Shabbat 198

Kapitel 198

א אלא אם כן עשו לה מחיצה גבוה י' טפחים ואין שותין הימנה בשבת אא"כ הכניס לה ראשו ורובו ובור וחוליתה מצטרפין לעשר'
1 es sei denn, man hat um sie eine zehn Handbreiten hohe Umzäunung gemacht. Ferner darf man am Šabbath aus dieser nicht trinken, es sei denn, man hat den Kopf und den größeren Teil des Körpers hineingeneigt. Die Grube wird mit ihrem Schutt zur [Tiefe von] zehn [Handbreiten] vereinigt.
ב בעא מיניה רב מרדכי מרבא עמוד ברה"ר גבוה י' ורחב ד' וזרק ונח על גביו מהו מי אמרינן הרי עקירה באיסור הרי הנחה באיסור או דילמא כיון דממקום פטור קאתיא לא
2 R. Mordekhaj fragte Raba: Wie ist es, wenn man etwas auf einen zehn [Handbreiten] hohen und vier breiten Pfeiler wirft, der sich auf öffentlichem Gebiete befindet, und es da liegen bleibt: sagen wir, die Fortnähme und das Niedergehen sind unter Verbot geschehen, oder aber es kam ja aus einem Freigebiete?
ג א"ל מתניתין היא אתא שייליה לרב יוסף א"ל מתניתין היא אתא שייליה לאביי א"ל מתני' היא אמר להו כולכו ברוקא דהדדי תפיתו
3 Dieser erwiderte: Dies ist ja der Fall unserer Mišna. Hierauf kam er zu R. Joseph und fragte es ihn, und auch dieser erwiderte: Dies ist ja der Fall unserer Mišna. Hierauf kam er zu Abajje und fragte es ihn, und auch dieser erwiderte: Dies ist ja der Fall unserer Mišna.
ד א"ל ואת לא תסברא והתנן הנוטל מהן ונותן על גבן חייב א"ל דילמא מתני' במחט
4 Da sprach er zu ihnen: Ihr alle habt denselben Speichel gespieen. Sie sprachen zu ihm: Bist du denn nicht dieser Ansicht, wir haben ja gelernt: wer [&c.] etwas nimmt oder darauf legt, ist schuldig!? Da erwiderte er ihnen: Die Mišna spricht vielleicht von einer Nadel. –
ה מחט נמי א"א דלא מדליא פורתא דאית ליה מורשא א"נ דרמיא בחריצה
5 Auch eine Nadel muß ja ein wenig höher geworfen werden!? – Wenn [der Felsen] eine Vertiefung hat. Oder auch, wenn [die Nadel] in einen Spalt fällt.
ו אמר רב מישא בעי רבי יוחנן כותל ברה"ר גבוה י' ואינו רחב ארבע ומוקף לכרמלית ועשאו רה"י וזרק ונח על גביו מהו מי אמרינן כיון דאינו רחב ד' מקום פטור הוא או דילמא כיון דעשאו רה"י כמאן דמלי דמיא
6 R. Mejaša erzählte: R. Joḥanan fragte, wie es denn sei, wenn jemand etwas auf eine zehn [Handbreiten] hohe und weniger als vier breite Wand wirft, die sich auf öffentlichem Gebiete befindet und an ein Neutralgebiet anschließt, wodurch dieses Privatgebiet wird, und es da liegen bleibt: sagen wir, sie sei Freigebiet, da sie keine vier breit ist, oder aber wird sie, da sie das [Neutralgebiet] zum Privatgebiete macht, [mit diesem verbunden und dieses] als ausgefüllt betrachtet?
ז אמר עולא קל וחומר לאחרים עושה מחיצה לעצמו לא כ"ש איתמר נמי א"ר חייא בר אשי אמר רב וכן א"ר יצחק א"ר יוחנן כותל ברה"ר גבוה י' ואינו רחב ארבע ומוקף לכרמלית ועשאו רה"י הזורק ונח על גביו חייב לאחרים עושה מחיצה לעצמו לא כ"ש
7 U͑la erwiderte: Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn sie anderes abgrenzt, um so mehr sich selbst. Es wurde auch gelehrt: R. Ḥija b. Aši sagte im Namen Rabhs, und ebenso sagte R. Jiçḥaq im Namen R. Joḥanans: Wenn jemand etwas auf eine zehn [Handbreiten] hohe und weniger als vier breite Wand, die sich auf öffentlichem Gebiete befindet und sich an ein Neutralgebiet anschließt, wodurch dieses Privatgebiet wird, wirft, und es da liegen bleibt, so ist er schuldig, denn, wenn sie anderes abgrenzt, um so mehr sich selbst.
ח בעי רבי יוחנן בור תשעה ועקר ממנו חוליא והשלימה לעשרה מהו עקירת חפץ ועשיית מחיצה בהדי הדדי קאתו ומיחייב או לא מיחייב ואם תימצי לומר כיון דלא הוי מחיצה עשרה מעיקרא לא מיחייב בור י' ונתן לתוכה חוליא ומיעטה מהו הנחת חפץ וסילוק מחיצה בהדי הדדי קאתו מיחייב או לא מיחייב
8 R. Joḥanan fragte: Wie ist es, wenn man [am Šabbath] aus einer neun [Handbreiten] tiefen Grube ein Stück Erde reißt und sie dadurch auf zehn ergänzt: ist man schuldig, da mit der Fortnahme des Gegenstandes die Entstehung des [privaten] Gebietes erfolgt, oder ist man nicht schuldig? Und wie ist es, wenn du entscheidest, man sei nicht schuldig, da vorher kein [privates] Gebiet vorhanden war, wenn man in eine zehn [Handbreiten] tiefe Grube ein Stück Erde wirft und dadurch [die Tiefe] verringert: ist man schuldig, da das Niederlegen des Gegenstandes mit der Aufhebung des [privaten] Gebietes zusammen trifft, oder ist man nicht schuldig? –
ט תיפשוט ליה מדידיה דתנן הזורק ארבע אמות בכותל למעלה מעשרה טפחים כזורק באויר למטה מעשרה כזורק בארץ והזורק בארץ ארבע אמות חייב והוינן בה והא לא נח
9 Dies ist ja aus seiner eigenen Lehre zu entscheiden!? Wir haben nämlich gelernt, daß, wenn jemand etwas vier Ellen an eine Wand wirft, dies, wenn oberhalb zehn Handbreiten, ebenso sei, als hätte er in die Luft geworfen, und wenn innerhalb zehn [Handbreiten, als hätte er auf die Erde geworfen, und wer vier Ellen auf die Erde wirft, sei schuldig. Und auf unseren Einwand, es bleibt ja da nicht liegen,
י ואמר רבי יוחנן בדבילה שמינה שנינו ואמאי הא קא ממעט מארבע אמות
10 erwiderte R. Joḥanan, dies gelte von einem klebrigen Stück Feigenkuchen. Wieso ist er trotzdem schuldig, dieses verringert ja die [Entfernung von] vier EllenDie Mišna spricht von 4 Ellen, auch wenn ganz ohne Überschuß, u. nach RJ. ist man schuldig, auch wenn diese durch das Wurfobjekt verringert werden</i>!? –
יא התם לא מבטל ליה הכא מבטל ליה
11 Da wird dadurch [das Sondergebiet] nicht aufgehoben, hierbei aber wird es dadurch aufgehoben.
יב בעי רבא זרק דף ונח על גבי יתידות מהו מאי קמיבעיא ליה הנחת חפץ ועשיית מחיצה בהדי הדדי קאתו היינו דרבי יוחנן
12 Raba fragte: Wie ist es, wenn man ein Brett wirft und es auf Pflöcken liegen bleibt? – Was ist ihm da fraglich, beim Niederlegen des Gegenstandes entsteht ja das Sondergebiet, somit ist dies j a dasselbe, hinsichtlich dessen bereits R. Joḥanan [gefragt hat]!? –
יג כי קמיבעיא ליה לרבא כגון דזרק דף וחפץ על גביו מאי כיון דבהדי הדדי קאתו כהנחת חפץ ועשיית מחיצה דמי או דילמא כיון דלא אפשר דלא מידלא פורתא והדר נייח כעשיית מחיצה והנחת חפץ דמי תיקו
13 Raba fragt hinsichtlich des Falles, wenn man ein Brett wirft, auf dem sich ein Gegenstand befindet: sagen wir, daß dies, da sie gleichzeitig niedergehen, ebenso ist, als würde man die Sache niederlegen und nachher das Sondergebiet errichten, oder aber ist es, da es nicht möglich ist, daß [die auf dem Brette befindliche Sache] sich nicht ein wenig erhebt, ebenso, als würde man das Sondergebiet errichten und nachher die Sache niederlegen. – Dies bleibt unentschieden.
יד אמר רבא פשיטא לי מים על גבי מים היינו הנחתן אגוז על גבי מים
14 Raba sagte: Es ist mir klar, daß es beim Wasser auf Wasser ein Niederlegen gibt und bei einer Nuß auf Wasser