzelnen und einer Mehrheit, ist ja die Halakha nach der Mehrheit [zu entscheiden]!? – Man könnte glauben, hierbei sei der Grund des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n einleuchtend, so lehrt er uns.
כא אמר רבי חייא אי לאו דקרו לי בבלאי שרי איסורי שרינא ביה טובא וכמה בפומבדיתא אמרין עשרין וארבע בסורא אמרין עשרין ותרתין אמר רב נחמן בר יצחק וסימניך עד דאתא מפומבדיתא לסורא חסר תרתי:
21 R. Ḥija sagte: Hätte man mich nicht den ‘Babylonier, der Verbotenes erlaubt’ genannt, würde ich hierbei sogar viele erlaubt haben. – Wieviel? – In Pumbeditha sagten sie, vierundzwanzig; in Sura sagten sie, zweiundzwanzig. R. Naḥman b, Jiçḥaq sagte: Als Merkzeichen [diene dir folgendes:] bis er von Pumbeditha nach Sura kam, fehlten zwei.
כב ולא ביחיד בזמן שאין ברגלו מכה:
22 A<small>UCH NICHT MIT EINER EINZELNEN, FALLS ER NICHT EINE</small> W<small>UNDE AM</small> F<small>USSE HAT</small>.