Shabbat 189

Kapitel 189

א כוחלת משום צובעת גודלת ופוקסת משום בונה וכי דרך בנין בכך אין כדדרש רבי שמעון בן מנסיא (בראשית ב, כב) ויבן ה' אלהים את הצלע מלמד שקילעה הקב"ה לחוה והביאה אצל אדם שכן בכרכי הים קורין לקלעיתא בניתא תניא ר"ש בן אלעזר אומר גודלת כוחלת ופוקסת לעצמה פטורה לחברתה חייבת וכן היה רבי שמעון בן אלעזר אומר משום רבי אליעזר אשה לא תעביר סרק על פניה מפני שצובעת
1 das Schminken wegen Färbens, das Kämmen und das Scheiteln wegen Bauens. – Aber ist dies denn die Art des Bauens? – Allerdings, wie R. Šimo͑n b. Menasja vorgetragen hat: <i>Und Gott</i>, <i>der Herr baute die Rippe;</i> dies lehrt, daß der Heilige, gepriesen sei er, die Ḥava flocht und sie zu Adam brachte, denn in den überseeischen Städten nennt man das Geflecht ‘Gebäude’. Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Wenn [eine Frau] sich selbst das Haar flicht, sich schminkt oder scheitelt, so ist sie frei, wenn einer anderen, so ist sie schuldig. Ebenso sagte R. Šimo͑n b. Elea͑zar im Namen R. Elie͑zers: Eine Frau darf sich keinen Puder aufs Gesicht auftragen, weil sie dadurch färbt.
ב תנו רבנן החולב והמחבץ והמגבן כגרוגרת המכבד והמרבץ והרודה חלות דבש שגג בשבת חייב חטאת הזיד ביום טוב לוקה ארבעים דברי ר' אליעזר וחכ"א אחד זה ואחד זה אינו אלא משום שבות
2 Die Rabbanan lehrten: Wer versehentlich am Šabbath milkt, buttert, im Quantum einer Dörrfeige käst, fegt, sprengt oder eine Honigscheibe aus der Wabe nimmt, ist ein Sündopfer schuldig; wenn vorsätzlich am Feste, so erhält er die vierzig [Geißelhiebe] – so R. Elie͑zer. Die Weisen sagen, an diesem und an jenem sei es nur des Feierns wegen verboten.
ג רב נחמן בר גוריא איקלע לנהרדעא בעו מיניה חולב משום מאי מיחייב אמר להו משום חולב מחבץ משום מאי מיחייב אמר להו משום מחבץ מגבן משום מאי חייב אמר להו משום מגבן אמרו ליה רבך קטיל קני באגמא הוה אתא שאיל בי מדרשא אמרו ליה חולב חייב משום מפרק מחבץ חייב משום בורר מגבן חייב משום בונה
3 Einst kam R. Nahm an b. Gorja nach Nehardea͑, und man fragte ihn: Wegen welchen Verbotes ist das Melken strafbar? Er erwiderte ihnen: Wegen Melkens. – Wegen welchen Verbotes ist das Buttern strafbar? Er erwiderte ihnen: Wegen Butterns. – Wegen welchen Verbotes ist das Käsen strafbar? Er erwiderte ihnen: Wegen Käsens. Da sprachen sie zu ihm: Dein Lehrer war wohl Binsenschneider? Hierauf kam er ins Lehrhaus und fragte es. Da erwiderte man ihm: Das Melken ist wegen Ablösens, das Buttern wegen Klaubens und das Käsen wegen Bauens strafbar.
ד המכבד המרבץ והרודה חלות דבש שגג בשבת חייב חטאת הזיד ביו"ט לוקה ארבעים דברי רבי אליעזר א"ר אלעזר מ"ט דר' אליעזר דכתיב (שמואל א יד, כז) ויטבול אותה ביערת הדבש וכי מה ענין יער אצל דבש אלא לומר לך מה יער התולש ממנו בשבת חייב חטאת אף חלות דבש הרודה ממנו בשבת חייב חטאת
4 «Wer versehentlich am Šabbath fegt, sprengt oder eine Honigscheibe aus der Wabe nimmt, ist ein Sündopfer schuldig; wenn vorsätzlich am Feste, so erhält er die vierzig [Geißelhiebe] – so R. Elie͑zer.» R. Elea͑zar sagte: Was ist der Grund R. Elie͑zers? Es heißt: <i>und er tauchte ihn in das Honiggesträuch</i>; welche Gemeinschaft hat das Gesträuch mit dem Honig? Dies besagt vielmehr: wie man, wenn man etwas am Šabbath vom Gesträuche reißt, ein Sündopfer schuldig ist, ebenso ist man ein Sündopfer schuldig, wenn man eine Honigscheibe aus der Wabe nimmt.
ה אמימר שרא זילחא במחוזא אמר טעמא מאי אמור רבנן דילמא אתי לאשויי גומות הכא ליכא גומות רבא תוספאה אשכחיה לרבינא דקא מצטער מהבלא ואמרי לה מר קשישא ברי' דרבא אשכחיה לרב אשי דקא מצטער מהבלא א"ל לא סבר לה מר להא דתניא הרוצה לרבץ את ביתו בשבת מביא עריבה מלאה מים ורוחץ פניו בזוית זו ידיו בזוית זו רגליו בזוית זו ונמצא הבית מתרבץ מאליו א"ל לאו אדעתאי
5 Amemar erlaubte in Maḥoza das Sprengen, denn er sagte: die Rabbanan haben das Sprengen deshalb verboten, weil man Vertiefungen glätten könnte, hier aber gibt es keine Vertiefungen. Rabba Tosphaáh traf Rabina, wie er durch die Schwüle gequält wurde, manche sagen, Mar Qešiša, der Sohn Rabas, traf R. Aši, wie er durch die Schwüle gequält wurde; da sprach er zu ihm: Hält der Meister denn nicht von der Lehre, daß, wer sein Haus am Šabbath sprengen will, eine Schüssel mit Wasser hole und sich das Gesicht in dieser Ecke, die Hände in jener Ecke und die Füße in einer anderen Ecke wasche, so daß das Haus von selbst gesprengt wird? Dieser erwiderte: Ich dachte nicht daran.
ו תנא אשה חכמה מרבצת ביתה בשבת והאידנא דסבירא לן כר' שמעון שרי אפי' לכתחלה:
6 Es wird gelehrt: Eine kluge Frau sprengt ihr Haus am Šabbath. Jetzt aber, wo wir der Ansicht R. Šimo͑ns sind, ist dies sogar von vornherein erlaubt.
ז <big><strong>מתני׳</strong></big> התולש מעציץ נקוב חייב ושאינו נקוב פטור ור"ש פוטר בזה ובזה:
7 <b>W</b><small>ER AUS EINEM DURCHLOCHTEN</small> P<small>FLANZENTOPFE PFLÜCKT, IST SCHULDIG, WENN AUS EINEM UNDURCHLOCHTEN, SO IST ER FREI; NACH</small> R. Š<small>IMO͑N IST ER IN BEIDEN</small> F<small>ÄLLEN FREI</small>.
ח <big><strong>גמ׳</strong></big> רמי ליה אביי לרבא ואמרי לה רבי חייא בר רב לרב תנן רבי שמעון פוטר בזה ובזה אלמא נקוב לר"ש כשאינו נקוב משוי ליה ורמינהו ר"ש אומר אין בין נקוב לשאינו נקוב
8 GEMARA. Abajje wies Raba, manche sagen, R. Ḥija b. Rabh wies Rabh auf einen Widerspruch hin: Wir haben gelernt, nach R. Šimo͑n sei man in beiden Fällen frei, wonach R. Šimo͑n den durchlochten [Pflanzentopf] dem undurchlochten gleichgestellt,