Shabbat 293

Kapitel 293

א המנער טליתו בשבת חייב חטאת ולא אמרן אלא בחדתי אבל בעתיקי לית לן בה ולא אמרן אלא באוכמי אבל בחיורי וסומקי לית לן בה והוא דקפיד עלייהו
1 Wer am Šabbath sein Gewand abstaubt, ist ein Sündopfer schuldig. Dies gilt nur von neuen, bei alten aber ist nichts dabei. Auch gilt dies nur von schwarzen, bei weißen und roten aber ist nichts dabei. Endlich nur dann, wenn man darauf achtet.
ב עולא איקלע לפומבדיתא חזא רבנן דקא מנפצי גלימייהו אמר קמחללין רבנן שבתא אמר להו רב יהודה נפוצי ליה באפיה אנן לא קפדינן מידי
2 Einst traf U͑la in Pumbeditha ein und sah da die Jünger ihre Gewänder abstauben; da sprach er: Die Jünger entweihen den Šabbath. Hierauf sprach R. Jehuda zu ihnen: Staubt sie in seiner Gegenwart ab; wir achten nicht darauf.
ג אביי הוה קאי קמיה דרב יוסף א"ל הב לי כומתאי [חזא דאיכא] טלא עליה הוה קמחסם למיתבה ליה א"ל נפוץ שדי אנן לא קפדינן מידי
3 Einst stand Abajje vor R. Šimo͑n, und dieser sprach zu ihm: Reiche mir meine Mütze. Als jener aber Tau darauf bemerkte, zögerte er, sie ihm zu reichen. Da sprach dieser: Schüttele sie ab; wir achten nicht darauf.
ד אמר רב יצחק בר יוסף א"ר יוחנן היוצא בטלית מקופלת מונחת לו על כתיפו בשבת חייב חטאת תנ"ה סוחרי כסות היוצאים בטליתות מקופלות ומונחות על כתיפן בשבת חייבין חטאת ולא סוחרי כסות בלבד אמרו אלא כל אדם אלא שדרכן של מוכרין לצאת כך
4 R. Jiçḥaq b. Joseph sagte im Namen R. Joḥanans: Wer am Šabbath mit einem über die Schultern umgeschlagenen Mantel ausgeht, ist ein Sündopfer schuldig. Desgleichen wird gelehrt: Kleiderhändler, die am Šabbath mit zusammengeschlagenen, auf der Schulter liegenden Mänteln ausgehen, sind ein Sündopfer schuldig; und sie sagten es nicht nur von Kleiderhändlern, sondern auch von jedem anderen Menschen, nur pflegen Kleiderhändler so auszugehen.
ה וחנוני היוצא במעות הצרורין לו בסדינו חייב חטאת ולא חנוני בלבד אמרו אלא כל אדם אלא שדרכו של חנוני לצאת כך והרטנין יוצאין בסודרין שעל כתיפן ולא רטנין בלבד אמרו אלא כל אדם אלא שדרכן של רטנין לצאת בכך
5 Ein Krämer, der mit dem in seinem Tuche eingebundenen Gelde ausgeht, ist ein Sündopfer schuldig; und sie sagten es nicht nur von einem Krämer, sondern auch von jedem anderen Menschen, nur pflegen die Krämer so auszugeben. Die Läufer dürfen mit ihrem Sudarium auf der Schulter ausgehen; und sie sagten es nicht nur von den Läufern, sondern auch von jedem anderen Menschen, nur pflegen die Läufer so auszugehen.
ו א"ר יהודה מעשה בהורקנוס בנו של רבי אליעזר בן הורקנוס שיצא בסודר שעל כתיפו בשבת אלא שנימא כרוכה לו באצבעו וכשבא הדבר לפני חכמים אמרו אפילו אין נימא כרוכה לו באצבעו דרש רב נחמן בר רב חסדא משמיה דרב חסדא הלכה אע"פ שאין נימא כרוכה לו באצבעותיו
6 R. Jehuda erzählte: Einst ging Hyrkanos, Sohn des R. Elie͑zer b. Hyrkanos, am Šabbath mit einem Sudarium auf der Schulter aus, nur hatte er es mit einem Bändchen am Finger befestigt. Als die Sache vor die Weisen kam, sagten sie, [es sei erlaubt,] auch wenn es nicht mit einem Bändchen am Finger befestigt ist. R. Naḥman b. R. Ḥisda trug im Namen R. Ḥisdas vor: Die Halakha ist, auch wenn es nicht mit einem Bändchen am Finger befestigt wird.
ז עולא איקלע לבי אסי בר היני בעו מיניה מהו לעשות מרזב בשבת אמר להו הכי אמר רבי אלעי אסור לעשות מרזב בשבת מאי מרזב אמר ר' זירא כיסי בבלייתא
7 Einst traf U͑la bei Asi b. Hini ein, und man fragte ihn, ob man am Šabbath [Kleider] falten dürfe? Dieser erwiderte: Folgendes sagte R. Elea͑zar: Man darf am Šabbath keine [Kleider] falten.– Was heißt Falten? R. Zera erwiderte: Der babylonische Faltenwurf.
ח ר' ירמיה הוה יתיב קמיה דר' זירא א"ל הכי מאי א"ל אסור והכי מאי א"ל אסור אמר רב פפא נקוט האי כללא בידך כל אדעתא דלכנופי אסור כל דלהתנאות שרי כי הא דרב שישא בריה דרב אידי מתנאה בסדינו הוה
8 R. Jirmeja saß vor R. Zera und fragte ihn: Darf man es so? Dieser erwiderte: Es ist verboten. – Und darf man es so? Dieser erwiderte: Es ist verboten. R. Papa sprach: Halte dich an folgende Regel: Geschieht es in der Absicht, das Gewand [dauernd] zu falten, so ist es verboten, wenn aber zur Verschönerung, so ist es erlaubt. So pflegte auch R. Šiša, Sohn R. Idis, sein Gewand zu verschönern.
ט כי אתא רב דימי אמר פעם אחת יצא רבי לשדה והיו שני צידי טליתו מונחין על כתיפו אמר לפניו יהושע בן זירוז בן חמיו של רבי מאיר בזו לא חייב ר' מאיר חטאת אמר ליה דקדק רבי מאיר עד כאן שלשל רבי טליתו
9 Als R. Dimi kam, erzählte er: Einst ging Rabbi aufs Feld, und beide Enden seines Mantels waren ihm über die Schultern geschlagen. Da sprach Jehošua͑ b. Zeruz, der Sohn des Schwiegervaters R. Meírs, vor ihm: Sollte R. Meír dieserhalb nicht zu einem Sündopfer verpflichtet haben!? Jener erwiderte: Nahm es R. Meír damit so sehr genau!? Hierauf ließ Rabbi den Mantel herabwallen.
י כי אתא רבין אמר לא יהושע בן זירוז הוה אלא יהושע בן כפוסאי היה חתנו של ר' עקיבא אמר בזו לא חייב ר' עקיבא חטאת אמר לו דקדק ר"ע עד כאן שלשל רבי טליתו כי אתא רב שמואל בר רב יהודה אמר נשאל איתמר:
10 Als Rabin kam, sagte er: Es war nicht Jehošua͑ b. Zeruz, sondern Jehošua͑ b. Kapusaj, der Schwiegersohn R. A͑qibas, und zwar sagte er: Sollte R. A͑qiba dieserhalb nicht zu einem Sündopfer verpflichtet haben!? Jener erwiderte: Nahm es R. A͑qiba damit so sehr genau!? Hierauf ließ Rabbi sein Gewand herabwallen. Als R. Šemuél b. R. Jehuda kam, sagte er: [Diesbezüglich wurde Rabbi] befragt.
יא <big><strong>מתני׳</strong></big> הרוחץ במי מערה ובמי טבריא ונסתפג אפילו בעשר אלונטיאות לא יביאם בידו אבל עשרה בני אדם מסתפגין באלונטית אחת פניהם ידיהם ורגליהם ומביאין אותן בידן
11 <b>W</b><small>ER IM</small> W<small>ASSER EINER</small> H<small>ÖHLE ODER IN DEN</small> B<small>ÄDERN VON</small> Ṭ<small>IBERIAS GEBADET UND ZUM</small> A<small>BTROCKNEN SOGAR ZEHN</small> T<small>ÜCHER BENUTZT HAT, DARF SIE NICHT</small><small>IN DER</small> H<small>AND HEIMBRINGEN</small>. Z<small>EHN</small> L<small>EUTE ABER DÜRFEN</small> G<small>ESICHT</small>, H<small>ÄNDE UND</small> F<small>ÜSSE MIT EINEM</small> T<small>UCHE ABTROCKNEN UND ES IN DER</small> H<small>AND HEIMBRINGEN</small>.
יב סכין וממשמשין אבל לא מתעמלין ולא מתגררין אין יורדין לקורדימא ואין עושין אפיקטויזין ואין מעצבין את הקטן ואין מחזירין את השבר מי שנפרקה ידו ורגלו לא יטרפם בצונן אבל רוחץ הוא כדרכו ואם נתרפא נתרפא:
12 M<small>AN DARF SICH SALBEN UND</small> (<small>DEN</small> U<small>NTERLEIB</small>) <small>MASSIEREN, NICHT ABER SICH ANSTRENGEN</small><small>UND FROTTIEREN</small>. M<small>AN DARF NICHT IN EINE</small> P<small>FÜTZE</small><small>HINABSTEIGEN</small>. M<small>AN DARF REIN</small> B<small>RECHMITTEL BEREITEN</small>. M<small>AN DARF NICHT EINEM</small> K<small>INDE DIE</small> G<small>LIEDER EINRENKEN, NOCH EINEN</small> B<small>RUCH IN DIE RICHTIGE</small> L<small>AGE BRINGEN</small>. W<small>ER SICH DIE</small> H<small>AND ODER DEN</small> F<small>USS VERRENKT HAT, DARF SIE NICHT IN KALTEM</small> W<small>ASSER SCHWENKEN, WOHL ABER DARF ER SIE WIE GEWÖHNLICH WASCHEN, UND WENN DIES HEILEND WIRKT, SO IST NICHTS DABEI</small>.
יג <big><strong>גמ׳</strong></big> קתני מי מערה דומיא דמי טבריא מה מי טבריא חמין אף מי מערה חמין הרוחץ דיעבד אין לכתחילה לא מכלל
13 GEMARA. Er lehrt vom Wasser einer Höhle gleichlautend wie von den Bädern von Ṭiberias, wie die Bäder von Ṭiberjas warm sind, so auch Wasser einer Höhle, wenn es warm ist; «wer gebadet hat», nur wenn bereits geschehen, von vornherein aber nicht.