Shabbat 291

Kapitel 291

א שבא נחש על חוה הטיל בה זוהמא ישראל שעמדו על הר סיני פסקה זוהמתן עובדי כוכבי' שלא עמדו על הר סיני לא פסקה זוהמתן א"ל רב אחא בריה דרבא לרב אשי גרים מאי א"ל אע"ג דאינהו לא הוו מזלייהו הוו דכתיב (דברים כט, יד) את אשר ישנו פה עמנו עומד היום לפני ה' אלהינו ואת אשר איננו פה וגו'
1 Als nämlich die Schlange der Ḥava beiwohnte, impfte sie ihr einen Flat ein; bei den Jisraéliten, die am Berge Sinaj gestanden haben, verlor sich der Flat, bei den Nichtjuden aber, die am Berge Sinaj nicht gestanden haben, verlor sich der Flat nicht. R. Aḥa, Sohn des Raba, sprach zu R. Aši: Wie ist es mit den Proselyten? Dieser erwiderte: Wenn sie auch selbst nicht anwesend waren, so war ihr Genius anwesend, denn es heißt: <i>sowohl mit denen, die jetzt mit uns vor dem Herrn, unserem Gott, hier stehen, als auch mit denen, die hier nicht gegenwärtig &amp;c</i>.
ב ופליגא דר' אבא בר כהנא דא"ר אבא בר כהנא עד שלשה דורות לא פסקה זוהמא מאבותינו אברהם הוליד את ישמעאל יצחק הוליד את עשו יעקב הוליד י"ב שבטים שלא היה בהן שום דופי:
2 Er streitet somit gegen R. Abba b. Kahana. R. Abba b. Kahana sagte nämlich: Drei Generationen hindurch schwand der Flat nicht von unseren Vorfahren: Abraham zeugte Jišma͑él, Jiçḥaq zeugte E͑sav, und erst Ja͑qob zeugte die zwölf Stämme, an denen kein Makel war.
ג <big><strong>מתני׳</strong></big> שובר אדם את החבית לאכול הימנה גרוגרות ובלבד שלא יתכוין לעשות כלי ואין נוקבין מגופה של חבית דברי ר' יהודה וחכמים מתירין ולא יקבנה מצדה ואם היתה נקובה לא יתן עליה שעוה מפני שהוא ממרח אמר ר' יהודה מעשה בא לפני רבן יוחנן בן זכאי בערב ואמר חוששני לו מחטאת:
3 <b>M</b><small>AN DARF DAS</small> F<small>ASS ZERBRECHEN, UM VON DEN</small> D<small>ÖRRFEIGEN ZU ESSEN, NUR DARF MAN NICHT BEABSICHTIGEN, DARAUS EIN</small> G<small>EFÄSS</small><small>ZU MACHEN</small>. M<small>AN DARF NICHT DEN</small> S<small>PUND EINES</small> F<small>ASSES DURCHBOHREN</small> — <small>SO</small> R. J<small>EHUDA; DIE</small> W<small>EISEN ERLAUBEN DIES</small>. M<small>AN DARF ES FERNER NICHT AN DER</small> S<small>EITE ANBOHREN; WAR ES ANGEBOHRT, SO DARF MAN DARAUF KEIN</small> W<small>ACHS TUN, WEIL MAN ES STREICHT</small>. R. J<small>EHUDA ERZÄHLTE</small>: E<small>INST KAM EIN SOLCHER</small> F<small>ALL VOR</small> R. J<small>OḤANAN B</small>. Z<small>AKKAJ IN</small> A͑<small>RAB, UND ER SPRACH</small>: I<small>CH BEFÜRCHTE, MAN IST DIESERHALB EIN SÜNDOPFER SCHULDIG</small>.
ד <big><strong>גמ׳</strong></big> א"ר אושעיא ל"ש אלא דרוסות אבל מפורדות לא ומפורדות לא
4 GEMARA. R. Oša͑ja sagte: Dies wurde nur für den Fall gelehrt, wenn [die Feigen] zusammengepreßt sind, nicht aber, wenn sie lose sind.
ה מיתיבי ר' שמעון בן גמליאל אומר מביא אדם את החבית של יין ומתיז ראשה בסייף ומניחה לפני האורחים בשבת ואינו חושש ההיא רבנן מתני' רבי נחמיה היא
5 Man wandte ein: R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, man dürfe am Šabbath ohne Bedenken ein Weinfaß holen, den Hals mit einem Schwerte abschlagen, und es den Gästen vorsetzen!? — Dies nach den Rabbanan, unsere Mišna aber vertritt die Ansicht R. Neḥemjas. —
ו ומאי דוחקיה דרבי אושעיא לאוקמי מתניתין כרבי נחמיה ובדרוסות לוקמה במפורדות ורבנן אמר רבא מתני' קשיתיה מאי איריא דתני גרוגרות ליתני פירות אלא ש"מ בדרוסות
6 Was veranlaßt R. Oša͑ja, unsere Mišna auf den Fall zu beziehen, wenn [die Feigen] zusammengepreßt sind, nach R. Neḥemja, er kann sie ja auf den Fall beziehen, wenn sie lose sind, nach den Rabbanan!? Raba erwiderte: Unsere Mišna war ihm schwierig: weshalb lehrt sie es von Dörrfeigen, sie sollte es doch von Früchten [allgemein] lehren!? Hieraus ist also zu schließen, daß dies von zusammengepreßten gilt.
ז תניא חדא חותלות של גרוגרות ושל תמרים מתיר ומפקיע וחותך ותניא אידך מתיר אבל לא מפקיע ולא חותך לא קשיא הא רבנן הא ר' נחמיה דתניא ר' נחמיה אומר אפי' תרווד ואפילו טלית ואפילו סכין אין ניטלין אלא לצורך תשמישן
7 Eines lehrt: Man dürfe die Flechten der Dörrfeigen und Datteln lösen, losflechten und durchschneiden, und ein Anderes lehrt, man dürfe sie lösen, nicht aber losflechten oder durchschneiden!? — Das ist kein Widerspruch; eines nach den Rabbanan und eines nach R. Neḥemja. Es wird nämlich gelehrt: R. Neḥemja sagt, selbst einen Löffel, selbst ein Gewand und selbst ein Messer dürfe man nur zu seinem eigentlichen Gebrauche fortbewegen.
ח בעו מיניה מרב ששת מהו למיברז חביתא בבורטיא בשבתא לפיתחא קמיכוין ואסיר או דילמא לעין יפה קמיכוין ושרי א"ל לפיתחא קא מכוין ואסיר
8 Man fragte R. Šešeth: Darf man am Šabbath ein Faß mit einem Spieße durchbohren: bezweckt man die Öffnung, somit ist es verboten, oder bezweckt man ein leichtes Ausfließen, somit ist es erlaubt? Dieser erwiderte: Man bezweckt die Öffnung, und es ist verboten. Man wandte ein:
ט מיתיבי רשב"ג אומר מביא אדם חבית של יין ומתיז ראשה בסייף התם ודאי לעין יפה קמיכוין הכא אם איתא דלעין יפה קמיכוין לפתוחי מיפתח:
9 R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, man dürfe ein Faß Wein holen und den Hals mit einem Schwerte abschlagen!? – Da bezweckt man entschieden ein leichtes Ausfließen, hierbei aber kann man es ja, wenn man nur ein leichtes Ausfließen bezweckt, öffnen.
י אין נוקבין מגופה וכו': אמר רב הונא מחלוקת למעלה אבל מן הצד דברי הכל אסור והיינו דקתני לא יקבנה מצדה ורב חסדא אמר מחלוקת מן הצד אבל על גבה דברי הכל מותר והא דקתני לא יקבנה מצדה התם בגופה דחבית
10 M<small>AN DARF NICHT DEN</small> S<small>PUND DURCHBOHREN</small> &amp;<small>C</small>. R. Hona sagte: Der Streit besteht nur, wenn oben, wenn aber an der Seite, so stimmen alle überein, daß es verboten ist. Darum lehrt er auch, man dürfe es nicht an der Seite anbohren. R. Ḥisda sagte: Der Streit besteht nur, wenn an der Seite, wenn aber oben, so stimmen alle überein, daß es erlaubt ist. Was gelehrt wird, man dürfe es nicht an der Seite anbohren, bezieht sich auf das Faß selbst.
יא תנו רבנן אין נוקבין נקב חדש בשבת ואם בא להוסיף מוסיף ויש אומרים אין מוסיפין ושוין שנוקבין נקב ישן לכתחילה ותנא קמא מאי שנא מנקב חדש דלא דקא מתקן פיתחא אוסופי נמי קא מתקן פיתחא
11 Die Rabbanan lehrten: Man darf am Šabbath kein neues Loch bohren; will man eines erweitern, so ist es erlaubt. Manche sagen, man dürfe nicht erweitern. Sie stimmen überein, daß man ein altes Loch von vornherein öffnen darf. – Nach dem ersten Tanna darf man ein neues Loch deshalb nicht [bohren], weil man eine Öffnung macht, und auch bei der Erweiterung macht man ja eine Öffnung!?
יב אמר רבה דבר תורה כל פתח שאינו עשוי להכניס ולהוציא אינו פתח ורבנן הוא דגזור משום לול של תרנגולין דעביד לעיולי אוירא ולאפוקי הבלא ואם בא להוסיף מוסיף אוסופי ודאי בלול של תרנגולים לא אתי לאוסופי
12 Rabba erwiderte: Nach der Tora gilt eine Öffnung, die nicht zur Aufnahme und zur Herausgabe bestimmt ist, nicht als Öffnung, nur haben die Rabbanan [jede Öffnung] verboten, mit Rücksicht auf [die Öffnung] eines Hühnerschlages, die bestimmt ist, frische Luft aufzunehmen und die Ausdünstung ausströmen zu lassen. [Eine Öffnung] zu erweitern, ist jedoch erlaubt, weil man die Öffnung eines Hühnerschlages zu erweitern entschieden nicht verleitet wird,