Shabbat 214

Kapitel 214

א למה שמנו חכמים אדרבה למה שמנו חכמים אין להם עור ואמר אביי הכי קאמר אין עור חלוק מבשר אלא למה שלא מנו חכמים אמר ליה רבא הא למה שמנו חכמים קאמר אלא אמר רבא הכי קאמר אין עור מטמא כבשר אלא למה שמנו חכמים מכלל דרבי יוחנן בן נורי הנך נמי דלא מנו חכמים מטמאין והא קתני ר' יוחנן בן נורי אומר ח' שרצים יש להן עורות ולא מטמאין [אמר רב] אדא בר מתנה תריץ הכי וחכמים אומרים לענין טומאה אין עור למה שמנו חכמים
1 Im Gegenteil, die die Weisen da aufgezählt haben, haben ja keine Haut!? Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: nur diejenigen, die die Weisen da nicht aufgezählt haben, haben eine Haut, die sich vom Fleische unterscheidet. Raba sprach zu ihm: Es heißt ja aber: die die Weisen aufgezählt haben!? Vielmehr, sagte Raba, meint er es wie folgt: eine gleich ihrem Fleische verunreinigende Haut haben nur diejenigen, die die Weisen aufgezählt haben. – Demnach ist nach R. Joḥanan b. Nuri [auch die Haut] derjenigen verunreinigend, die die Weisen nicht aufgezählt haben, während doch gelehrt wird, R. Joḥanan b. Nuri sagt, die acht Kriechtiere haben eine Haut, die nicht verunreinigend ist!? R. Ada b. Mathna erwiderte: Erkläre es wie folgt: die Weisen sagen, hinsichtlich der Unreinheit haben eine Haut nur diejenigen, die die Weisen aufgezählt haben. –
ב ואכתי לענין שבת לא פליגי והתניא הצד אחד מח' שרצים האמורים בתורה החובל בהן חייב בשרצים שיש להן עורות ואיזו היא חבורה שאינה חוזרת נצרר הדם אע"פ שלא יצא רבי יוחנן בן נורי אומר ח' שרצים יש להן עורות
2 Streiten sie denn nicht auch hinsichtlich des Šabbaths, es wird ja gelehrt: Wer eines der acht in der Tora genannten Kriechtiere einfängt oder, die eine Haut haben, verwundet, ist schuldig. Welches heißt eine Wunde? Wenn sie sich nicht verzieht, auch wenn das Blut nur zusammenläuft und nicht hervorkommt. R. Joḥanan b. Nuri sagt, die acht Kriechtiere haben eine Haut!?
ג אמר רב אשי מאן ת"ק רבי יהודה דאזיל בתר גישתא דתנן ר' יהודה אומר הלטאה כחולדה אבל רבנן דפליגי עליה דרבי יוחנן לענין טומאה לענין שבת מודו ליה אי הכי האי דברי רבי יוחנן בן נורי דברי רבי יוחנן ומחלוקתו מיבעי ליה תני דברי רבי יוחנן בן נורי ומחלוקתו
3 R. Aši erwiderte: Der erste Tanna [dieser Barajtha] ist R. Jehuda, der sich nach dem Anfühlen richtet, wie wir gelernt haben: R. Jehuda sagt, die Eidechse gleiche dem Wiesel. Die Rabbanan aber, die gegen R. Joḥanan hinsichtlich der Unreinheit streiten, pflichten ihm hinsichtlich des Šabbaths bei. – Wieso heißt es demnach: so R. Joḥanan b. Nuri, es sollte ja heißen: so R. Joḥanan b. Nuri und seine Gegner!? – Lies: so R. Joḥanan b. Nuri und seine Gegner.
ד בעא מיניה לוי מרבי מנין לחבורה שאינה חוזרת דכתיב (ירמיהו יג, כג) היהפוך כושי עורו ונמר חברבורותיו מאי חברבורותיו אילימא דקאי ריקמי ריקמי האי ונמר חברבורותיו נמר גווניו מבעי ליה אלא ככושי מה עורו דכושי אינה חוזרת אף חבורה אינה חוזרת:
4 Levi fragte Rabbi: Woher, daß sie eine Wunde heißt, wenn sie sich nicht verzieht? – Es heißt: <i>kann der Mohr seine Haut wandeln, ein Panther seine Flecken?</i> Welche Flecken: wollte man sagen die bunten Streifen, so sollte es doch heißen: und der Panther seine Buntfarbigkeit!? Vielmehr bezieht sich dies auf den Mohren, wie die Haut des Mohren sich nicht verwandelt, ebenso verzieht sich die Wunde nicht.
ה ושאר שקצים כו': הא הורגן חייב מאן תנא א"ר ירמיה ר"א היא דתניא ר"א אומר ההורג כינה בשבת כהורג גמל בשבת מתקיף לה רב יוסף עד כאן לא פליגי רבנן עליה דרבי אליעזר אלא בכינה דאינה פרה ורבה אבל שאר שקצים ורמשים דפרין ורבין לא פליגי
5 W<small>ER ANDERE</small> E<small>KELTIERE</small> &amp;<small>C</small>. Wenn man sie aber tötet, ist man schuldig. Wer lehrte dies? R. Jirmeja erwiderte: Es ist R. Elie͑zer, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagt, wenn man am Šabbath eine Laus tötet, so ist dies ebenso, als würde man ein Kamel töten. R. Joseph wandte ein: Die Rabbanan streiten ja gegen R. Elie͑zer nur über eine Laus, die sich nicht fortpflanzt, nicht aber über andere Ekel- und Kriechtiere, die sich wohl fortpflanzen!?
ו ושניהם לא למדוה אלא מאילים רבי אליעזר סבר כאילים מה אילים שיש בהן נטילת נשמה אף כל שיש בו נטילת נשמה ורבנן סברי כאילים מה אילים דפרין ורבין אף כל דפרה ורבה א"ל אביי וכינה אין פרה ורבה והאמר מר יושב הקב"ה וזן מקרני ראמים ועד ביצי כינים מינא הוא דמיקרי ביצי כינים
6 Beide folgern es von den Widdern; R. Elie͑zer ist der Ansicht: gleich den Widdern, wie es bei den Widdern ein Töten gibt, so auch alles andere, bei dem es ein Töten gibt, und die Rabbanan sind der Ansicht: gleich den Widdern, wie die Widder sich fortpflanzen, so auch alles andere, das sich fortpflanzt. Abajje sprach zu ihm: Pflanzt sich etwa die Laus nicht fort, der Meister sagte ja, der Heilige, gepriesen sei er, sitze und speise [alle Geschöpfe] von den gehörnten Büffeln bis zu den Eierläusen. – Die Art heißt Eierläuse. –
ז והתניא טפויי וביצי כינים מינא הוא דמיקרי ביצי כינים והרי פרעוש דפרה ורבה ותניא הצד פרעוש בשבת רבי אליעזר מחייב ורבי יהושע פוטר אמר רב אשי צידה אהריגה קרמית עד כאן לא פליגי רבי אליעזר ור' יהושע אלא דמר סבר דבר שאין במינו ניצוד חייב ומר סבר פטור אבל לענין הריגה אפילו רבי יהושע מודה:
7 Es wird ja gelehrt: Ungeziefer und Eierläuse!? – Die Art heißt Eierläuse. – Aber der Floh pflanzt sich ja fort, und es wird gelehrt, wer am Šabbath einen Floh fängt, sei nach R. Elie͑zer schuldig, und nach R. Jehošua͑ frei!? R. Aši erwiderte: Du weisest auf einen Widerspruch zwischen Fangen und Töten hin!? Der Streit zwischen R. Elie͑zer und R. Jehošua͑ besteht nur darin, indem der eine der Ansicht ist, man sei wegen des, dessen Art man sonst nicht fängt, schuldig, und der andere der Ansicht ist, man sei frei, bezüglich des Tötens aber pflichtet auch R. Jehošua͑ bei.
ח הצדן לצורך חייב וכו': מאן תנא אמר רב יהודה אמר רב ר' שמעון היא דאמר מלאכה שאין צריכה לגופה פטור עליה
8 W<small>ER SIE EINFÄNGT</small>, <small>IST</small>, <small>WENN ZUM</small> G<small>EBRAUCHE</small>, <small>SCHULDIG</small>, &amp;<small>C</small>. Wer lehrte dies? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Es ist R. Šimo͑n, welcher sagt, man sei wegen einer an sich nicht nötigen Arbeit frei.
ט איכא דמתני לה אהא המפיס מורסא בשבת אם לעשות לה פה חייב אם להוציא ממנה לחה פטור מאן תנא אמר רב יהודה אמר רב ר' שמעון היא דאמר מלאכה שאין צריכה לגופה פטור עליה
9 Manche beziehen dies auf folgende Lehre: Wer am Šabbath eine Pustel öffnet, ist, wenn um eine [bleibende] Öffnung zu machen, schuldig, und wenn um Eiter ausfließen zu lassen, frei. Wer lehrte dies? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Es ist R. Šimo͑n, welcher sagt, man sei wegen einer an sich nicht nötigen Arbeit frei.
י ואיכא דמתני לה אהא הצד נחש בשבת אם מתעסק בו שלא ישכנו פטור אם לרפואה חייב מאן תנא אמר רב יהודה אמר רב רבי שמעון היא דאמר מלאכה שאינה צריכה לגופה פטור עליה
10 Manche beziehen dies auf folgende Lehre: Wenn jemand am Šabbath eine Schlange fängt, so ist er, wenn damit sie ihn nicht beiße, frei, und wenn zu Heilzwecken, schuldig. Wer ist der Autor? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Es ist R. Šimo͑n, welcher sagt, man sei wegen einer an sich nicht nötigen Arbeit frei.
יא אמר שמואל השולה דג מן הים כיון שיבש בו כסלע חייב א"ר יוסי בר אבין ובין סנפיריו אמר רב אשי לא תימא יבש ממש אלא אפילו דעבד רירי
11 Šemuél sagte: Wer einen [bereits gefangenen] Fisch aus dem Wasser zieht, ist schuldig, sobald an ihm in Größe eines Sela͑ trocken wird. R. Jose b. Abin sagte: Und zwar zwischen den Flossen. R. Aši sagte: Unter ‘trocken’ ist nicht vollständig trocken zu verstehen, sondern sobald er nur klebrig wird.
יב אמר מר בר המדורי אמר שמואל הושיט ידו למעי בהמה ודלדל עובר שבמעיה חייב מאי טעמא אמר רבא בר המדורי אסברא לי לאו אמר רב ששת האי מאן דתלש כשותא מהיזמי והיגי מיחייב משום עוקר דבר מגידולו הכא נמי מיחייב משום עוקר דבר מגידולו אמר אביי האי מאן דתלש
12 Mar b. Hamduri sagte im Namen Šemuéls: Wer seine Hand in die Gebärmutter eines Tieres steckt und das Embryo in seinem Leibe erschüttert, ist schuldig. – Aus welchem Grunde? Raba erwiderte: Bar Hamduri, erkläre mir dies. R. Šešeth sagte ja, wer Hopfen vom Dorn und Distelstrauch lostrennt, sei schuldig wegen Entreißens einer Sache von ihrem Wachstum, ebenso ist man auch hierbei schuldig wegen Entreißens einer Sache von ihrem Wachstum. Abajje sagte: