Shabbat 257

Kapitel 257

א צריכה אני בין לא אמרה צריכה אני אין מחללין עליה את השבת
1 so darf man ihretwegen den Šabbath nicht mehr entweihen, ob sie es verlangt oder nicht verlangt. So lehrte es
ב רב אשי מתני הכי מר זוטרא מתני הכי אמר רב יהודה אמר שמואל חיה כל זמן שהקבר פתוח בין אמרה צריכה אני ובין אמרה אין צריכה אני מחללין עליה את השבת נסתם הקבר אמרה צריכה אני מחללין עליה את השבת לא אמרה צריכה אני אין מחללין עליה את השבת
2 R. Aši, Mar Zuṭra lehrte es wie folgt; R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wegen einer Wöchnerin darf man, solange die Gebärmutter offen ist, den Šabbath entweihen, ob sie es verlangt oder nicht verlangt; ist die Gebärmutter geschlossen, so darf man ihretwegen den Šabbath entweihen, wenn sie es verlangt, verlangt sie es nicht, so darf man ihretwegen den Šabbath nicht entweihen.
ג א"ל רבינא למרימר מר זוטרא מתני לקולא ורב אשי מתני לחומרא הלכתא כמאן א"ל הלכה כמר זוטרא ספק נפשות להקל
3 Rabina sprach zu Meremar: Mar Zuṭra lehrte es erleichternd, und R. Aši lehrte es erschwerend; nach wem ist die Halakha zu entscheiden? Dieser erwiderte: Die Halakha ist wie Mar Zuṭra; bei Lebensgefahr ist in einem Zweifel erleichternd zu entscheiden. –
ד מאימתי פתיחת הקבר אמר אביי משעה שתשב על המשבר רב הונא בריה דרב יהושע אמר משעה שהדם שותת ויורד ואמרי לה משעה שחברותיה נושאות אותה באגפיה
4 Wann beginnt die Gebärmutter sich zu öffnen? Abajje sagte: Sobald sie sich auf den Gebärstuhl setzt. R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagte: Sobald das Blut zu fließen beginnt. Manche sagen: Sobald ihre Freundinnen sie an den Armen tragen müssen. –
ה עד מתי פתיחת הקבר אמר אביי שלשה ימים רבא אמר משמיה דרב יהודה שבעה ואמרי לה שלשים
5 Wie lange ist die Gebärmutter offen? Abajje sagte: Drei Tage. Raba sagte im Namen R. Jehudas: Sieben Tage. Manche sagen: Dreißig Tage.
ו אמרי נהרדעי חיה ג' ז' ול' ג' בין אמרה צריכה אני ובין אמרה לא צריכה אני מחללין עליה את השבת ז' אמרה צריכה אני מחללין עליה את השבת אמרה לא צריכה אני אין מחללין עליה את השבת ל' אפי' אמרה צריכה אני אין מחללין עליה את השבת אבל עושין ע"י ארמאי
6 In Nehardea͑ sagten sie: Bei einer Wöchnerin sind drei, sieben, und dreißig [Tage zu unterscheiden]: in den drei Tagen entweihe man ihretwegen den Šabbath, ob sie es verlangt oder nicht verlangt; in den sieben Tagen entweihe man ihretwegen den Šabbath, wenn sie es verlangt, und entweihe ihn nicht, wenn sie es nicht verlangt; in den dreißig Tagen darf man ihretwegen den Šabbath nicht entweihen, auch wenn sie es verlangt, wohl aber darf man es von einem Aramäer tun lassen.
ז כדרב עולא בריה דרב עילאי דאמר כל צרכי חולה נעשין ע"י ארמאי בשבת וכדרב המנונא דאמר רב המנונא דבר שאין בו סכנה אומר לנכרי ועושה
7 Dies nach R. U͑la, dem Sohne R. E͑leajs, welcher sagt, man dürfe alles, was ein Kranker braucht, von einem Aramäer verrichten lassen. Auch nach R. Hamnuna, denn R. Hamnuna sagte, auch wenn keine Gefahr vorliegt, dürfe man einem Nichtjuden sagen, und er verrichte es.
ח אמר רב יהודה אמר שמואל לחיה ל' יום למאי הלכתא אמרי נהרדעי לטבילה
8 R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Für eine Wöchnerin sind dreißig Tage festgesetzt. – In welcher Hinsicht? – In Nehardea͑ erklärten sie, hinsichtlich des Reinigungsbades.
ט אמר רבא לא אמרן אלא שאין בעלה עמה אבל בעלה עמה בעלה מחממה כי הא דברתיה דרב חסדא טבלה בגו תלתין יומין שלא בפני בעלה ואצטניאת ואמטוי לערסה בתריה דרבא לפומבדיתא
9 Raba sagte: Dies nur, wenn ihr Mann abwesend ist, ist aber ihr Mann bei ihr, so erwärmt er sie. So geschah es mit der Tochter R. Ḥisdas, daß sie während der Abwesenheit ihres Mannes innerhalb der dreißig Tage badete und sich erkältete; da brachte man ihr Bett zu [ihrem Manne] Raba nach Pumbeditha.
י אמר רב יהודה אמר שמואל עושין מדורה לחיה בשבת (בימות הגשמים) סבור מינה לחיה אין לחולה לא בימות הגשמים אין בימות החמה לא (ולא היא ל"ש חיה ול"ש חולה ל"ש בימות הגשמים ול"ש בימות החמה מדאתמר) אמר רב חייא בר אבין אמר שמואל הקיז דם ונצטנן עושין לו מדורה אפי' בתקופת תמוז
10 R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: In der Regenzeit darf man für eine Wöchnerin am Šabbath eine Herdflamme machen. Hieraus wäre zu entnehmen, nur für eine Wöchnerin und nicht für einen Kranken, nur in der Regenzeit und nicht im Sommer. Dem ist aber nicht so; es gibt keinen Unterschied zwischen einer Wöchnerin und einem anderen Kranken, zwischen der Regenzeit und dem Sommer. Es wurde gelehrt: R. Ḥija b. Abin sagte im Namen Šemuéls: Wenn jemand sich zur Ader gelassen und sich erkältet hat, so darf man für ihn, selbst in der Jahreszeit des Tamuz eine Herdflamme machen.
יא שמואל צלחו ליה תכתקא דשאגא רב יהודה צלחו ליה פתורא דיונה לרבה צלחו ליה שרשיפא
11 Für Šemuél zerspaltete man einst einen Wacholderstuhl [zum Heizen]. Für R. Jehuda zerspaltete man einst einen Zederntisch. Als man einst für Rabba eine Bank zerspaltete,
יב וא"ל אביי לרבה והא קעבר מר משום (דברים כ, יט) בל תשחית א"ל בל תשחית דגופאי עדיף לי
12 sprach Abajje zu Rabba: Der Meister übertritt ja das Verbot: <i>du sollst nicht zerstören</i>!? Dieser erwiderte: Die Zerstörung meines Körpers geht vor.
יג אמר רב יהודה אמר רב לעולם ימכור אדם קורות ביתו ויקח מנעלים לרגליו הקיז דם ואין לו מה יאכל ימכור מנעלים שברגליו ויספיק מהן צרכי סעודה
13 R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Der Mensch verkaufe sogar die Balken seines Hauses und kaufe Schuhe für seine Füße. Wer sich aber zur Ader gelassen und nichts zum Essen hat, verkaufe sogar die Schuhe von seinen Füßen und besorge sich dafür das Nötige zu einer Mahlzeit. –
יד מאי צרכי סעודה רב אמר בשר ושמואל אמר יין רב אמר בשר נפשא חלף נפשא ושמואל אמר יין סומקא חלף סומקא:
14 Was ist das Nötige zu einer Mahlzeit? – Rabh sagt, Fleisch; Šemuél sagt, Wein. Rabh sagt, Fleisch: Leben ersetzt Leben. Šemuél sagt, Wein: Rotes ersetzt Rotes.
טו (סימן שנמסר)
15 
טז שמואל ביומא דעבד מילתא עבדי ליה תבשילא דטחלי ר' יוחנן שתי עד דנפיק תיהיא מאוניה ורב נחמן שתי עד דקפי טחליה רב יוסף שתי עד דנפיק מריבדא דכוסילתא רבא מהדר אחמרא בר תלתא טרפי
16 Für Šemuél pflegte man an einem Tage, an dem er sich zur Ader ließ, eine Milzspeise zu bereiten. R. Joḥanan pflegte zu trinken, bis ihm der Dunst aus den Ohren kam. R. Naḥman pflegte zu trinken, bis ihm die Milz schwamm. R. Joseph pflegte zu trinken, bis es aus den Wunden des Schröpfapparates hervorquoll. Raba pflegte nach dreijährigem Weine zu suchen.
יז אמר להו רב נחמן בר יצחק לרבנן במטותא מינייכו ביומא דהקזה אמרו לביתייכו נחמן אקלע לגבן
17 R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach zu den Schülern: Ich bitte euch, wenn ihr euch zur Ader lasset, so sagt zu euren Frauen: ‘Naḥman besucht uns’.
יח וכולהו אערומי אסירי בר מהאי ערמה דשרי מאן דעביד מילתא ולא אפשר ליה לישקול זוזא מכא וליזיל לשב חנותא עד דטעים שיעור רביעתא ואי לא ליכול שב תמרי אוכמתא ולישוף מישחא בצידעיה וניגני בשמשא
18 Jede List ist verboten, folgende List ist aber erlaubt. Wer sich zur Ader gelassen hat und [Wein zu kaufen] nicht imstande ist, nehme einen abgeriebenen Zuz und gehe in sieben Läden, bis er ein Viertellog zusammengekostet hat. Wenn nicht dies, so esse er sieben schwarze Datteln, bestreiche seine Schläfen mit Öl und schlafe in der Sonne.
יט אבלט אשכחיה לשמואל דגני בשמשא א"ל חכימא דיהודאי בישא מי הוי טבא א"ל יומא דהקזה הוא
19 Ablet traf einst Šemuél in der Sonne schlafen; da sprach er zu ihm: Weiser der Juden, kann Schlechtes gut sein!? Dieser erwiderte: Ich habe mich heute zur Ader gelassen.
כ ולא היא אלא איכא יומא דמעלי בה שמשא בכוליה שתא יומא דנפלה ביה תקופת תמוז וסבר לא איגלי ליה:
20 Das war es aber nicht; es gibt einen Tag im Jahre, an dem die Sonne wohltuend ist, das ist der Tag, auf den die Jahreswende des Tamuz fällt. Er wollte es ihm aber nicht verraten.
כא (היקיל ברוח טעמא שהה סימן) רב ושמואל דאמרי תרוייהו כל המקיל בסעודת הקזת דם מקילין לו מזונותיו מן השמים ואומרים הוא על חייו לא חס אני אחוס עליו
21 Rabh und Šemuél sagten beide: Wer die Mahlzeit nach dem Aderlasse leicht nimmt, mit dem nimmt man es im Himmel inbetreff seines Unterhaltes leicht, indem man sagt: Er selber schonte sein Leben nicht, wie sollte ich ihn schonen!?
כב רב ושמואל דאמרי תרוייהו האי מאן דעביד מילתא לא ליתיב היכא דכריך זיקא דילמא שפי ליה אומנא ומוקים ליה ארביעתא ואתי זיקא ושאיף מיניה ואתי לידי סכנה
22 Rabh und Šemuél sagten beide: Wer sich zur Ader läßt, setze sich nicht an einen Ort, an dem eine Zugluft weht, vielleicht zapft ihm der Bader [das Blut] bis auf ein Viertellog ab, und wenn die Zugluft ihm noch mehr abzieht, könnte er in Gefahr geraten.
כג שמואל הוה רגיל ועבד מילתא בביתא דשב לביניא ואריחא יומא חדא עבד וארגיש בנפשיה בדק וחסר חד אריחא
23 Šemuél pflegte sich zur Ader zu lassen in einem Hause, das sieben Ziegel und einen Blendziegel stark war; eines Tages ließ er sich zur Ader und fühlte sich schwach, da untersuchte er [das Haus], und es fehlte ein Blendziegel.
כד רב ושמואל דאמרי תרוייהו האי מאן דעביד מילתא ליטעום מידי והדר ליפוק דאי לא טעים מידי אי פגע בשכבא ירקא אפיה אי פגע במאן דקטל נפשא מית אי פגע
24 Rabh und Šemuél sagten beide: Wer sich zur Ader gelassen hat, genieße etwas und gehe erst dann aus. Wenn er nichts gegessen hat und auf eine Leiche stößt, könnte sein Gesicht gelb werden, wenn er auf einen Mörder stößt, könnte er sterben,