Shabbat 225

Kapitel 225

א חדא מינייהו בטולי מבטיל קמ"ל אמר רב יוסף אמר רב יהודה אמר שמואל הלכה כרבי אליעזר בן יעקב א"ל אביי הלכה מכלל דפליגי אמר ליה מאי נפקא לך מינה אמר ליה גמרא גמור זמורתא תהא:
1 der eine mache den anderen entbehrlich, so lehrt er uns. R. Joseph sagte im Namen R. Jehudas im Namen Šemuéls: die Halakha ist wie R. Elie͑zer b. Ja͑qob. Abajje sprach zu ihm: So ist die Halakha, streitet denn jemand dagegen? Jener entgegnete: Was kommt es darauf an? Dieser erwiderte: Eine Lehre vortragen, nur als Singsang?
ב <big><strong>מתני׳</strong></big> קושרין דלי בפסקיא אבל לא בחבל רבי יהודה מתיר כלל אמר רבי יהודה כל קשר שאינו של קיימא אין חייבין עליו:
2 <b>M</b><small>AN DARF EINEN</small> E<small>IMER MIT EINEM</small> L<small>EIBGURTE FESTBINDEN</small>, <small>NIGHT ABER MIT EINEM</small> S<small>TRICKE</small>, R. J<small>EHUDA ERLAUBT DIES</small>. R. J<small>EHUDA SAGTE EINE</small> R<small>EGEL</small>: W<small>EGEN EINES</small> K<small>NOTENS</small>, <small>DER NICHT BLEIBEND IST</small>, <small>IST MAN NICHT SCHULDIG</small>.
ג <big><strong>גמ׳</strong></big> חבל דמאי אי לימא חבל דעלמא רבי יהודה מתיר קשר של קיימא הוא אלא חבל דגרדי למימרא דרבנן סברי גזרינן חבל דגרדי אטו חבל דעלמא ורבי יהודה סבר לא גזרינן
3 GEMARA. Was für ein Strick, wollte man sagen, ein gewöhnlicher Strick, wieso erlaubt es R. Jehuda, es ist ja ein bleibender Knoten!? – Vielmehr mit einem Weberstricke. – Demnach sind die Rabbanan der Ansicht, es sei bei einem Weberstricke verboten, mit Rücksicht auf einen gewöhnlichen Strick, während R. Jehuda der Ansicht ist, man berücksichtige dies nicht.
ד ורמינהו חבל דלי שנפסק לא יהא קושרו אלא עונבו ורבי יהודה אומר כורך עליו פונדא או פסקיא ובלבד שלא יענבנו
4 Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn der Strick eines Eimers zerreißt, so darf man ihn nicht mit einem Knoten festbinden, sondern nur mit einer Schleife. R. Jehuda sagt, man befestige ihn mit einer Binde oder einem Gurte, nur mache man keine Schleife.
ה קשיא דר' יהודה אדרבי יהודה קשיא דרבנן אדרבנן
5 Sowohl R. Jehuda als auch die Rabbanan befinden sich ja im Widerspruche mit sich selbst!? –
ו דרבנן אדרבנן לא קשיא חבל בחבל מיחלף עניבה בקשירה לא מיחלפא דר' יהודה אדרבי יהודה לא קשיא התם לא משום דמיחלפא עניבה בקשירה אלא עניבה גופה קשירה היא
6 Die Rabbanan befinden sich nicht im Widerspruche, denn man verwechselt wohl Stricke miteinander, nicht aber eine Schleife mit einem Knoten. R. Jehuda befindet sich ebenfalls nicht im Widerspruche, denn da ist es nicht deshalb verboten, weil man die Schleife mit einem Knoten verwechseln könnte, sondern weil die Schleife selbst als Knoten gilt.
ז א"ר אבא אמר רב חייא בר אשי אמר רב מביא אדם חבל מתוך ביתו וקושרו בפרה ובאיבוס איתיביה רבי אחא אריכא דהוא רבי אחא בר פפא לרבי אבא חבל שבאיבוס קושרו בפרה ושבפרה קושרו באיבוס ובלבד שלא יביא חבל מתוך ביתו ויקשור בפרה ובאיבוס התם חבל דעלמא הכא חבל דגרדי
7 R. Abba sagte im Namen R. Ḥijas im Namen R. Joḥanans: Man darf einen Strick aus seiner Wohnung holen und damit die Kuh an die Krippe binden. Der hohe R. Aḥa, das ist R. Aḥa b. Papa, wandte gegen R. Abba ein: Man darf den Strick an der Krippe an eine Kuh binden, den Strick an der Kuh an eine Krippe binden, nur darf man keinen Strick aus seiner Wohnung holen, und damit die Kuh an die Krippe binden!? – Da handelt es sich um einen gewöhnlichen Strick, hierbei aber um einen Weberstrick.
ח אמר רב יהודה אמר שמואל כלי קיואי מותר לטלטלן בשבת בעו מיניה מרב יהודה כובד העליון וכובד התחתון מהו אין ולאו ורפיא בידיה איתמר אמר רב נחמן אמר שמואל כלי קיואי מותר לטלטלן בשבת אפילו כובד העליון וכובד התחתון אבל לא את העמודים
8 R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Man darf Webergeräte am Šabbath fortbewegen. Sie fragten R. Jehuda: Gilt dies auch vom oberen und vom unteren Querbalken [des Webstuhles]? – Ja und nein; er schwankte. Es wird gelehrt: R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls: Man darf Webergeräte am Šabbath fortbewegen, selbst den oberen und den unteren Querbalken, nicht aber die Seitenbalken.
ט א"ל רבא לרב נחמן מאי שנא עמודים דלא אילימא דקעביד גומות גומות ממילא קא הויין דתנן הטומן לפת וצנונות תחת הגפן אם מקצת עליו מגולין אינו חושש לא משום כלאים ולא משום שביעית ולא משום מעשר וניטלין בשבת
9 Raba sprach zu R. Naḥman: Die Seitenbalken wohl deshalb nicht, weil man dabei Vertiefungen macht, und diese entstehen ja von selber!? Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand Rüben oder Rettich unter einem Weinstocke versteckt hat, so hat er, falls ein Teil der Blätter unbedeckt bleibt, kein Bedenken zu tragen wegen Mischsaat, wegen des Siebentjahres und wegen der Zehnte, auch darf man sie am Šabbath herausnehmen. –
י בשדה לא אתי לאשוויי גומות הכא בבית אתי לאשוויי גומות בעא מיניה ר' יוחנן מרבי יהודה בר ליואי כלי קיואי כגון כובד העליון וכובד התחתון מהו לטלטלן בשבת אמר ליה אין מטלטלין מה טעם לפי שאין ניטלין:
10 Auf dem Felde wird man nicht veranlaßt, die Vertiefungen zu ebnen, im Hause aber wird man veranlaßt, die Vertiefungen zu ebnen. R. Joḥanan fragte R. Jehuda b. Levaj: Darf man Webergeräte wie den oberen oder den unteren Querbalken am Šabbath fortbewegen? Dieser erwiderte: Man darf sie nicht fortbewegen. – Weshalb? – Weil sie auch sonst nicht umher getragen werden.
יא <big><strong>מתני׳</strong></big> מקפלין את הכלים אפילו ארבעה וחמשה פעמים ומציעין את המטות מלילי שבת לשבת אבל לא משבת למוצאי שבת רבי ישמעאל אומר מקפלין את הכלים ומציעין את המטות מיום הכיפורים לשבת וחלבי שבת קריבין ביום הכיפורים אבל לא של יוה"כ בשבת ר"ע אומר לא של שבת קריבין ביום הכיפורים ולא של יום הכיפורים קריבין בשבת:
11 <b>M</b><small>AN DARF</small> K<small>LEIDUNGSSTÜCKE ZUSAMMENROLLEN</small>, <small>SELBST VIER</small>- <small>ODER FÜNFMAL</small>; <small>FERNER DARF MAN AM</small> Š<small>ABBATHABEND FÜR DEN</small> Š<small>ABBATH DAS</small> L<small>AGER BETTEN</small>, <small>NICHT ABER AM</small> Š<small>ABBATH FÜR DEN</small> Š<small>ABBATHAUSGANG</small>. R. J<small>IŠMA͑ÉL SAGT</small>, <small>MAN DÜRFE AM</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAGE FÜR DEN</small> Š<small>ABBATH KLEIDUNGSSTÜCKE ZUSAMMENROLLEN UND DAS</small> L<small>AGER BETTEN</small>. <small>MAN DARF DAS</small> F<small>ETT DES</small> Š<small>ABBATHOPFERS AM</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAGE DARBRINGEN</small>. R. A͑<small>QIBA SAGT</small>, <small>WEDER DÜRFE DAS DES</small> Š<small>ABBATHS AM</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAGE</small>, <small>NOCH DAS DES</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAGES AM</small> Š<small>ABBATH DARGEBRACHT WERDEN</small>.
יב <big><strong>גמ׳</strong></big> אמרי דבי רבי ינאי לא שנו אלא באדם אחד אבל בשני בני אדם לא ובאדם אחד נמי לא אמרן אלא בחדשים אבל בישנים לא וחדשים נמי לא אמרן אלא בלבנים אבל בצבועים לא ולא אמרן אלא שאין לו להחליף אבל יש לו להחליף לא
12 GEMARA. In der Schule R. Jannajs sagten sie: Dies wurde nur von einer Person gelehrt, zwei Personen aber dürfen es nicht. Und auch bei einer Person gilt dies nur von neuen [Kleidungsstücken], alte aber nicht. Und auch bei neuen gilt dies nur von weißen, farbige aber nicht. Auch gilt dies nur von dem Falle, wenn man keine [anderen] zum Wechseln hat, nicht aber, wenn man [andere] zum Wechseln hat.
יג תנא של בית רבן גמליאל לא היו מקפלים כלי לבן שלהן מפני שהיה להן להחליף אמר רב הונא אם יש לו להחליף יחליף ואם אין לו להחליף ישלשל בבגדיו מתקיף לה רב ספרא והא מיתחזי כרמות רוחא כיון דכל יומא לא קעביד והאידנא הוא דקא עביד לא מיתחזי כרמות רוחא
13 Es wird gelehrt: Im Hause R. Gamliéls pflegten sie ihre weißen Kleidungsstücke nicht zusammenzurollen, weil sie [andere] zum Wechseln hatten. R. Hona sagte: Hat man [andere] zum Wechseln, so wechsele man, wenn aber nicht, so lasse man seine Kleider herabwallen. R. Saphra wandte ein: Dies erscheint ja als Hochmut!? – Da man dies an jedem anderen Tage nicht tut, sondern nur an diesem Tage, so erscheint dies nicht als Hochmut.
יד (ישעיהו נח, יג) וכבדתו מעשות דרכיך וכבדתו שלא יהא מלבושך של שבת כמלבושך של חול וכי הא דרבי יוחנן קרי למאניה מכבדותי מעשות דרכיך שלא יהא הילוכך של שבת כהילוכך של חול ממצוא חפצך חפציך אסורין חפצי שמים מותרין ודבר דבר
14 <i>Und du ihn ehrst, daß du an ihm deine Wege nicht gehst. Du ihn ehrst</i>, deine Kleidung am Šabbath gleiche nicht deiner Kleidung am Wochentage. So nannte R. Joḥanan seine Kleider ‘meine Würde’. <i>Daß du an ihm deine Wege nicht gehst</i>, dein Gang am Šabbath gleiche nicht deinem Gang am Wochentage. <i>Deinen Geschäften nachzugehen</i>, nur deine Geschäfte sind verboten, göttliche Angelegenheiten aber sind erlaubt. <i>Und Gespräche zu führen</i>,