Shabbat 256

Kapitel 256

א בשר תפוח מפני שהוא מאכל לחיה מים מגולין מפני שהן ראויין לחתול רשב"ג אומר כל עצמן אסור לשהותן מפני הסכנה:
1 verdorbenes Fleisch, weil es für Tiere als Futter verwendbar ist; offenstehendes Wasser, weil es für eine Katze verwendbar ist. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, solches dürfe man überhaupt nicht aufbewahren, wegen der Gefahr.
ב <big><strong>מתני׳</strong></big> כופין את הסל לפני האפרוחים כדי שיעלו וירדו תרנגולת שברחה דוחין אותה עד שתכנס
2 <b>M</b><small>AN DARF FÜR DIE</small> K<small>ÜCHLEIN EINEN</small> K<small>ORB STÜLPEN, DAMIT SIE AUF- UND ABSTEIGEN</small>. W<small>ENN EIN</small> H<small>UHN FORTLÄUFT, DARF MAN ES ZURÜCKJAGEN, BIS ES WIEDER HINEINGEHT</small>.
ג מדדין עגלין וסייחין אשה מדדה את בנה אמר רבי יהודה אימתי בזמן שהוא נוטל אחת ומניח אחת אבל אם היה גורר אסור:
3 M<small>AN DARF</small> K<small>ÄLBER UND</small> F<small>ÜLLEN AUF ÖFFENTLICHEM</small> G<small>EBIETE HÜPFEN LASSEN.</small> E<small>INE</small> F<small>RAU DARF IHR</small> K<small>IND GÄNGELN.</small> R. J<small>EHUDA SAGTE:</small> D<small>IES NUR, WENN ES EINEN</small> [F<small>USS</small>] <small>ANSETZT UND DEN ANDEREN HEBT, WENN ES SIE ABER NACHSCHLEPPT, IST ES VERBOTEN</small>.
ד <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר רב יהודה אמר רב בהמה שנפלה לאמת המים מביא כרים וכסתות ומניח תחתיה ואם עלתה עלתה
4 GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wenn ein Vieh in einen Wassergraben fällt, so hole man Kissen und Polster und lege sie ihm unter, und wenn es dann heraufkommt, so ist nichts dabei.
ה מיתיבי בהמה שנפלה לאמת המים עושה לה פרנסה במקומה בשביל שלא תמות פרנסה אין כרים וכסתות לא
5 Man wandte ein: Wenn ein Vieh in einen Wassergraben fällt, so reiche man ihm Futter an Ort und Stelle, damit es nicht verende. Nur Futter darf man ihm reichen, Kissen und Polster aber nicht!? –
ו לא קשיא הא דאפשר בפרנסה הא דאי אפשר בפרנסה אפשר בפרנסה אין ואי לא מביא כרים וכסתות ומניח תחתיה
6 Das ist kein Einwand; das eine, wenn es mit der Fütterung möglich ist, das andere, wenn es mit der Fütterung nicht möglich ist. Ist es mit der Fütterung möglich, so bleibe es bei der Fütterung, wenn aber nicht, so hole man Kissen und Polster und lege sie ihm unter. –
ז והא קא מבטל כלי מהיכנו סבר מבטל כלי מהיכנו דרבנן צער בעלי חיים דאורייתא ואתי דאורייתא ודחי דרבנן:
7 Man entzieht ja eine Sache ihrer Benutzbarkeit!? – Er ist der Ansicht, die Entziehung der Benutzbarkeit ist nur rabbanitisch [verboten], die Tierquälerei aber biblisch, und das biblische Verbot verdrängt das rabbanitische.
ח תרנגולת שברחה וכו': דוחין אין מדדין לא תנינא להא דת"ר מדדין בהמה חיה ועוף בחצר אבל לא את התרנגולת
8 W<small>ENN EIN</small> H<small>UHN FORTLÄUFT</small> &amp;<small>C.</small> Nur zurückjagen, nicht aber zerren, somit lernen wir hier dasselbe, was die Rabbanan gelehrt haben: Man darf ein Vieh, ein Wild oder ein Geflügel im Hofe herumzerren, jedoch kein Huhn. –
ט תרנגולת מאי טעמא לא אמר אביי משום דמקפיא נפשה
9 Weshalb kein Huhn? Abajje erwiderte: Weil es nach oben strebt. –
י תני חדא מדדין בהמה וחיה ועוף בחצר אבל לא ברה"ר והאשה מדדה את בנה ברה"ר ואצ"ל בחצר ותניא אידך אין עוקרין בהמה וחיה ועוף בחצר אבל דוחין בהן שיכנסו
10 Eines lehrt, man dürfe ein Vieh, ein Wild oder ein Geflügel im Hofe herumzerren, jedoch nicht auf öffentlichem Gebiete, eine Frau aber dürfe ihr Kind auf öffentlichem Gebiete gängeln, und um so eher im Hofe, während ein Anderes lehrt, man dürfe ein Vieh, ein Wild oder ein Geflügel im Hofe nicht schleifen, wohl aber treiben, daß es eintrete!? –
יא הא גופא קשיא אמרת אין עוקרין אבל דדויי מדדינן הדר אמרת דוחין אין מדדין לא אמר אביי סיפא אתאן לתרנגולת
11 Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es, man dürfe es nicht schleifen, wonach das Zerren erlaubt ist, und nachher heißt es, nur treiben, wonach das Zerren verboten ist!? Abajje erwiderte: Der Schlußsatz gilt von einem Huhn.
יב אמר אביי האי מאן דשחיט תרנגולת לכבשינהו לכרעיה בארעא אי נמי נידל להו מידל דדילמא מנח להו לטופריה בארעא ועקר להו לסימנים:
12 Abajje sagte: Wer ein Huhn schlachtet, presse es auf die Erde mit untergeschlagenen Füßen, oder hebe es hoch, denn wenn man es mit den Füßen auf die Erde setzt, kann es [durch das Zappeln] die Halsorgane durchreißen.
יג <big><strong>מתני׳</strong></big> אין מילדין את הבהמה ביום טוב אבל מסעדין ומילדין את האשה בשבת וקורין לה חכמה ממקום למקום ומחללין עליה את השבת וקושרין את הטיבור רבי יוסי אומר אף חותכין וכל צרכי מילה עושין בשבת:
13 <b>M</b><small>AN DARF AM</small> F<small>ESTE KEIN</small> T<small>LER ENTBINDEN, WOHL ABER DARF MAN IHM</small> H<small>ILFE LEISTEN.</small> M<small>AN DARF AM</small> Š<small>ABBATH EINE</small> F<small>RAU ENTBINDEN; AUCH DARF MAN FÜR SIE EINE</small> H<small>EBAMME VON EINEM</small> O<small>RTE NACH EINEM ANDEREN HOLEN, IHRETWEGEN DEN</small> Š<small>ABBATH ENTWEIHEN, UND IHR DIE</small> N<small>ABELSCHNUR UNTERBINDEN</small>, <small>UND WIE</small> R. J<small>OSE SAGT, AUCH DURCHSCHNEIDEN.</small> A<small>LLES, WAS ZUR</small> B<small>ESCHNEIDUNG NOTWENDIG IST, DARF MAN AM</small> Š<small>ABBATH VERRICHTEN.</small>
יד <big><strong>גמ׳</strong></big> כיצד מסעדין רב יהודה אמר אוחז את הולד שלא יפול לארץ רב נחמן אמר דוחק בבשר כדי שיצא הולד
14 GEMARA. Wie geschehe die Hilfeleistung? R. Jehuda erwiderte: Man halte die Geburt, damit sie nicht auf die Erde falle. R. Naḥman erwiderte: Man drücke ihm den Leib, damit die Geburt herauskomme.
טו תניא כוותיה דרב יהודה כיצד מסעדין אוחזין את הולד שלא יפול לארץ ונופח לו בחוטמו ונותן לו דד לתוך פיו כדי שינק
15 Übereinstimmend mit R. Jehuda wird gelehrt: Wie leistet man [dem Muttertiere] Hilfe? Man halte die Geburt, damit sie nicht auf die Erde falle; man blase ihr in die Nase und lege ihr die Zitze ins Maul, damit sie sauge.
טז אמר רשב"ג מרחמין היינו על בהמה טהורה ביו"ט היכי עביד אמר אביי מביא בול של מלח ומניח לה בתוך הרחם כדי שתזכור צערה ותרחם עליו ומזלפין מי שליא על גבי ולד כדי שתריח ריחו ותרחם עליו ודוקא טהורה אבל טמאה לא
16 R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Wir pflegten am Feste einem reinen Tiere Liebestat zu erweisen. Was macht man da? Abajje erwiderte: Man legt [dem Muttertiere] ein Stück Salz in die Gebärmutter, damit es an die Geburtswehen denke und sich [der Geburt] zuwende. Ferner bespritzt man die Geburt mit dem Fruchtwasser, damit [das Muttertier] es rieche und sich diesem zuwende. Jedoch nur bei einem reinen Tiere, nicht aber bei einem unreinen. –
יז מ"ט טמאה לא מרחקא ולדא ואי מרחקא ולדא לא מקרבא:
17 Aus welchem Grunde? – Das unreine wendet sich von der Geburt nicht ab, und wenn es sich abwendet, wendet es sich ihr nicht mehr zu.
יח מילדין את האשה וכו': מכדי תנא ליה מילדין את האשה וקורין לה חכמה ממקום למקום ומחללין עליה את השבת לאתויי מאי
18 M<small>AN DARF EINE</small> F<small>RAU</small> &amp;<small>C. ENTBINDEN.</small> Merke, er lehrt, daß man eine Frau entbinden darf, und daß man für sie eine Hebamme aus einem Orte nach einem anderen holen darf, was schließt die Erlaubnis, ihretwegen den Šabbath zu entweihen, noch weiter ein? –
יט לאתויי הא דתנו רבנן אם היתה צריכה לנר חבירתה מדלקת לה את הנר ואם היתה צריכה לשמן חבירתה מביאה לה שמן ביד ואם אינו ספק ביד מביאה בשערה ואם אינו ספק בשערה מביאה לה בכלי
19 Dies schließt folgende Lehre der Rabbanan ein: Braucht sie Licht, so stecke ihr eine Freundin ein Licht an, braucht sie Öl, so hole ihr eine Freundin Öl in der Hand, und wenn es in der Hand nicht reicht, so hole sie es ihr im Haare, und wenn es im Haare nicht reicht, so hole sie es ihr in einem Gefäße.
כ אמר מר אם היתה צריכה לנר חבירתה מדלקת לה את הנר פשיטא לא צריכא בסומא מהו דתימא כיון דלא חזיא אסור קא משמע לן איתובי מיתבא דעתה סברא אי איכא מידי חזיא חבירתא ועבדה לי:
20 Der Meister sagte: Braucht sie Licht, so stecke ihr eine Freundin ein Licht an. Selbstverständlich!? – Dies ist wegen einer Blinden nötig; man könnte glauben, es sei verboten, weil sie es ja überhaupt nicht sieht, so lehrt er uns, [daß dies erlaubt sei,] weil sie dadurch beruhigt wird; sie denkt nämlich, ist etwas nötig, so sieht es meine Freundin und besorgt es mir.
כא אם היתה צריכה לשמן וכו': תיפוק ליה משום סחיטה
21 «Braucht sie Öl &amp;c.» Dies sollte ja schon wegen des Ausdrückens [verboten] sein!? –
כב רבה ורב יוסף דאמרי תרווייהו אין סחיטה בשיער רב אשי אמר אפי' תימא יש סחיטה בשיער מביאה לה בכלי דרך שערה דכמה דאפשר לשנויי משנינן
22 Rabba und R. Joseph sagten beide, beim Haare gebe es kein Ausdrücken. R. Aši erwiderte: Du kannst auch sagen, beim Haare gebe es wohl ein Ausdrücken, denn [dies ist zu verstehen,] sie hole es in einem Gefäße im Haare; soweit möglich muß dies auf ungewöhnliche Weise geschehen.
כג אמר רב יהודה אמר שמואל חיה כל זמן שהקבר פתוח בין אמרה צריכה אני) בין לא אמרה צריכה אני מחללין עליה את השבת
23 R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wegen einer Wöchnerin darf man, solange die Gebärmutter offen ist, den Šabbath entweihen, ob sie es verlangt oder nicht verlangt;
כד נסתם הקבר בין אמרה
24 ist die Gebärmutter geschlossen,