Shabbat 121

Kapitel 121

א הא יש ברגלו מכה נפיק בהי מינייהו נפיק אמר רב הונא באותה שיש בה מכה אלמא קסבר סנדל לשום צער עביד
1 Falls er aber eine Wunde am Fuße hat, darf er wohl ausgehen; an welchem Fuße darf er sie tragen? R. Hona erwiderte: An dem er die Wunde hat. Er ist also der Ansicht, daß man die Sandale wegen der Schmerzen trägt.
ב וחייא בר רב אמר באותה שאין בה מכה אלמא קסבר לשום תענוג עביד וזו שיש בה מכה מכתה מוכחת עליה
2 Ḥija b. Rabh erwiderte: An dem er nicht die Wunde hat. Er ist also der Ansicht, daß man die Sandale der Bequemlichkeit wegen trägt, und für den wunden Fuß bezeugt eben die Wunde.
ג ואף רבי יוחנן סבר לה להא דרב הונא דאמר ליה ר' יוחנן לרב שמן בר אבא הב לי מסנאי יהב ליה דימין אמר ליה עשיתו מכה
3 Auch R. Joḥanan ist der Ansicht R. Honas. R. Joḥanan sagte nämlich zu R. Šamen b. Abba: Reiche mir meinen Schuh. Und als dieser ihm den rechten reichte, sprach jener: Du behandelst [meinen Fuß], als wäre er verwundet. –
ד ודילמא כחייא בר רב ס"ל והכי קאמר עשית של שמאל מכה
4 Vielleicht war er tatsächlich der Ansicht des R. Ḥija b. Rabh, nur meinte er es wie folgt: du behandelst meinen linken [Fuß], als wäre er verwundet!?
ה ואזדא רבי יוחנן לטעמיה דאמר ר' יוחנן כתפילין כך מנעלין מה תפילין בשמאל אף מנעלין בשמאל
5 R. Joḥanan vertrat hiermit seine Ansicht, denn R. Joḥanan sagte: Wie die Tephillin so die Schuhe: wie man Tephillin auf die linke [Hand anlegt], so bei den Schuhen, [zuerst] den linken.
ו מיתיבי כשהוא נועל נועל של ימין ואחר כך נועל של שמאל
6 Man wandte ein: Beim Schuhanziehen ziehe man zuerst den rechten und nachher den linken an!?
ז אמר רב יוסף השתא דתניא הכי ואמר רבי יוחנן הכי דעבד הכי עבד ודעבד הכי עבד
7 R. Joseph sprach: Da wir nun so gelernt haben, während R. Joḥanan anders sagt, so hat, wer so verfährt, recht getan, und wer so verfährt, recht getan.
ח אמר ליה אביי דילמא רבי יוחנן הא מתני' לא הוה שמיע ליה ואי הוה שמיע ליה הוה הדר ביה ואי נמי שמיע ליה וקסבר אין הלכה כאותה משנה
8 Da sprach Abajje zu ihm: Vielleicht kannte R. Joḥanan diese Lehre nicht, hätte er sie aber gekannt, so würde er [von seiner Ansicht] abgekommen sein. Oder er kannte sie, war aber der Ansicht, die Halakha sei nicht wie diese Lehre!?
ט אמר רב נחמן בר יצחק ירא שמים יוצא ידי שתיהן ומנו מר בריה דרבנא היכי עביד סיים דימיניה ולא קטר וסיים דשמאליה וקטר והדר קטר דימיניה אמר רב אשי חזינא לרב כהנא דלא קפיד
9 R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Der Gottesfürchtige wird beiden gerecht. – Wer ist es? – Mar, der Sohn Rabinas. – Wie macht er es? – Er zieht den rechten an und schnürt ihn nicht zu, sodann zieht er den linken an und schnürt ihn zu, und nachher schnürt er den rechten zu. R. Aši erzählte: Ich sah, daß R. Kahana darauf nicht achtete.
י תנו רבנן כשהוא נועל נועל של ימין ואחר כך נועל של שמאל כשהוא חולץ חולץ של שמאל ואח"כ חולץ של ימין
10 Die Rabbanan lehrten: Beim Schuhanziehen ziehe man zuerst den rechten an und nachher den linken, beim Ausziehen ziehe man zuerst den linken aus und nachher den rechten.
יא כשהוא רוחץ רוחץ של ימין ואח"כ רוחץ של שמאל כשהוא סך סך של ימין ואח"כ של שמאל והרוצה לסוך כל גופו סך ראשו תחילה מפני שהוא מלך על כל איבריו:
11 Beim Waschen wasche man zuerst die Rechte und nachher die Linke. Beim Salben bestreiche man zuerst die Rechte und nachher die Linke. Wer den ganzen Körper salben will, bestreiche zuerst das Haupt, weil dieses der König aller Glieder ist.
יב ולא בתפילין: אמר רב ספרא לא תימא אליבא דמ"ד שבת לאו זמן תפילין הוא אלא אפילו למ"ד שבת זמן תפילין הוא לא יצא דילמא אתי לאיתויי ברה"ר
12 N<small>ICHT MIT</small> T<small>EPHILLIN</small>. R. Saphra sagte: Du brauchst nicht zu sagen, [dies gelte] nach demjenigen, welcher sagt, der Šabbath sei keine Zeit für die Tephillin, vielmehr darf man auch nach demjenigen, welcher sagt, der Šabbath sei eine Zeit für die Tephillin, mit diesen nicht ausgehen, weil man veranlaßt werden könnte, sie auf öffentlichem Gebiete zu tragen.
יג ואיכא דמתני לה אסיפא ואם יצא אינו חייב חטאת אמר רב ספרא לא תימא אליבא דמ"ד שבת זמן תפילין הוא אלא אפילו למ"ד שבת לאו זמן תפילין הוא אינו חייב חטאת מ"ט דרך מלבוש עבידא.
13 Manche beziehen dies auf den Schlußsatz: Ist er mit diesen ausgegangen, so ist er kein Sündopfer schuldig. Hierzu sagte R. Saphra: Du brauchst nicht zu sagen, [dies gelte] nach demjenigen, welcher sagt, der Šabbath sei eine Zeit für die Tephillin, vielmehr ist er auch nach demjenigen, welcher sagt, der Šabbath sei keine Zeit für die Tephillin, kein Sündopfer schuldig, weil sie wie ein Kleidungsstück sind.
יד ולא בקמיע בזמן שאינו מן המומחה: אמר רב פפא לא תימא עד דמומחה גברא ומומחה קמיע אלא כיון דמומחה גברא אף על גב דלא מומחה קמיע
14 N<small>OCH MIT EINEM</small> A<small>MULETT, FALLS ES NICHT VON EINEM</small> B<small>EWÄHRTEN HERRÜHRT</small>. R. Papa sagte: Du brauchst nicht zu sagen, nur wenn die Person bewährt ist und das Amulett bewährt ist, vielmehr, wenn nur die Person bewährt ist, auch wenn das Amulett nicht bewährt ist.
טו דיקא נמי דקתני ולא בקמיע בזמן שאינו מן המומחה ולא קתני בזמן שאינו מומחה ש"מ:
15 Dies ist auch zu beweisen; er lehrt: nicht mit einem Amulett, falls es nicht von einem Bewährten herrührt, er lehrt aber nicht: falls dieses nicht bewährt ist.
טז ת"ר איזהו קמיע מומחה כל שריפא ושנה ושלש אחד קמיע של כתב ואחד קמיע של עיקרין אחד חולה שיש בו סכנה ואחד חולה שאין בו סכנה
16 Die Rabbanan lehrten: Welches Amulett ist bewährt? Das einmal, abermals und drittmals geheilt hat, einerlei ob ein Inschriftamulett oder ein Wurzelamulett, einerlei, ob bei einem gefährlich Kranken oder bei einem ungefährlich Kranken.
יז לא שנכפה אלא שלא יכפה
17 Nicht nur, wenn er [beispielsweise] epileptisch ist, sondern auch, um vor Epilepsie bewahrt zu bleiben.
יח וקושר ומתיר אפילו ברה"ר ובלבד שלא יקשרנו
18 Er darf es umbinden und abnehmen, sogar auf öffentlichem Gebiete. Des Anschein es wegen aber darf man es nicht