Shabbat 230

Kapitel 230

א אילימא תנא קמא דרבי יוסי ודילמא בהא קמיפלגי מר סבר ניתנו לקרות בהן ומר סבר לא ניתנו לקרות בהן אלא רבי יוסי ותנא דגיפטית
1 wollte man sagen, der erste Tanna und R. Jose, so besteht ihr Streit vielleicht nur darin, indem einer der Ansicht ist, sie seien zum Lesen zulässig, während der andere der Ansicht ist, sie seien zum Lesen nicht zulässig!? – Vielmehr, R. Jose und der Autor [der Lehre von den] koptischen Büchern.
ב ת"ר הברכות והקמיעין אע"פ שיש בהן אותיות של שם ומעניינות הרבה שבתורה אין מצילין אותן מפני הדליקה אלא נשרפים במקומן [הן ואזכרותיהן] מכאן אמרו כותבי ברכות כשורפי תורה מעשה באחד שהיה כותב בצידן באו והודיעו את רבי ישמעאל והלך רבי ישמעאל לבודקו כשהיה עולה בסולם הרגיש בו נטל טומוס של ברכות ושקען בספל של מים ובלשון הזה אמר לו רבי ישמעאל גדול עונש האחרון מן הראשון
2 Die Rabbanan lehrten: Segenssprüche und Amulette darf man aus einer Feuersbrunst nicht retten, selbst wenn sie Gottesnamen und viele Sätze aus der Tora enthalten, man lasse sie vielmehr an ihrem Orte verbrennen. Hieraus folgerten sie, daß die Schreiber von Segenssprüchen denen gleichen, die die Tora verbrennen. Einst war jemand in Çajdan, der solche schrieb, und als man dies R. Jišma͑él erzählte, ging er hin, um es zu untersuchen. Als er die Treppe hinaufstieg und jener ihn bemerkte, nahm er ein Bündel Segenssprüche und steckte es in ein Becken mit Wasser. Da sprach R. Jišma͑él zu ihm, wie folgt: Größer ist die Strafe der letzteren [Tat], als die der ersteren.
ג בעא מיניה ריש גלותא מרבה בר רב הונא היו כתובין בסם ובסיקרא בקומוס ובקנקנתום בלשון הקדש מצילין אותן מפני הדליקה או אין מצילין תיבעי למ"ד מצילין תיבעי למ"ד אין מצילין תיבעי למ"ד אין מצילין הני מילי היכא דכתיבי תרגום ובכל לשון אבל הכא דכתיבי בלשון הקדש מצילין או דילמא אפי' למ"ד מצילין ה"מ היכא דכתיבי בדיו דמיקיים אבל הכא כיון דלא מיקיים לא א"ל אין מצילין והא רב המנונא תנא מצילין א"ל אי תניא תניא מאי תניא אמר רב אשי כדתניא אין בין ספרים למגילה אלא שהספרים נכתבים בכל לשון ומגילה עד שתהא כתובה אשורית על הספר ובדיו
3 Der Exilarch fragte Rabba b. R. Hona: Rette man sie, wenn sie in der Heiligensprache mit Farbe, Rötel, Gummi oder Schwärze geschrieben sind, aus der Feuersbrunst, oder rette man sie nicht? Dies ist fraglich nach demjenigen, welcher sagt, man rette [jene], und dies ist fraglich nach demjenigen, welcher sagt, man rette [jene] nicht. Dies ist fraglich nach demjenigen, welcher sagt, man rette [jene] nicht, denn dies gilt vielleicht nur von jenen, die targumisch oder in irgend einer anderen Sprache geschrieben sind, wenn sie aber in der Heiligensprache geschrieben sind, darf man sie wohl retten. Oder aber gilt dies auch nach demjenigen, welcher sagt, man rette [jene], nur von jenen, da sie mit Tinte geschrieben sind, die dauerhaft ist, nicht aber von diesen, da [die Schrift] nicht dauerhaft ist? Dieser erwiderte: Man darf sie nicht retten. – R. Hamnuna lehrte ja aber, man dürfe sie wohl retten!? Dieser erwiderte: Gibt es eine solche Lehre, so ist dies ja gelehrt worden. – Welche Lehre ist dies? R. Aši erwiderte: Es wird gelehrt: Die Bücher [der heiligen Schrift] und die Esterrolle unterscheiden sich voneinander nur dadurch, indem die Bücher in jeder Sprache geschrieben werden dürfen, während die Esterrolle nur in assyrischer Schrift, auf einer Rolle und mit Tinte geschrieben werden darf.
ד בעא מיניה רב הונא בר חלוב מרב נחמן ס"ת שאין בו ללקט שמונים וחמש אותיות כגון פרשת ויהי בנסוע הארון מצילין אותה מפני הדליקה או אין מצילין א"ל ותיבעי לך פרשת ויהי בנסוע הארון גופה היכא דחסר פרשת ויהי בנסוע לא קמיבעיא לי דכיון דאית ביה הזכרות אע"ג דלית ביה שמונים וחמש אותיות מצילין כי קא מיבעיא לי ס"ת שאין בו ללקט מאי א"ל אין מצילין
4 R. Hona b. Ḥalub fragte R. Naḥman: Darf man [ein Fragment] einer Torarolle, auf dem man keine fünfundachtzig Buchstaben zusammensuchen kann, wie sie der Abschnitt ‘Und als die Lade sich in Bewegung setzte’ enthält, aus einer Feuersbrunst retten oder nicht? Dieser erwiderte: Du solltest doch hinsichtlich des Abschnittes ‘Und als die Lade sich in Bewegung setzte’ selber fragen, wenn darin [ein Buchstabe] fehlt!? – Hinsichtlich des Abschnittes ‘Und als die Lade sich in Bewegung setzte’ selber, ist es mir nicht fraglich; diesen darf man retten, auch wenn er keine fünfundachtzig Buchstaben hat, da er Gottesnamen enthält; fraglich ist es mir nur hinsichtlich eines [anderen Fragmentes einer] Torarolle, auf dem man keine fünfundachtzig Buchstaben zusammensuchen kann. Wie ist es damit? Dieser erwiderte: Man darf es nicht retten.
ה איתיביה תרגום שכתבו מקרא ומקרא שכתבו תרגום וכתב עברית מצילין מפני הדליקה ואצ"ל תרגום שבעזרא ושבדניאל ושבתורה תרגום שבתורה מאי ניהו (בראשית לא, מז) יגר שהדותא ואף על גב דלית בה שמונים וחמש אותיות כי תניא ההיא להשלים
5 Er wandte gegen ihn ein: Das Targum in der Schriftsprache oder die Schrift in der Targumsprache, in hebräischer Schrift, darf man aus einer Feuersbrunst retten und selbstverständlich das Targum in den Büchern E͑zra, Daniél und der Tora. Das Targum in der Tora sind ja [die Worte:] <i>Jegar Sahadutha</i>; diese haben ja keine fünfundachtzig Buchstaben!? – Hierbei handelt es sich um die Ergänzung.
ו איבעיא להו הני שמונים וחמש אותיות מכונסות או מפוזרות רב הונא אמר מכונסות רב חסדא אמר אפילו מפוזרות מיתיבי ס"ת שבלה אם יש בו ללקט שמונים וחמש אותיות כגון פרשת ויהי בנסוע הארון מצילין ואם לאו אין מצילין תיובתא דרב הונא תרגמה רב חסדא אליבא דרב הונא בתיבות
6 Sie fragten: Sind die fünfundachtzig Buchstaben zusammengehörend oder auch zerstreut zu verstehen? – R. Hona sagt, zusammengehörend, R. Ḥisda sagt, auch zerstreut. Man wandte ein: [Ein Fragment einer] vermoderten Torarolle darf man, wenn man auf diesem fünfundachtzig Buchstaben zusammensuchen kann, wie sie der Abschnitt ‘Und als die Lade sich in Bewegung setzte’ enthält, [aus einer Feuersbrunst] retten, sonst aber nicht. Dies ist eine Widerlegung R. Honas!? R. Ḥisda erklärte es nach R. Hona: Wörter [zusammensuchen].
ז ת"ר (במדבר י, לה) ויהי בנסוע הארון ויאמר משה פרשה זו עשה לה הקב"ה סימניות מלמעלה ולמטה לומר
7 Die Rabbanan lehrten: <i>Und als die Lade sich in Bewegung setzte, sprach Moše</i>. Diesem Abschnitte machte der Heilige, gepriesen sei er, am Anfang und am Ende Zeichen, um anzudeuten,