Shabbat 229

Kapitel 229

א מותר בקניבת ירק (ואמר רבי חייא בר אבא אמר רבי יוחנן יום כיפורים שחל להיות בחול) מפצעין באגוזים ומפרכסין ברימונים מן המנחה ולמעלה מפני עגמת נפש דבי רב יהודה מקנבי כרבא דבי רבה גרדי קארי כיון דחזא דהוו קא מחרפי אמר להו אתא איגרתא ממערבא משמיה דר' יוחנן דאסיר:
1 ist das Abkneifen von Kräuterblättern erlaubt. Ferner sagte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans: An einem Versöhnungstage, der auf einen Wochentag fällt, darf man von der Vesperzeit ab Nüsse knacken und Granatäpfel zerteilen, weil dies eine Pein ist. Im Hause R. Jehudas pflegte man Kohlblätter abzukneifen. Im Hause Rabbas pflegten sie Kürbisse zu schälen. Als er aber beobachtete, daß sie dies früh taten, sprach er: Aus dem Westen traf ein Brief ein, in dem es im Namen R. Joḥanans verboten wird.
ב <br><br><big><strong>הדרן עלך ואלו קשרים</strong></big><br><br>
2 
ג מתני׳ <big><strong>כל</strong></big> כתבי הקדש מצילין אותן מפני הדליקה בין שקורין בהן ובין שאין קורין בהן אע"פ שכתובים בכל לשון טעונים גניזה ומפני מה אין קורין בהם מפני ביטול בית המדרש:
3 <b>M</b>AN <small>DARF ALLE HEILIGEN</small> S<small>CHRIFTEN AUS EINER</small> F<small>EUERSBRUNST RETTEN</small>, <small>OB MAN AUS IHNEN LIEST</small> <small>ODER NICHT LIEST</small>. A<small>UCH WENN SIE IN IRGEND EINER ANDEREN</small> S<small>PRACHE GESCHRIEBEN SIND</small>, <small>MUSS MAN SIE</small> <small>VERSTECKEN</small>. W<small>ESHALB DARF MAN AUS MANCHEN NICHT LESEN</small>? W<small>EGEN DES</small> V<small>ERSÄUMNISSES DES</small> L<small>EHRHAUSES</small>.
ד <big><strong>גמ׳</strong></big> איתמר היו כתובים תרגום או בכל לשון רב הונא אמר אין מצילין אותן מפני הדליקה ורב חסדא אמר מצילין אותן מפני הדליקה אליבא דמאן דאמר ניתנו לקרות בהן דכולי עלמא לא פליגי דמצילין כי פליגי אליבא דמאן דאמר לא ניתנו לקרות בהן רב הונא אמר אין מצילין דהא לא ניתנו לקרות בהן רב חסדא אמר מצילין משום בזיון כתבי הקדש תנן כל כתבי הקדש מצילין אותן מפני הדליקה בין שקורין בהן בין שאין קורין בהן אע"פ שכתובין בכל לשון מאי לאו שקורין בהן נביאים ושאין קורין בהן כתובים אע"פ שכתובין בכל לשון דלא ניתנו לקרות בהן וקתני מצילין ותיובתא דרב הונא
4 GEMARA. Es wurde gelehrt: Sind sie targumisch geschrieben, oder in irgend einer anderen Sprache, so darf man sie, wie R. Hona sagt, aus einer Feuersbrunst nicht retten, und wie R. Ḥisda sagt, aus einer Feuersbrunst wohl retten. Nach demjenigen, welcher sagt, sie seien zum Lesen zulässig, stimmen alle überein, daß man sie retten darf, sie streiten nur nach demjenigen, welcher sagt, sie seien zum Lesen nicht zulässig. R. Hona sagt, man dürfe sie nicht retten, da sie zum Lesen nicht zulässig sind, und R. Ḥisda sagt, man rette sie wohl, um Mißachtung der heiligen Schriften [zu verhüten]. – Wir haben gelernt: Man darf alle heiligen Schriften aus einer Feuersbrunst retten, ob man aus ihnen liest oder nicht. Auch wenn sie in irgend einer anderen Sprache geschrieben sind. Bücher, aus denen man liest, sind wohl die Propheten, aus denen man nicht liest, die Hagiographen, auch wenn sie in irgend einer anderen Sprache geschrieben sind, dies heißt wohl, obgleich sie zum Lesen nicht zulässig sind, und er lehrt, daß man sie rette. Dies ist eine Widerlegung R. Honas!? –
ה אמר לך רב הונא ותסברא אימא סיפא טעונין גניזה השתא אצולי מצילינן גניזה מיבעי אלא רב הונא מתרץ לטעמיה ורב חסדא מתרץ לטעמיה רב הונא מתרץ לטעמיה בין שקורין בהם נביאים ובין שאין קורין בהם כתובים במה דברים אמורים שכתובין בלשון הקדש אבל בכל לשון אין מצילין ואפילו הכי גניזה בעו רב חסדא מתרץ לטעמיה בין שקורין בהן נביאים ובין שאין קורין בהן כתובים אע"פ שכתובין בכל לשון נמי מצילין והכי קאמר ומקק שלהן טעונין גניזה
5 R. Hona kann dir erwidern: Wie ist nach deiner Auffassung der Schlußsatz zu erklären: muß man sie verstecken; wenn man sie sogar [am Šabbath] retten darf, so ist es ja selbstverständlich, daß man sie [Wochentags] verstecken muß!? Vielmehr erklärt R. Hona [die Mišna] nach seiner Ansicht und R. Ḥisda nach seiner Ansicht. R. Hona erklärt sie nach seiner Ansicht: Ob man aus ihnen liest, die Propheten; oder nicht liest, die Hagiographen; dies nur, wenn sie in der Heiligensprache geschrieben sind, wenn aber in irgend einer anderen Sprache, so rette man sie nicht, jedoch sind sie [Wochentags] zu verstecken. R. Ḥisda erklärt sie nach seiner Ansicht: Ob man aus ihnen liest, die Propheten; nicht liest, die Hagiographen; auch wenn sie in irgend einer anderen Sprache geschrieben sind, rette man sie [am Šabbath]; und man muß sie verstecken, sogar die Moderreste.
ו מיתיבי היו כתובים תרגום וכל לשון מצילין אותן מפני הדליקה תיובתא דרב הונא אמר לך רב הונא האי תנא סבר ניתנו לקרות בהן ת"ש היו כתובין גיפטית מדית עיברית עילמית יוונית אע"פ שלא ניתנו לקרות בהן מצילין אותן מפני הדליקה תיובתא דרב הונא אמר לך רב הונא תנאי היא דתניא היו כתובין תרגום ובכל לשון מצילין אותן מפני הדליקה ר' יוסי אומר אין מצילין אותן מפני הדליקה
6 Man wandte ein: Sind sie targumisch geschrieben oder in irgend einer anderen Sprache, so darf man sie aus einer Feuersbrunst retten. Dies ist eine Widerlegung R. Honas!? – R. Hona kann dir erwidern, dieser Tanna sei der Ansicht, sie seien zum Lesen zulässig. – Komm und höre: Sind sie koptisch, medisch, hebräisch, e͑lamisch oder griechisch geschrieben, so rette man sie bei einer Feuersbrunst, obgleich sie zum Lesen nicht zulässig sind. Dies ist eine Widerlegung R. Honas!? – R. Hona kann dir erwidern, hierüber streiten Tannaím. Es wird nämlich gelehrt: Sind sie targumisch oder in irgend einer anderen Sprache geschrieben, so darf man sie aus einer Feuersbrunst retten; R. Jose sagt, man dürfe sie aus einer Feuersbrunst nicht retten.
ז אמר ר' יוסי מעשה באבא חלפתא שהלך אצל רבן גמליאל בריבי לטבריא ומצאו שהי' יושב על שלחנו של (יוחנן הנזוף) ובידו ספר איוב תרגום והוא קורא בו אמר לו זכור אני ברבן גמליאל אבי אביך שהיה עומד ע"ג מעלה בהר הבית והביאו לפניו ספר איוב תרגום ואמר לבנאי שקעהו תחת הנדבך אף הוא צוה עליו וגנזו ר' יוסי ברבי יהודה אומר עריבה של טיט כפו עליו אמר רבי שתי תשובות בדבר חדא וכי טיט בהר הבית מנין ועוד וכי מותר לאבדן ביד אלא מניחן במקום התורפה והן מרקיבין מאליהן מאן תנאי
7 R. Jose erzählte: Einst kam mein Vater Ḥalaphta zu R. Gamliél Berabbi in Ṭiberjas und traf ihn am Tische Joḥanans des Verwiesenen sitzen und aus einem targumischen Ijobbuche, das er in der Hand hielt, lesen. Da sprach er zu ihm: Ich erinnere mich, wie dein Großvater R. Gamliél auf einer Stufe des Tempelberges stand, und als man ihm ein targumisches Ijobbuch brachte, sprach er zum Baumeister: Stecke es in eine Bauschicht. Und auch er befahl es ihm, und er versteckte es. R. Jose b. Jehuda erzählte: Man hat darüber eine Mulde Lehm gestülpt. Rabbi sprach: Dagegen ist zweierlei einzuwenden. Erstens, woher Lehm auf dem Tempelberge? Zweitens, darf man solche denn mit Händen vernichten? Man lege sie vielmehr an einen ungeschützten Ort, wo sie von selbst vermodern. – Wer sind die Tannaím, [die hierüber streiten:]