Shabbat 288

Kapitel 288

א בפגעין ובפרישין ובעוזרדין אבל לא ברמונים ושל בית מנשיא בר מנחם היו סוחטין ברמונים
1 Man darf Pflaumen, Quitten und Speierlinge ausdrücken, nicht aber Granatäpfel. Im Hause des Menasja b. Menaḥem pflegte man nämlich [am Wochentage] Granatäpfel auszudrücken. —
ב וממאי דרבנן היא דילמא ר' יהודה היא ותהוי נמי ר' יהודה אימר דשמעת ליה לר' יהודה יצאו מעצמן סוחטין לכתחילה מי שמעת ליה אלא מאי אית לך למימר כיון דלאו בני סחיטה נינהו אפילו לכתחילה אפילו תימא רבנן כיון דלאו בני סחיטה נינהו אפילו לכתחילה ש"מ רבנן היא ש"מ
2 Woher, daß hier die Rabbanan vertreten sind, vielleicht R. Jehuda? — Wenn schon R. Jehuda: auch R. Jehuda sagt es ja nur von dem Falle, wenn sie von selbst ausfließen, sagt er es etwa auch von vornherein!? Du mußt also sagen, da sie nicht zum Auspressen bestimmt sind, sei es auch von vornherein erlaubt, somit können hier auch die Rabbanan vertreten sein, denn, da diese nicht zum Auspressen bestimmt sind, ist es auch von vornherein erlaubt. Schließe hieraus, daß hier [auch] die Rabbanan vertreten sind. Schließe hieraus.
ג של בית מנשיא בר מנחם היו סוחטין ברמונים אמר רב נחמן הלכה כשל בית מנשיא בר מנחם
3 «Im Hause des Menasja b. Menaḥem pflegte man nämlich [am Wochentage] Granatäpfel auszudrücken.» R. Naḥman sagte: Die Halakha ist nach [der Gepflogenheit] im Hause des Menasja b. Menaḥem zu entscheiden.
ד א"ל רבא לרב נחמן מנשיא בן מנחם תנא הוא וכי תימא הלכה כי האי תנא דסבר לה כשל מנשיא בן מנחם ומשום דסבר כמנשיא בן מנחם הלכה כמותו מנשיא בן מנחם הוי רובא דעלמא
4 Raba sprach zu R. Naḥman: Ist etwa Menasja b. Menaḥem ein Tanna!? Wolltest du sagen, die Halakha sei wie jener Tanna, der sich zu [der Gepflogenheit] im Hause des Menasja b. Menaḥem bekennt, wieso sollte, weil er der Ansicht des Menasja b. Menaḥem ist, die Halakha nach ihm zu entscheiden sein, ist denn Menasja b. Menaḥem die Mehrheit der Welt!? —
ה אין דתנן המקיים קוצים בכרם ר"א אומר קדש וחכ"א אינו מקדש אלא דבר שכמוהו מקיימין וא"ר חנינא מ"ט דרבי אליעזר שכן בערביא מקיימין קוצי שדות לגמליהם
5 Freilich, wir haben auch gelernt: Wenn jemand in seinem Weinberge Disteln stehen läßt, so hat er, wie R. Elie͑zer sagt, [den Weinberg] verboten gemacht; die Weisen sagen, verboten mache nur das, was man gewöhnlich wachsen läßt. Hierzu sagte R. Ḥanina: Folgendes ist der Grund R. Elie͑zers: In Arabien lassen sie ganze Felder Disteln für ihre Kamele stehen. —
ו מידי איריא דערביא אתרא הכא בטלה דעתו אצל כל אדם
6 Ist es denn gleich: in Arabien ist dies Orts[brauch], hierbei aber ist ja die Gepflogenheit [des einen] gegenüber der aller anderen Menschen bedeutungslos!? —
ז אלא היינו טעמא כדרב חסדא דאמר רב חסדא תרדין שסחטן ונתנן במקוה פוסלין את המקוה בשינוי מראה והא לאו בני סחיטה נינהו אלא מאי אית לך למימר כיון דאחשבינהו הוה להו משקה ה"נ כיון דאחשבינהו הוה להו משקה
7 Vielmehr, sein Grund ist nach R. Ḥisda zu erklären. R. Ḥisda sagte nämlich: Wenn man [den Saft] von ausgepreßtem Mangold in ein Reinigungsbad tut, so ist das Bad unbrauchbar, weil [das Wasser] eine andere Färbung erhält. Mangold wird ja nicht zum Auspressen verwendet!? Du mußt also sagen, da dieser ihn zum Getränke bestimmt hat, gilt er [als Flüssigkeit], ebenso gelten sie auch hierbei, da er sie dazu bestimmt hat, als Flüssigkeit.
ח רב פפא אמר משום דהוי דבר שאין עושין ממנו מקוה לכתחילה וכל דבר שאין עושין ממנו מקוה לכתחילה פוסל את המקוה בשינוי מראה
8 R. Papa erklärte: Weil [Mangold] nicht von vornherein für das Reinigungsbad verwendet wird, und was von vornherein nicht für das Reinigungsbad verwendet wird, macht es untauglich, wenn [das Wasser] eine andere Färbung erhält.
ט תנן התם נפל לתוכו יין או חומץ ומוחל ושינה מראיו פסול מאן תנא דמוחל משקה הוא אמר אביי רבי יעקב היא דתניא ר' יעקב אומר מוחל הרי הוא כמשקה ומה טעם אמרו מוחל היוצא בתחלה טהור לפי שאינו רוצה בקיומו
9 Dort haben wir gelernt: Wenn Wein, Essig oder Olivensaft in [das Reinigungsbad] gekommen ist und die Färbung [des Wassers] verändert hat, so ist es untauglich. Welcher Tanna lehrt, Olivensaft gelte als Getränk? Abajje erwiderte: Es ist R. Ja͑qob, denn es wird gelehrt: R. Ja͑qob sagte: Olivensaft gilt als Getränk, und nur deshalb sagten sie, der früh ausschwitzende Olivensaft mache für die Unreinheit nicht empfänglich, weil man ihn nicht wünscht.
י ר"ש אומר מוחל אינו כמשקה ומה טעם אמרו מוחל היוצא מעיקול בית הבד טמא לפי שאי אפשר לו בלא ציחצוחי שמן
10 R. Šimo͑n sagte: Olivensaft gilt nicht als Getränk, und nur deshalb sagten sie, der aus der Olivenpresse ausschwitzende Olivensaft mache für die Unreinheit empfänglich, weil es nicht möglich ist, daß er nicht einen Schuß Öl enthält. —
יא מאי בינייהו איכא בינייהו דאתי בתר איצצתא רבא אמר משום דהוי דבר שאין עושין הימנו מקוה ופוסל את המקוה בשינוי מראה
11 Welchen Unterschied gibt es demnach zwischen ihnen? — Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen hinsichtlich [des Olivensaftes], der durch den Druck ausschwitzt. Raba erklärte: Weil [Olivensaft eine Flüssigkeit] ist, die für das Tauchbad nicht verwendet wird, und solches macht das Reinigungsbad untauglich, wenn [das Wasser] eine andere Färbung erhält.
יב אמר רב יהודה אמר שמואל סוחט אדם אשכול של ענבים לתוך הקדרה אבל לא לתוך הקערה אמר רב חסדא מדברי רבינו נלמד חולב אדם עז לתוך הקדרה אבל לא לתוך הקערה אלמא קסבר משקה הבא לאוכל אוכל הוא
12 R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Man darf [am Šabbath] eine Weinrebe direkt in den Kochtopf ausdrücken, nicht aber in einen Teller. R. Ḥisda sprach: Aus den Worten unseres Meisters lernen wir, daß man eine Ziege direkt in den Kochtopf melken darf, nicht aber in einen Teller. Er ist somit der Ansicht, ein Getränk, das direkt in die Speise kommt, gelte als Speise.
יג מתיב רמי בר חמא זב שחולב את העז החלב טמא ואי אמרת משקה הבא לאוכלין אוכל הוא במאי איתכשר
13 Rami b. Ḥama wandte ein: Wenn ein Flußbehafteter eine Ziege melkt, so ist die Milch unrein. Wodurch wird nun, wenn du sagst, ein Getränk, das in eine Speise kommt, gelte als Speise, [die Milch] für die Unreinheit empfänglich!? —
יד כדאמר ר' יוחנן בטיפה המלוכלכת ע"פ הדד הכא נמי בטיפה המלוכלכת ע"פ הדד
14 Wie R. Joḥanan erklärt hat, durch den [ersten] Tropfen, mit dem man die Zitze anfeuchtet, ebenso auch hierbei, durch den ersten Tropfen, mit dem man die Zitze anfeuchtet.
טו מתיב רבינא טמא מת שסחט זיתים וענבים
15 Rabina wandte ein: Wenn ein Leichenunreiner Oliven oder Weintrauben