Shabbat 185

Kapitel 185

א בעיגול של דבילה והוציאו לרשות הרבים בקורה והוציאו לרה"ר רבי יהודה אומר אם לא יכול אחד להוציאו והוציאוהו שנים חייבין ואם לאו פטורין ר"ש אומר אע"פ שלא יכול אחד להוציאו והוציאוהו שנים פטורים לכך נאמר בעשותה יחיד שעשאה חייב שנים שעשאוה פטורין
1 [Wenn zwei] einen Feigenkuchen halten und ihn auf öffentliches Gebiet hinaustragen, oder einen Balken halten und ihn auf öffentliches Gebiet hinaustragen, so sind sie, wie R. Jehuda sagt, falls ihn einer hinaustragen kann (und zwei ihn hinausgetragen haben), schuldig, sonst aber frei. R. Šimo͑n sagt, wenn zwei etwas hinausgetragen haben, seien sie frei, auch wenn einer es nicht hinaustragen kann, denn diesbezüglich heißt es: <i>und übertritt</i>, wenn einer [die Übertretung] ausübt, ist er schuldig, wenn zwei sie ausüben, sind sie frei. –
ב במאי קמיפלגי בהאי קרא (ויקרא ד, כז) ואם נפש אחת תחטא בשגגה מעם הארץ בעשותה ר"ש סבר תלתא מיעוטי כתיבי נפש תחטא אחת תחטא בעשותה תחטא חד למעוטי זה עוקר וזה מניח וחד למעוטי זה יכול וזה יכול וחד למעוטי זה אינו יכול וזה אינו יכול
2 Worin besteht ihr Streit? – Über folgenden Schriftvers: <i>Wenn aber eine Person aus dem gemeinen Volke sich unvorsätzlich vergeht und übertritt</i>. R. Šimo͑n erklärt: Es sind hier drei Ausschließungen vorhanden: <i>Person, eine</i> und <i>übertritt;</i> eine schließt den Fall aus, wenn einer [die Sache] fortnimmt und der andere sie niederlegt, eine schließt den Fall aus, wenn einer es kann und der andere es kann, und eine schließt den Fall aus, wenn einer es nicht kann und der andere es nicht kann.
ג ורבי יהודה חד למעוטי זה עוקר וזה מניח וחד למעוטי זה יכול וזה יכול וחד למעוטי יחיד שעשאה בהוראת ב"ד ור"ש יחיד שעשאה בהוראת ב"ד חייב
3 R. Jehuda [aber erklärt:] Eine schließt den Fall aus, wenn einer [die Sache] fortnimmt und der andere sie niederlegt; die andere schließt den Fall aus, wenn einer es kann und der andere es kann, und die dritte schließt den Fall aus, wenn jemand [eine Übertretung] durch Entscheidung des Gerichtshofes begeht. R. Šimo͑n aber ist der Ansicht, wer eine Übertretung durch Entscheidung des Gerichtshofes begeht, sei schuldig. –
ד ור"מ מי כתיב נפש תחטא אחת תחטא בעשותה תחטא תרי מעוטי כתיבי חד למעוטי זה עוקר וזה מניח וחד למעוטי יחיד שעשאה בהוראת ב"ד:
4 Und R. Meír!? – Heißt es etwa: <i>eine sich vergeht, Person sich vergeht, übertritt [und] sich vergeht</i>? Es sind nur zwei Ausschliessungen, von denen die eine den Fall ausschließt, wenn einer [die Sache] fortnimmt und der andere sie niederlegt, und die andere den Fall ausschließt, wenn jemand [eine Übertretung] durch Entscheidung des Gerichtshofes begeht.
ה אמר מר זה יכול וזה אינו יכול דברי הכל חייב הי מנייהו מיחייב אמר רב חסדא זה שיכול דאי זה שאינו יכול מאי קא עביד אמר ליה רב המנונא דקא מסייע בהדיה אמר ליה מסייע אין בו ממש
5 Der Meister sagte: Wenn einer es kann und der andere es nicht kann, so ist er nach aller Ansicht schuldig. Welcher von beiden ist schuldig? R. Ḥisda erwiderte: Derjenige, der es kann, denn derjenige, der es nicht kann, hat ja nichts getan. R. Hamnuna sprach zu ihm: Er hilft ja dem anderen mit!? Dieser erwiderte: Die Mithilfe ist bedeutungslos.
ו אמר רב זביד משמיה דרבא אף אנן נמי תנינא היה יושב על גבי המטה וארבע טליות תחת רגלי המטה טמאות מפני שאינה יכולה לעמוד על שלש ור' שמעון מטהר היה רוכב על גבי בהמה וד' טליות תחת רגלי הבהמה טהורות מפני שיכולה לעמוד על ג' ואמאי הא קמסייע בהדי הדדי לאו משום דאמרינן מסייע אין בו ממש
6 R. Zebid sagte im Namen Rabas: Auch wir haben demgemäß gelernt: Wenn [der Flußbehaftete] auf einem Lager sitzt und vier Tücher sich unter den [vier] Füßen desselben befinden, so sind sie unrein, weil es nicht auf drei stehen kann, und nach R. Šimo͑n rein. Wenn er auf einem Tiere sitzt und vier Tücher sich unter den [vier] Füßen desselben befinden, so sind sie rein, weil es auch auf drei stehen kann. Wieso denn, [der vierte Fuß] hilft ja mit!? Doch wohl deshalb, weil wir sagen, die Mithilfe sei bedeutungslos.
ז אמר רב יהודה מדיסקרתא לעולם אימא לך מסייע יש בו ממש ושאני הכא דעקרה לה לגמרי וכיון דזימנין עקרה הא וזימנין עקרה הא ליהוי כזב המתהפך מי לא תנן זב שהיה מוטל על ה' ספסלין או על ה' פונדאות לאורכן טמאים לרחבן טהורין ישן ספק מתהפך עליהן טמאין
7 R. Jehuda aus Disqarta sprach: Tatsächlich, kann ich dir erwidern, ist die Mithilfe wohl von Bedeutung, anders ist es aber hierbei, wo [das Tier] den Fuß ganz fortnehmen kann!? – Da es einmal diesen Fuß und einmal jenen Fuß fortnehmen kann, so gleicht dies dem Falle vom sich umdrehenden Flußbehafteten. Wir haben nämlich gelernt: Wenn ein Flußbehafteter auf fünfBänken oder auf fünf Beuteln liegt, so sind sie, wenn ihrer Lange nach, unrein, und wenn ihrer Breite nach, rein; hat er geschlafen, sodaß ein Zweifel obwaltet, ob er sich nicht umgedreht hat, so sind sie unrein.
ח אלא לאו משום דאמרינן מסייע אין בו ממש אמר רב פפי משמיה דרבא אף אנן נמי תנינא
8 Doch wohl deshalb, weil wir sagen, die Mithilfe sei bedeutungslos. R. Papi sagte im Namen Rabas: Auch wir haben demgemäß gelernt: