Shabbat 240

Kapitel 240

א הוא דאמר כר' שמעון בן ננס
1 Er ist der Ansicht des R. Šimo͑n b. Nannos. –
ב אימר דאמר רבי שמעון בן ננס מפני שהוא מחרך גרם כיבוי מי אמר אין מדקתני סיפא רבי יוסי אוסר בכלי חרס חדשים מלאים מים שאינן יכולים לקבל את האור והן מתבקעין ומכבין את הדליקה מכלל דתנא קמא שרי
2 Allerdings, sagt R. Šimo͑n b. Nannos: Weil sie nur ansengt, sagt er etwa, das Löschen [sei erlaubt]!? – Freilich, wenn es im Schlußsatze heißt, R. Jose verbiete dies mit neuen, mit Wasser gefüllten Tongefäßen, weil sie das Feuer nicht vertragen, sondern platzen und das Feuer löschen, so erlaubt dies wohl der erste Tanna.
ג ת"ר נר שעל גבי טבלא מנער את הטבלא והיא נופלת ואם כבתה כבתה אמרי דבי רבי ינאי לא שנו אלא בשוכח אבל במניח נעשה בסיס לדבר האסור
3 Die Rabbanan lehrten: Befindet sich ein [brennendes] Licht auf einer Platte, so darf man die Platte schütteln, sodaß es herunterfällt, und wenn es erlischt, so ist nichts dabei. In der Schule R. Jannajs sagten sie: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn man [das Licht] vergessen hat, hat man es aber absichtlich stehen lassen, so gilt die [Platte] als Untersatz für einen verbotenen Gegenstand.
ד תנא נר שאחורי הדלת פותח ונועל כדרכו ואם כבתה כבתה לייט עלה רב אמר ליה רבינא לרב אחא בריה דרבא ואמרי לה רב אחא בריה דרבא לרב אשי מאי טעמא לייט עלה רב אילימא משום דרב סבר לה כרבי יהודה ותנא קתני לה כר' שמעון משום דרב סבר לה כר' יהודה כל דתני כר' שמעון מילט לייט ליה
4 Es wird gelehrt: Befindet sich ein Licht hinter einer Tür, so darf man sie wie gewöhnlich öffnen und schließen, und wenn es erlischt, so ist nichts dabei. Rabh fluchte darüber. Rabina sprach zu R. Aḥa, dem Sohne Rabas, wie manche sagen, R. Aḥa, der Sohn Rabas, zu R. Aši: Weshalb fluchte Rabh darüber: wollte man sagen, weil Rabh der Ansicht R. Jehudas ist, während jener nach R. Šimo͑n lehrt, so kann ja nicht Rabh, weil er der Ansicht R. Jehudas ist, über jeden fluchen, der nach R. Šimo͑n lehrt!?
ה אמר ליה בהא אפילו ר' שמעון מודה דהא אביי ורבא דאמרי תרוייהו מודה רבי שמעון בפסיק רישיה ולא ימות
5 Dieser erwiderte: In diesem Falle, pflichtet auch R. Šimo͑n bei, denn Abajje und Raba sagten beide, R. Šimo͑n pflichte bei in [einem Falle gleich] dem Kopfabschlagen, ohne zu töten.
ו אמר רב יהודה פותח אדם דלת כנגד מדורה בשבת לייט עלה אביי במאי עסקינן אילימא ברוח מצויה מאי טעמיה דמאן דאסר אי ברוח שאינה מצויה מאי טעמא דמאן דשרי לעולם ברוח מצוייה מר סבר גזרינן ומר סבר לא גזרינן:
6 R. Jehuda sagte: Man darf am Šabbath eine Tür gegenüber einer Flamme öffnen. Abajje fluchte darüber. – Von welchem Falle gilt dies: wollte man sagen, bei gewöhnlichem Zuge, was ist demnach der Grund desjenigen, der es verbietet, und wollte man sagen, bei einem außergewöhnlichem Zuge, was ist demnach der Grund desjenigen, der es erlaubt!? – Tatsächlich bei einem gewöhnlichem Zuge, denn einer ist der Ansicht, man berücksichtige [einen außergewöhnlichen Zug], und einer ist der Ansicht, man berücksichtige ihn nicht.
ז עושין מחיצה כו': למימרא דרבנן סברי גרם כבוי מותר ור' יוסי סבר גרם כבוי אסור והא איפכא שמעינן להו דתניא עושין מחיצה בכלים ריקנין ובמלאין שאין דרכן להשתבר ואלו מלאין שאין דרכן להשתבר כלי מתכות רבי יוסי אומר אף כלי כפר שיחין וכלי כפר חנניה אין דרכן להשתבר וכי תימא איפוך מתני' ורבי יוסי דברייתא לדבריהם קאמר ומי מצית אפכת לה והאמר רבה בר תחליפא משמיה דרב מאן תנא גרם כבוי אסור ר' יוסי
7 A<small>UCH DARF MAN EINE</small> W<small>AND</small> &amp;<small>C. HERSTELLEN.</small> Demnach wären die Rabbanan der Ansicht, die Verursachung des [Löschens] sei erlaubt, während nach R. Jose dies verboten ist, wir wissen ja von ihnen, daß sie entgegengesetzter Ansicht sind!? Es wird nämlich gelehrt: Man darf eine Wand herstellen aus leeren Gefäßen oder gefüllten, die gewöhnlich nicht zerbrechen. Gefüllte, die gewöhnlich nicht zerbrechen, sind Metallgefäße. R. Jose sagt, auch die [Ton]gefäße aus Kephar-Šiḥin und Kephar-Ḥananja zerbrechen gewöhnlich nicht. Wolltest du aber sagen, man wende [unsere Mišna] um, und R. Jose sage es in der Barajtha nach der Ansicht der Rabbanan, so kannst du sie ja nicht umwenden, denn Rabba b. Taḥlipha sagte im Namen Rabhs, daß R. Jose es sei, welcher lehrt, die Verursachung des Löschens sei verboten. –
ח אלא לעולם לא תיפוך וברייתא כולה ר' יוסי היא וחסורי מחסרא והכי קתני עושין מחיצה בכלים ריקנין ובמלאים שאין דרכן להשתבר ואלו הן כלים שאין דרכן להשתבר כלי מתכות וכלי כפר שיחין וכלי כפר חנניה נמי אין דרכן להשתבר שר' יוסי אומר אף כלי כפר שיחין וכלי כפר חנניה אין דרכן להשתבר
8 Vielmehr, tatsächlich wende man sie nicht um, denn die Barajtha ist ganz nach R. Jose, nur ist sie lückenhaft und muß wie folgt lauten: Man darf eine Wand herstellen aus leeren Gefäßen oder gefüllten, die gewöhnlich nicht zerbrechen. Gefäße, die gewöhnlich nicht zerbrechen, sind Metallgefäße; aber auch [Ton]gefäße aus Kephar-Šiḥin und Kephar-Ḥananja zerbrechen gewöhnlich nicht, denn R. Jose ist der Ansicht, auch [Ton]gefäße aus Kephar-Šiḥin und Kephar-Ḥananja zerbrechen gewöhnlich nicht. –
ט ורמי דרבנן אדרבנן ורמי דרבי יוסי אדרבי יוסי דתניא הרי שהיה שם כתוב לו על בשרו הרי זה לא ירחוץ ולא יסוך ולא יעמוד במקום הטינופת נזדמנה לו טבילה של מצוה כורך עליה גמי ויורד וטובל רבי יוסי אומר לעולם יורד וטובל כדרכו ובלבד שלא ישפשף
9 Aber sowohl die Rabbanan als auch R. Jose befinden sich ja mit sich selbst in Widerspruch!? Es wird nämlich gelehrt: Wenn einem auf dem Leibe der Gottesname geschrieben ist, so darf er nicht baden, sich nicht salben und an keinem unreinen Orte stehen; trifft es sich, daß er ein Pflichtbad nehmen muß, so umbinde er ihn mit Bast, und erst dann steige er hinab und tauche unter. R. Jose sagt, er dürfe wie gewöhnlich hinabsteigen und untertauchen, aber ihn nicht wegspülen. –
י שאני התם דאמר קרא (דברים יב, ג) ואבדתם את שמם מן המקום ההוא לא תעשון כן לה' אלהיכם עשייה הוא דאסור גרמא שרי
10 Anders ist es hierbei; der Schriftvers lautet: <i>ihr sollt ihren Namen von jener Stätte vertilgen, nicht aber sollt ihr so mit dem Herrn, euerem Gott, verfahren;</i> nur direkt ist es verboten, die Verursachung aber ist erlaubt. –
יא אי הכי הכא נמי כתיב (שמות כ, ג) לא תעשה [כל] מלאכה עשייה הוא דאסור גרמא שרי מתוך שאדם בהול על ממונו אי שרית ליה אתי לכבויי
11 Auch hierbei heißt es ja: <i>du sollst keinerlei Arbeit verrichten,</i> demnach ist es nur direkt verboten, die Verursachung aber ist erlaubt!? – Da ein Mensch wegen seines Geldes in Aufregung gerät, so könnte er, wenn man ihm dies erlauben würde, zum Löschen verleitet werden. –
יב אי הכי קשיא דרבנן אדרבנן ומה התם דאדם בהול על ממונו שרי הכא לא כל שכן
12 Demnach befinden sich ja die Rabbanan mit sich selbst in Widerspruch: wenn es da erlaubt ist, obgleich man wegen seines Geldes in Aufregung gerät, um so mehr hierbei!? –
יג ותסברא האי גמי היכי דמי אי דמיהדק קא הוי חציצה אי לא מיהדק עיילי ביה מיא חציצה תיפוק ליה משום דיו בלחה דתניא הדם והדיו הדבש והחלב יבשין חוצצין לחים אין חוצצין מכל מקום קשיא
13 Glaubst du? Wie sollte man mit dem Baste verfahren: bindet man ihn straff, so bildet er ja eine Trennung, bindet man ihn lose, so dringt ja Wasser ein!? – Aber schon die Tinte ist ja eine Trennung!? – Wenn sie noch feucht ist. Es wird nämlich gelehrt: Blut, Tinte, Honig und Milch sind, wenn vertrocknet, eine Trennung, wenn feucht, keine Trennung. – Immerhin besteht ja der Widerspruch!?
יד אלא אמר רבא בר רב שילא היינו טעמייהו דרבנן דקסברי אסור לעמוד בפני השם ערום מכלל דר"י סבר מותר לעמוד בפני השם ערום דמנח ידיה עילויה
14 Vielmehr, erklärte Raba b. R. Šila, folgendes ist der Grund der Rabbanan: sie sind der Ansicht, man dürfe nicht vor dem Gottesnamen nackt stehen. – Demnach ist R. Jose der Ansicht, man dürfe vor dem Gottesnamen nackt stehen!? – Man lege die Hand darauf. –
טו לרבנן נמי דמנח ידיה עילויה זימנין דמשתלי ושקיל ליה לר' יוסי נמי זימנין דמשתלי ושקיל ליה אלא אי דאיכא גמי ה"נ הב"ע לאהדורי אגמי רבנן סברי
15 Auch nach den Rabbanan kann man ja die Hand darauf legen!? – Man könnte vergessen und sie fortnehmen. – Auch nach R. Jose könnte man ja vergessen und sie fortnehmen!? – Vielmehr, ist Bast vorrätig, so ist dem auch so, hier aber handelt es sich um den Fall, wenn man nach Bast suchen muß; die Rabbanan sind der Ansicht,