Shabbat 255

Kapitel 255

א אבל לא את הטבל וכו': פשיטא לא צריכא בטבל טבול מדרבנן שזרעו בעציץ שאינו נקוב:
1 N<small>ICHT ABER</small> U<small>NVERZEHNTETES</small> &amp;<small>C.</small> Selbstverständlich!? – Dies ist wegen des rabbanitisch Unverzehnteten nötig, zum Beispiel in einem undurchlochten Pflanzentopfe gezogen.
ב ולא מעשר ראשון וכו': פשיטא לא צריכא שהקדימו בכרי שנטל ממנו מעשר ולא נטלה ממנו תרומה גדולה מהו דתימא כדאמר ליה רב פפא לאביי קמ"ל כדשני ליה אביי:
2 [N<small>ICHT</small>] <small>ERSTEN</small> Z<small>EHNTEN</small> &amp;<small>C.</small> Selbstverständlich!? – Dies ist wegen des Falles nötig, wenn er ihm beim Getreidehaufen zuvorgekommen ist; wenn davon der Zehnt, nicht aber die große Hebe entrichtet worden ist. Man könnte glauben, es verhalte sich so, wie R. Papa zu Abajje gesagt hat, so lehrt er uns, daß es sich so verhalte, wie Abajje ihm erwidert hat.
ג ולא את מעשר שני וכו': פשיטא לא צריכא דנפדו ולא נפדו כהלכתן מעשר שפדאו על גבי אסימון דרחמנא אמר (דברים יד, כה) וצרת הכסף בידך דבר שיש בו צורה הקדש שחיללו על גבי קרקע דרחמנא אמר ונתן הכסף וקם לו:
3 [N<small>ICHT</small>] <small>ZWEITEN</small> Z<small>EHNTEN</small> &amp;<small>C.</small> Selbstverständlich!? – Dies ist wegen des Falles nötig, wenn sie zwar ausgelöst worden sind, jedoch nicht nach Vorschrift: Wenn man den Zehnten durch ein ungemünztes Silberstück ausgelöst hat, während der Allbarmherzige sagt: <i>du sollst das Geld in</i> <i>deiner Hand binden,</i> eine Sache, worauf eine Figur sich befindet. Oder wenn man Geheiligtes durch ein Grundstück ausweiht, während der Allbarmherzige sagt: <i>er gebe das Geld und erstehe es.</i>
ד ולא את הלוף: ת"ר מטלטלין את החצב מפני שהוא מאכל לצביים ואת החרדל מפני שהוא מאכל ליונים רשב"ג אומר אף מטלטלין שברי זכוכית מפני שהוא מאכל לנעמיות
4 O<small>DER</small> L<small>AUCH.</small> Die Rabbanan lehrten: Man darf Efeu fortbewegen, weil es als Rehfutter verwendbar ist, Senf, weil es als Taubenfutter verwendbar ist. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, man dürfe auch Glassplitter fortbewegen, weil sie als Straußenfutter verwendbar sind.
ה אמר ליה רבי נתן אלא מעתה חבילי זמורות יטלטלו מפני שהוא מאכל לפילין ורשב"ג נעמיות שכיחי פילין לא שכיחי
5 R. Nathan sprach zu ihm: Demnach darf man auch Bündel Reisig fortbewegen, weil sie als Elefantenfutter verwendbar sind!? – Und R. Šimo͑n b. Gamliél? – Strauße sind nicht selten, Elefanten sind selten.
ו אמר אמימר והוא דאית ליה נעמיות אמר רב אשי לאמימר אלא דקאמר ליה ר' נתן לרשב"ג חבילי זמורות יטלטל מפני שהוא מאכל לפילין אי אית ליה פילין אמאי לא אלא ראוי ה"נ ראוי
6 Amemar sagte: Dies nur, wenn man Strauße hat. R. Aši sprach zu Amemar: R. Nathan wandte ja gegen R. Šimo͑n b. Gamliél ein, man sollte demnach auch Bündel Reisig fortbewegen dürfen, weil sie als Elefantenfutter verwendbar sind; wieso sollte man es nicht, wenn man Elefanten hat!? – Vielmehr meint er die Verwendbarkeit, ebenso hierbei die Verwendbarkeit.
ז אמר אביי רשב"ג ורבי שמעון ורבי ישמעאל ורבי עקיבא כולהו סבירא להו כל ישראל בני מלכים הם
7 Abajje sagte: R. Šimo͑n b. Gamliél, R. Šimo͑n, R. Jišma͑él und R. A͑qiba sind sämtlich der Ansicht, alle Jisraéliten seien Fürstenkinder.
ח רשב"ג הא דאמרן
8 R. Šimo͑n b. Gamliél, wie eben gesagt worden ist.
ט ר' שמעון דתנן בני מלכים סכין על גבי מכותיהן שמן וורד שכן דרכן של בני מלכים לסוך בחול ר"ש אומר כל ישראל בני מלכים הם
9 R. Šimo͑n, denn wir haben gelernt: Fürstenkinder dürfen sich eine Wunde mit Rosenöl bestreichen, denn Fürstenkinder pflegen sich damit auch am Wochentage zu schmieren. R. Šimo͑n sagt, alle Jisraéliten seien Fürstenkinder.
י ר' ישמעאל ור' עקיבא דתניא הרי שהיו נושין בו אלף מנה ולבוש איצטלא בת ק' מנה מפשיטין אותו ומלבישין אותו איצטלא הראויה לו תנא משום רבי ישמעאל ותנא משום רבי עקיבא כל ישראל ראוין לאותה איצטלא:
10 R. Jišma͑él und R. A͑qiba, denn es wird gelehrt: Wenn man von einem tausend Minen zu fordern hat und er ein Gewand im Werte von hundert Minen trägt, so ziehe man ihm dieses aus und lasse ihn ein ihm gebührendes Gewand tragen. Hierzu wird im Namen R. Jišma͑éls und im Namen R. A͑qibas gelehrt, ein solches Gewand gebühre jedem Jisraéliten.
יא חבילי קש וחבילי כו': תנו רבנן חבילי קש וחבילי עצים וחבילי זרדים אם התקינן למאכל בהמה מטלטלין אותן ואם לאו אין מטלטלין אותן רשב"ג אומר חבילין הניטלין ביד אחד מותר לטלטלן בשתי ידים אסור לטלטלן
11 B<small>ÜNDEL</small> S<small>TROH</small> &amp;<small>C.</small> Die Rabbanan lehrten: Bündel Stroh, Gehölz und Reiser darf man fortbewegen, wenn man sie als Viehfutter reserviert hat, sonst aber darf man sie nicht fortbewegen. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, Bündel, die man mit einer Hand trägt, dürfe man fortbewegen, die man mit beiden Händen trägt, dürfe man nicht fortbewegen.
יב חבילי סיאה אזוב וקורנית הכניסן לעצים אין מסתפק מהן בשבת למאכל בהמה מסתפק מהן בשבת
12 Von Bündeln Polei, Ysop und Thymian darf man, wenn man sie als Holz gesammelt hat, am Šabbath nicht brauchen, wenn aber als Viehfutter, so darf man davon am Šabbath brauchen.
יג וקוטם ביד ואוכל ובלבד שלא יקטום בכלי ומולל ואוכל ובלבד שלא ימלול בכלי הרבה דברי רבי יהודה וחכמים אומרים מולל בראשי אצבעותיו ואוכל ובלבד שלא ימלול בידו הרבה כדרך שהוא עושה בחול
13 Man darf mit der Hand abkneifen und essen, nicht aber mit einem Geräte; man darf etwas zerreiben und essen, nicht aber viel mit einem Geräte – so R. Jehuda; die Weisen sagen, man dürfe etwas mit den Fingerspitzen zerreiben und essen, nicht aber viel mit der Hand, wie man es am Wochentage macht.
יד וכן באמיתא וכן בפיגם וכן בשאר מיני תבלין מאי אמיתא ניניא סיאה אמר רב יהודה (סיאה) צתרי אזוב אברתא קורנית קורניתא שמה
14 Dasselbe gilt auch von Minze, Raute und anderen Gewürzkräutern. – Was heißt Minze? – Nanja – Polei? R. Jehuda erwiderte: Saturei. – Ysop? – Abrota. – Thymian? – Dies wird Qornitha genannt. –
טו והא ההוא דאמר להו מאן בעי קורניתא ואישתכח חשי אלא סיאה צתרי אזוב אברתא קורניתא חשי:
15 Aber einst bot ja jemand Qornitha feil, und es war Lattich!? – Vielmehr, Polei ist Saturei, Ysop ist Abrota, und Qornitha ist Lattich.
טז איתמר בשר מליח מותר לטלטלו בשבת בשר תפל רב הונא אמר מותר לטלטלו רב חסדא אמר אסור לטלטלו
16 Es wurde gelehrt: Gesalzenes Fleisch darf man am Šabbath fortbewegen, ungesalzenes darf man, wie R. Hona sagt, fortbewegen, und wie R. Ḥisda sagt, nicht fortbewegen. –
יז רב הונא אמר מותר לטלטלו והא רב הונא תלמיד דרב הוה ורב כר' יהודה סבירא ליה דאית ליה מוקצה
17 Wieso sagt R. Hona, man dürfe es fortbewegen, R. Hona war ja ein Schüler Rabhs, und Rabh ist ja der Ansicht R. Jehudas, nach dem das Gesetz vom Abgesonderten Geltung hat!? –
יח במוקצה לאכילה סבר לה כרבי יהודה במוקצה לטלטל סבר לה כרבי שמעון
18 Beim hinsichtlich des Essens Abgesonderten ist er der Ansicht R. Jehudas, beim hinsichtlich der Fortbewegung Abgesonderten ist er der Ansicht R. Šimo͑ns. –
יט רב חסדא אמר אסור לטלטלו והא רב יצחק בר אמי איקלע לבי רב חסדא וחזא ההוא בר אווזא דהוו קא מטלטלו ליה משמשא לטולא ואמר רב חסדא חסרון כיס קא חזינן הכא שאני בר אווזא דחזי לאומצא
19 Wieso sagt R. Ḥisda, man dürfe es nicht fortbewegen, einst war ja R. Jiçḥaq b. Ami bei R. Ḥisda, und er sah da eine [geschlachtete] Ente aus der Sonne in den Schatten tragen, weil R. Ḥisda gesagt hatte, er sehe hierin einen Geldschaden!? – Anders ist es bei einer Ente, die als Rohfleischschnitte verwendbar ist.
כ ת"ר דג מליח מותר לטלטלו דג תפל אסור לטלטלו בשר בין תפל ובין מליח מותר לטלטלו (וסתמא כרבי שמעון)
20 Die Rabbanan lehrten: Einen gesalzenen Fisch darf man fortbewegen, einen ungesalzenen Fisch darf man nicht fortbewegen; Fleisch darf man, ob gesalzen oder ungesalzen, fortbewegen. Eine geschlossene Lehre nach R. Šimo͑n.
כא תנו רבנן מטלטלין את העצמות מפני שהוא מאכל לכלבים
21 Die Rabbanan lehrten: Man darf Knochen fortbewegen, weil sie als Hundefutter verwendbar sind;