Shabbat 292

Kapitel 292

א משום ריחשא וי"א אין מוסיפים זימנין דלא תקניה מעיקרא ואתי לארוחי ביה דרש רב נחמן משום רבי יוחנן הלכה כיש אומרים:
1 wegen der Raubtiere. Manche sagen, man dürfe nicht erweitern, weil sie vielleicht vorher nicht genügend groß war und man sie auch dann erweitern könnte. R. Naḥman trug im Namen R. Joḥanans vor: Die Halakha ist wie die Manchen.
ב ושוין שנוקבין נקב ישן לכתחלה: אמר רב יהודה אמר שמואל לא שנו אלא במקום העשוי לשמר אבל לחזק אסור היכי דמי לשמר היכי דמי לחזק א"ר חסדא למעלה מן היין זהו לשמר למטה מן היין זהו לחזק רבא אמר למטה מן היין נמי זהו לשמר והיכי דמי לחזק כגון שניקבה למטה מן השמרים
2 «Sie stimmen überein, daß man ein altes Loch von vornherein öffnen darf.» R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn es zur Erhaltung erfolgt war, wenn aber als Verschluß, so ist es verboten. – Was heißt ‘zur Erhaltung‘, und was heißt ‘als Verschluß’? R. Ḥisda erwiderte: Über dem Weine erfolgt es zur Erhaltung, unter dem Weine erfolgt es als Verschluß. Raba sagte: Auch unter dem Weine erfolgt es zur Erhaltung, als Verschluß erfolgt es nur dann, wenn unter der Hefe.
ג א"ל אביי לרבא תניא דמסייע לך בית סתום יש לו ארבע אמות פרץ את פצימיו אין לו ד' אמות בית סתום אינו מטמא כל סביביו פרץ את פצימיו מטמא כל סביביו
3 Abajje sprach zu Raba: Es gibt eine Lehre als Stütze für dich: Zu einem geschlossenen Hause gehören die vier Ellen; hat man den Türrahmen herausgebrochen, so gehören zu diesem nicht mehr die vier Ellen. Ein geschlossenes Haus ist nicht nach allen Seiten verunreinigend; hat man den Türrahmen herausgebrochen, so ist es nach allen Seiten verunreinigend.
ד גובתא רב אסר ושמואל שרי מחתך לכתחלה דכ"ע לא פליגי דאסור אהדורי דכ"ע לא פליגי דשרי כי פליגי דחתיכה ולא מתקנא מאן דאסר גזרינן דילמא אתי למיחתך לכתחלה ומאן דשרי לא גזרינן
4 Ein Rohr [als Heber in das Faß zu stecken] ist nach Rabh verboten, und nach Šemuél erlaubt. Eines von vornherein zurechtzuschneiden, ist nach aller Ansicht verboten, es wieder hineinzustecken ist nach aller Ansicht erlaubt, sie streiten nur über den Fall, wenn es bereits zurechtgeschnitten, aber nicht angepaßt worden ist. Der es verbietet, berücksichtigt, man könnte veranlaßt werden, es von vornherein zurechtzuschneiden; der es erlaubt, berücksichtigt dies nicht.
ה כתנאי אין חותכין שפופרת ביו"ט וא"צ לומר בשבת נפלה (אין) מחזירין אותה בשבת ואין צריך לומר ביו"ט ור' יאשיה מיקל
5 Hierüber streiten auch Tannaím: Man darf am Feste kein Rohr zurechtschneiden, und um so weniger am Šabbath; ist ein solches herausgefallen, so darf man es am Šabbath wieder hineinstecken, und um so mehr am Feste. R. Jošija erleichtert hierbei.
ו ר' יאשיה אהייא אילימא ארישא הא קמתקן מנא אלא אסיפא ת"ק נמי מישרא קשרי אלא דחתיכה ולא מתקנא איכא בינייהו מ"ס גזרינן ומ"ס לא גזרינן דרש רב שישא בריה דרב אידי משמיה דר' יוחנן הלכה כר' יאשיה:
6 Worauf bezieht sich nun R. Jošija: wollte man sagen, auf den Anfangssatz, so fertigt man ja ein Gerät an, und wollte man sagen auf den Schlußsatz, so ist es ja auch nach dem ersten Tanna erlaubt!? Wahrscheinlich streiten sie über den Fall, wenn es bereits zurechtgeschnitten und nicht angepaßt worden ist; einer ist der Ansicht, man berücksichtige, und einer ist der Ansicht, man berücksichtige nicht. R. Šiša, Sohn des R. Idi, trug im Namen R. Joḥanans vor: Die Halakha ist wie R. Jošija.
ז ואם היתה נקובה וכו': מישחא רב אסר ושמואל שרי מאן דאסר גזרינן משום שעוה ומאן דשרי לא גזרינן אמר ליה רב שמואל בר בר חנה לרב יוסף בפירוש אמרת לן משמיה דרב מישחא שרי
7 W<small>AR ES ANGEBOHRT</small>. Mit Öl [ein Loch zu verstopfen] ist nach Rabh verboten, und nach Šemuél erlaubt. Der es verbietet, berücksichtigt, man könnte veranlaßt werden, es mit Wachs zu verstopfen; der es erlaubt, berücksichtigt dies nicht. R. Šemuél b. Bar Ḥana sprach zu R. Joseph: Du hast uns ja ausdrücklich im Namen Rabhs gesagt, daß es mit Öl erlaubt sei!?
ח אמר טבות רישבא אמר שמואל האי טרפא דאסא אסור מ"ט רב יימר מדפתי אמר גזירה משום מרזב רב אשי אמר גזירה שמא יקטום מאי בינייהו איכא בינייהו דקטים ומנחי
8 Ṭabuth der Vogelfänger sagte im Namen Šemuéls: Ein Myrtenblatt [als Rinne in das Faß zu stecken] ist verboten. – Aus welchem Grunde? R. Jemar aus Diphte erklärte: Man könnte veranlaßt werden, eine Rinne zu machen. R. Aši erklärte: Man könnte veranlaßt werden, [ein Blatt] abzukneifen. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied zwischen ihnen gibt es, wenn ein abgekniffenes vorhanden ist.
ט בי סדיא רב אסר ושמואל שרי ברכין דכולי עלמא לא פליגי דשרי בקשין דכ"ע לא פליגי דאסור כי פליגי במיצעי מאן דאסר מיחזי כמשוי ומאן דשרי לא מיחזי כמשוי
9 Polsterdecken [zu tragen], ist nach Rabh verboten, und nach Šemuél erlaubt. Alle stimmen überein, daß es bei weichen erlaubt ist, ebenso stimmen alle überein, daß es bei harten verboten ist, sie streiten nur über mittelmäßige. Der eine verbietet es, weil sie den Anschein einer Last haben, der andere erlaubt es, weil sie nicht den Anschein einer Last haben.
י והא דרב לאו בפירוש איתמר אלא מכללא איתמר דרב איקלע לההוא אתרא דלא הוה ליה רווחא נפק יתיב בכרמלית אייתו ליה בי סדיא לא יתיב מאן דחזא סבר משום דבי סדיא אסור ולא היא דרב אכרוזי מכריז בי סדיא שרי ומשום כבוד רבותינו לא ישב עליו ומאן נינהו רב כהנא ורב אסי:
10 Die Ansicht Rabhs aber wurde von ihm nicht ausdrücklich gelehrt, sondern aus einem Schlüsse gefolgert. Rabh befand sich nämlich einst an einem Orte, wo [für die Schüler] nicht genügend Raum war, und er ging in ein Neutralgebiet hinaus und setzte sich da nieder; als man ihm eine Polsterdecke brachte, setzte er sich nicht auf diese. Der dies sah, glaubte, weil das Tragen einer Polsterdecke verboten sei; das war es aber nicht, denn Rabh selbst ließ bekannt machen, das Tragen einer Polsterdecke sei erlaubt. Er setzte sich darauf nicht, wegen der Ehrung unserer Meister, das sind R. Kahana und R. Ai.
יא <big><strong>מתני׳</strong></big> נותנין תבשיל לתוך הבור בשביל שיהא שמור ואת המים היפים ברעים בשביל שיצננו ואת הצונן בחמה בשביל שיחמו מי שנשרו כליו בדרך במים מהלך בהן ואינו חושש הגיע לחצר החיצונה שוטחן בחמה אבל לא כנגד העם:
11 <b>M</b><small>AN DARF GEKOCHTE</small> S<small>PEISEN IN EINE</small> G<small>RUBE SETZEN, DAMIT SIE VERWAHRT BLEIBEN, FERNER GUTES</small> W<small>ASSER IN SCHLECHTES, UM ES ZU KÜHLEN, EBENSO KALTES IN WARMES, UM ES ZU WÄRMEN</small>. W<small>ENN EINEM UNTERWEGS DIE</small> K<small>LEIDER INS</small> W<small>ASSER GEFALLEN SIND, SO DARF ER OHNE</small> B<small>EDENKEN IN DIESEN GEHEN; ERREICHT ER DEN ERSTEN</small> H<small>OF, SO DARF ER SIE VOR DIE</small> S<small>ONNE AUSBREITEN, JEDOCH NIGHT VOR DEM</small> V<small>OLKE</small>.
יב <big><strong>גמ׳</strong></big> פשיטא מהו דתימא ניגזר משום אשוויי גומות קא משמע לן:
12 GEMARA. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, es sei zu verbieten, weil man Vertiefungen ebnen könnte, so lehrt er uns.
יג ואת המים היפים ברעים: פשיטא סיפא איצטריכא ליה ואת הצונן בחמה הא נמי פשיטא מהו דתימא ניגזור דילמא אתי לאטמוני ברמץ קמ"ל:
13 G<small>UTES</small> W<small>ASSER IN SCHLECHTES</small>. Selbstverständlich!? – Dies ist wegen des Schlußsatzes nötig: ebenso kaltes in warmes. – Aber auch dies ist ja selbstverständlich!? – Man könnte glauben, es sei zu verbieten, weil man veranlaßt werden könnte, [auch Speisen] in heiße Asche zu stellen, so lehrt er uns.
יד מי שנשרו וכו': אמר רב יהודה אמר רב כל מקום שאסרו חכמים מפני מראית העין אפילו בחדרי חדרים אסור תנן שוטחן בחמה אבל לא כנגד העם תנאי היא דתניא שוטחן בחמה אבל לא כנגד העם ר"א ור"ש אוסרין
14 W<small>ENN EINEM</small> &amp;<small>C</small>. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Alles, was die Rabbanan des Anscheines wegen verboten haben, ist auch in der verborgensten Kammer verboten. – Wir haben gelernt: So darf er sie vor die Sonne ausbreiten, jedoch nicht vor dem Volke!? – Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: So darf er sie vor die Sonne ausbreiten, jedoch nicht vor dem Volke; R. Elea͑zar und R. Šimo͑n verbieten dies.
טו אמר רב הונא
15 R. Hona sagte: