Shabbat 163

Kapitel 163

א דלא מקנח לכו בחספא ולא קטיל לכו כינא אמנייכו ולא שליף לכו ירקא ואכיל לכו מכישא דאסיר גינאה:
1 da ihr euch nicht mit einer Scherbe abwischt, nicht ein Ungeziefer auf den Kleidern tötet und nicht Kräuter vom ganzen Bündel, wie der Gärtner es zusammengebunden, [zum Essen] herauszieht.
ב אמר ליה רב הונא לרבה בריה מאי טעמא לא שכיחת קמיה דרב חסדא דמחדדן שמעתיה אמר ליה מאי איזיל לגביה דכי אזילנא לגביה מותיב לי במילי דעלמא א"ל מאן דעייל לבית הכסא לא ליתיב בהדיא ולא ליטרח טפי דהאי כרכשתא אתלת שיני יתיב דילמא משתמטא שיני דכרכשתא ואתי לידי סכנה א"ל הוא עסיק בחיי דברייתא ואת אמרת במילי דעלמא כ"ש זיל לגביה
2 R. Hona sprach zu seinem Sohne Rabba: Weshalb bist du nicht vor R. Ḥisda zu finden, dessen Lehren scharfsinnig sind. Dieser erwiderte: Wozu sollte ich zu ihm gehen, so oft ich zu ihm komme, spricht er mit mir von weltlichen Dingen. So sprach er zu mir: Wer auf den Abort geht, setze sich nicht schnell und drücke nicht zu sehr, denn der Mastdarm ist an drei Zotten befestigt, und die Zotten könnten sich lösen, wodurch man in Gefahr geraten würde. Da sprach dieser: Er befaßt sich mit der Gesundheitskunde der Menschen und du sagst, es seien weltliche Dinge! Erst recht sollst du zu ihm gehen. Hat jemand vor sich eine Scholle und eine Scherbe, so wische er sich ab,
ג היו לפניו צרור וחרס רב הונא אמר מקנח בצרור ואין מקנח בחרס ורב חסדא אמר מקנח בחרס ואין מקנח בצרור מיתיבי היו לפניו צרור וחרס מקנח בחרס ואין מקנח בצרור תיובתא דרב הונא תרגמא רפרם בר פפא קמיה דרב חסדא אליבא דרב הונא באוגני כלים:
3 wie R. Hona sagt, mit der Scholle und nicht mit der Scherbe, und wie R. Ḥisda sagt, mit der Scherbe und nicht mit der Scholle. Man wandte ein: Hat jemand vor sich eine Scholle und eine Scherbe liegen, so wische er sich mit der Scherbe ab und nicht mit der Scholle. Dies ist ja eine Widerlegung R. Honas!? Raphram b. Papa erklärte dies vor R. Ḥisda nach R. Hona: Dies gilt von Griffen von Gef äßen.
ד היו לפניו צרור ועשבים רב חסדא ורב המנונא חד אמר מקנח בצרור ואין מקנח בעשבים וחד אמר מקנח בעשבים ואין מקנח בצרור מיתיבי המקנח בדבר שהאור שולטת בו שיניו התחתונות נושרות לא קשיא הא בלחין הא ביבשין
4 Hat jemand vor sich eine Scholle und Gras, so besteht hierüber ein Streit zwischen R. Ḥisda und R. Hamnuna: einer sagt, er wische sich ab mit der Scholle und nicht mit dem Grase, und einer sagt, er wische sich ab mit dem Grase und nicht mit der Scholle. Man wandte ein: Wenn sich jemand mit einem Gegenstande abwischt, über den das Feuer Gewalt hat, so lösen sich ihm die Zotten des Mastdarms!? –Das ist kein Einwand; das eine gilt von feuchtem und das andere von trockenem.
ה הנצרך לפנות ואינו נפנה רב חסדא ורבינא חד אמר רוח רעה שולטת בו וחד אמר רוח זוהמא שולטת בו תניא כמאן דאמר רוח זוהמא שולטת בו דתניא הנצרך לנקביו ואוכל דומה לתנור שהסיקוהו על גב אפרו וזו היא תחלת רוח זוהמא
5 Über den Fall, daß jemand seine Notdurft zu verrichten nötig hat und es unterläßt, streiten R. Ḥisda und Rabina: einer sagt, er wird von üblem Geruche heimgesucht, und einer sagt, er wird von Schmutzgeruch heimgesucht. Übereinstimmend mit demjenigen, welcher sagt, er wird von Schmutzgeruch heimgesucht, wird auch gelehrt: Ißt jemand, während er seine Notdurft zu verrichten nötig hat, so ist dies, als hätte man einen Ofen auf der Asche geheizt; dies ist der Beginn des Schmutzgeruches.
ו הוצרך ליפנות ואינו יכול ליפנות אמר רב חסדא יעמוד וישב יעמוד וישב רב חנן מנהרדעא אמר יסתלק לצדדין רב המנונא אמר ימשמש בצרור באותו מקום ורבנן אמרי יסיח דעתו אמר ליה רב אחא בריה דרבא לרב אשי כל שכן דכי מסח דעתיה לא מפני אמר ליה יסיח דעתו מדברים אחרים אמר רב ירמיה מדיפתי לדידי חזי לי ההוא טייעא דקם ויתיב וקם ויתיב עד דשפך כקדרה
6 Wenn jemand seine Notdurft verrichten will, es aber nicht kann, so soll er, wie R. Ḥisda sagt, sich aufrichten und niedersetzen, aufrichten und niedersetzen. R. Ḥanan aus Nehardea͑ sagt, er wende sich seitwärts. R. Hamnuna sagt, er betaste die betreffende Stelle mit einer Scholle. Die Rabbanan sagen, er denke nicht daran. R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Wenn er daran nicht denkt, so verrichtet er ja seine Notdurft erst recht nicht!? Dieser erwiderte: Er denke nicht an andere Dinge. R. Jirmeja aus Diphte erzählte: Ich sah einen Araber, der sich so lange aufgerichtet und niedergesetzt hat, bis sich ihm [die Entleerung] wie aus einem Topfe ergoß.
ז ת"ר הנכנס לסעודת קבע יהלך י' פעמים של ארבע [ארבע] אמות ואמרי לה ד' פעמים של עשר עשר אמות ונפנה ונכנס וישב במקומו:
7 Die Rabbanan lehrten: Wer sich zu einer regelmäßigen Mahlzeit begibt, gehe zuerst zehnmal vier Ellen, wie manche sagen, viermal zehn Ellen, verrichte seine Notdurft, dann gehe er und setze sich auf seinen Platz.
ח <big><strong>מתני׳</strong></big> חרס כדי ליתן בין פצים לחברו דברי רבי יהודה רבי מאיר אומר כדי לחתות בו את האור רבי יוסי אומר כדי לקבל בו רביעית אמר רבי מאיר אף על פי שאין ראיה לדבר זכר לדבר (ישעיהו ל, יד) לא ימצא במכיתתו חרש לחתות אש מיקוד אמר ליה רבי יוסי משם ראיה (ישעיהו ל, יד) ולחשוף מים מגבא:
8 <b>E</b><small>INE</small> S<small>CHERBE, ALS MAN SIE ZWISCHEN</small> B<small>RETTER LEGT</small> – <small>SO</small> R. J<small>EHUDA</small>; R. M<small>EÍR SAGT, ALS MAN DAMIT IM</small> F<small>EUER SCHARREN KANN</small>; R. J<small>OSE SAGT, ALS MAN MIT IHR EIN</small> V<small>IERTELLOG AUFNEHMEN KANN</small>. R. M<small>EÍR SPRACH</small>: W<small>ENN ES DAFÜR KEINEN</small> B<small>EWEIS GIBT, SO DOCH EINE</small> A<small>NDEUTUNG</small>: <i>Unter seinem Getrümm wird sich keine Scherbe finden, um Kohlen aus dem Brande zu scharren.</i> R. J<small>OSE SPRACH ZU</small> <small>IHM</small>: H<small>IERAUS EIN</small> B<small>EWEIS</small> [<small>ENTGEGENGESETZT</small>], <small>DENN ES HEISST WEITER</small>: <i>oder Wasser aus der Zisterne zu schöpfen</i>.
ט <big><strong>גמ׳</strong></big> (איבעיא להו שיעורא דרבי מאיר נפיש או שיעורא דרבי יוסי נפיש) מסתברא שיעורא דרבי יוסי נפיש ומקרא שיעורא דרבי מאיר נפיש דאי סלקא דעתך שיעורא דרבי יוסי נפיש לייט לה במנא זוטרא והדר לייט לה במנא רבה אמר אביי [מתני' נמי] לחתות אש מיקידה גדולה:
9 GEMARA. Sie fragten: Ist das Maß R. Meírs größer, oder ist das Maß R. Joses größer? – Einleuchtend ist es, daß das Maß R. Joses größer ist, aus dem angezogenen Verse aber geht hervor, daß das Maß R. Meírs größer ist. Wollte man sagen, das Maß R. Joses sei größer, so spricht er ja im Fluche zuerst von einem kleinen Gefäße und nachher von einem großen Gefäße. Abajje erklärte: Um Kohlen aus einem großen Brande zu scharren.
י רבי יוסי אומר משם ראיה: שפיר קאמר ליה רבי יוסי לרבי מאיר ורבי מאיר לא מיבעיא קאמר לא מיבעיא מידי דחשיב לאינשי דלא לישתכח ליה אלא אפילו מידי דלא חשיב לאינשי לא לישתכח ליה:
10 R. Jose erwiderte ja R. Meír zutreffend!?– R. Meir erklärt es wie folgt: Nicht allein Dinge, die für Menschen verwendbar sind, sondern auch Dinge, die für Menschen nicht verwendbar sind, werden nicht zu finden sein.
יא <br><br><big><strong>הדרן עלך המוציא יין</strong></big><br><br>
11 
יב מתני׳ <big><strong>אמר</strong></big> רבי עקיבא מניין לעבודה זרה שמטמאה במשא כנדה שנאמר (ישעיהו ל, כב) תזרם כמו דוה צא תאמר לו מה נדה מטמאה במשא אף עבודה זרה מטמאה במשא
12 <b>R.</b> A͑QIBA <small>SAGTE</small>: W<small>OHER, DASS EIN</small> G<small>ÖTZE GLEICH EINER</small> M<small>ENSTRUIERENDEN DURCH DAS</small> T<small>RAGEN VERUNREINIGEND IST</small>? E<small>S HEISST</small>: <i>wie eine Menstruierende wirst du sie hinstreuen, ‘hinaus’ zu ihnen sagen;</i> <small>WIE EINE</small> M<small>ENSTRUIERENDE DURCH DAS</small> T<small>RAGEN VERUNREINIGEND IST, EBENSO IST AUCH DER</small> G<small>ÖTZE DURCH DAS</small> T<small>RAGEN VERUNREINIGEND</small>.
יג גמ תנן התם מי שהיה ביתו סמוך לעבודה זרה ונפל אסור לבנותו כיצד יעשה כונס לתוך שלו ד' אמות ובונה
13 GEMARA. Dort haben wir gelernt: Wenn einem sein Haus, das sich in der Nähe eines Götzen befindet, einstürzt, so darf er es nicht wieder aufbauen. Was mache er? Er ziehe in seinem Gebiete vier Ellen ein und baue da.